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Kulturnachrichten

Samstag, 5. Januar 2019

Datenklau bei Politikern blieb BSI tagelang verborgen

Sicherheitsbehörde BSI erfuhr erst am 3. Januar von großem Datenklau

Die Veröffentlichung personenbezogener Daten von Hunderten Politikern und Prominenten im Internet ist in der für IT-Sicherheit zuständigen Behörde nach deren Angaben tagelang unbemerkt geblieben. Erst in der zurückliegenden Woche habe das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) von dem Datenklau erfahren, erklärte die Behörde am Samstag. Nach ersten Hinweisen Anfang Dezember 2018 seien alle Beteiligten noch von einem Einzelfall ausgegangen. Politiker von SPD und Grünen stellten infrage, ob die Behörde schnell genug reagiert habe. Die Grünen-Politikerin Tabea Rößner sagte dem "Handelsblatt", wenn das BSI schon länger von dem Datenklau gewusst habe, sei es "unerklärlich und verantwortungslos, dass das BSI erst so spät tätig wurde". Zahlreiche Betroffene hätten vom Datenklau erst erfahren, als sie von wildfremden Leuten angerufen worden seien. Am Freitag war bekanntgeworden, dass personenbezogene Daten wie Mobilfunknummern und Emailadressen deutscher Politiker und anderer Prominenter im Internet verbreitet worden waren.

Ukraine: Orthodoxe Kirche wird eigenständig

Russland wollte das verhindern

Trotz heftiger Proteste aus Moskau ein historischer Akt für die Ukraine: Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel hat die neue orthodoxe Kirche des osteuropäischen Landes offiziell anerkannt und ihr die vollständige Eigenständigkeit verliehen. Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie unterzeichnete in Istanbul den entsprechenden Erlass. Mehr als 27 Jahre nach der staatlichen Unabhängigkeit löst sich die Ukraine damit auch auf religiösem Gebiet von Moskau. Die ukrainische Kirche wird formal allen anderen bestehenden 14 orthodoxen Landeskirchen gleichgestellt. An der Zeremonie im Thronsaal der Residenz nahmen der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko und Parlamentspräsident Andrej Parubij teil.

Edgar Reitz öffnet Kino im Hunsrück

Das "Kino Heimat" eröffnet in Reitz Geburtsstadt Morbach

Fans des Regisseurs Edgar Reitz ("Heimat", "Die andere Heimat") können sich seine Filme künftig in einem eigenen Kino in seiner Geburtsstadt Morbach im Hunsrück anschauen. Das neue "Kino Heimat" werde am 11. Januar bei einer Feier mit Reitz (86) eröffnet, teilte der Betreiber Alfons Schramer mit. Es hat 30 Plätze auf knapp 40 Quadratmetern. Das Mini-Kino grenzt unmittelbar an das Elternhaus von Reitz und steht dort, wo einst die Garage war. Darin habe er als zehnjähriger Junge mit einem Spielzeugprojektor für Nachbarskinder kleine Filmvorführungen gemacht, sagte Reitz. Im Elternhaus ist seit Herbst 2013 das "Café Heimat" untergebracht: Dazu gehört auch eine Dauerausstellung mit Requisiten und Dokumenten. Im Mittelpunkt vom "Kino Heimat" stehe das Lebenswerk von Reitz, sagte Schramer. Außerdem solle es eine Serie mit den Lieblingsfilmen von Reitz geben. Schließlich werde das Programmkino einen besonderen Fokus auf den internationalen Kurzfilm legen.

"Vice" für Produzentenpreise nominiert

Die Trophäen der Hollywood-Produzenten werden am 19. Januar vergeben

Die Golden-Globe-Favoriten "Vice", "A Star is Born", "Green Book" und die Tragikomödie "The Favourite - Intrigen und Irrsinn" haben ihre Chancen auf die diesjährigen Oscars weiter verbessert. Der US-Produzentenverband nominierte insgesamt zehn Spielfilme für den Spitzenpreis der Producers Guild of America (PGA). Ebenfalls im Rennen: "Black Panther", "BlacKkKlansman", "Bohemian Rhapsody", "Crazy Rich", "A Quiet Place" und "Roma". Über die Preise stimmen mehrere tausend Filmproduzenten ab. Die Trophäen der Hollywood-Produzenten werden am 19. Januar in Los Angeles vergeben. Sie gelten als Barometer für die Oscars, die in diesem Jahr am 24. Februar verliehen werden. Mit sechs Nominierungen geht die Politsatire "Vice" an diesem Sonntag als Favorit in das Rennen um die Golden Globes, die vom Verband der Hollywood-Auslandspresse verliehen werden. Christian Bale spielt darin den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney.

Kolonialgeschichte Berlin soll aufgearbeitet werden

Berliner Kultursenator Lederer: "Koloniale Abhängigkeiten wirken bis heute fort"

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer hat eine umfassende Aufarbeitung der Kolonialzeit angemahnt. "Die Verantwortung nur auf die ethnologischen Museen abzuschieben, würde viel zu kurz greifen", sagte der Linken-Politiker. "Koloniale Abhängigkeiten und Machtverhältnisse wirken bis heute fort. Und diesem Thema müssen wir uns mit aller Ernsthaftigkeit und Beherztheit widmen." Dazu gehört nach Ansicht von Lederer nicht nur das Eingeständnis von Schuld und die Übernahme von Verantwortung gegenüber den Ländern des Südens. Es gehe auch um anhaltende koloniale Denkweisen bei uns. "Der Kolonialismus ist in der Gesellschaft immer noch präsent. Auch im Berliner Stadtbild gibt es noch eine ganze Menge - angefangen von der Diskussion um die Mohrenstraße bis zu Bildern an Häuserfassaden, in denen sich die Ideologie von Über- und Unterordnung ausdrückt." In den kommenden Jahren soll die Kolonialgeschichte der Stadt möglichst gründlich aufgearbeitet werden. Dabei sind alle Museen gefordert, ihre Sammlungen auf koloniales Unrecht hin zu durchforsten. Ein erster dringender Schritt sei die Digitalisierung der Bestände, sagte der Kultursenator. In einem zweiten Schritt müssten Rückgabeforderungen der Herkunftsländer ernst genommen werden.

Moderiert Kevin Hart nun doch die Oscar-Gala?

Nach seinem Rückzug im Dezember denkt der Komiker über Rückkehr nach

Kevin Hart (39) war Anfang Dezember als Moderator der Oscar-Gala zurückgetreten, doch nun stellt der US-amerikanische Schauspieler und Komiker eine mögliche Rückkehr auf die Showbühne in Aussicht. Das sagte er in Ellen DeGeneres Talkshow. Kurz nach seiner Ernennung als Oscar-Gastgeber war der schwarze US-Comedian im Dezember in die Kritik geraten. Hintergrund waren als schwulenfeindlich empfundene Tweets und Witze des Komikers aus den Jahren 2009 bis 2011. Hart gab daraufhin seinen Rückzug als Show-Moderator bekannt. Zugleich entschuldigte er sich bei der schwul-lesbischen LGBTQ-Gemeinde für "unsensible Worte aus der Vergangenheit". Die offen lesbische Moderatorin DeGeneres gab Hart in ihrer Sendung nun Rückendeckung. Sie selbst habe die Oscar-Akademie angerufen, um ein gutes Wort für Hart einzulegen. Die Veranstalter hätten positiv reagiert. Die Oscars werden in der Nacht zum 25. Februar in Los Angeles verliehen. Einen Ersatz für Hart hat die Academy bisher nicht benannt.

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