Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 25.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. Januar 2019

Lyrikerin Mary Oliver ist tot

Sie wurde 83 Jahre alt

Die Pulitzer-Preisträgerin und Dichterin Mary Oliver ist im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Sie zählte zu den bekanntesten US-amerikanischen Lyrikerinnen. 1984 gewann sie den Pulitzer-Preis und 1992 den National Book Award. Zuletzt erschien im Jahr 2017 ihre Anthologie "Devotions".

Museum in Israel muss "McJesus" entfernen

Das Kunstwerk von Jani Leinonen muss aus der Ausstellung genommen werden

Nach teils gewaltsamen Protesten hat die Verwaltung der israelischen Hafenstadt Haifa beschlossen, ein umstrittenes Kunstwerk wieder zu entfernen. "McJesus", das einen gekreuzigten Ronald-McDonald-Clown darstellt, werde so "rasch wie möglich" abgehängt, schrieb Bürgermeisterin Einat Kalisch-Rotem am Mittwoch auf Facebook. Das Werk des finnischen Künstlers Jani Leinonen ist seit August im Rahmen einer Kunstausstellung zu sehen, die sich mit Religion und Konsum beschäftigt. Doch erst am vergangenen Freitag kam es zu Protesten vor dem Museum, nachdem Bilder der Ausstellung in den sozialen Medien zu kursieren begannen. Die Proteste überraschten Leinonen. Er sagte, dass er bereits im September "aus Protest gegen Israels Menschenrechtsverletzungen" gegenüber den Palästinensern von dem Museum verlangt hatte, sein Werk wieder abzuhängen. Nach den Protesten forderte Leinonen den Kurator erneut auf, "McJesus" aus der Ausstellung zu nehmen.

Alle Wettbewerbsfilme der Berlinale stehen fest

17 Filme konkurrieren um die Bären 2019

Gut drei Wochen vor Beginn der 69. Internationalen Filmfestspiele in Berlin, stehen die 17 Filme fest, die nun auf eine Auszeichnung hoffen können. Sieben wurden von Regisseurinnen gemacht, zehn standen unter männlicher Regie. Die Berlinale beginnt am 7. Februar mit "The Kindness of Strangers von Lone Scherfig (Dänemark / Kanada / Schweden / Frankreich). Außerdem im Wettbewerb: "A Tale of Three Sisters" von Emin Alper (Türkei / Deutschland / Niederlande / Griechenland), "By the Grace of God" von François Ozon (Frankreich), "Der Boden unter den Füßen" von Marie Kreutzer (Österreich), "Der Goldene Handschuh" von Fatih Akin (Deutschland / Frankreich), "Elisa & Marcela" von Isabel Coixet (Spanien),"Ghost Town Anthology" von Denis Côté (Kanada), "God Exists, Her Name is Petrunya" von Teona Strugar Mitevska (Mazedonien / Belgien / Slowenien / Kroatien / Frankreich), "Ich war zuhause, aber" von Angela Schanelec (Deutschland / Serbien), "Mr. Jones" von Agnieszka Holland (Polen / Großbritannien / Ukraine), "Öndög" von Wang Quan'an (Mongolei), "One Second" von Zhang Yimou (China), "Out Stealing Horses" von Hans Petter Moland (Norwegen / Schweden / Dänemark), "Piranhas" von Claudio Giovannesi (Italien), "So Long, My Son" von Wang Xiaoshuai (China), "Synonyms" von Nadav Lapid (Frankreich / Deutschland) und "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt (Deutschland).

Erstmals Youtube Premium für Grimme-Preis nominiert

Das teilte das Institut in Marl mit.

"LeFloid vs. the World" und "Neuland": In den Kategorien "Kinder & Jugend" sowie "Unterhaltung" wurden zum ersten Mal Produktionen des Bezahlangebots von Youtube für den renommiertesten Fernsehpreis Deutschlands nominiert. Grimme-Direktorin Frauke Gerlach begründete die Nominierung von insgesamt 70 eingereichten Beiträgen mit der Abbildung gesellschaftlicher Diskurse als auch dem bereits 2017 festgestellten "negativen Trend" im Unterhaltungsfernsehen. Insgesamt sichteten die
vier Auswahl-Kommissionen mehr als 850 Einreichungen. Thematisch dominieren die Radikalisierung gesellschaftlicher Gruppen, Flucht und Migration, Datendiebstahl und -missbrauch sowie der Kampf für Gleichberechtigung. Keine Nominierungen erhielten Netflix und Amazon. Die Preise werden am 26. Februar in Essen bekanntgegeben.

Rebecca Saunders überrascht von Siemens Musikpreis

Die Britin ist die erste Komponistin, die die internationale Auszeichnung erhält

"Das tut wirklich gut, ich freue mich extrem": So hat die Komponistin Rebecca Saunders im Deutschlandfunk Kultur auf den mit 250.000 Euro dotierten Ernst von Siemens Musikpreis reagiert, der ihr heute zugesprochen wurde. Die 51-Jährige habe beispiellos ihre eigene Klangsprache weiterentwickelt, ihr Werk hinterlasse sichtbare und bedeutende Spuren in der Musikgeschichte der Gegenwart, heißt es in der Begründung Stiftung. Für sie sei "das Komponieren ein Denkprozess, ein forschendes Mittel", sagte Saunders. Ihr Anspruch sei, mit ihrer Musik "neue virtuelle Räume zu kreieren", um "über das Jetzt und Hier zu sprechen, bestimmten sozialpolitischen Situationen eine Stimme zu geben". Saunders hat in Edinburgh und Karlsruhe studiert - unter anderem bei Wolfgang Rihm und Nigel Osborne.

Vorschläge für Friedenspreisträger 2019 gesucht

Adressat ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Bis zum 1. März kann jeder mitmachen: Bei der Suche nach einem Auszuzeichnenden für den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ausgezeichnet werden solle eine "Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat". Die Einreichungen werden dem Stiftungsrat vorgelegt. In diesem Jahr entscheiden Philipp Blom (Schriftsteller), Stephan Detjen (Journalist), Karl-Josef Kuschel (katholischer Theologe), Ethel Matala de Mazza (Literaturwissenschaftlerin), Janne Teller (Schriftstellerin), Bascha Mika (Journalistin) sowie die Börsenverein-Vorstände Matthias Ulmer, Stefan Könemann und Heinrich Riethmüller. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird am 20. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Selbstvorschläge sind nicht zugelassen.

Verdienstkreuz am Bande für Ruth Achlama

Auszeichnung für deutsch-israelische Verständigung

"Dass nach dem Zivilisationsbruch der Schoah eine so tiefe Freundschaft zwischen Deutschland und Israel entstehen konnte, verdanken wir nicht zuletzt auch ihren großartigen Leistungen": So formuliert die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Basum-Rainer, den Orden an die 73 Jahre alte Ruth Achlama. Die gebürtige Quedlinburgerin, die seit 1974 in Tel Aviv lebt, hat in 40 Jahren über 70 Bücher aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt. Darunter sind Werke von Amos Oz, David Grossmann, Meir Shalev und Tom Segev. Mit ihren Übersetzungen habe Ruth Achlama "Millionen deutschen Lesern ermöglicht, hebräische Literatur kennenzulernen und dadurch erheblich zur Verständigung zwischen den beiden Kulturen beigetragen", so die deutsche Botschaft. Für ihre Arbeit wurde Ruth Achlama unter anderem mit dem Hieronymusring und dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet. Der Festakt findet am Abend statt.

Facebook sperrt auch russische Sputnik-Accounts

Medienagentur gilt als Propaganda-Instrument des Kreml

289 Facebook-Seiten und 75 Accounts sind von Facebook unzugänglich gemacht worden. Dahinter hätte Mitarbeiter der russischen Medienagentur "Sputnik" gestanden, die von knapp 800.000 Nutzern in den Nachfolgerepubliken der Sowjetunion sowie in Osteuropa abonniert worden waren, erklärte das Online-Netzwerk. Die Seiten hätten vorgegeben, sich auf Reisen, Sport oder Wirtschaft zu fokussieren. Sie hätten aber auch politische Botschaften verbreitet. Facebook hatte erst am Mittwoch bekanntgegeben, dass in der Ukraine im Vorlauf zur Präsidentenwahl Ende März keine Anzeigen zu politischen Werbung von außerhalb des Landes mehr zugelassen werden. Russland ist seit Jahren in einen Konflikt mit der Ukraine verwickelt.

WDR-Doku nicht astrein

"Menschen hautnah" drehte mit Komparsen

Zwei Mitwirkende in der Dokumentationsreihe „Menschen hautnah“ des Westdeutschen Rundfunks waren über eine Firma vermittelt worden. Man habe aber "keine Anhaltspunkte, dass ihre Geschichten nicht stimmen“, teilte der Sender in Köln mit. Chefredakteurin Ellen Ehni stellte jedoch klar: „Diese Vorgehensweise ist für ein dokumentarisches Format nicht akzeptabel.“ Der WDR werde seine Qualitätssicherung an dieser Stelle verstärken. In den Filmen berichten Menschen unter der Überschrift "Vernunftehe" bzw. "Affären" über ihre Beziehungen. Die Prüfung der betroffenen Filme dauere noch an, so der WDR.

Zsuzsanna Gahse erhält Schweizer Grand Prix Literatur

Das teilte das zuständige Bundesamt für Kultur mit.

Der wichtigste Literaturpreis der Schweiz für ein Lebenswerk: In diesem Jahr erhält die mit 40.000 Franken dotierte Auszeichnung Zsuzsanna Gahse. Zur Begründung nannte die Jury unter anderem "die Beobachtung gesellschaftlicher Phänomene". Darüber hinaus wird der Sprachklang im "originellem Werk zwischen Poesie und Prosa", der spielerische Witz und der ironische Ton der 1946 in Budapest geborenen Schriftstellerin gelobt. 1956 war sie mit ihrer Familie über Wien nach Kassel übersiedelt und begann 1969 für Zeitschriften und den Süddeutschen Rundfunk zu arbeiten. Sie lebte lange in Stuttgart, zog dann nach Luzern und wohnt heute im thurgauischen Müllheim. Ihr erster Roman "Zero" erschien 1983; ihm folgten Romane, Erzählungen und Übersetzungen. Die Verleihung des Gran Prix Literatur findet am 14. Februar 2019 in der Nationalbibliothek in Bern statt.

Savoy kritisiert erneut deutsche Museen

Die französische Kunsthistorikerin treibt die Rückgabe kolonialer Raubkunst weiter um

Bénédicte Savoy wirft Museen in Deutschland Intransparenz vor. Anders als in französischen Museen seien hierzulande die Inventare der Häuser nicht öffentlich zugänglich, monierte die Professorin für Kunstgeschichte an der TU Berlin im "Tagesspiegel". "Das ist so, als ginge man in eine Bibliothek ohne Katalog. Dann findet man auch keine Bücher", erklärte Savoy. "Es ist nur noch ein Buchhaufen. Ein Museum ohne zugängliches Inventar ist ein Objekthaufen, mit dem weder die Öffentlichkeit noch die Wissenschaft,weder wir in Europa noch die Kolleginnen und Kollegen in Afrika etwas anfangen können, zumal das meiste nicht ausgestellt ist und nie sein wird", dabei seien online zugängliche Inventare wichtiger als Provenienzrecherchen. Savoy untersuchte im Auftrag des französischen Präsidenten unter welchen Bedingungen afrikanisches Kulturgut von Frankreich an die Herkunftsländer zurückgegeben werden könnte.

Regisseur Haneke: Drehbuchautoren müssen Masochisten sein

Film wird nie so wie angedacht

Drehbuchautoren müssen nach Ansicht des Regisseurs Michael Haneke leidensfähig sein. "Wenn Sie keine masochistische Ader haben, sollten Sie diesen Beruf nicht ergreifen", sagte der Oscar-Preisträger ("Das weiße Band") am Mittwoch im Frankfurter Filmmuseum: "Sie werden den Film nie so sehen, wie Sie ihn geschrieben haben." Der Österreicher stellte in Frankfurt erstmals die gerade bei Hoffmann und Campe erschienene Sammlung seiner Drehbücher vor. Das knapp 1400 Seiten dicke Buch vereint die Arbeit von 30 Jahren mit über einem Dutzend mehrfach preisgekrönten Kinofilmen wie "Die Klavierspielerin", "Funny Games" oder "Liebe". Haneke kritisierte außerdem die "Erklärungswut" von Journalismus und Fernsehen. Er versuche in seinen Filmen, Fragen gerade nicht zu beantworten, sondern sie an den Zuschauer weiterzugeben.

Steinmeier eröffnet Bauhaus-Jubiläum 2019

Bauhaus-Künstler seien mehrheitlich Demokraten gewesen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwochabend die bundesweiten Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum 2019 eröffnet. Bei der Auftaktveranstaltung in der Akademie der Künste in Berlin würdigte Steinmeier das Bauhaus als eine der "bedeutendsten und weltweit wirkungsvollsten kulturellen Hervorbringungen unseres Landes". Die Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum 2019 stehen unter dem Titel "Die Welt neu denken". Dazu sind in den kommenden Monaten rund 700 Veranstaltungen in elf Bundesländern geplant. Im Fokus stehen unter anderen die zentralen Wirkungsstätten in Weimar, Dessau und Berlin. Das Berliner Eröffnungsfestival geht bis zum 24. Januar. Beteiligt sind daran mehr als 100 internationale Künstlerinnen und Künstler.

Mirjam Pressler mit 78 Jahren gestorben

Die Schriftstellerin und Übersetzerin war seit langem schwer krank.

"Novemberkatzen" oder "Nathan und seine Kinder": Bücher, die Mirjam Pressler für Kinder und Jugendliche schrieb. Heute ist sie in Landshut verstorben, wie der Beltz Verlag mitteilte. In vielen ihrer über 30 Geschichten beschäftigte sich die gebürtige Darmstädterin mit dem Holocaust und dem jüdischen Leben in Deutschland. Ihr Romandebüt "Bitterschokolade" beschäftigte sich bereits 1980 mit der Bulimie. Kurz vor Weihnachten hatte sie als Anerkennung für ihren herausragenden Einsatz für die Völkerverständigung insbesondere zwischen Israel und Deutschland sowie die Erinnerung an das nationalsozialistische Unrecht das Große Bundesverdienstkreuz erhalten. Zudem übersetzte sie mehr als 300 Werke aus dem Hebräischen, dem Englischen, dem Niederländischen und dem Afrikaans ins Deutsche, darunter Romane von John Steinbeck, Zeruya Shalev und Amos Oz und das Tagebuch von Anne Frank. Presslers Roman "Dunkles Gold", in dem ein Bogen von den Pestpogromen im Mittelalter zu aktuellen antisemitischen Entwicklungen geschlagen wird, erscheint im März.

Documenta bekommt neue Dauerausstellung

Entwickelt wird sie von der Museumslandschaft Hessen Kassel

Ab November soll sie im Museum Neue Galerie zu sehen sein: Eine neue Dauerausstellung für die Documenta. "Wir wollen die weltweit wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst auch zwischen den documenta-Jahren stärker präsent haben", begründete Martin Eberle, der Direktor der MHK. Das Konzept sehe eine Systematisierung der einzelnen Ausstellungen vor. Ziel sei, auch Auswärtigen relativ schnell die Faszination documenta erklären zu können. Die Museumslandschaft will dabei herausragende documenta-Werke in einem Galerie-Charakter zeigen. Man werde die Kunst in den Kontext
der politischen Ereignisse der jeweiligen Zeit und ihrer Macher setzen.

Seehofer sucht Memoiren-Schreiber

Das sagte der Bundesinnenminister der "Augsburger Allgemeinen"

"Zwar bin ich auch des Schreibens mächtig, aber das muss ein Profi machen, der die Informationen einfach verständlich und doch spannend verarbeitet". Mit diesem Satz hat Horst Seehofer die Suche nach einem Ghostwriter für seine Lebenserinnerungen öffentlich eingeläutet. "Ich habe Gott sei Dank von der ersten Minute an alles dafür Wichtige gesammelt", so der 69 Jahre alte Christsoziale gegenüber der Zeitung. Er wolle keine Memoiren, die vor Langeweile und Selbstbeweihräucherung strotzten.

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