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Kulturnachrichten

Samstag, 26. Januar 2019

Regisseur Fritsch findet "Microports" problematisch

Kabellose Mini-Mikrofone seien eine "unangenehme Prothese", so Herbert Fritsch

Die Kunst des Theater bestehe darin, mit dem Raum zu spielen und ihn zu füllen, sagt Theaterregisseur Herbert Fritsch im Deutschlandfunk Kultur. Kleine, ansteckbare Mikrofone, sogenannte "Microports", würden Schauspieler nicht mehr Freiheit schenken, sondern sie in ihrer Beweglichkeit einschränken. "Man kann sich nicht auf den Boden schmeißen oder rumkullern, weil man dieses kleine, lästige Gerät da an sich dran hat", so Fritsch. "Ich finde diese ganzen technischen Erweiterungen Quatsch. Ein Schauspieler muss in der Lage ist, so eine Konzentration herzustellen, das er selbst am hintersten Punkt der Bühne zu hören ist. Das ist ja die eigentliche Kunst, mit einem Raum umzugehen und ihn zu füllen." Die meisten Theaterhäuser seien ohnehin auf "Naturton" eingerichtet und nicht auf technisch erzeugte Sounds.

Museum schließt Rückgabe von Akropolis-Marmor aus

Athen fordert seit 1982 die Rückgabe der Skulpturen

Die Parthenon-Friesteile, die sich im British Museum in London befinden, sind nicht das Eigentum Griechenlands - das betonte der deutsche Kunsthistoriker und Chef des Museums, Hartwig Fischer, in einem Interview mit der griechischen Zeitung "Ta Nea". Und: "Wir verleihen nur an jene, die die Eigentumsverhältnisse anerkennen." Die Akropolis habe eine komplexe Geschichte - als Tempel Athens, als christliche Kirche, als Moschee, so Fischer. Nachdem ihr zentraler Parthenon-Tempel 1687 bei einer Explosion stark zerstört und anschließend vernachlässigt wurde, habe man ihn wiederentdeckt - und diese Wiederentdeckung sei ein Teil europäischer Geschichte. Zu den Wiederentdeckern der Antike gehörte der britische Botschafter Lord Elgin, der Anfang des 19. Jahrhunderts 56 der insgesamt 96 Marmorplatten des Frieses abmontieren und nach England bringen ließ und dort an das British Museum verkaufte. Rund sechs Millionen Menschen bewunderten die Skulpturen jedes Jahr in London. Seit 1982 fordert Athen die wertvollen Skulpturen zurück.

Filmkomponist Michel Legrand gestorben

Oscar-gekrönter, französischer Filmkomponist wurde 86 Jahre alt

In seiner mehr als 50 Jahre währenden Karriere errang der französische Filmkomponist Michel Legrand Weltruhm. Bekannt wurde er unter anderem durch die Filmmusik zu "Die Regenschirme von Cherbourg" und "Yentl". Legrand arbeitete mit Musikstars wie Ray Charles, Frank Sinatra und Edith Piaf und zahlreichen Filmgrößen zusammen, unter ihnen Jean-Luc Godard, Orson Welles und Robert Altman. Seinen ersten Oscar gewann er 1969 für das Lied "The Windmills of Your Mind", das er für den Film "Thomas Crown ist nicht zu fassen" komponierte. Es folgten zwei weitere Oscars für die Musik zu den Filmen "Sommer '42" (1972) und "Yentl" mit Barbra Streisand (1984). Legrand gewann fünf Grammys. "Er war einer der größten französischen Musiker und Komponisten und einer der berühmtesten Schöpfer von Filmmusik in der Welt", teilte Staatschef Emmanuel Macron mit.

Filmregisseur Makavejev mit 87 Jahren gestorben

Das meldet das staatliche Fernsehen RTS

Er bezeichnete sich selbst als "Bürger der Welt" und hinterfragte als Vertreter des Autorenkinos jede Ideologie. Nun ist der jugoslawisch-serbische Filmregisseur Dusan in seiner Geburtsstadt Belgrad gestorben. 1968 hatte er für seinen Spielfilm "Unschuld ohne Schutz" einen Silbernen Bären gewonnen und 1970 für "WR - Mysterien des Organismus" international viel Aufsehen erregt, denn der Film setzt sich mit dem Sigmund-Freud-Schüler Wilhelm Reich und dessen Ansicht auseinander, dass sexuelle und politische Befreiung nicht voneinander getrennt werden können. Makavejev arbeitete konsequent mit den Mitteln der Montage und des dokumentarischen Zitats. Dem Pathos des Sozialismus setzte er Sarkasmus als Comic-Strip entgegen. Weil ihm wegen des "Mysterien"-Films Gefängnis drohte, verließ Makavejev Anfang der 70er Jahre Jugoslawien und drehte "Sweet Movie", "Montenegro" und "Coca Cola Kid". Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kehrte er nach Belgrad zurück.

Bayerischer Filmpreis für Caroline Link

Jury: Regisseurin inszeniert Kleinigkeiten des Alltags perfekt

Für ihren neuen Film "Der Junge muss an die frische Luft" erhält Oscar-Preisträgerin Caroline Link den Regiepreis des Bayerischen Filmpreises. Link entfalte in dem Film über die Kindheit des Entertainers Hape Kerkeling ihre Fähigkeiten meisterlich, teilte die Jury anlässlich der mit 10 000 Euro dotierten Auszeichnung in München mit. Ob Schokomund oder ein roter Kussmund, detailgenau inszeniere Caroline Link Kleinigkeiten des Alltags mit einer Perfektion, die dem Film seine Stimmigkeit in allen Facetten gebe. Der Produzentenpreis des Filmpreises wird in diesem Jahr aufgeteilt- er geht mit je 100 000 Euro an die Produzenten der Filme "Trautmann" (Robert Marciniak; Regie: Marcus H. Rosenmüller) und "Werk ohne Autor" (Quirin Berg, Jan Mojto, Max Wiedemann; Regie: Florian Henckel von Donnersmarck). Als beste Darstellerin wird Marie Bäumer für ihre Rolle in "3 Tage in Quiberon" ausgezeichnet und als bester Darsteller Alexander Scheer für seine Rolle in "Gundermann".

Aufruf fordert Rücktritt von Österreichs Innenminister

Kulturschaffende: FPÖ-Politiker Herbert Kickl stellt Gewaltenteilung infrage

215 Kunst- und Kulturschaffende, Autorinnen und Autoren haben in einem öffentlichen Aufruf den österreichischen Innenminister Herbert Kickl aufgerufen, sein Amt niederzulegen. Er "muss gehen, und zwar sofort", heißt es in dem Schreiben, das unter anderem von Elfriede Jelinek, Daniel Kehlmann, Josef Hader, Erika Pluhar und Peter Turrini unterzeichnet wurde. In einem Interview mit dem ORF hatte der Innenminister gesagt: "Ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht." Dafür wurde der FPÖ-Politiker nicht nur von der Opposition, sondern auch vom österreichischen Bundeskanzler Kurz (ÖVP) kritisiert.

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