Seit 11:05 Uhr Lesart

Samstag, 26.09.2020
 
Seit 11:05 Uhr Lesart

Kulturnachrichten

Samstag, 26. September 2020

Nora Bossong mit Joseph-Breitbach-Preis geehrt

Die Schriftstellerin Nora Bossong ist für ihr literarisches Gesamtwerk mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet worden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte bei der Preisverleihung im Koblenzer Theater: "Nora Bossong schreibt sprachmächtige Romane und Gedichte von großer Strahlkraft, die wichtige Fragen stellen". Die 38-Jährige schreibe Bücher über eine Welt, in der vieles aus den Fugen geraten ist. Wegen der Corona-Pandemie fand der Festakt mit nur wenigen ausgewählten Teilnehmern statt und wurde in einem Livestream übertragen. Ihren ersten Roman "Gegend" veröffentlichte die 1982 in Bremen geborene Autorin im Jahr 2006. Seither erschienen weitere Romane und Lyrik-Bände, für die Bossong schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Joseph-Breitbach-Preis ist mit 50000 Euro dotiert.

Olga Tokarczuk lehnt Ehrenbürgerschaft ab

Die Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk hat eine Ehrenbürgerschaft in ihrer polnischen Heimatregion abgelehnt. Sie schätze es, für die Auszeichnung in Erwägung gezogen zu werden, teilte Tokarczuk bei Twitter mit. Sie könne aber die Ehrenbürgerschaft der Region Niederschlesien nicht annehmen. Die Auszeichnung zur gleichen Zeit wie der katholische Bischof Ignacy Dec zu erhalten, würde die Spaltung in Polen wegen Rechten für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle hervorheben. Sie wolle nicht ein Objekt derartiger Aktionen und ein Element in diesem Spiel werden, teilte Tokarczuk mit. Bischof Dec hatte die LGBT-Bewegung als Gefahr für die katholische Kirche und Polen beschrieben.

Michael Kiwanuka mit Mercury Prize ausgezeichnet

Der Musiker Michael Kiwanuka hat die renommierte britische Pop-Auszeichnung Mercury Prize erhalten. Nach zwei Nominierungen seit 2012 wurde der Singer-Songwriter jetzt für sein drittes Studioalbum "Kiwanuka" geehrt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Bei der Preisverleihung sagte Kiwanuka, er habe sich in seinem Album "laut und stolz" mit den afrikanischen Wurzeln seiner Familie befasst. Der Mercury Prize war in der Vergangenheit häufiger für mangelnde Diversität bei der Auswahl der Nominierten kritisiert worden. Der Preis, der nur an britische Musiker vergeben wird, ist neben dem amerikanischen Grammy der angesehenste Pop-Preis der Welt. Er ist mit 25 000 britischen Pfund dotiert.

Filmfest Hamburg hat begonnen

Trotz Coronakrise sind zahlreiche bekannte Filmschaffende zur Eröffnung des 28. Filmfestes Hamburg gekommen. Am Donnerstagabend liefen vor dem Cinemaxx-Kino am Dammtor unter anderen die Schauspieler Peter Lohmeyer, Oliver Masucci und Victoria Trauttmansdorff sowie Regisseur Oskar Roehler über den roten Teppich. "In diesen schwierigen Zeiten ist das Filmfest wie ein Leuchtturm", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (CDU). Es gebe der Branche Orientierung und lenke die Aufmerksamkeit auf neue Filme. Zur Eröffnung wurde "Enfant Terrible" von Oskar Roehler gezeigt - eine Hommage an den Filmemacher Rainer Werner Fassbinder. Bis zum 3. Oktober sind mehr als 70 Werke aus aller Welt zu sehen - darunter 21 Debüts sowie mehr als ein Dutzend Welt- und Europapremieren. Damit trotz der Coronaeinschränkungen möglichst viele Menschen die Filme sehen können, gibt es zusätzlich für rund 50 Filme Streamingtickets.

Bauminister fordern Geld für Unesco-Welterbestätten

Die Bauminister der 16 Bundesländer haben den Bund aufgefordert, Sonderinvestitionen über eine halbe Milliarde Euro für die deutschen Unesco-Welterbestätten bereitzustellen. Damit könnte das größte Denkmal-Förderprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik angestoßen werden, sagte Nordrhein-Westfalens Bauministerin Scharrenbach zum Abschluss der Bauministerkonferenz in Weimar. Nach Angaben der CDU-Politikerin und Thüringens Bauminister Hoff von der Linkspartei soll das Geld über einen Zeitraum von mehreren Jahren zur Verfügung gestellt werden. Es gehe vor allem um die Sanierung und Instandhaltung von Gebäuden.

Australischer Preis geht erstmals an indigenen Künstler

Erstmals hat ein indigener Künstler den renommierten australischen Archibald-Preis gewonnen. Vincent Namatjira erhielt die mit umgerechnet rund 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für ein Porträtbild, das ihn selbst gemeinsam mit dem ehemaligen australischen Footballspieler Adam Goodes zeigt. Namatjira beschrieb bei der Preisverleihung den Sportler als einen stolzen Aborigine-Mann, der sich für sein Volk einsetze: "Wir teilen ähnliche Geschichten und Erfahrungen - über die Abtrennung von Kultur, Sprache und Land und den ständigen Druck, ein Aborigine-Mann in diesem Land zu sein". Der Porträt-Preis ist berühmt dafür, Bilder des "Who is who" der australischen Kultur zu zeigen. Der Preis wird seit 1921 verliehen.

Deutscher Filmball fällt 2021 aus

Der Deutsche Filmball in München fällt im kommenden Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. "Der Filmball bringt die Branche zum Tanzen - daran ist im Moment nicht zu denken", teilte der Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO), Thomas Negele, mit. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen. Derzeit sei aber "ein Ball, wie wir ihn kennen, nur schwer vorstellbar". Die Veranstaltung versammelt traditionell rund 1000 Filmschaffende und gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten der Branche in Deutschland. Die Pandemie und ihre Folgen haben die Filmwirtschaft hart getroffen. Verbände und Unternehmen seien auch in den kommenden Monaten gefordert, die Folgen der Krise zu bewältigen, so Negele.

Britische Filmpreise künftig mit neuen Regeln

Die Regeln für den britischen Filmpreise werden reformiert, um bei der Trophäenvergabe vielfältiger zu werden. So werden der Filmakademie (Bafta) künftig 1000 neue Mitglieder aus unterrepräsentierten Gruppen angehören, die sich den aktuell 6700 Filmschaffenden im Auswahlkomitee anschließen sollen. Auch die Regeln für die Bafta Awards werden geändert: Es wird eine neue Longlist eingeführt, über die zunächst abgestimmt wird, ehe die Nominierten in die engere Auswahl kommen. Die Filmakademie hatte Änderungen versprochen, nachdem die Kandidatinnen und Kandidaten für die Trophäen für die Gala 2020 verkündet wurden. Das siebte Jahr in Folge war keine Frau für die Sparte "Beste Regie" nominiert worden, und alle 20 Ausgewählten in den Kategorien für die besten Haupt- und Nebenrollen waren weiß.

Kulturnachrichten hören

Januar 2020
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur