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Mittwoch, 23.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. Januar 2019

Kay Voges verlässt das Theater Dortmund

Wo er als nächstes arbeiten wird, ist noch unklar

Der Dortmunder Schauspielintendant Kay Voges verlässt das Theater Dortmund im Juni 2020. Wie die Ruhr Nachrichten meldeten, werde er sich aber weiterhin als Gründungsdirektor der Akademie für Theater und Digitalität engagieren, die im Hafen der Stadt geplant ist. Neue konkrete berufliche Pläne gebe es aber noch nicht. "Meine Zukunft liegt im Ungewissen", sagte der 46jährige den Ruhr Nachrichten. Es sei Zeit für neue Impulse in Dortmund, aber auch in seinem eigenen Leben. "Wenn ich noch einmal als Intendant arbeite, dann muss es ein großes Haus sein", betonte er und nannte der Zeitung gegenüber als Beispiele Hamburg, Berlin oder München.

Lübecker Grass-Preis für Jens Sparschuh

Sparschuh sei der "Peter Pan Ostdeutschlands"

Der Schriftsteller Jens Sparschuh erhält den "Günter Grass-Preis - von Autoren für Autoren". Das teilte das Günter-Grass-Museum in Lübeck mit. Der Autor tänzele leichtfüßig und hintergründig "zwischen Kalauer und Poesie, zwischen Komik und Philosophie, zwischen Roman, Essay, Hörspiel und Kinderbuch", heißt es demnach in der Begründung der Jury. Sparschuh sei der "Peter Pan Ostdeutschlands": "Wie Kinder staunen seine kauzigen Protagonisten über die Wunder, die ihnen mit der Wiedervereinigung in ihren kleinen Alltag geschneit sind." Die Auszeichnung wird am 27. Januar im Lübecker Rathaus verliehen.

Mitglieder der Schwedische Akademie kehren zurück

Kjell Espmark und Peter Englund wollen wieder den Literaturnobelpreis vergeben

Zwei zurückgetretene Mitglieder der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, kehren in das Gremium zurück. Das gaben Kjell Espmark und Peter Englund in einer Stellungnahme an die Zeitung "Dagens Nyheter" bekannt. "Es ist so, dass das Beste für die Akademie vor persönliche Konflikte gestellt werden muss", wurde Englund von dem Blatt zitiert. Die beiden waren Anfang April 2018 im Zuge eines heftigen Streits in der Akademie zurückgetreten. Der Skandal dreht sich um Vorwürfe gegen den Regisseur Jean-Claude Arnault, den Ehemann des Akademiemitglieds Katarina Frostenson. Er wurde Anfang Dezember von einem Berufungsgericht in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm wird zudem vorgeworfen, die Gewinner des Literaturnobelpreises vorab ausgeplaudert haben. Der Skandal sorgte für mehrere Rücktritte innerhalb der Akademie und letztlich auch dafür, dass im vergangenen Jahr kein Literaturnobelpreis vergeben wurde.

Forscher: Nonnen stellten im Mittelalter Bücher her

Farbpigmente im Zahn der Frau weisen auf ihre hohe Kunstfertigkeit hin

Auch Nonnen haben offenbar im Mittelalter an Buchmalereien mitgewirkt. Darauf deuten Pigmente von kostbarem Lapislazuli hin, die Wissenschaftler im Zahnstein einer Frau gefunden haben. Die Wissenschaftler des Jenaer Max-Planck-Instituts und der Universität York vermuten, dass die Nonne die Pinselspitze beim Arbeiten immer wieder anleckte oder das Puder beim Herstellen der Farbe einatmete. Laut Darstellung lebte die Ordensfrau um die erste Jahrtausendwende in dem westfälischen Frauenkloster bei Paderborn. Lapislazuli war im Mittelalter enorm wertvoll und wurde damals aus Afghanistan importiert. Die Herstellung des ultramarin-blauen Farbpigments war ein aufwändiger Prozess. Die Erkenntnisse werfen nach Angaben der Forscher ein neues Licht auf die mittelalterliche klösterliche Buchherstellung. Viele Schreiber und Illustratoren signierten ihre Werke nicht; die weit überwiegende Zahl signierter Handschriften stammt von Männern. "Die geringe Sichtbarkeit des Beitrags von Frauen an der Herstellung der Bilderhandschriften hat verbreitet zu der Annahme geführt, dass Frauen hierbei kaum eine Rolle spielten", so die Wissenschaftler. Dass eine Frau mit der kostbaren Farbe gearbeitet hat, deute ihre hohe Kunstfertigkeit an.

Buchketten Thalia und Mayersche wollen fusionieren

In Konkurrenz zu Amazon sei Kooperation unverzichtbar

Die Buchhandelsketten Thalia und Mayersche fusionieren. Deutschlandweit hätte das gemeinsame Unternehmen etwa 350 Buchhandlungen. Das Zusammengehen muss noch von den Kartell- und Wettbewerbsbehörden gebilligt werden. Zur Mayerschen Buchhandlung gehören in Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz 55 Filialen, zu Thalia bundesweit etwa 300. In Konkurrenz zu Amazon und im Blick auf "veränderte Rahmenbedingungen" im Buchhandel seien Kooperationen für wirtschaftlichen Erfolg unverzichtbar, hieß es. Beide Marken blieben erhalten, genauso das Mayersche Stammhaus in Aachen.

Zum 90. Geburtstag: "Tim und Struppi"-Film geplant

Unter der Regie von Peter Jackson und Steven Spielberg

90 Jahre alt und immer noch beliebt: Die beiden Comichelden "Tim und Struppi" kommen bald wieder ins Kino. Es sei eine "Option" für einen zweiten Kinofilm unterzeichnet worden, sagte der Chef des Verlags Casterman, Benoît Mouchart, auf France Info. Wie der erste Kinofilm von "Tim und Struppi" soll demnach auch der zweite von den beiden Starregisseuren Peter Jackson und Steven Spielberg auf die Leinwand gebracht werden. "Es könnte eine Mischung aus 'König Ottokars Zepter' und 'Der Fall Bienlein' sein", verriet Mouchart. "Tim und Struppi" feiern dieses Jahr ihren 90. Geburtstag. Die erste Geschichte über den pfiffigen Reporter und seinen Hund war am 10. Januar 1929 in der Kinderbeilage der belgischen Zeitung "Le Vingtième Siècle" erschienen.

Lady Gaga: Keine Zusammenarbeit mehr mit R. Kelly

Gemeinsamer Song soll von Streamingplattformen entfernt werden

Nach den jüngsten Missbrauchsvorwürfen gegen Musiker R. Kelly hat sich Pop-Ikone Lady Gaga für ihre Zusammenarbeit mit dem Sänger entschuldigt. "Ich entschuldige mich für mein schwaches Urteilsvermögen, als ich jung war, und dafür, nicht früher etwas gesagt zu haben", teilte die 32-jährige Musikerin über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Gleichzeitig kündigte sie an, nie wieder mit dem Musiker zusammenarbeiten und den Song "Do What U Want (With My Body)" von allen Streamingplattformen entfernen zu wollen. Zahlreiche Frauen werfen dem 52-jährigen R. Kelly vor, sie sexuell oder emotional missbraucht zu haben, teils schon im Teenager-Alter.

Bundesregierung verfügt noch über NS-Raubkunst

Laut "Bild"-Zeitung stünden 2.500 Kunstwerke unter Raubkunst-Verdacht

Die Kunstbestände der Bundesregierung enthalten laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung immer noch NS-Raubkunst. 2.500 Kunstwerke der Ministerien stünden noch unter Raubkunst-Verdacht, berichtet das Blatt unter Berufung auf Angaben des Finanzministeriums. Ein großer Teil dieser Kunst befinde sich in Museen, einiges aber auch in Bundesbehörden oder im Kunst-Depot in Berlin-Weißensee.

Jüdischer Geschichtspreis für Hilde Schramm

German Jewish History Award für Speer-Tochter

Die frühere Grünen-Politikerin Hilde Schramm, Tochter von Hitlers Chefarchitekten und Rüstungsminister Albert Speer, wird mit dem Preis German Jewish History Award geehrt. Schramm und die von ihr gegründete Stiftung Zurückgeben würden für die Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet, teilte die US-amerikanische Obermayer-Stiftung als Ausloberin in Berlin mit. Das Grundkapital für Schramms Stiftung stammt aus dem Verkauf von drei Gemälden, die Schramm geerbt hatte und von denen sie vermutete, dass sie NS-Raubkunst waren.

Goldmünzen-Prozess hat begonnen

Berliner Landgericht verhandelt Diebstahl der "Big Maple Leaf"

Mit großem Andrang hat am Berliner Landgericht der Prozess um den spektakulären Diebstahl einer Goldmünze im Millionenwert begonnen. Auf der Anklagebank sitzen vier Männer im Alter von 20 bis 24 Jahren. Den Angeklagten wird gemeinschaftlicher Diebstahl in besonders schwerem Fall zur Last gelegt. Sie sitzen nicht in Untersuchungshaft. Den Saal betraten sie durch ein Spalier von rund drei Dutzend Journalisten, ihre Anwälte äußerten sich vorab nicht. Die 100 Kilogramm-Münze "Big Maple Leaf" mit dem Bildnis von Königin Elizabeth II. und einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro war in der Nacht zum 27. März 2017 gestohlen worden. Die Beute ist bis heute nicht aufgetaucht. Ermittler vermuten, dass die riesige Münze zerstückelt und verkauft wurde.

Gestohlene "Stolpersteine" in Rom werden ersetzt

Außerdem werden 25 neue "Stolpersteine" verlegt

20 "Stolpersteine" für deportierte Juden, die im Dezember in Rom gestohlen worden waren, sollen ersetzt werden. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtete, werden im Stadtteil Monti neue Gedenksteine eingelassen. Darüber hinaus sollen bei kurzen Gedenkfeiern 25 neue "Stolpersteine" in verschiedenen Stadtteilen verlegt werden. Mitte Dezember hatten Unbekannte die in der römischen Altstadt ins Pflaster eingelassenen Messingplaketten mit den Namen und Lebensdaten einer jüdischen Familie herausgerissen.

Buchbranche mit stabilem Umsatz im Jahr 2018

Vor allem Sachbücher wurden mehr verkauft

Der Buchmarkt in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen stabilen Umsatz verzeichnet. Mit einem Plus von 0,1 Prozent liege das Jahresergebnis sogar leicht über dem Vorjahr, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mit. Besonders gut entwickelten sich demnach Sachbücher mit einem Plus von 5,5 Prozent. Kinder- und Jugendbücher konnten im Vergleich zum Vorjahr 3,2 Prozent an Umsatz hinzugewinnen. Die weiterhin bedeutendste Warengruppe, die Belletristik, liege mit minus 0,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Rückläufig waren ebenso Reiseliteratur (minus 3,2 Prozent) und Ratgeber (minus 1,2 Prozent).

50 Jahre danach: Neues Woodstock geplant  

Wer auftreten wird, ist noch unklar

Genau 50 Jahre nach dem legendären Woodstock-Festival, bei dem Stars wie Jimi Hendrix und Janis Joplin auftraten, plant einer der Original-Organisatoren eine Neuauflage. Vom 16. bis 18. August wolle er in dem Ort Watkins Glen im Norden des Bundesstaates New York, etwa 200 Kilometer von dem Original-Schauplatz entfernt, ein Woodstock-Festival veranstalten, sagte Michael Lang der "New York Times". Weitere Details, etwa zu auftretenden Bands, verriet er noch nicht. Zum Original-Woodstock-Festival waren zwischen dem 15. und 18. August 1969 etwa 400 000 Menschen nach Bethel gekommen. Es gilt bis heute als Höhepunkt der Hippie-Bewegung in den USA.

Ansturm auf Hamburger Elbphilharmonie hält an

Täglich bis zu 16.000 Menschen auf der Plaza

Zwei Jahre nach der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie hält der Besucher-Ansturm unvermindert an. Der Große Saal ist mit einer Auslastung von rund 99 Prozent so gut wie immer ausgebucht. Seit der Eröffnung haben bereits knapp 1,8 Millionen Menschen ein Konzert in der Elbphilharmonie gehört. Bis zu 16 000 Menschen besuchen täglich die Plaza, die öffentliche Aussichtsplattform des Gebäudes, teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Das umstrittene Konzerthaus war am 11. Januar 2017 eröffnet worden.

Indonesien: Live-Konzerte im Flugzeug

Fluggesellschaft will "andersartiges Flugerlebnis" bieten

Die indonesische Fluggesellschaft Garuda unterhält Passagiere an Bord künftig mit Live-Musik. Auf ausgewählten Inlandsflügen sollen künftig vielversprechende Talente für zehn bis 15 Minuten auftreten, sagte Unternehmenssprecher M. Ikhsan Rosan nach dem ersten Bord-Konzert auf einem Flug von der Hauptstadt Jakarta auf die Insel Bali. Die Gesellschaft wolle ein "andersartiges Flugerlebnis" bieten. Garuda-Sprecher Rosan versicherte, dass die Konzerte an Bord keinerlei Sicherheitsprobleme darstellten. Bei Turbulenzen müssten die Musiker sofort auf ihre Plätze zurückkehren.

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