Seit 13:05 Uhr Länderreport

Mittwoch, 23.10.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Samstag, 19. Januar 2019

Susanne Heinrich gewinnt Max-Ophüls-Filmpreis

Ihr Film stelle in seiner Übersetzung feministische Theorien treffend dar

"Das melancholische Mädchen" von Regisseurin Susanne Heinrich hat in Saarbrücken den Hautpreis des 40. Filmfestivals Max Ophüls Preis in Höhe von 36.000 Euro gewonnen. "Mit ironischer Genauigkeit und humoriger Schlagfertigkeit trifft der Film in seiner Übersetzung feministischer Theorien pausenlos den Nagel auf den Kopf", erklärte die Jury. Neben dem Hauptpreis gewann Heinrich mit ihrem Film auch den Preis der ökumenischen Jury in Höhe von 2.500 Euro. "Eine junge Frau wird zur Symptomträgerin einer Gesellschaft, die ihre Glücksversprechen nicht einlöst", hieß es. Als bester Schauspielnachwuchs wurden mit jeweils 3.000 Euro Simon Frühwirth für seine Rolle in "Nevrland" und Joy Alphonsus für ihre Schauspielkunst in "Joy" geehrt. Außerdem erhielt der Film "Joy" den Preis für den gesellschaftlich relevanten Preis von Deutschlandfunk Kultur und der Zentrale für Politische Bildung. Der Max Ophüls Preis gilt als eines der bedeutendsten Filmfestivals für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - benannt nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls (1920-1957).

Autor Marcel Beyer mit Lessing-Preis ausgezeichnet

Der Wahl-Dresdner sei ein Mann wie Lessing, erklärte die Jury

Der Schriftsteller Marcel Beyer ist mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2019 geehrt worden. Die mit 13.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten Persönlichkeiten, deren Werk in der von Lessing geprägten geistigen Tradition steht und die für die deutschsprachige Literatur oder das deutschsprachige Theater Herausragendes geleistet haben. "Wenn Goethe in seinen letzten Lebensjahren forderte: 'Ein Mann wie Lessing täte uns not', so vermag kaum ein Schriftsteller unserer Zeit dieser Mahnung so zu entsprechen wie Marcel Beyer", heißt es in der Begründung der Jury. Marcel Beyer stammt aus Baden-Württemberg und lebt seit 1996 in Dresden. Der 53jährige ist Lyriker, Erzähler und Romancier, Hörspiel-Autor und Opern-Librettist, Essayist und Herausgeber. 2016 wurde ihm der Georg-Büchner-Preis verliehen, der als höchste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum gilt. Zu seinen bekanntesten Werken zählt der in Dresden spielende Roman "Kaltenburg".

Elvis' Gitarrist Reggie Young ist tot

Spielte auch für Dusty Springfield und ging mit Johnny Cash auf Tournee

Der amerikanische Gitarrist Reggie Young ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Sessionmusiker war an Schallplatten von Elvis Presley, Neil Diamond und anderen Stars beteiligt. Als Auftragsmusiker arbeitete in Memphis mit dem Produzenten Chips Moman zusammen und spielte Gitarre für Elvis' Hit "Suspicious Minds" and "In the Ghetto" sowie "Son of a Preacher Man" von Dusty Springfield. Young spielte auch für Plattenaufnahmen von Johnny Cashs Highwaymen und ging mit ihnen auf Tournee. Youngs Freund David Briggs gab dessen Tod am Samstag bekannt. Young war bereits am Donnerstag in seinem Zuhause in Nashville, Tennessee gestorben. Young und Briggs waren Mitglieder der Sessionmusiker-Gruppe Nashville Cats, die an der Aufnahme Hunderter Songs von Country-Stars beteiligt war. 2008 wurde er in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Peter-Huchel-Preis für Lyriker Thilo Krause

Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert" ausgezeichnet

Der Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht in diesem Jahr an den Autor Thilo Krause. Er erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Lyrikband "Was wir reden, wenn es gewittert". Der Preis wird am 3. April, dem Geburtstag des Lyrikers Peter Huchel (1903-1981), in Staufen im Breisgau verliehen. Thilo Krause wurde 1977 in Dresden geborenen und lebt in Zürich. Seit 2005 veröffentlicht er literarische Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien. "Bei Thilo Krause stehen die Dinge im Licht: Transparenz, Klarheit, karge Fülle sind die Kennzeichen seiner Lyrik", hieß es von der Jury. Der vom Südwestrundfunk und dem Land Baden-Württemberg gestiftete Preis wird seit 1984 verliehen. Bisher erhielten ihn unter anderen Ernst Jandl, Durs Grünbein, Friederike Mayröcker und Nora Bossong.

Vor 100 Jahren: Frauen dürfen erstmals wählen

Frauenanteil im Bundestag liegt heute bei 30,9 Prozent

Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland sich erstmals an der Wahl zur verfassunggebenden Nationalversammlung beteiligen. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Es kandidierten 300 Frauen. Von den insgesamt 423 Abgeordneten zogen 37 Frauen in die Nationalversammlung ein; das waren 8 Prozent. Derzeit gehören 219 Frauen dem Bundestag an: Der Frauenanteil beträgt somit 30,9 Prozent, für viele Kritiker immer noch zu wenig. Im internationalen Vergleich war Deutschland eines der ersten Länder, das Frauen das Wahlrecht einräumte. "Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten", hieß es in der Reichsverfassung von 1919. Noch 1850 wurde Frauen in den meisten deutschen Staaten die Mitgliedschaft in politischen Vereinen verboten. Doch Frauen schlossen sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Gruppen und Vereinen zusammen, um sich für Frauenbelange wie das Recht auf Bildung und Erwerbsarbeit, die Teilnahme am politischen Leben sowie ökonomische und soziale Selbstständigkeit einzusetzen.

Steigende Besucherzahlen in KZ-Gedenkstätten

Gedenkstätte Buchenwald gelangt an Rand der Besucherkapazitäten

Die KZ-Gedenkstätten in Deutschland ziehen immer mehr Besucher an: Mehr als 2,5 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr die ehemaligen Konzentrationslager besucht. Bis auf wenige Ausnahmen verzeichneten die Gedenkstätten steigende oder gleichbleibende Besucherzahlen. Hochrechnungen gehen allein für die KZ-Gedenkstätte Dachau nordwestlich von München von mehr als 900.000 Besuchern aus. Das Interesse steige stetig, teilte eine Sprecherin mit. Die Gedenkstätte Sachsenhausen bei Berlin meldete einen Zuwachs auf über 700.000 Besucher. Derweil verzeichnete die Gedenkstätte Buchenwald so viele Besucher, dass die Einrichtung laut einem Sprecher inzwischen an den Rand ihrer Kapazitäten kommt: Weit über 500.000 Menschen haben im vergangenen Jahr das ehemalige KZ bei Weimar besucht.

Matera feiert Auftakt seines Jahres als Kulturhauptstadt

Süditalienische Stadt hat sich das Motto "Open Future" gegeben

Matera ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas. Offiziell beginnen die Veranstaltungen heute mit einer großen Eröffnungsfeier, an der auch Staatspräsident Matarella teilnehmen will. Unter dem Motto "Open Future" werden in dem geschichtsträchtigen und traditionsreichen Ort das ganze Jahr über Ausstellungen, Konzerte, Workshops und andere Events stattfinden. Den Auftakt machen Bands aus der Region und aus ganz Europa, die durch die Straßen und Gassen der Stadt ziehen wollen. Die bis vor einigen Jahrzehnten noch als "nationale Schande" verpönte Felsenstadt ist unter Italien-Touristen längst ein Geheimtipp.

Menasse mit Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet

Österreichischer Schriftsteller steht wegen falscher Zitate in der Kritik

Nach wochenlanger Debatte über die Verwendung falscher Zitate hat der Wiener Autor Robert Menasse am Freitagabend die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Bei der Verleihung des Literaturpreises im Staatstheater Mainz würdigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) das Gesamtwerk des Schriftstellers und bezeichnete ihn als "Meister der Sprache". Mit Blick auf die gegen Menasse erhobenen Vorwürfe sagte Dreyer, die Diskussion habe deutlich gemacht, welch hohes Gewicht Sprache und die Regeln ihres Gebrauchs hätten. Für seinen Roman "Die Hauptstadt" war Menasse 2017 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In dem Buch verbindet der 64-Jährige die ironische Beschreibung der EU-Bürokratie mit der Idee, die Nationalstaaten aufzugeben. Menasse wird vorgeworfen, darin falsch zitiert und historische Fakten verändert zu haben. Vor der Preisverleihung hatte Menasse bekräftigt, künftig sorgsam auf die Trennung von Literatur und politischer Debatte zu achten.

In Saarbrücken werden die Max-Ophüls-Preise verliehen

Begehrte Film-Trophäen sind mit über 118.000 Euro dotiert

In Saarbrücken werden am Abend wieder die Max-Ophüls-Preise verliehen. Seit Montag waren die Werke von insgesamt 62 jungen Filmemachern gezeigt worden. Ausgezeichnet werden die besten Spiel- und Dokumentarfilme, sowie die besten Kurz- und mittellangen Filme. Die Auszeichnungen sind mit 118.500 Euro dotiert und gehören zu den begehrtesten Trophäen im deutschen Filmgeschäft. Benannt sind die Ophüls-Preise nach dem in Saarbrücken geborenen Regisseur Max Ophüls.

Um ein Haar Gast auf der Berlinale: Comandante Castro

Festival-Chef spricht über eine geheim gehaltene Einladung

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat nun verraten, dass er einst beinahe einen ganz besonderen Gast aus der Politik auf dem Filmfestival in der Hauptstadt präsentiert hätte. "US-Regisseur Oliver Stone hatte 2003 den Dokumentarfilm 'Comandante' über Fidel Castro gedreht, und ich ließ Castro über die kubanische Botschaft ausrichten: 'Lieber Comandante, mögen Sie auch kommen?'", sagte Kosslick dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der 2016 gestorbene frühere Staatschef von Kuba war nach Kosslicks Worten von der Einladung dann auch angetan: "Aber unsere Einladung erreichte ihn just ein paar Wochen vor dem Einmarsch in den Irak. Die Amerikaner waren sowieso stinkesauer, dass die Deutschen bei dem Krieg nicht mitmachen wollten." Der Besuch sei schließlich auf höchster politischer Ebene abgesagt worden. "Hinterher hat mir Castro einen freundlichen Brief geschickt und mich nach Kuba zum 50. Jahrestag der Revolution eingeladen", so Kosslick.

Banksy-Werk für sechsstellige Summe verkauft

"Snow" soll zunächst in Port Talbot bleiben

Ein an einer Garagenwand in Wales aufgetauchtes Graffiti des Streetart-Künstlers Bansky hat für umgerechnet 115.000 Euro den Besitzer gewechselt. Der Käufer und Galerist John Brandler aus der südostenglischen Grafschaft Essex will das Kunstwerk zunächst mindestens für zwei Jahre in Port Talbot lassen, um den Tourismus in der strukturschwachen Industriestadt anzukurbeln, wie britische Medien berichteten. Auf "Snow" ist ein kleiner Junge mit einem Schlitten zu sehen, der mit ausgebreiteten Armen und herausgestreckter Zunge vermeintliche Schneeflocken auffängt. Blickt man um die Ecke, wird klar, dass es sich nicht um Schnee, sondern um einen Ascheregen aus einem brennenden Container handelt, der auf den Jungen herabrieselt.

Schwedische Akademie: Katarina Frostenson geht

Lyrikerin erhält Entschädigung

Die Lyrikerin Katarina Frostenson tritt nach monatelangem Streit aus der Schwedischen Akademie aus. Die Schriftstellerin habe beschlossen, die Akademie zu verlassen, teilte das Gremium in Stockholm mit. Frostenson stand im Zentrum des Skandals um die Literaturnobelpreis-Akademie. Mit ihr sei eine Übereinkunft erzielt worden, dass sie 12 875 schwedische Kronen (rund 1250 Euro) monatlich als Entschädigung erhalte. Außerdem bekomme sie Unterstützung dafür, damit sie weiter in der Wohnung leben könne, die sie von der Akademie gemietet habe. Man sei gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass ein gerichtliches Verfahren in dem Streit keinen Sinn ergebe. Die Akademie verwies auf die langjährigen Verdienste der 65-Jährigen. Frostenson wird vorgeworfen, die Gewinner des Literaturnobelpreises vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben.

Kulturnachrichten hören

Januar 2019
MO DI MI DO FR SA SO
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur