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Kulturnachrichten

Donnerstag, 27. Juni 2019

Körber-Preis 2019 geht an Bernhard Schölkopf

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft geht in diesem Jahr an den deutschen Physiker, Mathematiker und Informatiker Bernhard Schölkopf. Der 51-Jährige habe mit seinen mathematischen Verfahren maßgeblich dazu beigetragen, der Künstlichen Intelligenz (KI) zu ihren jüngsten Höhenflügen zu verhelfen, teilte die Körber-Stiftung in Hamburg mit. Weltweites Renommee habe Schölkopf mit seinen Support-Vektor-Maschinen erlangt. Dies sind Algorithmen, mit denen Computer komplizierte KI-Berechnungen schnell und präzise erledigen können. Der Tübinger Forscher sei ein Pionier dieser neuen industriellen Revolution. Der Körber-Preis wird am 13. September im Hamburger Rathaus überreicht.

Theodor-Wolff-Preis für sechs Journalisten

Mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis sind sechs Journalisten ausgezeichnet worden. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) vergab die mit insgesamt 30 000 Euro dotierten Auszeichnungen in Berlin. In der Kategorie "Reportage lokal" sprach die Jury Maris Hubschmid vom Berliner "Tagesspiegel" den Preis zu, in der Sparte "Reportage überregional" wurde Marius Buhl vom "SZ-Magazin" ausgezeichnet. Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur der "Augsburger Allgemeinen", bekam die Auszeichnung in der Kategorie "Meinung lokal", Daniel Schulz von der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "taz" in der Kategorie "Meinung überregional". Für seinen Beitrag zum "Thema des Jahres", das diesmal "Welt im Umbruch - Demokratie in Gefahr?" lautete, wurde Andrian Kreye von der "Süddeutschen Zeitung" ausgezeichnet. Den Preis für sein Lebenswerk hatte die Jury bereits zuvor dem Journalisten Michael Jürgs zugesprochen. Der mittlerweile 74-Jährige war unter anderem Chefredakteur von "Stern" und "Tempo", schrieb aber auch Biographien etwa über Romy Schneider, Axel Springer, Richard Tauber und Günter Grass.

AfD will Nationalität von Künstlern erfahren

Mit scharfer Kritik reagieren die Stuttgarter Staatstheater auf die Forderung der AfD im Landtag, die Staatsbürgerschaft ihrer Sänger und Tänzer offenzulegen. Die baden-württembergische Oppositionspartei will in einer Landtagsanfrage wissen, welchen Pass die Balletttänzer und Orchestermusiker an staatlichen Theatern und die Sänger in Opernstudios haben. "Die Anfrage der AfD spricht für sich selbst, und sie führt zur Überlegung, was für ein Sinn sich dahinter verbergen könnte", sagte der Geschäftsführende Intendant der Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks, der Deutschen Presse-Agentur. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn nannte die Anfrage ein Alarmsignal. Es sei ein Armutszeugnis, wie sich die AfD gegen die Staatstheater stelle. Mit rund 1400 Mitarbeitern aus 50 Nationen sind die Staatstheater der größte staatliche Kulturbetrieb in Baden-Württemberg. Am Samstag soll in Stuttgart gegen die geforderte Auflistung ausländischer Künstler protestiert werden. "Wir sind entsetzt über diese offen rassistische Anfrage der AfD", sagte Cuno Brune-Hägele, der Stuttgarter Verdi-Geschäftsführer. Die AfD war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Stuttgarter Theaterhaus soll Finanzspritze erhalten

Mit einer millionenschweren Finanzspritze soll das klamme Stuttgarter Theaterhaus gerettet werden. Stadtverwaltung und das Land haben nach Angaben der Stadt Stuttgart ein kurzfristiges Soforthilfeprogramm vorgelegt, um die Kultureinrichtung zu retten. Nun muss in der kommenden Woche der Gemeinderat entscheiden. "Das Theaterhaus benötigt aktuell rund 1,3 Millionen Euro", heißt es in der veröffentlichten Mitteilung der Stadt. Nach dem gemeinsamen Vorschlag würde die Stadt eine Sonderaufwendung von 486 000 Euro leisten. Das Land müsste weitere 243 000 Euro zahlen, die Stiftung Theaterhaus Stuttgart zudem einen Zuschuss in Höhe von 300 000 Euro geben. Auch ein privater Spender soll an Bord sein und 100 000 dazugeben. "Das Theaterhaus trifft Maßnahmen, um 211 000 Euro einzusparen", teilte die Stadt weiter mit. Die Soforthilfe sei gekoppelt an ein tragfähiges Sanierungskonzept.

Franz-Kafka-Preis geht an Pierre Michon

Der französische Autor Pierre Michon erhält den Franz-Kafka-Literaturpreis. Das teilte die Franz-Kafka-Gesellschaft in Prag mit. Der Schriftsteller wird die mit 10.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung am 28. Oktober, dem tschechischen Staatsfeiertag, in der Hauptstadt entgegennehmen. Pierre Michon gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. Michon schaffte seinen Durchbruch 1984 mit "Leben der kleinen Toten". Dafür erhielt er 1984 den "Prix France Culture". Der Franz-Kafka-Preis ist der einzige internationale Literaturpreis, der in Tschechien verliehen wird.

Kate Fowle ersetzt Klaus Biesenbach am MoMA PS1

Die Britin Kate Fowle wird neue Direktorin des Museums MoMA PS1 in New York und damit Nachfolgerin des Deutschen Klaus Biesenbach. Fowle werde ihren Job Anfang September antreten, teilte das Museum mit. Das MoMA PS1 im Stadtteil Queens ist ein Ableger des renommierten Museum of Modern Art in Manhattan und zeigt hauptsächlich zeitgenössische Kunst. Fowle war zuvor Chef-Kuratorin am Garage Museum of Contemporary Art in Moskau und danach bei der Vereinigung Independent Curators International. Biesenbach war seit 2010 Chef-Kurator beim MoMA und dann auch Direktor des PS1. Im März war er zum Museum of Contemporary Art in Los Angeles gewechselt.

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