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Montag, 19.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Montag, 4. Januar 2021

Neue Intendantin am Theater Oberhausen

Intendantin Kathrin Mädler wechselt vom Landestheater Schwaben an das Theater Oberhausen. Zur Spielzeit 2022/23 werde die promovierte Theaterwissenschaftlerin die Intendanz in Oberhausen als Nachfolgerin von Florian Fiedler übernehmen, teilte die Stadt Oberhausen mit. Der bis 2022 laufende Vertrag mit Fiedler war nicht verlängert worden. "Gerade in dramatischer Zeit glaube ich fest an die revolutionäre, verbindende und tröstliche Kraft des Theaters - das spielerisch und spielwütig ist, das wärmt, erstaunt und verstört", sagte Mädler. In ihrer Theaterkarriere wirkte die 44-Jährige unter anderem am Burgtheater Wien, am Badischen Staatstheater Karlsruhe und am Staatstheater Nürnberg.

Lockdown-Verlängerung in Österreich verärgert Kultur

Burgtheaterdirektor Martin Kušej zeigt sich sehr verärgert über die heute in Wien verkündete Verlängerung des Lockdowns in Österreich. Er fühle sich verschaukelt, lässt Kušej in einem Pressestatement wissen. Nach Rücksprache mit dem Kulturstaatssekretariat habe man Vorstellungen ab dem 22. Januar 2021 in allen Spielstätten geplant und auf den notwendigen Vorlauf von vier bis sechs Wochen hingewiesen. „Und von heute auf morgen ist mal wieder alles Makulatur. Ein Theaterbetrieb dieser Größe kann diese Entscheidungen nicht kurzfristig umsetzen. Wir Kultureinrichtungen haben sehr gute, bereits bewährte Präventionskonzepte, mit denen wir bei zulässiger Infektionslage öffnen können; darüber spricht man nicht einmal mehr.“ Er werte dies als „ein erneutes Zeichen dafür, welchen ach so hohen Stellenwert der Kulturbereich für die österreichische Regierung in der so genannten Kulturnation Österreich hat!“nl

"Engel für Charlie" und Bond-Star: Schauspielerin Tanya Roberts tot

(Anmerkung v.5.1.2021: Tanja Roberts soll doch noch leben. Siehe Kulturnachrichten v.5.1.2021) Die Bond-Schauspielerin Tanya Roberts ist im Alter von 65 Jahren gestorben, berichtet der Sender CNN unter Verweis auf Roberts Manager. Die genaue Todesursache blieb zunächst unbekannt. Roberts, die 1955 im New Yorker Stadtteil Bronx geboren wurde, erlangte Anfang der 80er-Jahre in den USA erstmals nationale Bekanntheit, als sie einen der "Drei Engel für Charlie" in der letzten Staffel der Serie spielte. Beim James-Bond-Klassiker "Im Angesicht des Todes" war sie dann die Frau an der Seite von Roger Moore. Auch in der beliebten Serie "Die Wilden 70er" war sie öfter zu sehen.

Autorin Renate Lasker-Harpprecht gestorben

Die Autorin und Journalistin Renate Lasker-Harpprecht ist tot. Wie ihre Schwester Anita Lasker-Wallfisch dem WDR gegenüber bestätigte, starb Renate Lasker-Harpprecht im Alter von 96 Jahren im französischen La Croix-Valmer. Sie wurde 1924 in Breslau in eine bildungsbürgerliche jüdische Familie hineingeboren. Ihre Eltern wurden 1942 deportiert und ermordet. Gemeinsam mit ihrer Schwester Anita wurde Renate Lasker-Harpprecht ins Konzentrationslager Auschwitz und später nach Bergen-Belsen deportiert. Beide wurden 1945 befreit. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin bei der BBC in London, für den WDR und für das ZDF in den USA. Ihre Erinnerungen an die Schoa sind in dem Sammelband "Mich hat Auschwitz nie verlassen" niedergelegt. Vor vier Jahren ehrte das Jüdische Museum Berlin sie und ihre Schwester mit dem Preis für Verständigung und Toleranz.

Soundkünstler Jeff McGrory gestorben

Der Soundkünstler Jeff McGrory ist tot, meldet das Internetportal nachtkritik.de mit Bezug auf die Gruppe Gob Squad. Er starb er am 29. Dezember 2020 in Berlin nach langjähriger Krebserkrankung im Alter von 55 Jahren. McGrory spielte als Musiker mit zahlreichen Bands. Nach seinem Umzug nach Berlin begann McGrory 2002 mit dem deutsch-britischen Performance Kollektiv Gob Squad zu arbeiten. Es entstanden zahlreiche gemeinsame Projekte. Auch für das Performance Kollektiv She She Pop entwarf Jeff McGrory verschiedene Sounddesigns."Die von ihm erschaffene Klangwelt war reich und zart, voller Bezüge und Humor", würdigt Gob Squad ihren langjährigen Weggefährten.

Stärkung der Armenier-Forschung

Die Forschung zur Geschichte und Kultur der Armenier soll dauerhaft gestärkt werden. Dazu schlossen das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa in Leipzig und die MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kooperationsvereinbarungen. Geplant sind unter anderem gemeinsame Veranstaltungen und Publikationen. Dazu zählt etwa die Fortsetzung der Arbeiten an der deutsch-englischen Publikationsreihe "Armenier im östlichen Europa". Zunächst ist die Kooperation auf zwei Jahre angelegt, wie das Leibniz-Institut mittelte.

Kulturrat will Verschlankung der Preußen-Stiftung

Der Deutsche Kulturrat hat sich zur Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz positioniert. Dem Stiftungsrat solle demnach künftig nur noch der Bund und Berlin angehören, nicht mehr alle übrigen Bundesländer. Durch einen Beirat, in dem sich die Diversität der Gesellschaft widerspiegelt, müsse die Stiftung in der Zivilgesellschaft verankert werden. Weiter sieht der Kulturrat die Stiftung in einer Vorreiterrolle bei der Aufarbeitung der Bestände und der Rückgabe von NS-Raubkunst und fordert ähnliche Aufarbeitung beim Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Ende Oktober hatte eine vom Stiftungsrat eingesetzte Reformkommission ihre Arbeit aufgenommen. Im Sommer soll eine Entscheidung zur künftigen Ausrichtung der Stiftung vorgelegt werden.

"Isoliertes Kino" beim Filmfestival Göteborg

In der Corona-Krise geht das Filmfestival im schwedischen Göteborg ungewöhnliche Wege: abgeschieden auf einer abgelegenen Schäreninsel kann ein einziger Kinofan im "isolierten Kino" eine Woche lang die Filme des Festivals gucken. Die Veranstalter teilten mit, Interessenten könnten sich im Internet um den Aufenthalt auf der abgeschiedenen Nordseeinsel bewerben. Das Göteburger Filmfestival ist das größte Skandinaviens, der gesamte Wettbewerb läuft vom 29. Januar bis zum 8. Februar in digitaler Form. Weitere isolierte Filmvorführungen für jeweils eine einzige Person soll es in der Scandinavium-Arena sowie in einem Festivalkino in Göteborg geben.

100 Jahre Beuys - 2021 Jubiläumsjahr

Allein zwanzig Museen und Institutionen in Nordrhein-Westfalen sowie Museen in Berlin, Stuttgart, Darmstadt und Wien wollen Joseph Beuys 2021 Ausstellungen widmen. Der Künstler mit dem Filzhut wäre im Mai 100 Jahre alt geworden. Mit seinem Motto "Jeder Mensch ist ein Künstler" hat Beuys die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg revolutioniert. Bekannt geworden ist er als Aktionskünstler, Kunstprofessor an der Kunstakademie Düsseldorf, sowie als Gesellschaftskritiker und Mitbegründer der Grünen. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf plant in der Ausstellung "Jeder Mensch ist ein Künstler. Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys" Aktionen mit zeitgenössische Künstlerinnen und Künstlern. Die Veranstaltungen in den verschiedenen Städten werden bis ins Jahr 2022 reichen.

Portugal trauert um Sänger do Carmo

Portugal hat zum Tod von Sänger Carlos do Carmo an diesem Montag eine eintägige Staatstrauer ausgerufen. Do Carmo war am Neujahrstag gestorben und ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Fado-Sänger. Er galt als "die Stimme Lissabons" und war auch international bekannt. 2014 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Latin Grammy Award ausgezeichnet. Er wurde 81 Jahre alt.

Sänger Gerry Marsden gestorben

Der britische Musiker Gerry Marsden, der als Sänger der Band Gerry And The Pacemakers in den 60er-Jahren berühmt wurde, ist tot. Das teilte seine Familie am Sonntagabend mit. Der befreundete Radiomoderator Pete Price hatte am Sonntag zuvor über Twitter den Tod Marsdens im Alter von 78 Jahren bekanntgegeben. Zu den berühmtesten Songs der aus Liverpool stammenden Gruppe, deren erste drei Singles in Großbritannien Nummer-eins-Hits wurden, zählt das Lied "You'll Never Walk Alone", das seit Jahrzehnten die Vereinshymne des englischen Fußballmeisters FC Liverpool ist und auch häufig in anderen Fußballstadien zu hören ist. Der FC Liverpool würdigte Marsden am Sonntag bei Twitter. "Gerrys Worte werden für immer bei uns sein. You'll Never Walk Alone", schrieb der Club.

Grütters plant Gedenkstätte zu Weltkriegsverbrechen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat ein Konzept für eine Gedenk- und Bildungsstätte zu deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg vorgelegt. Das berichtet die "Bild am Sonntag" und beruft sich dabei auf ein dreiseitiges Papier sowie entsprechende Äußerungen der CDU-Politikerin. Demnach soll die Gedenkstätte "die Verbindung von rassenideologischer Eroberungspolitik, Gewaltandrohung, Krieg und Diplomatie" behandeln. An dem Gedenkort soll es mehrere Schwerpunkte geben - etwa zur Sterilisation und Ermordung von Menschen mit Behinderung, kalkuliertem Verhungernlassen, Einsatz von Gaswagen und Gaskammern, Massakern, Massenerschießungen, Zwangsarbeit und dem Zwang zu Kollaboration. Auf diese Weise werde die Geschichte Europas unter deutscher Besatzung "in bisher einmaliger Weise im Zusammenhang dokumentiert und dargestellt". Die Konzeption solle bis Ende des Jahres unter Federführung des Deutschen Historischen Museums erarbeitet werden. Der Bundestag hatte die Bundesregierung im vergangenen Oktober aufgefordert, ein solches Konzept zu erstellen.

Lehrer pochen trotz Corona auf vollwertiges Abitur

Laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" fordert der Deutsche Philologenverband für 2021 ein vollwertiges Abitur auch unter Corona-Bedingungen. Die Kultusminister sollten den Ländern dafür mehr Freiheiten gewähren, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing der Zeitung. Man müsste angemessene Terminverschiebungen für die Prüfungen einplanen und den Lehrkräften eine größere Auswahl bei den Prüfungsthemen geben. Außerdem sollten landeseigene neben zentralen Klausurfragestellungen zugelassen werden. Abiturientinnen und Abiturienten bräuchten auf alle Fälle einen vollwertigen Abschluss, so Lin-Klitzing. Am Montag beraten die Kultusminister der Länder über das weitere Vorgehen, am Dienstag die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob, wann und in welcher Form die Schulen nach dem 10. Januar wieder öffnen.

Dritte TV-Programme erreichen täglich 25 Millionen

Die Dritten Fernsehprogramme der ARD haben im vergangenen Jahr täglich im Schnitt 24,8 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreicht und damit so viele wie zuletzt 2010. Im Vergleich zum Vorjahr schalteten 1,6 Millionen Menschen mehr ein, teilte die ARD mit. Der Marktanteil der Dritten lag demnach bundesweit bei 13,7 Prozent, so hoch wie zuletzt vor 16 Jahren. In der Zeit von 18 bis 20 Uhr, in der die Dritten Programme vor allem Nachrichten-Formate und regionale Information anbieten, hätten sie mit 19,2 Prozent Marktanteil den höchsten Wert in ihrer Geschichte verzeichnet. In Zeiten der Corona-Pandemie hätten die Menschen in Deutschland gerade den Dritten ihr Vertrauen geschenkt, kommentierte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow, die Zahlen.

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