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Kulturnachrichten

Mittwoch, 20. Januar 2021

"Iron Harvest" räumt beim Deutschen Entwicklerpreis ab

Das Strategiespiel "Iron Harvest" des Bremer Studios King Art ist der große Gewinner des Deutschen Entwicklerpreises 2020. Der Kritiker-Liebling setzte sich gleich in drei Kategorien gegen die Konkurrenz durch, wie die Jury in Köln mitteilte. Diese waren "Bestes Deutsches Spiel", "Bestes Game Design" und "Bester Sound". Entwickler King Art gewann zudem den Preis als "Bestes Studio". "Iron Harvest" ist ein sogenanntes Echtzeit-Strategiespiel. Die Spieler kontrollieren Gebäude und Einheiten, sammeln Ressourcen und bauen damit eine Armee auf, um die Gegner zu besiegen.Wegen der Corona-Pandemie konnten die Preise nicht bei einer festlichen Gala vergeben werden. Stattdessen hatten sich die Organisatoren für eine Online-Show entschieden. Der Deutsche Entwicklerpreis gilt als älteste Auszeichnung der deutschen Games-Branche. Er wird seit 2004 vergeben.

Schloss Reinhardsbrunn kann Landeseigentum werden

Nach jahrelangem Rechtsstreit kann das thüringische Schloss Reinhardsbrunn nun Landeseigentum werden. Den Weg dafür ebnete ein Urteil des Landgerichts Meiningen. Die Baulandkammer habe einen Antrag abgelehnt, mit dem die Durchsetzung der bereits beschlossenen Enteignung des Schlosses verhindert werden sollte, teilte das Gericht nach der Verkündung mit. Voraussetzung für die Übertragung der historischen Anlage ans Land ist, dass das schriftliche Urteil vorliegt und auch rechtskräftig ist. Allerdings können noch Rechtsmittel eingelegt werden. Mit dem in Deutschland so noch nicht geführten Enteignungsverfahren will das Land das Schloss retten. Die bisherige Besitzerin - eine Consulting-Firma - hatte es jahrelang der staatlichen Notsicherung überlassen.

Schauspieler fordern Aufstockung der Staats-Hilfen

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) hat gefordert, die Hilfen in Corona-Zeiten dringend aufzustocken. Viele der 15.000 bis 20.000 Schauspielerinnen und Schauspieler in Deutschland hätten seit März 2020 kaum Einkommen. Viele der Schauspieler seien oft keine Soloselbstständigen, sondern kurzbefristet Beschäftigte. Sie sind demnach bislang weitgehend durchs Hilfsraster gefallen. Laut Verband leben zwei Drittel bis drei Viertel aller Schauspieler und Schauspielerinnen von Gastverpflichtungen an Theatern. Der Verband rief die Politik dazu auf, die auf Projektdauer beschäftigten Schauspieler und Schauspielerinnen bei den neuen Regelungen zu berücksichtigen.

ARD-Sender und Freie einigen sich auf Vergütung

Selbständige Regisseur*innen und Autor*innen von Dokumentationen und Dokumentarfilmen können künftig mit höheren Honoraren rechnen. Seit Jahresbeginn gilt ein neues Vergütungsmodell. Die Sender der ARD und die Produzentenallianz haben sich mit der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) und dem Bundesverband Regie (BVR) auf gemeinsame Vergütungsregelungen verständigt. Die Honorare für Regisseur*innen und Autor*innen werden insgesamt deutlich angehoben. Der bisher übliche "Buy-out" mit pauschalen Gagen wird abgelöst durch ein Nachvergütungsmodell. Damit werden die Urheber*innen auch am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Filme beteiligt, indem Wiederholungen künftig systematisch erfasst und die Filmemacher*innen auch prozentual an kommerziellen Erlösen beteiligt werden.

Hygiene-Institut der Charité unter Denkmalschutz

Das Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Berliner Charité ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Der Bau von Hermann Fehling und Daniel Gogel von 1974 zählt zu den bedeutendsten Beispielen der Berliner "Scharounschule". Er ist also geprägt von Hans Scharoun, dem Architekten der Philharmonie. Die Senatsverwaltung für Kultur würdigte "die ausdrucksstarken Formen" und den "bewusst in Szene gesetzten Beton". Das Institut sei ein Gesamtkunstwerk, ein Bau von internationalem Rang und ein bedeutender Beitrag zur organischen und brutalistischen Architektur der Nachkriegsmoderne, so der Landeskonservator Christoph Rauhut.

Soziologin Allmendinger in Vatikan-Akademie berufen

Papst Franziskus hat die deutsche Soziologin Jutta Allmendinger in die Päpstliche Akademie der Sozialwissenschaften berufen. Das teilte der Heilige Stuhl mit. Allmendinger ist Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Dort forschen Experten zu Gesellschaftsfragen. Themen sind etwa der Wandel politischer Systeme, Migration, Diversität sowie die Stärkung von Frauen in Politik und Wirtschaft. Die Berufung sei eine große Ehre, sagte Allmendinger der Deutschen Presse-Agentur. Der Päpstlichen Akademie gehören Männer und Frauen aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen an. Sie werden vom Papst und der Akademie für ihren "herausragenden Beitrag" in der Sozialwissenschaft berufen, wie es auf der Internetseite der Akademie heißt.

Produzentin beklagt "Verengung" bei TV-Programmen

Die Fernseh-Produzentin und frühere WDR-Abteilungsleiterin Barbara Buhl kritisiert das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm. Es habe eine große Verengung gegeben zugunsten des Populären und zulasten einer Vielfalt, sagt sie der "Zeit". Buhl bezeichnete es als Skandal, dass herausragende Kinofilme, die mit Millionen Euro an öffentlich-rechtlichem Geld und auch durch die Filmförderung subventioniert werden, von den Sendern quasi versteckt, "in der Tiefe der Nacht versenkt" würden. Redaktionen könnten kaum mehr autonom über die Realisierung von Programm entscheiden, beklagte sie. Stattdessen herrsche Quotendruck. Dadurch laufe der öffentlich-rechtliche Rundfunk Gefahr, seinen Auftrag zu verfehlen. "Die Rechtfertigung dafür, dass wir uns dieses System leisten, könnte eher verloren gehen durch eine immer stärkere Einengung, Popularisierung und Formatierung des Programms", so Buhl.

Christoph Heins Vorlass geht ans Literaturarchiv

Der Vorlass des Schriftstellers Christoph Hein geht als Depositum an das Deutsche Literaturarchiv Marbach. Hein wurde 1944 in Schlesien geboren und wuchs in Sachsen auf. Wie es in einer Mitteilung des DLA heißt, zeichne Hein seit mehr als vier Jahrzehnten die Geschichte des erst geteilten und später um innere Einheit ringenden Deutschlands humorvoll und ironisch als "Chronist ohne Botschaft" auf. Jetzt übergibt der Wahl-Berliner seine Manuskripte, Arbeitsmaterialien und Briefe dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach, sie gehören ihm aber weiter. Der übergebene Vorlass umfasst insbesondere Stücke und erzählende Prosa aus der späten DDR-Zeit.

Regierung regelt Kennzeichnungspflicht für Influencer

Die Bundesregierung will klar regeln, was Influencer und Bloggerinnen als Werbung kennzeichnen müssen und was nicht. Dazu hat das Bundeskabinett heute einen Gesetzentwurf von Bundesjustizministerin Lambrecht gebilligt. Demnach müssen Influencerinnen und Blogger nur die Posts als Werbung kennzeichnen, für die sie auch tatsächlich eine Gegenleistung bekommen. Das gebe ihnen laut Lambrecht mehr Rechtssicherheit. Bei Beiträgen, für die Influencer kein Geld oder eine andere Form der Leistung bekommen, sei kein kommerzieller Zweck anzunehmen.

Die Autorin Anne Weber hält die Schillerrede 2021

Die Autorin und Übersetzerin Anne Weber hält die Schillerrede 2021. Ihre sprachliche Sensibilität und ihre Experimentierfreude machten sie zu einer der wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Das teilte das Deutsche Literaturarchiv in Marbach mit. Mit der Schillerrede wird jährlich am 7. November an den Geburtstag des Dichters Friedrich Schiller erinnert. Weber erhielt für ihre Werke zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2020 den Deutschen Buchpreis für ihren Roman "Annette, ein Heldinnenepos".

Antike Amphoren in Schiffswrack vor Kasos entdeckt

Griechische Archäologen haben vor der kleinen Insel Kasos östlich von Kreta eine Fundgrube für Gegenstände aus der Antike entdeckt. Im Wrack eines untergegangenen Frachters aus der römischen Zeit wurden Dutzende Amphoren und andere Keramik-Gegenstände aus dem Meer geholt, die aus Gebieten rund um das Mittelmeer stammen. Interessant sei die Herkunft der Amphoren, betonte das Kulturministerium. Sie stammen aus spanischen Keramikmanufakturen aus der Region des Flusses Guadalquivir, aber auch aus der Region des heutigen Tunesien. Dies zeige, wie dicht der Handel zwischen den damaligen Ländern rund um das Mittelmeer schon damals gewesen sei.

Netflix knackt Marke von 200 Millionen Nutzern

Der Video-Streaming-Anbieter Netflix ist Ende 2020 stark gewachsen und hat die Marke von 200 Millionen Nutzern weltweit durchbrochen. Wie das Unternehmen mitteilte, kamen in den letzten drei Monaten 8,5 Millionen Abonnenten hinzu; die Gesamtzahl liegt nun bei knapp 204 Millionen. Die Erlöse legten im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar zu.

Musikstars kritisieren Visaregeln für Künstler nach Brexit

Mehr als 100 Musik-Stars haben der britischen Regierung Versagen bei der Verhandlung von Visaregeln für Kulturschaffende nach dem Brexit vorgeworfen. Es klaffe eine riesige Lücke anstelle der versprochenen Bewegungsfreiheit, kritisieren unter anderen Elton John, Ed Sheeran und Sting in einem Brief, der in der "Times" veröffentlicht wurde. Die Kosten für Arbeitserlaubnisse, Visa und andere bürokratische Regeln machten Tourneen unrentabel. Besonders für junge Musiker, die aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin Schwierigkeiten hätten. Seit dem 1. Januar, dem Ende der Brexit-Übergangsphase, benötigen Musiker und Künstler teure Visa für Auftritte in Großbritannien beziehungsweise der EU.

Barbara Sukowa gewinnt französischen Filmpreis

Die deutsche Schauspielerin Barbara Sukowa hat den Prix Lumière als beste Darstellerin gewonnen. Die 70-Jährige erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in "Deux" ("Wir beide") und teilt sie sich mit der französischen Filmpartnerin Martine Chevallier. Die Prix Lumières werden seit 1995 von der Auslandspresse vergeben und entsprechen den amerikanischen Golden Globes. Die Preisvergabe fand wegen der Corona-Krise nicht live statt, sondern wurde zuvor aufgenommen und vom französischen Fernsehsender Canal+ ausgestrahlt. Sukowa zählt zu den bekanntesten Charakterdarstellerinnen des deutschen Kinos. Sie wurde mit Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz" (1980) und "Lola" (1981) berühmt. "Wir beide" geht für Frankreich ins Rennen um die Nominierung als Ausland-Oscar.

Georg Baselitz spendet Bild für Obdachlosenhilfe

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz spendet ein Bild für Obdachlose. Der 82-Jährige schenke eine signierte Bleistiftzeichnung, die versteigert werden solle. Das teilte der Verein "Kunst hilft geben" in Köln mit. Künstler seien den Bedürftigen immer näher als den Regierenden, wurde Baselitz zitiert. Er hoffe, dass die Versteigerung auf die Not der Menschen aufmerksam mache. Das Werk "Selbstportraits ZERO" soll bei einer Online-Benefiz-Auktion des Kölner Auktionshauses Lempertz vom 21. bis zum 31. Januar unter den Hammer kommen.

Neuer Asterix-Band erscheint im Herbst

Im Herbst erscheint ein neues Comic-Abenteuer von Asterix. Es ist der erste Band nach dem Tod von Albert Uderzo, dem Mit-Erfinder der Comicfigur. Der Zeichner war im vergangenen März im Alter von 92 Jahren gestorben. Der 39. Band soll mit einer Auflage von rund fünf Millionen Exemplaren weltweit am 21. Oktober in den Handel kommen - rund zwei Millionen sind für den französischen Markt bestimmt.

Künstler fordern von Biden Einsatz gegen Rassismus

Afroamerikanische Künstlerinnnen und Künstler haben den designierten US-Präsidenten Joe Biden aufgefordert, sich schnell gegen Rassismus einzusetzen. In den ersten einhundert Tagen seiner Amtszeit solle er eine Kommission zur Beseitigung von strukturellem Rassismus einrichten, fordern unter anderen Alicia Keys und Mary J. Blige in einem Video, in dem sie auch an schwarze Opfer von Polizeigewalt und Rassismus erinnern.

Börsenverein sucht Kandidaten für Friedenspreis

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sucht Kandidatinnen und Kandidaten für seinen Friedenspreis 2021. Ausgezeichnet werden solle eine Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen habe, heißt es. Alle Bürgerinnen und Bürger können nach Angaben des Börsenvereins bis zum 1. März Kandidaten mit schriftlicher Begründung vorschlagen. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird am 24. Oktober in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Theologinnen in Wissenschaft und Medien benachteiligt

Katholische Theologinnen sind nach einer in Graz herausgegebenen Studie sowohl wissenschaftlich als auch in Medien benachteiligt. Der Anteil der Autorinnen in Fachpublikationen liegt danach bei 18 Prozent. Bei akademischen Veranstaltungen beträgt das Verhältnis der Referenten 21 zu 79 Prozent zuungunsten der Frauen. Untersucht wurden theologische Zeitungen zwischen 2010 und 2019. Darin publizierten 6.104 Männer und 1.330 Frauen. Bei Konferenzen und Jahrestreffen der theologischen Arbeitsgemeinschaften referierten 416 Männer und 112 Frauen. Für die statistische Untersuchung verantwortlich ist der Vorstand von Agenda, ein wissenschaftlicher Zusammenschluss von rund 350 Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Türkische Regierung will Twitter & Co einschränken

Die Türkei hat den sozialen Netzwerken Twitter, Periscope und Pinterest ein Werbeverbot erteilt. Die Firmen verstoßen nach Angaben der Regierung gegen türkisches Recht, da sie keinen lokalen Ansprechpartner nennen können. Der stellvertretende Infrastrukturminister Sayan kündigte an, die Bandbreite von Twitter und Pinterest werde im April um 50 Prozent gekappt und ab Mai um 90 Prozent. In der Türkei war im vergangenen Jahr das neue Social-Media-Gesetz in Kraft getreten, das Kritikern zufolge einer Zensur gleichkommt.

Kubanischer Filmregisseur Tabío gestorben

Der kubanische Filmregisseur Juan Carlos Tabío ist tot. Das nationale Filminstitut ICAIC und die kommunistische Parteizeitung "Granma" teilten mit, er sei am Montag gestorben. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Über Tabíos Alter ist nur bekannt, dass er 1943 geboren wurde. International verbindet sich sein Name vor allem mit dem Film "Erdbeer und Schokolade", bei dem er zusammen mit Tomás Gutiérrez Alea Regie geführt hatte. Der Film, der das Thema Homosexualität behandelte, wurde bei der Berlinale 1994 mit dem Silbernen Bär ausgezeichnet. 2014 bekam Tabío den Nationalen Filmpreis Kubas.

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