Sonntag, 20.10.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 13. Januar 2019

Facebook: Datensammeln künftig teilweise verboten?

Medienberichte: Bundeskartellamt wirft Netzwerk Missbrauch von Marktmacht vor

Das Bundeskartellamt will dem Online-Netzwerk Facebook einem Medienbericht zufolge die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland teilweise verbieten. Ein entsprechender Beschluss solle dem US-Konzern in den nächsten Wochen zugestellt werden, berichtete die "Bild am Sonntag". Konkret gehe es dabei um den Datenaustausch mit Drittanbietern. Darunter fallen Twitter, Spiele-Apps und Webseiten-Betreiber, aber auch die Facebook-Töchter WhatsApp und Instagram. Hintergrund ist, dass die Bonner Behörde Facebook einen möglichen Missbrauch seiner Marktmacht vorwirft. Bereits Anfang vergangenen Jahres hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt angekündigt, dass das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer womöglich verboten werden müsse. Facebook erhebt in erheblichem Umfang persönliche Daten seiner Nutzer und verwendet diese unter anderem zu Werbezwecken. Eine Facebook-Sprecherin kündigt gegenüber der Zeitung Widerstand gegen die Entscheidung an.

Münzen aus Trevi-Brunnen nicht mehr für Caritas

Das Geld soll zukünftig für Instandhaltung von Kulturgütern ausgegeben werden

Die Münzen aus dem römischen Trevi-Brunnen gehen künftig nicht mehr an die Armenfürsorge der Caritas. Ab 1. April solle nach dem Willen der Stadtverwaltung mit den Einnahmen unter anderem die Instandhaltung von Kulturgütern finanziert werden. Die Münzen, die von Touristen nach einem Brauch in den Altstadtbrunnen geworfen werden, summierten sich zuletzt auf gut 1,5 Millionen Euro jährlich. Medienberichten zufolge entschied die Stadtregierung, die Erträge aus dem Trevi-Brunnen nach Auslaufen des aktuellen Abkommens mit der katholischen Caritas nach einem Ausschreibungsverfahren an verschiedene Sozialprojekte zu verteilen. Ein weiterer Verwendungszweck sei die "allgemeine Instandhaltung des Kulturerbes". Seit 2001 waren die Münzerträge an die Caritas geflossen und machten in derem Budget zuletzt rund 15 Prozent aus.

Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Zum 100. Todestag der Kommunistenführer kamen mehrere Tausend Menschen

In Berlin haben mehrere Tausend Menschen der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedacht. An der Gedenkstätte der Sozialisten am Zentralfriedhof Friedrichsfelde wurden Kränze und rote Nelken niedergelegt. Daneben gab es weitere Kundgebungen und Demonstrationen. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Zu dem stillen Gedenken hatte die Linke aufgerufen. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sprach sich gegen eine Romantisierung kommunistischer Politik in der Weimarer Republik aus. Geschäftsführerin Kaminsky forderte einen differenzierten und kritischen Umgang mit den "beiden Symbolfiguren der Revolution". Die Stiftung legte am Gedenkstein für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft auf dem Friedhof einen Kranz nieder. Luxemburg und Liebknecht wurden am 15. Januar 1919 von Freikorps-Soldaten in Berlin erschossen. Ihrer Ermordung gingen Revolutionswirren nach dem Ersten Weltkrieg voraus.

"Lessingtage" blicken auf die Krisenregionen der Welt

Theaterfestival gibt den Menschen eine Stimme, die sich nicht gehört fühlen

Das Festival "Um alles in der Welt - Lessingtage" des Hamburger Thalia Theaters beschäftigt sich in diesem Jahr mit den Krisenregionen in der Welt. Vom 18. Januar bis zum 3. Februar stehen Gastspiele und Koproduktionen aus Russland, Nigeria, von der Elfenbeinküste, aus dem Libanon, aus Frankreich und Deutschland auf dem Programm. "Die Stücke setzen sich mit den Stimmen derjenigen Menschen auseinander, die sich in einer aus den Fugen geratenen Welt nicht gehört fühlen", teilte das Theater mit. Zur Eröffnungsmatinee sind die beiden Journalisten und Moderatoren Dunja Hayali und Michel Abdollahi eingeladen, die sich öffentlich gegen wachsenden Fremdenhass, Rassismus und den Rechtsruck stellen und in ihren Reden für eine offene Gesellschaft plädieren.

Plowdiw feiert Eröffnung von Kulturhauptstadt-Jahr

Mehrere tausend Menschen feiern in bulgarischer Stadt

Mit einer großen Open-Air-Show hat die südbulgarische Stadt Plowdiw das europäische Kulturhauptstadt-Jahr eröffnet. Auf einer 30 Meter hohen mehrfarbigen Multimediabühne im Stadtzentrum traten am Samstagabend 1500 Aktionskünstler unter dem Motto "Wir sind alle Farben" auf. Der weltbekannte bulgarische Flötist Teodossij Spassow und Dutzende Dudelsackspieler begrüßten die vielen Tausenden Zuschauern, die trotz Winterkälte zur Show kamen. "Zusammen" lautet das Motto der Multi-Kulti-Stadt Plowdiw als Europas Kulturhauptstadt 2019. Dieses Motto wurde während der Eröffnung auf mehrere Sprachen ausgerufen, die in Plowdiw gesprochen werden. In der etwa 8000 Jahre alten Stadt leben slawischstämmige orthodoxe Bulgaren, Katholiken, Juden, Armenier, Roma und Türken aus der Zeit des Osmanischen Reiches friedlich nebeneinander.

Deutscher Kabarettpreis 2018 für Jochen Malmsheimer

Es ist eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Kabarettszene

Das Nürnberger Burgtheater verleiht am Abend den Deutschen Kabarettpreis 2018. Die Auszeichnung geht an den Künstler Jochen Malmsheimer. Den 57-jährigen gebürtigen Essener zeichnet laut Burgtheater das Talent zum Erzählen skurriler Geschichten mitten aus dem Leben aus. Sein Gespür für Worte und seine bedingungslose Liebe zur Sprache seien im deutschsprachigen Kabarett unerreicht. Den Förderpreis bekommt der Poetry-Slammer Nektarios Vlachopoulos. Mit dem Sonderpreis wird die Sängerin, Kabarettistin und Autorin Anna Mateur geehrt. Der seit 1991 alljährlich von der Stadt Nürnberg und dem Burgtheater verliehene Preis gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Kabarettszene. Geehrt werden die Künstler bei einer Gala in der Nürnberger Tafelhalle.

"Shutdown" in den USA: Charline von Heyls Ausstellung geschlossen

Von Heyls Ausstellung "Snake Eyes" wird trotzdem gelobt

Der "Shutdown" der US-Regierung betrifft auch eine deutsche Künstlerin. Mit der seit rund drei Wochen anhaltenden Haushaltssperre ist auch das Hirshhorn Museum in Washington geschlossen - und damit die Ausstellung der in Mainz geborenen Künstlerin Charline von Heyl. Es ist ihre bislang größte Einzelausstellung in den USA. Anfang November wurde die zuvor in den Hamburger Deichtorhallen gezeigte Ausstellung "Snake Eyes" in Washington eröffnet. Doch nun ist die Schau der Künstlerin, die in New York und Texas lebt und arbeitet, bis auf weiteres vom "Shutdown" geschlossen, und Pläne für eine Verlängerung der bis zum 27. Januar angesetzten Ausstellung gibt es nicht, so die "New York Times". Trotzdem widmete die Zeitung der Schau eine begeisterte Kritik. Kritiker Jason Farago attestiert der Künstlerin unter anderem eine angstfreie Herangehensweise an Komposition und Stil.

New Yorker Museum ehrt Gloria von Thurn und Taxis doch nicht

Grund seien ihre konservativen Ansichten und der Kontakt zu Steve Bannon

Gloria Fürstin von Thurn und Taxis (59) wird nun doch nicht von einem New Yorker Museum für ihre Verdienste um die Kunst geehrt. Nach scharfer Kritik habe das El Museo del Barrio, das sich vor allem mit lateinamerikanischer und karibischer Kunst befasst, entschieden, die Fürstin bei seiner anstehenden Gala zum 50. Jubiläum des Ausstellungshauses nicht zu würdigen, berichtete die "New York Times". Gloria Fürstin von Thurn und Taxis hat sich abfällig über Aids-Erkrankte in Afrika geäußert. Sie engagiert sich außerdem in der katholischen Anti-Abtreibungsbewegung und hat sexuellen Missbrauch in der Kirche relativiert. Sie ist eng mit Steve Bannon befreundet und will mit ihm eine Sammlungsbewegung innerhalb der katholischen Kirche gründen, die sich gegen den als zu liberal wahrgenommen Papst Franziskus richtet. Das Museum hat deshalb entschieden, von Thurn und Taxis nicht zu ehren und auch nicht weiter mit ihr zusammenzuarbeiten. Die Fürstin reagierte betroffen. "Ich bin enttäuscht, wie sehr unsere Gesellschaft gespalten ist und dass es überhaupt keinen Raum für Toleranz zu geben scheint. Meine konservativen religiösen Ansichten haben überhaupt keinen Einfluss auf meine Offenheit gegenüber kultureller Vielfalt und Inklusion."

Junge Saudi-Araberin nach Flucht in Kanada gelandet

Sie hatte über soziale Medien um Hilfe gebeten

Nach einer Flucht um die halbe Welt ist die junge Saudi-Araberin Rahaf Mohammed al-Kunun in ihrer neuen Heimat Kanada angekommen. Begleitet von Außenministerin Chrystia Freeland stieg sie in Toronto aus einem Flugzeug, nachdem sie in der vergangenen Woche in Kuwait vor ihrer Familie geflohen und dann nach Thailand geflogen war. Dort hatte sie sich in einem Hotelzimmer verbarrikadiert und über soziale Medien erklärt, dass sie von ihrer Familie misshandelt worden sei und sie bei einer Abschiebung zurück in ihre Heimat getötet werden würde. Der Fall sorgte international für Aufsehen und führte zu Kritik an fehlenden Frauenrechten in Saudi-Arabien. Die 18-jährige Al-Kunun bekam einen Flüchtlingsstatus zuerkannt, Kanada gewährte ihr Asyl, nachdem sie ursprünglich eigentlich nach Australien hatte ausreisen wollen. "Das hier ist eine mutige neue Kanadierin", sagte Außenministerin Freeland bei Al-Kununs Ankunft.

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