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Sonntag, 16.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. Januar 2019

Griechenland nimmt Denkmäler von Privatisierungsliste

Privatisierung war Bedingung für den Rettungsschirm

Die griechische Regierung hat hunderte von archäologischen Stätten und Museen von einer Privatisierungsliste gestrichen, die von EU und IWF gefordert worden war. Das Kulturministerium teilte am Dienstag mit, 2330 Anwesen staatlichen Grundbesitzes würden nicht mehr auf dieser Liste für Privatisierungsmaßnahmen in den nächsten 99 Jahren geführt. Darunter ist der 4000 Jahre alte Palast von Knossos auf Kreta und das Grab von Philip II. von Mazedonien - Vater von Alexander dem Großen - in Nordgriechenland. In Thessaloniki wurden mehr als ein Dutzend Museen und historische Bauten wie der Weiße Turm von dieser Liste gestrichen. Die Privatisierung von Staatsbesitz war eine der Bedingungen für den Rettungsschirm, mit dem die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt hatten.

Wichtiger deutscher Jugendbuchpreis geht an Iren

John Boyne erhält "Buxtehuder Bullen"

Der irische Autor John Boyne hat am Dienstag in Buxtehude einen der wichtigsten deutschen Jugendbuchpreise erhalten, den "Buxtehuder Bullen". Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert und in den Vorjahren schon an eine Reihe namhafter Autoren gegangen, darunter Gudrun Pausewang, Michael Ende, Jostein Gaarder, Stephenie Meyer und Suzanne Collins. Der Ire Boyne erhielt in diesem Jahr für sein in der Zeit des Nationalsozialismus angesiedeltes Buch "Der Junge auf dem Berg" die meisten Stimmen der Jury. Der "Buxtehuder Bulle" gilt als einer der renommiertesten deutschen Literaturpreise. Der Preis wird seit 1971 vergeben.

Teddy-Preis für Regisseur Falk Richter

"Impulse für das queere Kino"

Der Regisseur und Dramatiker Falk Richter wird bei der Teddy-Gala auf der Berlinale mit einem Sonderpreis geehrt. Die Gala zu dem schwul-lesbischen Filmpreis ist am 15. Februar in der Berliner Volksbühne. Frühere Spezial-Teddys gingen etwa an Tilda Swinton, Helmut Berger und Rosa von Praunheim. Der Vorstand der Teddy Stiftung, Wieland Speck, nannte Richter "Beweger, von dem wir uns nachhaltige Impulse für das zukünftige queere und weltoffene Kino wünschen". Zu Richters bekanntesten Texten gehören "Unter Eis", "Trust" und "Fear". Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterregisseure.

Kunstdetektiv findet 1400 Jahre alte Reliefs wieder

Adelsfamilie nutzte gestohlene Kunstwerke als Gartendekoration

Ein Kunstexperte aus den Niederlanden hat zwei antike Steinblöcke mit Reliefs aus einer Kirche in Spanien in einem Privatgarten in London wiedergefunden. Der renommierte Kunstdetektiv Arthur Brand, der acht Jahre lang nach den rund 1400 Jahre alten Kunstwerken gesucht hatte, übergab das Diebesgut nun an die spanische Botschaft in der britischen Hauptstadt.
Die Kunstwerke "von unschätzbarem Wert" waren 2004 von professionellen Kunstdieben aus der westgotischen Kirche Santa María de Lara bei Burgos in Nordspanien gestohlen worden. Die Gartenbesitzer waren seinen Angaben zufolge so geschockt, dass sie die beiden 50 Kilogramm schweren Steinblöcke schon in einen Fluss werfen wollten, um sie verschwinden zu lassen. Der auch als "Indiana Jones der Kunstwelt" bekannte Niederländer hatte seit 2010 nach den Reliefs gesucht.

Dortmunder "Tatort" voller Klischees?

Oberbürgremeister: "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern

Die jüngste "Tatort"-Ausgabe "Zorn" kam bei dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau gar nicht gut an. Er kritisierte sie in einem Brief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern. Der SPD-Politiker schrieb, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen". Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet. "Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen."

Griechische Polizei stellt illegale Antikenschätze sicher

Es geht um Artekfakte im Wert von 600.000 Euro

Die griechische Polizei hat Hunderte gestohlene Artefakte aus der Antike sichergestellt. Darunter seien 85 intakte Tontöpfe sowie Gegenstände aus Gold, Marmor, Kupfer und Blei, teilte die Polizei mit. Sie stammten aus dem dritten Jahrhundert vor Christus und seien vermutlich von Grabräubern ausgegraben worden. Die Altertümer hätten im Auto eines 46-Jährigen gelegen, der versucht habe, die Funde für rund 600 000 Euro zu verkaufen. Er sei vergangene Woche im südgriechischen Gythion festgenommen worden. In Griechenland gelten alle archäologischen Funde als Staatseigentum. Privater Besitz ist nur registrierten Sammlern gestattet, die sie aus älteren Sammlungen kaufen dürfen. Dennoch gibt es einen Schwarzmarkt für Funde aus der Antike, die meist ins Ausland verkauft werden.

Deutsch-französische Kulturinstitute an vier Standorten

Ansiedlung in Bischkek, Erbil, Rio de Janeiro und Palermo

Deutschland und Frankreich wollen ihre bilaterale Zusammenarbeit auch im Bereich Kultur und Medien vertiefen. Anlässlich des Unterzeichnung des Aachener Vertrags gaben beide Länder die Gründung gemeinsamer Kulturinstitute bekannt. Wie die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), erklärte, sind als erste Standorte Bischkek (Kirgistan), Erbil (Irak), Rio de Janeiro (Brasilien) und Palermo (Italien) geplant. Außerdem soll die deutsch-französische Medienkooperation verstärkt werden. Deutschland und Frankreich hatten im Ministerrat im Juli 2017 vereinbart, bis 2020 mindestens zehn neue gemeinsame deutsch-französische Kulturinstitute zu gründen.

Sorge um Karl Lagerfeld

Designer fehlte das erste Mal bei einer Chanel-Show

Der Stardesigner ist zum allerersten Mal in seiner Zeit als Chanel-Kreativdirektor nicht am Ende seiner Modenschau aufgetreten. Lagerfeld habe sich am Morgen müde gefühlt, lautet das offizielle Statement von Chanel. Für das Modehaus trat nur Kreationsleiterin Virginie Viard vor das Publikum. Als er auch nicht wie angeküpndigt bei der zweiten Vorführung erschien, wuchs in Paris die Sorge um den Weltstar. Zu Lagerfelds Alter gibt es unterschiedliche Angaben - die Stil-Ikone selbst sagt immer, 1935 geboren zu sein.

"Roma" und "The Favorite" sind Oscar-Favoriten

Auch der deutsche Film "Werk ohne Autor" ist nominiert

Die Filme "Roma" von Alfonso Cuarón und "The Favourite" von Giorgos Lanthimos führen die Liste der Oscar-Nominierungen an. Beide bekamen jeweils zehn Nominierungen. Unter den Konkurrenten für den besten Film sind: "Black Panther"; "BlacKkKlansman"; "Bohemian Rhapsody"; "The Favourite"; "Green Book" und "A Star Is Born"; "Vice". Auch der deutsche Spielfilm "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck hat in der Kategorie bester fremdsprachiger Film Chancen auf die Trophäe. Außerdem geht die deutsche Ko-Produktion „Of Fathers And Sons - Die Kinder des Kalifats" ins Rennen um die beste Dokumentation. Als beste Hauptdarstellerin wurde unter anderen Olivia Colman ("The Favourite"), Glenn Close ("Die Frau des Nobelpreisträgers"), Lady Gaga ("A Star Is Born") und Melissa McCarthy ("Can You Ever Forgive Me?"). Für den Preis als bester männlicher Hauptdarsteller tritt unter anderem Christian Bale in "Vice - Der zweite Mann" an. Ferner in dieser Kategorie nominiert wurden: Bradley Cooper ("A Star Is Born"), Willem Dafoe ("At Eternity's Gate"), Rami Malek ("Bohemian Rhapsody") und Viggo Mortensen ("Green Book - Eine besondere Freundschaft").

Vergewaltigungsvorwurf: Chris Brown in Gewahrsam

US-Sänger wurde in Paris festgenommen

Der US-Sänger Chris Brown ist in Paris wegen des Verdachts der Vergewaltigung festgenommen worden. Am Dienstagmittag war der 29-Jährige noch in Gewahrsam, wie Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Brown werden außerdem Drogendelikte zur Last gelegt. Nach Angaben des Senders France Info wurde Brown zur Vernehmung in Gewahrsam genommen. Normalerweise ist die Dauer auf 24 Stunden begrenzt, kann aber auf bis zu 96 Stunden verlängert werden. Chris Brown hatte bereits mehrfach Ärger mit der Justiz. Im Jahr 2009 war Brown zu Haft auf Bewährung und Sozialstunden verurteilt worden, weil er seine damalige Freundin, die Sängerin Rihanna, angegriffen hatte.

Ägyptischer Moderator muss wegen Interview in Haft

Schwuler Sexarbeiter im TV habe zur Unsittlichkeit ermutigt

Weil er einen schwulen Sexarbeiter in seiner Sendung interviewt hat, muss ein Fernsehmoderator in Ägypten für ein Jahr ins Gefängnis. Ein Gericht befand Mohammed al-Gheiti für schuldig, zu Unsittlichkeit ermutigt zu haben, als der Gast seiner TV-Sendung in einer Folge seine Arbeit beschrieb. Al-Gheiti wurde zu einer Strafe von umgerechnet etwa 150 Euro verurteilt, er kann Berufung einlegen. Ein privater Anwalt hatte geklagt. Ägypten ist in den vergangenen Jahren gegen die öffentlich sichtbare Homosexualität vorgegangen und hat Menschen wegen Anschuldigungen wie "Ausschweifung" inhaftiert. Homosexualität ist in dem Land keine Straftat, wird aber in dem konservativen, überwiegend muslimischen Land als Tabu angesehen. Prostitution ist illegal.

Schottland: Gefälschter Steinkreis ist erst 20 Jahre alt

Ein Bauer hatte die Attraktion errichtet

Der Steinkreis von Aquhorthies ist nicht wie von Experten geschätzt mindestens 3000 Jahre alt, sondern hat sich als Fälschung heraus gestellt wie die BBC berichtete. Ein Bauer hatte zugegeben, den Kreis in der Gemeinde Leochel-Cushnie errichtet zu haben. Das Land hatte er danach verkauft. Das Archäologieamt von Aberdeenshire hatte den Steinkreis bislang als authentischen, sogenannten ruhenden Steinkreis eingestuft. Eine neue Untersuchung hat diese Einschätzung nun als Irrtum entlarvt.

Lubitsch-Preis für Lars Eidinger und Bjarne Mädel

Beide werden für ihr Rollen in "25 km/h" ausgezeichnet

Die Schauspieler Lars Eidinger und Bjarne Mädel werden für die Komödie "25 km/h" mit dem Ernst-Lubitsch-Preis 2019 ausgezeichnet. Der Preis des Clubs der Filmjournalisten Berlin wird am 30. Januar überreicht. Zur Begründung hieß es, das Roadmovie entfalte seine Kraft aus dem Zusammenspiel von Eidinger und Mädel, das zugleich berühre und amüsiere. In dem Kinofilm von Markus Goller geht es um die grundverschiedenen Brüder Christian und Georg, die ihren Jugendtraum wahr werden lassen und auf Tour mit dem Mofa gehen. Der traditionsreiche, undotierte Preis würdigt die beste Leistung in einer deutschsprachigen Filmkomödie.

Bund will Biodiversitätsforschung stärker fördern

Ziel ist nachhaltiger Umgang mit Biodiversität

Der Bund will die Forschung zur Biodiversität noch stärker fördern. Ziel seien Entscheidungshilfen und konkrete Vorschläge für den nachhaltigen Umgang mit biologischer Vielfalt, teilte das Bundesforschungsministerium (BMBF) mit. "Dazu bedarf es einer noch stärker interdisziplinär ausgerichteten Forschung." Die vom BMBF unterstützte Forschung solle auch dazu beitragen, Auswirkungen auf Ökosysteme abzuschätzen. Gerade hier werde die Taxonomie, also die Einordnung verwandtschaftlicher Beziehungen von Lebewesen in Hierarchien, wesentliche Erkenntnisse liefern können und demzufolge in entsprechende Förderprojekte auch zukünftig einbezogen werden. Wichtig sei sie auch für ein von der Bundesregierung vereinbartes, wissenschaftliches Monitoring der Biodiversität.

Guide Michelin hat Sterne vergeben

Zwei neue Drei-Sterne-Restaurants in Frankreich

Der Michelin-Gastronomieführer hat zwei neue Restaurants im Stammland Frankreich mit drei Sternen ausgezeichnet. Die Spitzennote erhielten der aus Argentinien stammende Spitzenkoch Mauro Colagreco von der Côte d'Azur und Laurent Petit aus der Alpenregion Savoyen. "Sie lohnen eine Reise", sagte der neue Chef des Guide Michelin, Gwendal Poullennec, in Paris. Dagagen wurde Marc Veyrat von der Maison des Bois auf zwei Sterne herabgestuft, ebenso Pascal Barbot vom Astrance in Paris sowie Marc Haeberlin von der L'Auberge de l'Ill. Fünf neue Restaurants erhielten die Bewertung zwei Sterne - ausgezeichnet wurden vier "Chefs", wie Spitzenköche in Frankreich heißen, und eine Köchin, Stephanie Le Quellec vom "La Scène" in Paris. 75 neue Restaurants wurden mit einem Stern ausgezeichnet - ein Rekordjahr.

Google in Frankreich mit Millionenstrafe belegt

"Mangel an Transparenz" und an "inadäquaten Informationen"

Google muss in Frankreich 50 Millionen Euro Strafe zahlen. Grund sei unter anderem ein "Mangel an Transparenz" und an "inadäquaten Informationen" hinsichtlich personalisierter Werbung für Nutzer, teilte die Nationale Datenschutzkommission mit. Es ist die erste Strafe für den US-Konzern seit der Einführung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die im vergangenen Jahr in Kraft trat. Laut der Kommission seien Nutzer bei der Zustimmung zu Nutzungsbedingungen "nicht ausreichend informiert". Es handelt sich um die größte Regulierungsmaßnahme seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung im Mai. Google teilte in einer Stellungnahme mit, es sei der Transparenz und der Nutzerkontrolle "zutiefst verpflichtet" und entscheide über die nächsten Schritte.

US-Staat Indiana: Wandgemälde abgedeckt

Kritik an Indianer-Darstellung

Nach Kritik an der Darstellung von amerikanischen Ureinwohnern auf Wandgemälden mit dem Entdecker Christopher Columbus will die University of Notre Dame im US-Staat Indiana nun reagieren. Die Kunstwerke würden abgedeckt, schrieb der Präsident der katholischen Privatuniversität, John Jenkins, in einem Brief. Hintergrund sind Vorwürfe, wonach die Gemälde Ureinwohner in klischeehaften, unterwürfigen Posen vor den weißen Abenteurern zeigten. Die zwölf Wandgemälde wurden in den 1880er Jahren vom Künstler Luis Gregori geschaffen. Sie sollten Migranten Mut machen, die in einer Zeit antikatholischer Ressentiments in die USA ausgewandert waren. 2017 hatten mehr als 300 Studenten, Angestellte und Absolventen der Notre Dame University im Campus-Blatt einen Brief unterzeichnet, in dem die Beseitigung der Wandgemälde gefordert wird.

Mehr Gesprächsformate mit Zuschauern

MDR will dynamischer werden

MDR-Intendantin Karola Wille will die Gesprächsformate des Senders mit seinen Zuschauern und Zuhörern ausbauen. Die Menschen wollten sich über die Inhalte austauschen und der MDR brauche das direkte Gespräch, sagte Wille am Montagabend bei einer Jahresauftaktveranstaltung unter dem Motto "Es geht um Demokratie" in Leipzig. Das schließe auch die Diskussion über die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit ein. Die Debatte darüber sei in den vergangenen Jahren auch innerhalb des Senders kritischer geworden. "Wir wissen, dass wir uns verändern müssen, dass der Medienwandel extrem dynamisch ist, dass wir manchmal zu langsam sind." Die Wahlen - Kommunal- und Europawahl sowie die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen - sollen ein inhaltlicher Schwerpunkt in der Berichterstattung des MDR werden, sagte Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi.

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