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Dienstag, 21.05.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. Mai 2019

Wird Island vom ESC 2020 ausgeschlossen?

Nach der politisch motivierten Aktion der isländischen Gruppe Hatari beim Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv fordern Tausende im Netz den Ausschluss Islands von dem Wettbewerb 2020. Die antikapitalistische Performance-Gruppe hatte bei der Punktevergabe Palästinenserfahnen in die Kamera gehalten. Eine entsprechende Petition auf der Website Change.org hatten bis zum Dienstagnachmittag mehr als 33 000 Menschen unterzeichnet. Die Europäische Rundfunkunion als Veranstalterin (EBU) prüft nach eigenen Angaben Schritte gegen Island. Auch bei einem Auftritt von Superstar Madonna während der Show hatten zwei Tänzer auf ihren Rücken eine israelische und eine palästinensische Fahne gezeigt. Die beiden hielten sich an der Hand. Die EBU betonte anschließend, dieser Teil der Show sei nicht abgesprochen gewesen. Israel hat 1967 während des Sechs-Tage-Krieges unter anderem das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser fordern dagegen die Gebiete für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Wechsel am Bucerius Kunst Forum

Franz Wilhelm Kaiser, Direktor des Bucerius Kunst Forums, verlässt das Hamburger Ausstellungshaus zum Ende des Monats. Der 62-Jährige werde sich neuen Aufgaben zuwenden, teilte das Forum mit. Die kommissarische künstlerische Leitung übernimmt Kuratorin Kathrin Baumstark. Kaiser war seit 2016 Direktor und kuratierte Ausstellungen wie "Anton Corbijn. The Living and the Dead" und "Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters". Zuvor leitete er 27 Jahre lang das Gemeentemuseum Den Haag.

Richard Wagner digital

An der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden werden 78 Opernhandschriften des Komponisten Richard Wagner aus dem Bestand des Staatsopern-Notenarchivs digitalisiert. Zum Auftakt des großangelegten Projekts sind mit "Tannhäuser" und "Die Meistersinger von Nürnberg" die ersten Aufführungsmaterialien frei zugänglich, wie Bibliothek und Semperoper mitteilten. Sie ergänzen künftig die schon im Internet verfügbaren Hofopernbestände mit 1200 Handschriften zu 650 Opern von 1765 bis 1900 und führen das Opernarchiv virtuell zusammen.Im "Meistersinger"-Stimmenmaterial ist auch die Gesamtaufnahme unter Herbert von Karajan in der Dresdner Lukaskirche von 1970 ist vermerkt. Ab 2020 sollen die Materialien zu dem Komponisten Richard Strauss folgen.

Buchbranche vergibt künftig Sachbuchpreis

Im kommenden Jahr wird die deutsche Buchbranche erstmals einen Deutschen Sachbuchpreis vergeben. Die mit insgesamt 42 500 Euro dotierte Auszeichnung wird bei der Premiere am 16. Juni 2020 im Humboldt Forum in Berlin verliehen. Dies kündigte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt an. Der Preis prämiert in deutscher Sprache verfasste, nicht-fiktionale Bücher mit Bezug zum Zeitgeschehen. Mit der Auszeichnung wolle man die Aufmerksamkeit auf das Sachbuch als Wissensvermittler und Impulsgeber für den öffentlichen Diskurs lenken, hieß es. Wie beim Deutschen Buchpreis, den der Börsenverein alljährlich für die beste literarische Neuerscheinung des Jahres vergibt, sollen die Preisträger in einem mehrstufigen Auswahlprozess von einer Jury gekürt werden. Deren Mitglieder werden von einem Gremium gewählt. Hauptförderer des neuen Preises, dessen Gewinner 25 000 Euro erhält, ist die Deutsche Bank Stiftung.

Keine Auktion für israelische Staatsurkunden

Handschriftliche Entwürfe der israelischen Unabhängigkeitserklärung von 1948 dürfen nicht versteigert werden. Das oberste israelische Gericht urteilte, dass die Dokumente staatliches Eigentum sind und dem Nationalarchiv übergeben werden sollen, wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete. Bei den Entwürfen handelt es sich um die Niederschriften, die der Jerusalemer Anwalt Mordechai Beham 1948 im Auftrag des späteren israelischen Justizministers Pinchas Rosen verfasste. Die Söhne des Anwalts hatten die Handschriften in einem Jerusalemer Auktionshaus zum Verkauf angeboten. Das Startgebot war auf umgerechnet 221.000 Euro festgelegt worden. Die Entwürfe seien Teil des Kulturguts des Staates Israel sowie Teil der kollektiven Identität, urteilte das Gericht. Es beendete damit einen seit 2015 andauernden Rechtsstreit über das Eigentum der Entwürfe.

Umwelthilfe will Pfandsystem für Kaffeebecher

Kaffee kaufen, unterwegs trinken und Becher wegwerfen: 2,8 Milliarden Einweg-Becher vor allem für Kaffee verbrauchen die Deutschen im Jahr. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deswegen ein bundesweites Pfandsystem für Mehrwegbecher, an denen sich auch die großen Kaffeeketten beteiligen. Aber die zögen bisher nicht mit. "Je mehr Coffee-to-go-Verkaufsstellen mit so einem einheitlichen Pfandbecher arbeiten, desto besser ist die Flächenabdeckung und desto verbraucherfreundlicher wird so ein Pool-System", sagte der DUH-Experte für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer, der Deutschen Presse-Agentur. Zu den Auswirkungen der Einwegbecher nimmt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) heute in Berlin eine Studie des Umweltbundesamts entgegen. Die gängigen Kaffeebecher zum Mitnehmen bestünden nicht komplett aus Pappe, sondern zu fünf Prozent aus Kunststoff und seien deswegen kaum recycelbar, sagte Fischer. Zudem sei die Herstellung von Pappe "extrem energie- und wasserintensiv", es würden viele Chemikalien eingesetzt.

Whitney Houston bald als Hologramm?

Sieben Jahre nach ihrem Tod steht Whitney Houston möglicherweise vor einer Wiederauferstehung als Hologramm. Das Unterhaltungsunternehmen Primary Wave Music Publishing gab bekannt, dass es den Erben der Pop-Sängerin 50 Prozent ihres Besitzes abgekauft habe. Nach Angaben von Houstons Schwägerin sind nun zahlreiche Vermarktungsprojekte geplant, darunter eine Tournee mit Houston als Hologramm aus Laserstrahlen. Primary Wave erhält dem Vertrag zufolge künftig unter anderem Tantiemen aus Houstons Musik und ihren Filmauftritten. Gemeinsam mit den Erben wolle die Firma ihr Erbe weiter verbreiten. Houston war einer der erfolgreichsten Popstars der 90er Jahre. Sie verkaufte zu Lebzeiten mehr als 170 Millionen Platten und ist bis heute für Songs wie "I Will Always Love You" bekannt.

Aachener Karnevalsverein jetzt mit Frauen

Für die Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" ist der Aachener Karnevalsverein (AKV) bundesweit bekannt - 160 Jahre lang durften dort nur Männer Mitglied sein. Damit ist jetzt Schluss. Frauen können künftig beitreten. Das hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung beschlossen. Im Kern geht es um diesen Satz: "Mitglied des Vereins kann jede unbescholtene männliche Person werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat." Das Wort "männliche" wurde gestrichen. In der Aussprache gab es nach AKV-Angaben nur Fürsprecher für die Änderung. Auslöser für den Öffnungsprozess war den Angaben nach eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs im Jahr 2017: Demnach war eine Freimaurerloge, die Frauen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen hatte, nicht gemeinnützig. "Das spielte bei der jetzigen Entscheidung der Mitglieder aber keine Rolle", sagte AKV-Präsident Werner Pfeil: Vielmehr sei der Ausschluss von Frauen nicht mehr als zeitgemäß gesehen worden.

Fassbinder-Center in Frankfurt eröffnet

Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) in Frankfurt am Main haben am Montag ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. In diesem Rahmen wurde auch das neue Fassbinder-Center eröffnet. Das neue Archiv- und Studienzentrum hat den schriftlichen Nachlass des Schauspielers, Regisseurs und Produzenten Rainer Werner Fassbinder (1945 - 1982) übernommen. Außerdem zeigt es als Dauerleihgabe die Sammlungen der Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation in Berlin und New York. Auf rund 1.000 Quadratmetern soll Wissenschaftlern, Studierenden und anderweitig Interessierten das Werk des 1982 gestorbenen Künstlers näher gebracht werden. Das Fassbinder-Center werde ein zentraler Ort zur Erforschung von Fassbinders Lebenswerk sein, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Fassbinder, der nur 37 Jahre alt wurde, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des "Neuen Deutschen Films".

Brentano-Akademie in Aschaffenburg gegründet

Aschaffenburg widmet dem Romantik-Schriftsteller Clemens Brentano eine Akademie. Die neue Einrichtung wolle das literarische, kulturelle und gesellschaftliche Erbe der Romantik vermitteln, gab die Stadt in einer Mitteilung bekannt. Ab Juni kommenden Jahres soll alle zwei Jahre ein Festival mit Konzerten, Vorträgen, Theater, Workshops, Poetry Slam und weiteren Veranstaltungen stattfinden. Der Romantik-Dichter Clemens Brentano starb 1842 in Aschaffenburg und wurde dort bestattet.

Manuskripte von Kafka-Freund Brod an Israel übergeben

Israels Nationalbibliothek erhält weitere Dokumente aus dem Nachlass des Kafka-Freundes Max Brod (1884 - 1968). Vertreter des Bundeskriminalamtes wollen in der israelischen Botschaft in Berlin rund 5.000 Seiten aus Brods Privatarchiv an Israel übergeben, wie das BKA und die Bibliothek bestätigten. Die Dokumente waren nach Angaben der Nationalbibliothek vor rund zehn Jahren in Tel Aviv gestohlen und nach Deutschland geschmuggelt worden, wo sie 2015 beschlagnahmt wurden. Die Dokumente waren vermutlich aus der Wohnung der einstigen Sekretärin Brods in Tel Aviv gestohlen und unter anderem dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach zum Kauf angeboten worden. Nach einem Gerichtsverfahren in Wiesbaden wurden die Dokumente, Notizen und Korrespondenz dem Brod-Nachlass zugesprochen.

US-Museum kann Cranach-Gemälde behalten

Das Oberste Gericht der USA hat einen Eigentümerstreit um zwei Gemälde des Renaissance-Künstlers Lucas Cranach der Ältere nicht angenommen. Im Zweiten Weltkrieg hatten die Nationalsozialisten einen jüdischen Kunsthändler in den Niederlanden zum Verkauf der Bilder "Adam" und "Eva" gezwungen, seine Schwiegertochter Marei von Saher klagte auf ihre Rückgabe. Allerdings hatte die niederländische Regierung die Gemälde 1971 an ein Museum in Kalifornien verkauft. Mit der Entscheidung des Obersten Gerichts in Washington bleiben die Urteile der Vorinstanzen in Kraft, dass dieser Deal rechtmäßig war. Auch ein niederländisches Gericht hatte gegen den Anspruch von Sahers entschieden.

Gedenktafel für Zadek in Berlin enthüllt

Der legendäre Theaterregisseur Peter Zadek (1926 - 2009) hat eine Gedenktafel in Berlin bekommen. Zadek war Intendant am Schauspielhaus Bochum, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und von 1992 bis 1995 Mitglied des Direktoriums des Berliner Ensembles. Die Gedenktafel findet sich in der Offenbacher Straße im Stadtteil Wilmersdorf. Dort lebte Zadek von seiner Geburt bis 1933, als er mit seinen Eltern nach England emigrierte. 1958 kehrte er nach Deutschland zurück. Zur Enthüllungszeremonie kamen die Schriftstellerin und letzte Lebensgefährtin Zadeks, Elisabeth Plessen, die Schauspielerin Angela Winkler und Michelle Zadek, Tochter des Regisseurs.

Alter des Turiner Grabtuchs bezweifelt

Über eine mögliche neue Altersbestimmung des Turiner Grabtuchs beraten am Donnerstag Wissenschaftler an der Universität Catania. Es gehe dabei um eine Neuinterpretation der Daten aus der Radiokarbon-Messung, die 1988 vorgenommen worden war. Einer Mitteilung der Universität zufolge, könnte das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch, das als Grabtuch Jesu verehrt wird, nicht erst aus dem Mittelalter, sondern schon aus der Antike stammen. Bei der Untersuchung 1988 war eine Gewebeprobe dreigeteilt an Labore in Zürich, Oxford und Arizona geschickt worden. Diese bestimmten die Entstehungszeit auf die Zeit zwischen 1260 und 1390 n. Chr. In Catania wollen Grabtuchforscher, Statistiker und Datenanalysten die ursprünglichen Daten wie auch bisher unveröffentlichte Rohdaten der Messungen begutachten. Die Labors seien damals zu recht unterschiedlichen Ergebnissen gekommen, "wahrscheinlich weil die getesteten Proben nicht homogen waren", so Torrisi.

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