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Kulturnachrichten

Dienstag, 8. Januar 2019

Suhrkamp Verlag hält zu seinem Autor Menasse

Sein Fehler ändere nichts am Stellenwert seines Werks

Die Debatte um den Schriftsteller Robert Menasse und seinen Umgang mit Zitaten hält sein langjähriger Verlag Suhrkamp für erledigt. Menasse habe sich für seinen Fehler entschuldigt. Dem habe der Verlag nichts hinzufügen. Am Stellenwert des Werks von Menasse ändere die aktuelle Diskussion nichts. Gestern hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer mitgeteilt, dass der Wiener Schriftsteller trotz Kritik am Umgang mit Zitaten und historischen Daten am 18. Januar die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes erhalten werde. Menasse habe ein beeindruckendes literarisches Gesamtwerk geschaffen und mit seinem engagierten Streiten für die europäische Idee die politische Debatte um die Zukunft der EU sehr bereichert. In Würdigung dieses Wirkens werde sie ihm die Auszeichnung verleihen. Bei den Vorwürfen gegen den 64-Jährigen ging es unter anderem um die im Buch aufgestellte Behauptung, dass der erste Kommissionspräsident der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Walter Hallstein, seine Antrittsrede 1958 auf dem Gelände des früheren NS-Vernichtungslagers Auschwitz gehalten habe. Das ist nicht korrekt.

Bundesverdienstkreuz für Lea Fleischmann

Sie setzt sich für die deutsch-jüdischen Beziehungen ein

Die in Jerusalem lebende deutsch-israelische Autorin Lea Fleischmann (72) wird für ihre Bemühungen um die deutsch-jüdischen und deutsch-israelischen Beziehungen mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Botschafterin Susanne Wasum-Rainer den Orden in Herzliya bei Tel Aviv. Unter anderem mit regelmäßigen Leserreisen versuche Fleischmann, Deutschen das Judentum sowie den Staat Israel näherzubringen, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Botschaft. Fleischmann wurde 1947 als Tochter von Holocaust-Überlebenden in einem Vertriebenenlager bei Ulm geboren. Nach einem Pädagogik- und Psychologiestudium in Frankfurt arbeitete sie zunächst im Schuldienst. 1979 wanderte sie mit ihren beiden Kindern nach Israel aus. Ihr 1980 veröffentlichtes Buch "Dies ist nicht mein Land" löste bei seinem Erscheinen Diskussionen über die Lage der Juden in Nachkriegsdeutschland aus.

Deutsch-französischer Fonds fördert drei Serienprojekte

Drei Projekte bekommen jeweils 50.000 Euro

Drei deutsch-französische Serienprojekte erhalten eine Förderung von jeweils 50.000 Euro. Das hat die Kommission des deutsch-französischen Förderprogramms für die gemeinsame Entwicklung fiktionaler Fernsehserien empfohlen. Das hat die Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mitgeteilt. Die ausgewählte Krimiserie "34" werde von dem Autor Kenan Görgün und der Dramaturgin Katrin Merkel entwickelt. Im Mittelpunkt der Serie stehen den Angaben zufolge die Ermittler Idil, Istanbuls erste Ermittlerin mit Kopftuch, und Murat, ein korrupter Bulle. Zu den geförderten Projekten gehört außerdem die Serie "Unterwerfung", basierend auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Michel Houellebecq. Auch die Politkomödie "Parlament" von Autor Noé Debré erhält eine Förderung. Die Serie spielt vor dem Hintergrund des Europäischen Parlaments. Die erste Staffel begleitet den antriebslosen Nichtsnutz Samy, der sich bald mit aller Macht für ein Anliegen einsetzt.

Baden-Baden zeigt geschreddertes Banksy-Bild

Es wird vom 5. Februar bis zum 3. März im Museum Frieder Burda zu sehen sein

Das Museum Frieder Burda will das berühmte Banksy-Bild nicht einfach nur zur Schau stellen, sondern dem Anliegen des Künstlers nach "Demokratisierung der Kunst" Rechnung tragen. Aktuell werde darüber diskutiert, wie das Werk möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden könne, so Schaper. Das Bild "Girl With Balloon" zerstörte sich im Herbst kurz nach seinem Verkauf an eine europäische Sammlerin für umgerechnet knapp 1,2 Millionen Euro. Im Rahmen war ein Schredder versteckt. Banksy stellte die Aktion als von langer Hand geplante Kritik am Kunstmarkt dar. Sotheby's feierte das zerstörte Bild dagegen als "erstes Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden" sei. Banksy habe in der Auktion kein Kunstwerk zerstört, sondern eines geschaffen. Das geschredderte Bild heißt seitdem «Love is in the Bin» («Die Liebe ist im Eimer»).

Grütters fördert kulturelle Bildung und Integration

Gefördert werden u.a. Verein KlangNetz Dresden und Bonner Bundeskunsthalle

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fördert Modellvorhaben der kulturellen Vermittlung und Integration in diesem Jahr mit rund 1,5 Millionen Euro. Zu den Schwerpunktthemen gehören dabei kulturelle Bildung für junge Menschen, Teilhabe von Menschen mit Behinderung, Angebote in ländlichen Gebieten und die Entwicklung von Vielfalt im Kulturbetrieb. Gefördert werden sollen Grütters zufolge vor allem Kulturinstitutionen, die "mit ihren identitätsstiftenden und breitgefächerten Projekten maßgeblich dazu beitragen, dass in unserem Land Zusammenhalt in Vielfalt gelingen kann". Dazu gehöre etwa eine "Kinderkonferenz" des Vereins KlangNetz Dresden, bei der Kinder ein Oratorium erarbeiteten, das ihnen "eine behutsame und kreativ-schöpferische Auseinandersetzung mit den Themen Krieg, Flucht und Vertreibung" ermögliche. Daneben werden unter anderem Vorhaben in der Bonner Bundeskunsthalle, im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm sowie auf der Berliner Museumsinsel gefördert. «Wir brauchen die integrative Kraft der Kultur gerade in Zeiten wie diesen, in denen Vielfalt zwar vielfach als bereichernd, aber von manchen eben auch als große Herausforderung wahrgenommen wird», sagte Grütters.

Bild aus Gurlitt-Sammlung an Besitzer zurückgegeben

Grütters: Deutschland hat moralische Pflicht zur Rückgabe von NS-Raubkunst

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat ein weiteres Gemälde aus der Gurlitt-Sammlung an den rechtmäßigen Besitzer zurückgeben. Im Berliner Martin-Gropius-Bau übergab sie das Gemälde «Portrait de jeune femme assise» von Thomas Couture an die Familie des ursprünglichen Eigentümers Georges Mandel. Das Kunstwerk gehörte einem der bekanntesten französischen Opfer des Nazi-Regimes: Der jüdische Politiker und Nazi-Gegner Mandel wurde von den Nationalsozialisten in deutschen Lagern festgehalten und im Juli 1944 ermordet. Das Team des Projekts Provenienzrecherche Gurlitt hatte das Gemälde als NS-Raubkunst identifiziert. Zuletzt befand es sich im Besitz der Stiftung Kunstmuseum Bern, die das Erbe Cornelius Gurlitts angetreten hat. Die Forscher konnten das Gemälde anhand eines kleinen, reparierten Lochs auf Brusthöhe der Dargestellten seinem rechtmäßigen Besitzer zuordnen. Grütters betonte, die Provenienzforschung sei sehr mühsam. Deutschland trage aber die "moralische Pflicht", mit der Rückgabe der NS-Raubkunst "wenigstens ein Stück weit zur Gerechtigkeit beizutragen".

Urteil: Immendorff-Affen gehörten Schweizer Galerie

Insolvenzverwalter muss Schweizer Galerie mehr als 1,6 Millionen Euro erstatten

Im Streit um 70 Affen-Skulpturen des Künstlers Jörg Immendorff (1945-2007) hat das Düsseldorfer Landgericht einer Schweizer Galerie mehr als 1,6 Millionen Euro zugesprochen. Das hat das Gericht bekannt gegeben. Die Bronze-Skulpturen waren mit der Insolvenzmasse der Unternehmen von Kunstberater Helge Achenbach 2015 für gut 1,6 Millionen Euro versteigert worden. Nun muss der Insolvenzverwalter der Galerie den Betrag erstatten. Nach Überzeugung des Gerichts hatten die Skulpturen der Schweizer Galerie gehört. Sie sei Lizenznehmerin gewesen und habe die Skulpturen im Auftrag Immendorffs gießen lassen. Kunstberater Achenbach habe sie lediglich im Auftrag der Galerie verkaufen sollen.

Regisseur Haneke veröffentlicht seine Drehbücher

Haneke ist für seinen schnörkellosen Stil bekannt

Viel Stoff für Cineasten: Der Regisseur und Oscar-Gewinner Michael Haneke ("Die Klavierspielerin") hat die Drehbücher seiner Filme als Buch veröffentlicht. Auf rund 1300 Seiten ist das Kinoschaffen des in München geborenen Filmemachers nun im Detail nachzulesen. "Gerade in den Drehbüchern lassen sich seine präzise Arbeitsweise und sein handwerkliches Können jetzt noch einmal nachvollziehen", schrieb der Verlag Hoffmann und Campe. Das Werk ermöglicht einen Blick auf 13 Kinoarbeiten. Haneke erhielt 2013 für das Drama "Liebe" über ein altes Paar den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Der in Wien lebende 76-Jährige, dessen Schwarz-Weiß-Epos "Das weiße Band" über eine bäuerliche Gesellschaft am Vorabend des Ersten Weltkriegs hochgelobt wurde, ist für seine schnörkellose Handschrift bekannt.

Drehbeginn für den neuen Bond-Film ist im März

Ein Wechsel auf dem Regiestuhl war Grund für die Verzögerung

Der Starttermin des nächsten Bond-Films wurde verschoben. "Bond 25" soll im Februar 2020 ins Kino kommen. Drehbeginn ist im März. Hintergrund ist ein angeblicher Streit zwischen Bond-Darsteller Daniel Craig mit dem zunächst vorgesehenen Regisseur Danny Boyle ("Trainspotting"). Sowohl Boyle als auch Drehbuchautor John Hodge verabschiedeten sich aus dem Team. Nachfolger auf dem Regiestuhl ist der US-Amerikaner Cary Fukunaga. Es wird spekuliert, dass "Bond 25" eine direkte Fortsetzung des letzten Bondfilms "Spectre" sein soll. Regisseur Fukunaga bestätigte gegenüber "Daily Mail", dass Schauspielerin Léa Seydoux wieder als Dr. Madeleine Swann an der Seite des Agenten zu sehen sein wird. Es ist erst das zweite Mal, dass ein "Bondgirl", wie Bonds weibliche Bekanntschaften seit jeher genannt werden, in derselben Rolle zurückkehrt.

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