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Mittwoch, 13.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 13. November 2019

Neue Direktorin beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Die Spanierin Clara Marrero wird neue Orchesterdirektorin des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Die Kulturmanagerin werde am 1. Dezember Nachfolgerin von Adrian Jones, teilte das Orchester mit. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit Chefdirigent Vladimir Jurowski, sagte Marrero. Marrero war von 2005 bis 2012 verantwortlich für die Konzert- und Tourneeplanung der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Danach wurde sie Orchesterdirektorin der Staatskapelle Berlin. Der gegenwärtige Orchesterdirektor Adrian Jones wechselt zum 1. Dezember in gleicher Position zur Staatskapelle Dresden.

Auswandererhaus ehrt britischen Historiker Frankopan

Der britische Historiker Peter Frankopan erhält den mit 20.000 Euro dotierten Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven. Der Wissenschaftler von der Universität Oxford verbinde wegweisende global-historische Erkenntnisse mit dem notwendigen Optimismus, um die gegenwärtige und zukünftige Gesellschaft zu gestalten, hieß es zur Begründung. Seine Forschung zeige neue Perspektiven auf das historische und aktuelle Weltgeschehen. Dabei bediene sich der Historiker einer gut verständlichen Sprache, die wissenschaftliche Ergebnisse auch für nicht akademische Leser zugänglich macht. Der Preis wird den Angaben zufolge am 23. November in Bremerhaven verliehen.

Berlinale 2020 vergibt wieder Dokumentarfilmpreis

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin werden wieder einen Dokumentarfilmpreis vergeben. Der Preis ist mit 40.000 Euro dotiert und wird vom Rundfunk Berlin-Brandenburg gestiftet. Insgesamt würden 18 aktuelle Dokumentarbeiträge aus den verschiedenen Berlinale-Sektionen nominiert, hieß es. Eine dreiköpfige Jury werde über die Vergabe entscheiden. Außerdem engagiert sich die rbb-Tochterfirma, der Vermarkter "rbb media", als Co-Partner des Festivals. Die Partnerschaft sei für fünf Jahre geschlossen worden.

Kongress fordert Unterstützung für verfolgte Christen

Evangelische Hilfswerke haben zu größerer Unterstützung für weltweit verfolgte Christen aufgerufen. Besonders dramatisch sei die Lage in Nigeria oder im Irak, hieß es zum Abschluss des Kongresses "Christenverfolgung heute" in Schwäbisch Gmünd. Veranstalter der Tagung waren das Zentrum Schönblick und die evangelische Nachrichtenagentur idea sowie internationale, christliche Hilfsorganisationen. Ein Kirchenvertreter aus Nigeria betonte, in seinem Land griffen Muslime gezielt Christen an. Verantwortlich seien Terrorgruppen wie Boko Haram oder Fulani-Milizen. Der irakische Pfarrer Georges Jahola sagte, dass nach der Vertreibung der IS-Miliz, viele geflüchtete Christen in ihre Heimat zurückkehen wollten, aber bisher keine Perspektiven für ein sicheres Leben haben. Bislang seien rund 40.000 von ehemals 500.000 Christen in die Region zurückgekehrt.

Gericht bestätigt Kündigung von Ex-Gedenkstättenvize

Das Berliner Arbeitsgericht hat die Klage des einstigen Vize-Direktors der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Helmuth Frauendorfer, gegen seine Kündigung abgewiesen. Zur Begründung erklärte das Gericht, Frauendorfer habe mehrfach als Vorgesetzter ein unangemessenes Verhalten unter anderem in Bewerbungsgesprächen gezeigt. Dieses Verhalten habe er auch nach Ermahnung durch den damaligen Gedenkstättenleiter Hubertus Knabe, fortgesetzt. Zudem unterstellte das Gericht dem Kläger Uneinsichtigkeit, so dass auch in Zukunft ein ähnlich unangemessenes Verhalten zu erwarten sei. Keine Feststellung traf das Gericht wegen der Vorwürfe sexueller Belästigung. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Belästigungen möglicherweise stattgefunden haben. Dieser Vorwurf sei aber nicht geprüft worden. Das Gericht hat die Berufung vor dem Landesarbeitsgericht zugelassen.

Erstes Forum Kultur- und Kreativwirtschaft

In Berlin treffen sich heute Spitzenvertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft zum ersten Forum Kultur- und Kreativwirtschaft. Das Forum soll der Vernetzung dienen und den Stellenwert der Branche in Deutschland hervorheben. Ziel ist es, einen nachhaltigen überjährigen Dialogprozess anzustoßen. Laut dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Ulrich Nussbaum, steht die Kultur- und Kreativwirtschaft für hohe Innovationskraft und wichtige gesellschaftliche Impulse. Das belege auch ein neuer Bericht: Danach haben die Unternehmen der Kultur- und Kreativbranche im vergangenen Jahr rund zwei Prozent mehr Umsatz gemacht; die Zahl der Angestellten stieg um knapp vier Prozent.

Humboldt Forum in Berlin wird deutlich teurer

Das Humboldt Forum im Berliner Schloss wird deutlich teurer als bisher angenommen. Die Baukosten steigen um knapp 50 Millionen Euro auf nunmehr rund 644 Millionen Euro. Das geht aus einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums hervor, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland. Grund für die Mehrkosten seien technische Mängel und Sicherheitsprobleme am Bau. Sie hatten dazu geführt, dass die für diesen November geplante Eröffnung der Ausstellungsräume auf den kommenden Herbst verschoben werden musste. Die Mehrkosten muss der Bund allein tragen. Da ein Teil der Baukosten über Spenden eingeworben wird, muss der Bund aber möglicherweise noch mehr Geld zuschießen. Denn laut der Vorlage fehlen noch sieben Millionen Euro an Spendengeldern.

Gericht lässt Berufung im Fall Pell zu

Der oberste Gerichtshof in Australien hat den Berufungsantrag von Kardinal George Pell gegen seine Verurteilung als Sexualstraftäter angenommen. Die Anhörung werde voraussichtlich erst 2020 stattfinden, teilte das Gericht in Canberra mit. Mit der Zulassung der Berufung erhält der gesundheitlich angeschlagene Pell eine letzte juristische Chance, gegen seine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs vorzugehen. Der 78-Jährige verbüßt eine sechsjährige Haftstrafe. Ein Geschworenengericht hatte ihn für schuldig befunden, Mitte der 90er Jahre als Erzbischof von Melbourne einen Chorknaben sexuell missbraucht und einen weiteren belästigt zu haben. Pell ist der ranghöchste katholische Geistliche, der bislang wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde.

Berliner Dokumentarfilmer bewirbt sich um Doku-Oscar

Der Berliner Regisseur Thomas Heise ist mit seinen Dokumentarfilm "Heimat ist ein Raum aus Zeit" unter den Bewerbern für einen Doku-Oscar. Darin zeichnet der 64-Jährige die Geschichte seiner Familie über vier Generationen zwischen Wien, Dresden und (Ost-)Berlin nach. Insgesamt wurden nach Angaben der Filmakademie in Beverly Hills 159 Dokumentarfilme für die Oscar-Vergabe 2020 eingereicht. Aus diesem Pool werden 15 Beiträge für die sogenannte Shortlist ausgewählt, die Mitte Dezember bekannt wird. Davon gelangen dann fünf Kandidaten in die Nominierungs-Endrunde. Die Vergabe der Filmtrophäen findet am 9. Februar statt.

Venedig von starkem Hochwasser heimgesucht

Der venezianische Bürgermeister Luigi Brugnaro hat wegen des anhaltenden Hochwassers für seine Stadt den Notstand ausgerufen. Gestern Nacht stieg das Wasser wegen starker Regenfälle auf 187 cm über dem Meeresspiegel. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, teilte die Kommune mit. Brugnaro machte den Klimawandel für die immer häufiger werdenden Überschwemmungen verantwortlich. "Wir rufen die Regierung auf, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein." Eine solche Flut hinterlasse "unauslöschliche Spuren". Der Markusplatz wurde vollkommen überflutet. Auch in den Markusdom war Wasser eingedrungen. Auch heute ist kaum Besserung in Sicht. In ganz Italien ist, wie schon seit Tagen, Regen angesagt. Venedig wird wegen seiner Lage in der Lagune immer wieder von Hochwasser heimgesucht. Die Stadt will seit langem ein Flutschutzsystem installieren, da der Anstieg des Meeresspiegels immer häufiger zu Überflutungen führt.

Ahmet Altan wieder verhaftet

Acht Tage nach seiner Freilassung aus einem türkischen Gefängnis ist der prominente Schriftsteller und Journalist Ahmet Altan erneut verhaftet worden. Ein Gericht in Istanbul ordnete die Verhaftung an, nachdem der Generalstaatsanwalt Einspruch gegen die Entlassung Altans aus der Haft eingelegt hatte. Altan wurde in seiner Wohnung verhaftet. Nach mehr als drei Jahren im Gefängnis hatte ein türkisches Gericht ihn und die Journalistin Nazli Ilicak am 4. November unter Auflagen freigelassen; sie mussten sich seither regelmäßig bei der Polizei melden. Zugleich hatten die Richter das Strafmaß für die beiden Angeklagten reduziert, das ursprünglich auf lebenslange Haft wegen Unterstützung einer Terrororganisation gelautet hatte.

Ricky Gervais wieder bei der Golden-Globe-Gala

Der für seinen bissigen Humor bekannte Komiker Ricky Gervais wird bei der nächsten Golden-Globe-Verleihung im Januar zum fünften Mal als Gastgeber in Beverly Hills auf der Bühne stehen. Noch einmal hätte man ihm ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen konnte, witzelte der 58jährige Brite, der dafür bekannt ist, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt und auch die größten Stars ohne Rücksicht auf Verluste scharfzüngig auf die Schippe nimmt. In der Vergangenheit zog er schon süffisant über Charlie Sheen, Bruce Willis, Mel Gibson und Jennifer Lawrence her. Das könnte ein lustiger Abend werden, stellte Gervais in Aussicht, der betonte, dass es diesmal aber wirklich das letzte Mal sei. - Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

Neues Denkmal für Opfer des Oktoberfest-Attentats

Über 200 lebensgroße Silhouetten sollen auf der Münchner Theresienwiese künftig an die Opfer des Oktoberfest-Attentats von 1980 erinnern. Mit integrierten Bildern und Texten sollen Informationen zu dem Attentat vermittelt werden - sowohl analog als auch digital. Entworfen wurde das Denkmal von dem Münchner Gestaltungsbüro Müller-Rieger, fertiggestellt werden soll es zum 26. September 2020 - wenn sich das Attentat zum 40. Mal jährt. Eine Bombe riss damals am Haupteingang des Oktoberfests zwölf Festbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Auch der Attentäter starb. Ob auch er eine Silhouette bekommt, muss laut Sprecherin des Kulturreferats noch mit den Überlebenden und Angehörigen der Todesopfer abgestimmt werden.

Stefan-Heym-Preis für Drakulic und Swartz

Der Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz geht 2020 an die kroatische Schriftstellerin Slavenka Drakulic und den schwedischen Journalisten Richard Swartz. Die beiden Autoren, die miteinander verheiratet sind, beschäftigen sich mit den großen europäischen Fragen, die am Beispiel individueller Schicksale erörtert würden, wie es in der Begründung hieß. Der Preis ist mit 20 000 Euro dotiert. Mit ihrer analytischen Schärfe stünden die Autoren in der Tradition des Schriftstellers Heym (1913-2001), erklärte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD). Der internationale Stefan-Heym-Preis der Stadt wurde 2008 erstmals verliehen.

Prekäre Situation der Provenienzforschung

Museumsexperten und Kunsthistoriker des Arbeitskreises Provenienzforschung kritisieren die prekäre wirtschaftliche Situation des Forschungsgebiets. Eine nachhaltige Arbeit könne nicht gewährleistet werden, wenn der Großteil der Forschungsarbeit noch immer über kurzfristige Projekte realisiert werde, erklärte der Vorstand des Arbeitskreises in Düsseldorf. Die Provenienzforschung widmet sich der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern, die im Zuge der NS- und Kolonialzeit ihren ursprünglichen Besitzern entwendet wurden. Neben einer besseren finanziellen Ausstattung ist ein weiteres Anliegen der Forscher die Digitalisierung und Online-Archivierung von Ergebnissen, um Doppelrecherchen zu vermeiden.

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