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Kulturnachrichten

Sonntag, 27. Januar 2019

Man-Booker-Preis verliert Sponsor

Investment-Unternehmen zieht sich nach 17 Jahren zurück

Der renommierte britische Man-Booker-Literaturpreis verliert seinen langjährigen Sponsor, das Investment-Unternehmen "Man Group". Grund dafür ist unter anderem wohl auch die Kritik des britischen Journalisten und Bestseller-Autors Sebastian Faulks. Er hatte die Sponsorenschaft der Gruppe im vergangenen Jahr scharf kritisiert und die Hedgefonds-Firma als "den Feind" bezeichnet. Das Investment-Unternehmen hat nach Medien-Informationen seit 2002 insgesamt umgerechnet etwa rund 28 Millionen Euro in den Literaturpreis gesteckt. Zu den Preisträgern gehören namhafte Autoren wie Salman Rushdie, Ian McEwan und Margret Atwood. Die Stiftung, die den Preis alljährlich vergibt, sucht nun eine neue Geldquelle.

Relotius-Fälschungen: Reporterpreis-Jury erklärt sich

Mitglieder sind "erschüttert und wütend"

Viermal hat der Journalist Claas Relotius, dem die Fälschung vieler seiner Reportagen nachgewiesen wurde, den Deutschen Reporterpreis erhalten – jetzt hat sich die Jury der Auszeichnung zum ersten Mal ausführlich geäußert. Die Mitglieder seien "erschüttert", "enttäuscht" und "wütend". Sie schämten sich, diesem Betrüger auf den Leim gegangen zu sein. So heißt es in einer Erklärung der Jury, der renommierte Journalisten wie Nikolaus Brender, Friedrich Küppersbusch, Ines Pohl und Regine Sylvester angehören. Sie seien davon ausgegangen, dass "komplett erfundene Geschichten" es nicht in den "Spiegel" schafften. Claas Relotius hat inzwischen alle vier Preise zurückgegeben.

Cappella Andrea Barca mit Mozart-Medaille geehrt

Auszeichnung erfolgte im Rahmen der Mozartwoche in Salzburg

Die Cappella Andrea Barca ist bei der Mozartwoche in Salzburg mit der Goldenen Mozart-Medaille ausgezeichnet worden. Das Kammerorchester war und sei eine absolute Säule der Mozartwoche, sagte deren Intendant Rolando Villazón in seiner Laudatio. Die Medaille ist die höchste Auszeichnung, die von der Stiftung Mozarteum Salzburg vergeben wird. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das Werk Mozarts verdient gemacht haben. Die Cappella Andrea Barca wurde von Pianist und Dirigent András Schiff 1999 gegründet und tritt jedes Jahr bei der Mozartwoche auf. Die Mozart-Medaille wird seit 1914 vergeben.

50 Jugendliche mit Bertini-Preis geehrt

Vier Projekte junger Hamburger für Zivilcourage und Erinnerungsarbeit ausgezeichnet

Vier Projekte junger Menschen sind im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater mit dem Bertini-Preis geehrt worden. Die rund 50 beteiligten Jugendlichen wurden damit für ihr Engagement gegen Fremdenhass und für Zivilcourage und für ihre Erinnerungsarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus ausgezeichnet. Die Schüler haben sich mit der Verfolgung der Swing-Jugend, der Radikalisierung von Jugendlichen sowie mit Hamburger Polizisten beschäftigt, die im Konzentrationslager Majdanek mordeten. Die Schülerin Nele Borchert erstellte Porträts von Opfern des NS-Regimes, deren Namen auf Stolpersteinen dokumentiert sind. Der Bertini-Preis wird traditionell am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus verliehen.

Parzinger setzt auf Austausch internationaler Museen

Agentur für Museumszusammenarbeit soll zentraler Ansprechpartner werden

Die von der Bundesregierung geplante Agentur für eine internationale Kooperation von Museen kann aus Sicht der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz wichtige Impulse setzen. Stiftungspräsident Hermann Parzinger begrüßt das Vorhaben des Auswärtigen Amtes. „Ein zentraler Ansprechpartner für internationale Partnerschaften der Museen, der dann auch finanzielle Mittel zur Verfügung stellen kann, wird sicher vielen Projekten auf die Beine helfen, die bisher mangels Ressourcen ausgebremst waren.", sagte Parzinger gegenüber dpa. Die Agentur für Museumszusammenarbeit soll unter Federführung des Auswärtigen Amtes vor allem die kulturelle Zusammenarbeit mit Afrika stärken. Der Bund will hiesigen Museen so ermöglichen, gemeinsam mit internationalen Partnern und besonders auch afrikanischen Museen große internationale Ausstellungen auf die Beine zu stellen. Für die Agentur stehen 23 Millionen Euro für vier Jahre bereit.

Staats- und Domchor lehnt Aufnahme von Mädchen ab

Berliner Rechtsanwältin sieht darin einen Verstoß gegen das Grundgesetz

Der Berliner Staats- und Domchor will ein reiner Knabenchor bleiben. "Es gab bisher die Bewerbung eines Mädchens, das nicht aufgenommen werden konnte, weil der Staats- und Domchor gemäß Satzung ein Knaben- und Männerchor ist", sagte eine Sprecherin der Universität der Künste dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Berliner Rechtsanwältin Susann Bräcklein, die sich in diesem Fall engagiert, hält den Ausschluss von Mädchen aus Knabenchören für diskriminierend und einen Verstoß gegen das Grundgesetz. Marie-Therese Schulte von der Universität der Künste sagte, der Satzung entsprechend sei die künstlerische Arbeit des Staats- und Domchors auf die Entwicklung und Förderung von Knabenstimmen ausgerichtet. Diese Ausbildung unterscheide sich in entwicklungspsychologischer wie auch physiologischer Hinsicht von der künstlerischen Ausbildung von Mädchenstimmen.

Banksy-Werk aus Pariser Musikclub Bataclan gestohlen

Bild erinnerte an Terroranschlag in der Konzerthalle 2015

Aus dem Pariser Musikclub Bataclan ist ein dem britischen Graffiti-Künstler Banksy zugeschriebenes Kunstwerk zum Gedenken an den dortigen Terroranschlag von 2015 gestohlen worden. "Banksys Werk, ein Symbol der Erinnerung, das allen gehört - Anwohnern, Parisern, Bürgern der Welt - ist uns genommen worden", teilte die Konzerthalle mit. Die Mitarbeiter des Bataclan zeigten sich entrüstet. Im Bataclan waren 2015 bei einem islamistischen Terroranschlag 90 Menschen getötet worden. Das Kunstwerk, das ein Mädchen mit traurigem Gesicht zeigt, war zusammen mit anderen Kunstwerken im vergangenen Juni in Paris aufgetaucht und Banksy zugeschrieben worden. Im Bataclan war das Werk auf einer der Notausgangstüren zu sehen. Das Bild wurde von den Dieben aus der Tür herausgeschnitten.

Thai-Popstar entschuldigt sich für Hakenkreuz-Shirt

Sängerin trug bei Fernsehauftritt Kleidung mit dem Nazi-Symbol

Pichayapa "Namsai" Natha, Sängerin der populären thailändischen Girls-Band BNK48, hat mit einem Hakenkreuz-T-Shirt für einen Skandal gesorgt. Die israelische Botschaft in Thailand reagierte mit "Abscheu" auf den Auftritt. "Die von der Sängerin der Band präsentierten Nazisymbole verletzen die Gefühle von Millionen auf der ganzen Welt", twitterte die stellvertretende Botschafterin Smadar Shapira. "Namsai" hatte am Freitag, kurz vor dem Holocaust-Gedenktag an diesem Sonntag, bei einem Fernsehauftritt ihrer Band ein T-Shirt mit dem Nazisymbol getragen. Inzwischen entschuldigte sich der Popstar auf Twitter für "diese Situation" und versprach: "Ich mache das nie wieder." Bilder von Adolf Hitler und Hakenkreuze sorgen in Thailand immer wieder für internationale Schlagzeilen. 2013 hatten die Studenten der Chulalongkorn Universität in Bangkok auf einem Wandgemälde Hitler zusammen mit modernen Cartoon-Superhelden wie Batman und Superman dargestellt.

Volksfeste verzeichnen Besucherplus

Jahrestagung des Schaustellerbundes startet am Mittwoch

Volksfeste in Deutschland haben im vergangenen Jahr verglichen mit der Bilanz sechs Jahre zuvor ein starkes Besucherplus verzeichnet. Ermittelte der Deutsche Schaustellerbund (DSB) für 2012 noch 148 Millionen Besucher bei rund 9900 Volksfesten, kam er für 2018 auf knapp 190 Millionen Besucher bei etwa 9750 Festen. Das heiße Wetter 2018 habe die Leute nicht davon abgehalten, auf die Plätze zu kommen, erklärte DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg. Die Schausteller hätten in den vergangenen Jahren zudem in die Attraktivität ihrer Geschäfte investiert, erklärte DSB-Präsident Albert Ritter. Rund 1500 Delegierte des Verbandes treffen sich vom kommenden Mittwoch an in Essen zu ihrer Jahrestagung. Parallel läuft eine Schausteller-Fachmesse sowie ein historischer Jahrmarkt in einer Messehalle.

Theaterstück mit AfD-Bezug kommt beim Publikum an

Bühnentext teilweise aus AfD-Wahlprogramm zusammengestellt

Das Staatsschauspiel Dresden hat mit seinem neuen Stück "Das blaue Wunder" Rechtspopulisten ins Visier genommen und bei der Uraufführung viel Beifall erhalten. Die AfD schrieb mit Passagen aus ihren Wahlprogrammen und Zitaten führender Funktionäre den Text für das rund zweistündige Stück praktisch mit. Es war als Groteske angelegt und wollte mögliche Folgen einer Machtübernahme durch die AfD beleuchten. Regisseur Volker Lösch ließ mit den Autoren Thomas Freyer und Ulf Schmidt dafür ein Schiff in See stechen - an Bord unzufriedene Dresdner mit all ihren Ängsten vor "Überfremdung", Jobverlust und sozialem Abstieg. Doch die Fahrt ins Blaue führt nicht ins erhoffte Paradies, denn an Bord bilden sich Strukturen einer totalitärer Herrschaft aus. Mehrmals wird die Groteske durch Auftritte von Protagonisten Dresdner Initiativen für Flüchtlinge und gegen Rechts unterbrochen. Sie machen nicht nur deutlich, wofür das "andere Dresden" steht, sondern äußern zugleich ihre Sorgen über einen möglichen Rechtsruck nach den Kommunal- und Landtagswahlen in diesem Jahr.

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