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Kulturnachrichten

Freitag, 18. Januar 2019

Menasse mit Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet

Österreichischer Schriftsteller steht wegen falscher Zitate in der Kritik

Nach wochenlanger Debatte über die Verwendung falscher Zitate hat der Wiener Autor Robert Menasse am Freitagabend die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Bei der Verleihung des Literaturpreises im Staatstheater Mainz würdigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) das Gesamtwerk des Schriftstellers und bezeichnete ihn als "Meister der Sprache". Mit Blick auf die gegen Menasse erhobenen Vorwürfe sagte Dreyer, die Diskussion habe deutlich gemacht, welch hohes Gewicht Sprache und die Regeln ihres Gebrauchs hätten. Für seinen Roman "Die Hauptstadt" war Menasse 2017 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. In dem Buch verbindet der 64-Jährige die ironische Beschreibung der EU-Bürokratie mit der Idee, die Nationalstaaten aufzugeben. Menasse wird vorgeworfen, darin falsch zitiert und historische Fakten verändert zu haben. Es sei "wahrlich kein leichter Weg bis zu diesem Festabend" gewesen, sagte die Regierungschefin, aber man sollte eine ehrliche Entschuldigung für Fehler auch annehmen "und nicht dazu nutzen, den Stab über die Person zu brechen". Bei seiner Ankunft im Gästehaus der Landesregierung hatte Menasse zuvor noch einmal bekräftigt, künftig sorgsam auf die Trennung von Literatur und politischer Debatte zu achten.

Theaterpreis Berlin für Kollektiv She She Pop

Bühnenkollektiv entwickele "feministischen Gegenentwurf"

Das Bühnenkollektiv She She Pop erhält den renommierten Theaterpreis Berlin. Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung wird beim Berliner Theatertreffen im Mai verliehen, wie die Stiftung Preußische Seehandlung mitteilte. She She Pop wurde in den 90er Jahren am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gegründet. Das Kollektiv besteht überwiegend aus Frauen. Zur Begründung hieß es, She She Pop hätten "mit ihren klugen und unterhaltsamen, im besten Sinne populären Bühnenarbeiten nicht nur mit dazu beigetragen, neben dem traditionellen Regie- und Literaturtheater die Praxis kollektiver Autorschaft zu etablieren. Sie haben auch eine ihnen gemäße, solidarische Arbeitspraxis entwickelt, einen feministischen Gegenentwurf zu den herkömmlichen Strukturen am Stadttheater."

Simbabwe schaltet Internet komplett ab

In sozialen Medien sollen Proteste organisiert worden seien

Aus Furcht vor neuen Protesten der Opposition hat Simbabwes Regierung bis auf Weiteres eine völlige Abschaltung des Internets angeordnet. Der Schritt sei gerechtfertigt, weil es in sozialen Medien erneut Versuche gebe, für nächste Woche Proteste zu organisieren, sagte der stellvertretende Informationsminister Energy Mutodi. Womöglich könne das Internet am Wochenende wieder freigeschalten werden. Der wichtigste Mobilfunkanbieter, Econet, wehrt sich vor Gericht gegen die Abschaltung. Bis zu einer Klärung müsse man jedoch der Anordnung der Regierung Folge leisten, hieß es.

Trauerfeier für Theo Adam fand in Dresden statt

Bassbariton war letzte Woche im Alter von 92 Jahren gestorben

Familie, Freunde, Musikerkollegen und Bekannte haben in Dresden Abschied von dem Kammersänger Theo Adam genommen. Bei der Trauerfeier in der Loschwitzer Kirche, für deren Wiederaufbau in den 1990er Jahren der Künstler Benefizkonzerte gegeben hatte, erwiesen ihm auch prominente Kollegen wie Tenor Peter Schreier, Pianist Peter Rösel und Dirigent Hartmut Haenchen die letzte Ehre. Der Bassbariton, der in Wagner-Partien, Mozart- und Strauss-Rollen Weltgeltung erlangte, war vor gut einer Woche im Alter von 92 Jahren gestorben. Mitglieder des Dresdner Kreuzchors, dem auch Adam einst angehört hatte, sangen Bach.

Hindemith-Preis für Aigerim Seilova

Kasachische Komponistin besteche "durch eine originelle Klangsprache"

Die kasachische Komponistin Aigerim Seilova erhält den mit 20.000 Euro dotierten Hindemith-Preis 2019. Die 37-jährige Seilova besteche "durch eine hohe Professionalität im kompositorischen Handwerk und durch eine originelle Klangsprache", sagte Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals und Vorsitzender der Jury des Hindemith-Preises, in Lübeck. Der Hindemith-Preis wird zum 30. Mal verliehen und am 26. August bei einem Preisträgerkonzert in Rendsburg-Büdelsdorf übergeben.

Um ein Haar Gast auf der Berlinale: Comandante Castro

Festival-Chef spricht über eine geheim gehaltene Einladung

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat nun verraten, dass er einst beinahe einen ganz besonderen Gast aus der Politik auf dem Filmfestival in der Hauptstadt präsentiert hätte. "US-Regisseur Oliver Stone hatte 2003 den Dokumentarfilm 'Comandante' über Fidel Castro gedreht, und ich ließ Castro über die kubanische Botschaft ausrichten: 'Lieber Comandante, mögen Sie auch kommen?'", sagte Kosslick dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der 2016 gestorbene frühere Staatschef von Kuba war nach Kosslicks Worten von der Einladung dann auch angetan: "Aber unsere Einladung erreichte ihn just ein paar Wochen vor dem Einmarsch in den Irak. Die Amerikaner waren sowieso stinkesauer, dass die Deutschen bei dem Krieg nicht mitmachen wollten." Der Besuch sei schließlich auf höchster politischer Ebene abgesagt worden. "Hinterher hat mir Castro einen freundlichen Brief geschickt und mich nach Kuba zum 50. Jahrestag der Revolution eingeladen", so Kosslick.

Banksy-Werk für sechsstellige Summe verkauft

"Snow" soll zunächst in Port Talbot bleiben

Ein an einer Garagenwand in Wales aufgetauchtes Graffiti des Streetart-Künstlers Bansky hat für umgerechnet 115.000 Euro den Besitzer gewechselt. Der Käufer und Galerist John Brandler aus der südostenglischen Grafschaft Essex will das Kunstwerk zunächst mindestens für zwei Jahre in Port Talbot lassen, um den Tourismus in der strukturschwachen Industriestadt anzukurbeln, wie britische Medien berichteten. Auf "Snow" ist ein kleiner Junge mit einem Schlitten zu sehen, der mit ausgebreiteten Armen und herausgestreckter Zunge vermeintliche Schneeflocken auffängt. Blickt man um die Ecke, wird klar, dass es sich nicht um Schnee, sondern um einen Ascheregen aus einem brennenden Container handelt, der auf den Jungen herabrieselt.

Schwedische Akademie: Katarina Frostenson geht

Lyrikerin erhält Entschädigung

Die Lyrikerin Katarina Frostenson tritt nach monatelangem Streit aus der Schwedischen Akademie aus. Die Schriftstellerin habe beschlossen, die Akademie zu verlassen, teilte das Gremium in Stockholm mit. Frostenson stand im Zentrum des Skandals um die Literaturnobelpreis-Akademie. Mit ihr sei eine Übereinkunft erzielt worden, dass sie 12 875 schwedische Kronen (rund 1250 Euro) monatlich als Entschädigung erhalte. Außerdem bekomme sie Unterstützung dafür, damit sie weiter in der Wohnung leben könne, die sie von der Akademie gemietet habe. Man sei gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass ein gerichtliches Verfahren in dem Streit keinen Sinn ergebe. Die Akademie verwies auf die langjährigen Verdienste der 65-Jährigen. Frostenson wird vorgeworfen, die Gewinner des Literaturnobelpreises vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben.

Ruhrfestspiele in diesem Jahr eine Woche kürzer

Grund sind weniger Sponsorengelder

Die Ruhrfestspiele sind in diesem Jahr auch wegen gesunkener Sponsorengelder eine Woche kürzer als im vergangenen Jahr. Die Einbuße am Fördergeldern betrage etwas mehr als eine Million Euro, sagte der neue Festspiel-Intendant Olaf Kröck der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Der Gesamtetat des mehrwöchigen Festivals beläuft sich auf sechs Millionen Euro. Die Ruhrfestspiele beginnen traditionell am 1. Mai. In diesem Jahr dauern sie bis zum 9. Juni.

Uni Halle untersucht Ehrenpromotionen

Ehrendoktor-Titel aus NS-Zeit und DDR werden überprüft

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nimmt die Vergabe von Ehrendoktor-Titeln während der Nazi-Zeit und in der DDR unter die Lupe. Damit beschäftigt sich die Rektoratskommission zur Aufarbeitung der Universitätsgeschichte in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Maßstäbe und Anforderungen für die Vergabe von Ehrendoktor-Titel veränderten sich mit den Zeiten. "Fakt ist, jede Ehrenpromotion ist durch die jeweiligen Regierungen 1933 bis 1945 und 1949-1989 politisch überprüft oder sogar angeregt worden", sagte der Leiter der Kommission, der Kirchenhistoriker Friedemann Stengel. Deshalb werde nun geprüft.

Leo-Baeck-Preis 2019 geht an Springer-Vorstandschef

Mathias Döpfner wird für Engagement für Israel ausgezeichnet

Der Vorstandschef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, erhält in diesem Jahr den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland. Damit werde Döpfners "seit Jahrzehnten währendes außerordentliches Engagement für die jüdische Gemeinschaft und für den Staat Israel ausgezeichnet", erklärte der Verband. Die Preisverleihung soll am 16. Mai in Berlin stattfinden.Der mit 10.000 Euro dotierte Preis erinnert an den Rabbiner Leo Baeck und wird seit 1957 vergeben. Preisträger im vergangenen Jahr war der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

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