Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 25.08.2019
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Januar 2019

Bryan Singer der sexuellen Übergriffe beschuldigt

Bericht über vier mutmaßliche Opfer

"Bohemian Rhapsody"-Regisseur Bryan Singer ist in einem Magazinbeitrag der sexuellen Übergriffe auf Minderjährige beschuldigt worden. "The Atlantic" veröffentlichte am Mittwoch einen Bericht über vier mutmaßliche Opfer, die eigenen Angaben zufolge von Singer verführt und missbraucht wurden, als sie minderjährig waren. Drei der Männer wollten anonym bleiben. Der vierte, Victor Valdovinos, sagte, er sei von Singer am Drehort von "Apt Pupil" missbraucht worden, als er in der siebten Klasse gewesen sei. Die Bezirksstaatsanwaltschaft von Los Angeles County hatte zuvor Vorwürfe untersucht, wonach männliche Minderjährige für eine Duschszene in "Apt Pupil" unter Druck gesetzt worden seien, sich nackt auszuziehen. Sie erhob aber keine Anklage. Singer bestritt in einer Stellungnahme die Vorwürfe. Der Beitrag in "The Atlantic" sei zeitlich so gewählt worden, um den Erfolg von "Bohemian Rhapsody" auszunutzen. Der Film ist für fünf Oscars nominiert.

Streit um "Tatort": Buhrow weist Kritik zurück

"Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut"

WDR-Intendant Tom Buhrow hat die harsche Kritik des Dortmunder Oberbürgermeisters Ullrich Sierau an der jüngsten "Tatort"-Ausgabe "Zorn" zurückgewiesen. Ein "Tatort" habe nicht die Aufgabe, das Image einer Stadt oder einer Region aufzupolieren, schrieb Buhrow am Mittwoch in einem Brief an den Oberbürgermeister, über den die "Bild"-Zeitung online berichtete. Das Schreiben sei an Sierau verschickt worden, sagte eine WDR-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Buhrow äußerte Verständnis, dass sich Sierau für seine Stadt stark mache. Aber: "Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut. Und ich habe erstaunt zur Kenntnis genommen, dass Sie gleich den ganzen Dortmunder 'Tatort' loswerden wollen." Andere Städte hätten gern einen eigenen "Tatort", schrieb Buhrow. "Ich frage mich, ob es wirklich im Sinne der Dortmunderinnen und Dortmunder ist, wenn Sie sagen, dass Sie das erfolgreiche Team um Kommissar Faber gerne ziehen lassen würden."

Großer Kunstpreis Berlin für Architektin Gailhoustet

Dem Massenwohnungsbau eine zukunftsweisende Alternative entgegengesetzt

Die französische Architektin und Stadtplanerin Renée Gailhoustet wird mit dem Großen Kunstpreis Berlin geehrt. Sie habe in den 1970er-Jahren im Großraum Paris mit ihren begrünten Terrassenhäusern dem Massenwohnungsbau eine "zukunftsweisende Alternative" entgegengesetzt, entschied die Jury. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 18. März verliehen. Gailhoustet wurde 1929 in Algerien geboren. Sie plante laut Akademie mehrere Wohntürme in Ivry-sur-Seine mit Läden, Ateliers oder Gärten. Was ihr Werk heute so aktuell und exemplarisch mache, seien zum Beispiel Fragen der nachhaltigen Entwicklung. Auch 2019 gehe es um Verdichtung, bezahlbare Mieten, soziale Durchmischung und urbanes Grün, teilte die Akademie zur Jury-Entscheidung mit.

Filmregisseur Jonas Mekas gestorben

Der "Pate des amerikanischen Avantgarde-Kinos" wurde 96 Jahre alt

Der in Litauen geborene Filmemacher Jonas Mekas ist im Alter von 96 Jahren in New York gestorben. Er arbeitete mit Andy Warhol, Nico, Yoko Ono, John Lennon, Salvador Dalí und George Maciunas zusammen und galt als "Pate des amerikanischen Avantgardekinos". Und weil es für seine Avantgarde-Kunst damals keine passende Zeitschrift gab, gründete er die gleich mit. Gemeinsam mit seinem Bruder etablierte er Nordamerikas wichtigste Kinozeitschrift: Film Culture. Bis zuletzt postete Mekas neue Werke auf seiner Website jonasmekas.com.

Simbabwes legendärer Musiker "Tuku" ist tot  

Er galt als Chronist der Geschichte des Landes

Oliver Mtukudzi, der wohl berühmteste Musiker Simbabwes ist im Alter von 66 Jahren in Harare gestorben, wie sein Manager Walter Wanyanya mitteilte. Der unter seinem Spitznamen "Tuku" bekannte Musiker hat in seiner rund vier Jahrzehnte langen Karriere mehr als 60 Alben veröffentlicht. Oliver Mtukudzi sang meist in der Landessprache Shona, aber auch auf Ndebele und Englisch. Mit der Gitarre in der Hand gab Mtukudzi weltweit Konzerte, darunter in den USA und in Großbritannien. Seine Musik galt als ein Spiegel der Geschichte Simbabwes - angefangen vom Kampf um die Unabhängigkeit und gefolgt von den massiven sozialen und wirtschaftlichen Problemen während der fast vier Jahrzehnte langen Herrschaft von Präsident Robert Mugabe. "Tuku" verstand es jedoch, sich bei politischen Themen zumeist auf Andeutungen zu beschränken, weswegen seine Musik nicht verboten und er auch nicht verhaftet wurde.

Bronzestatuette "Mars" zurück in Sachsen

Kunstwerke sollte bei Sotheby's versteigert werden

Nach langer Odyssee ist die berühmte Kleinbronze "Dresdner Mars" des Renaissance-Bildhauers Giambologna nach Sachsen zurückgekehrt. Der etwa 40 Zentimeter große Kriegsgott wird zunächst im mittelsächsischen Freiberg präsentiert. Die Figur sollte 2018 vom Londoner Auktionshaus Sotheby's versteigert werden. Der Bund, das Land Sachsen und mehrere Stifter erwarben das Kunstwerk daraufhin für die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Es soll sich ein Millionenbetrag gezahlt worden sein. Der "Mars" stammt aus dem ältesten Bestand des Dresdner Sammlungen und gelangte 1587 als persönliches Geschenk von Giambologna an Kurfürst Christian I. von Sachsen in die Elbestadt. Er war 1924 in den Kunsthandel gelangt.

Holländisches Magazin zieht Artikel zurück

Freier Mitarbeiter hat womöglich Plagiate verbereitet und Quellen erfunden

Die Niederlande haben ihren Fall Relotius. Das Magazin "Nieuwe Revu" zog 27 Artikel seines freien Mitarbeiters Peter Blasic zurück, wie es auf seiner Webseite mitteilte. Die von dem Reporter zitierten Quellen könnten nicht alle bestätigt werden, schrieb das Blatt. Die Zusammenarbeit sei beendet worden. Zuvor hatte die Wochenzeitung "De Groene Amsterdammer" berichtet, dass Blasic eine Reihe fragwürdiger Geschichten in niederländischen und belgischen Medien geschrieben habe. Auch in Belgien gab es Berichte, dass Blasic Plagiate verbreitet und Quellen erfunden habe. Er selbst reagierte nicht auf Anrufe und Emails. In Deutschland hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im Dezember zahlreiche Reportagen seines Journalisten Claas Relotius zurückgezogen, weil diese zumindest teilweise erfunden waren.

Schauspieler Uwe-Detlev Jessen ist tot

Vor der Wende spielte er Theater in Berlin, danach in Hamburg

Der Schauspieler Uwe-Detlev Jessen ist tot. Er starb bereits am Samstag im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit in Berlin, wie das Hamburger Ohnsorg-Theater mitteilte. Dort stand er von 1993 bis 2007 in zahlreichen Rollen auf der Bühne, unter anderem mit Ohnsorg-Legende Heidi Kabel. "Uwe-Detlev Jessen war mit seiner hohen Schauspielkunst ein überragender Menschendarsteller - der guten, der lieben und der bösen. Er konnte urkomisch, er konnte tragisch sein und hat sich schnell in die Herzen der Zuschauer gespielt", hieß es. Jessen wurde 1931 in Wismar geboren. Nach einem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin spielte er am Maxim-Gorki-Theater und der Volksbühne in Berlin. Von 1966 bis 1980 gehörte er zum festen Ensemble am Deutschen Theater in Berlin, ehe er ans Volkstheater Rostock wechselte. Nach dem Fall der Mauer ging Jessen ans Hamburger Ohnsorg-Theater.

Türkische Schauspielerin Aysen Gruda gestorben

Sie spielte vor allem in Komödien

Die türkische Theater- und Filmschauspielerin Aysen Gruda ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Der türkische Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy würdigte Gruda am Mittwoch via Twitter als "meisterhafte Künstlerin", die in "vielen unvergesslichen Filmen" gespielt habe. Gruda habe anderthalb Jahre gegen Krebs gekämpft und sei in einem Istanbuler Krankenhaus gestorben, sagte der behandelnde Arzt nach Angaben der Zeitung "Hürriyet". Die Künstlerin spielte vor allem in Komödien mit, viele davon gehören inzwischen zu den Klassikern des türkischen Films. Sie wurde mehrfach mit renommierten nationalen Preisen ausgezeichnet.

Banksys Schredderbild kommt nach Stuttgart

Vorher wird es im Frieder Burda Museum in Baden-Baden gezeigt

Das Banksy-Schredderbild "Girl With Balloon" kommt in die Stuttgarter Staatsgalerie. Es werde sich als Dauerleihgabe behaupten müssen gegenüber Schlüsselwerken der Kunstgeschichte von Rembrand bis Picasso, heißt es in einer Mitteilung des Museums. Das Werk war von einer anonymen Sammlerin ersteigert worden. Vom 5. Februar bis 3. März ist es im Frieder Burda Museum in Baden-Baden zu sehen, bevor es ab 7. März in Stuttgart ausgestellt wird. Das Banksy-Bild entstand bei einer medienwirksamen Kunstauktion im Herbst vergangenen Jahres: Nach dem Verkauf für 1,2 Millionen Euro wurde es in einen im Rahmen eingebauten Schredder eingezogen und zur Hälfte zerschnitten. Der Künstler gab an, er habe mit der Aktion den Kunstmarkt kritisieren wollen.

Archiv für Roma-Kultur geht online

RomArchive präsentiert Kultur der Siti und Roma

Die Kultur der Sinti und Roma wird künftig online in einem eigenen Archiv präsentiert. Die Homepage romarchive.eu solle den Beitrag der europäischen Minderheit zur Kulturgeschichte sichtbar machen, erklärten die Kuratoren in der Berliner Akademie der Künste. Berücksichtigt wurden dabei deutsche Sinti ebenso wie etwa spanische Gitanos, osteuropäische Roma und sogenannte Romani Traveller aus Großbritannien. Die Freischaltung der Homepage war für Donnerstagabend geplant. Zur Veröffentlichung des Online-Archivs veranstaltet die Akademie von Donnerstag bis Sonntag ein interdisziplinäres Festival.

Media-Analyse: Viele Zeitschriften verlieren Leser

Wochenzeitungen verzeichnen Auflagenzuwächse

Rund 60 Millionen Menschen in Deutschland lesen eine Zeitschrift oder Wochenzeitung. Wie die in Frankfurt vorgelegte Media-Analyse ergab, haben die erfassten 158 Titel damit insgesamt 1,2 Millionen Leser im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung im vorigen Juli verloren. Erneut an Reichweite zugelegt haben aktuelle Wochenzeitungen. "Die Zeit" gewann 160 000 Leser hinzu, die "Welt am Sonntag" 40 000, die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" 20 000. Die "Bild am Sonntag" verlor 300 000 Leser, erzielt mit 7,53 Millionen aber weiterhin die größte Reichweite unter allen erfassten Titeln. Die drei großen aktuellen Magazine haben wie viele weitere Zeitschriften ebenfalls Leser eingebüßt. Der "Stern" kommt demnach auf 5,75 Millionen (minus 590 000), "Der Spiegel" auf 5,64 Millionen (minus 260 000) und der "Focus" auf 3,9 Millionen (minus 400 000). Gewinner quer durch alle Segmente sind Zeitschriften, die sich dem Thema Familie widmen.

Deutscher Fernsehpreis für Jürgen von der Lippe

Auszeichnung für sein Lebenswerk

Jürgen von der Lippe wird für sein umfangreiches TV-Schaffen in Shows wie "Geld oder Liebe" und "Wat is?" mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt. Der Moderator erhält am 31. Januar bei der Gala in Düsseldorf den diesjährigen Ehrenpreis. "Mit der Auszeichnung würdigen die Stifter den Entertainer als einen Protagonisten der deutschen Fernsehgeschichte, der sein Publikum seit Jahrzehnten immer wieder überrascht und mitreißend unterhält", teilte das Ständige Sekretariat des Fernsehpreises in Köln mit. Von der Lippes Karriere begann in den 70er Jahren in der Liedermacherszene bei der Gruppe Gebrüder Blattschuss. Seine Fernsehlaufbahn startete 1980 in der WDR-Show "WWF Club". Der Deutsche Fernsehpreis wird von den großen TV-Anbietern jährlich verliehen. Im vergangenen Jahr hatte Thomas Gottschalk die Auszeichnung für sein Lebenswerk erhalten.

"Werk ohne Autor: Sebastian Koch genervt von Filmkritik

Oscar-Nominierung sollte dem Film eine zweite Chance an der Kinokasse bringen

Schauspieler Sebastian Koch hofft, dass das Drama "Werk ohne Autor" nach der Oscar-Nominierung eine zweite Chance an der Kinokasse bekommt. "Für mich ist es wichtig, dass sich die Deutschen selbst ein Urteil bilden, ins Kino gehen und sich nicht abschrecken lassen von Kritiken, die mit der Sache gar nicht so viel zu tun haben", sagte Koch, der in dem Film einen SS-Arzt spielt, der Deutschen Presse-Agentur. Das Drei-Stunden-Epos von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck spielte seit dem Kinostart Anfang Oktober etwas mehr als zwei Millionen Euro ein. Das Drama erzählt die Biografie eines deutschen Künstlers und ist ganz offensichtlich an das Leben von Gerhard Richter angelehnt, ohne ihn beim Namen zu nennen. Der Maler kritisierte den Streifen als "zu reißerisch".

Netflix tritt Filmstudioverband bei

Erster Streamingsdienst in der Filmlobbygruppe

Netflix ist künftig als erster Streamingdienst beim einflussreichen US-Filmstudioverband MPAA vertreten. Das gab die Motion Picture Association of America bekannt. Die einzigen anderen Mitglieder der Lobbygruppe sind die sechs großen US-Filmstudios: Walt Disney Motion Pictures, Paramount Pictures, Sony Pictures, 20th Century Fox, Universal Studios und Warner Bros. In diesem Jahr dürfte der Verband jedoch ein Mitglied verlieren, wenn 20th Century Fox von Walt Disney Co. aufgekauft wird. Eines der Hauptziele von MPAA ist der Kampf gegen Piraterie, der auch für Netflix mit zunehmender internationaler Präsenz ein Thema ist. Allerdings nutzt der Streamingdienst nicht das in den USA übliche MPAA-System zu Altersempfehlungen für neue Filme.

Saudi-Arabien plant Milliarden für Unterhaltungsbranche

Autorennen, Zauber-Shows, Theateraufführungen, Basketball und Stierrennen

Saudi Arabien leistet sich den Aufbau eines staatlich kontrollierten Unterhaltungssektors für Milliarden von Dollar. Schon in diesem Jahr sollen in dem streng religiösen Land, die ersten Autorennen, Zauber-Shows und Theateraufführungen stattfinden. Geplant sind ferner ein Spiel der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA sowie ein Stierrennen nach spanischer Tradition. Das gab die zuständige Behörde GEA bekannt. Saudi-Arabien wolle zu einem der weltweit zehn führenden Ziele für Unterhaltungstourismus werden. Früheren Angaben zufolge soll damit ein Viertel jener 20 Milliarden Dollar zurück ins Land fließen, die Saudis jedes Jahr im Ausland für Unterhaltung ausgeben.

Diskussion über Akustik in der Elbphilharmonie

Jonas Kaufmann soll hinter dem Orchester nicht zu hören gewesen sein

Ein Konzert von Jonas Kaufmann in der Hamburger Elbphilharmonie hat die Diskussion um die Akustik neu entfacht. Während des Konzerts hatten Zuhörer, die hinter dem Orchester saßen, den Platz gewechselt, weil sie den Sänger nicht hörten, oder "Hier hört man auch nichts" gerufen. Nach seinem Auftritt kritisierte Kaufmann die Akustik im Saal. "Sein Klang hat auch mit der Materialwahl zu tun, die mich am Anfang sehr verstört hat", sagte der Sänger dem "Hamburger Abendblatt". "Mit Holz gäbe es einen wärmeren, weichen Klang", meinte der Tenor, der sich nun vorstellen kann, den nächsten Hamburger Liederabend in der Laeiszhalle zu geben. Kritiker bemängeln schon länger, dass Besucher - entgegen den Versprechungen von Akustiker Yasuhisa Toyota - längst nicht auf allen Plätzen gleich gut hören können.

Griechenland nimmt Denkmäler von Privatisierungsliste

Privatisierung war Bedingung für den Rettungsschirm

Die griechische Regierung hat hunderte von archäologischen Stätten und Museen von einer Privatisierungsliste gestrichen, die von EU und IWF gefordert worden war. Das Kulturministerium teilte am Dienstag mit, 2330 Anwesen staatlichen Grundbesitzes würden nicht mehr auf dieser Liste für Privatisierungsmaßnahmen in den nächsten 99 Jahren geführt. Darunter ist der 4000 Jahre alte Palast von Knossos auf Kreta und das Grab von Philip II. von Mazedonien - Vater von Alexander dem Großen - in Nordgriechenland. In Thessaloniki wurden mehr als ein Dutzend Museen und historische Bauten wie der Weiße Turm von dieser Liste gestrichen. Die Privatisierung von Staatsbesitz war eine der Bedingungen für den Rettungsschirm, mit dem die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt hatten.

Dortmunder "Tatort" voller Klischees?

Oberbürgremeister: "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern

Die jüngste "Tatort"-Ausgabe "Zorn" kam bei dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau gar nicht gut an. Er kritisierte sie in einem Brief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern. Der SPD-Politiker schrieb, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen". Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet. "Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen."

Wichtiger deutscher Jugendbuchpreis geht an Iren

John Boyne erhält "Buxtehuder Bullen"

Der irische Autor John Boyne hat am Dienstag in Buxtehude einen der wichtigsten deutschen Jugendbuchpreise erhalten, den "Buxtehuder Bullen". Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert und in den Vorjahren schon an eine Reihe namhafter Autoren gegangen, darunter Gudrun Pausewang, Michael Ende, Jostein Gaarder, Stephenie Meyer und Suzanne Collins. Der Ire Boyne erhielt in diesem Jahr für sein in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedeltes Buch "Der Junge auf dem Berg" die meisten Stimmen der Jury. Der "Buxtehuder Bulle" gilt als einer der renommiertesten deutschen Literaturpreise. Der Preis wird seit 1971 vergeben.

Teddy-Preis für Regisseur Falk Richter

"Impulse für das queere Kino"

Der Regisseur und Dramatiker Falk Richter wird bei der Teddy-Gala auf der Berlinale mit einem Sonderpreis geehrt. Die Gala zu dem schwul-lesbischen Filmpreis ist am 15. Februar in der Berliner Volksbühne. Frühere Spezial-Teddys gingen etwa an Tilda Swinton, Helmut Berger und Rosa von Praunheim. Der Vorstand der Teddy Stiftung, Wieland Speck, nannte Richter "Beweger, von dem wir uns nachhaltige Impulse für das zukünftige queere und weltoffene Kino wünschen". Zu Richters bekanntesten Texten gehören "Unter Eis", "Trust" und "Fear". Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterregisseure.

Kunstdetektiv findet 1400 Jahre alte Reliefs wieder

Adelsfamilie nutzte gestohlene Kunstwerke als Gartendekoration

Ein Kunstexperte aus den Niederlanden hat zwei antike Steinblöcke mit Reliefs aus einer Kirche in Spanien in einem Privatgarten in London wiedergefunden. Der renommierte Kunstdetektiv Arthur Brand, der acht Jahre lang nach den rund 1400 Jahre alten Kunstwerken gesucht hatte, übergab das Diebesgut nun an die spanische Botschaft in der britischen Hauptstadt.
Die Kunstwerke "von unschätzbarem Wert" waren 2004 von professionellen Kunstdieben aus der westgotischen Kirche Santa María de Lara bei Burgos in Nordspanien gestohlen worden. Die Gartenbesitzer waren seinen Angaben zufolge so geschockt, dass sie die beiden 50 Kilogramm schweren Steinblöcke schon in einen Fluss werfen wollten, um sie verschwinden zu lassen. Der auch als "Indiana Jones der Kunstwelt" bekannte Niederländer hatte seit 2010 nach den Reliefs gesucht.

Grassimuseum erwirbt neue Objekte in Rekordwert

Investition von fast einer Million Euro

Das Leipziger Grassimuseum für Angewandte Kunst hat 2018 ein neues Hoch bei den Neuerwerbungen erreicht. Insgesamt seien 2.568 Objekte im Gesamtwert von knapp einer Million Euro hinzugekommen, teilte das Museum am Dienstag in Leipzig mit. 2.437 Objekte seien Schenkungen gewesen, 131 Ankäufe. Damit sei die umfangreichste Erweiterung der Sammlungen seit der Wiedereröffnung des Hauses vor zwölf Jahren gelungen. 66 Neuerwerbungen wurden demnach bereits in die Dauerausstellung des Museums integriert. Bei den Besucherzahlen verzeichnete das Museum im Vergleich zum Vorjahr den Angaben zufolge einen Rückgang um knapp 6.000 auf rund 73.700. Als Grund nannte Museumsdirektor Olaf Thormann, dass es 2018 keine Großveranstaltung wie etwa einen Kirchentag oder den nur alle zwei Jahre ausgerichteten Tag der offenen Tür gegeben habe. Ab dem 18. April zeigt das Grassi Museum die Sonderschau "Bauhaus Sachsen".

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