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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. Januar 2018

Hausarrest für Kirill Serebrennikow verlängert

Der Kultregisseur muss zwei Millionen Euro Strafe zahlen

Ein Moskauer Gericht hat den Hausarrest für den russischen Theatermacher Kirill Serebrennikow um weitere drei Monate verlängert. Die russischen Behörden hatten zuvor die Betrugsvorwürfe gegen den Künstler bekräftigt. Die Schadenssumme wurde auf umgerechnet zwei Millionen Euro erhöht und damit fast verdoppelt.
Ihm wird vorgeworfen, mit seiner Produktionsfirma "Siebtes Studio" im großen Stil Subventionen unterschlagen zu haben. Seit vergangenen August steht der 48-Jährige unter Hausarrest. Serebrennikow beteuerte stets seine Unschuld. Kritiker werfen der Justiz vor, den als kritischen Geist bekannten Künstler aus politischen Gründen zu verfolgen.

Deutsches Filmmuseum soll internationaler werden

Ellen M. Harrington ist seit Januar Leiterin des Filmmuseums

Die neue Leiterin des Deutschen Filmmuseums und Filminstituts, Ellen M. Harrington, will das Haus künftig besser global vernetzen. Die US-Amerikanerin will erfolgreiche Ausstellungen noch stärker international auf Tour schicken. Zugleich müsse die Arbeit des Filminstituts vor allem digital noch besser vermittelt werden. Die studierte Film- und Literaturwissenschaftlerin hat zuletzt in Los Angeles das Academy Museum of Motion Pictures mitaufgebaut. Dort hat sie auch zahlreiche Ausstellungen für die Academy, die die Oscars vergibt, und andere Organisationen kuratiert. Das Frankfurter Filmmuseum gehört weltweit zu den bekanntesten Einrichtungen dieser Art. Die 54-jährige Harrington folgt auf Claudia Dillmann, die sich im September vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet hat.

Netzwerk Recherche-Gründer Thomas Leif gestorben

Der Journalist war 20 Jahre lang SWR-Reporter

Thomas Leif, Mitbegründer des Netzwerks Recherche, ist tot. Der Journalist starb bereits Ende vergangenen Jahres im Alter von 58 Jahren, wie der SWR bestätigte. Leif gehörte bis 2011 zum Vorstand des Netzwerks, das den investigativen Journalismus fördert. Er musste dann aber wegen ungerechtfertigt erhaltener Fördermittel seinen Posten aufgeben. Leif war gut 20 Jahre lang Chefreporter beim SWR und produzierte zahlreiche Dokus, Feature und Magazinbeiträge. Die derzeitige Netzwerk Recherche-Vorsitzende Julia Stein erklärte, Thomas Leif und seine Mitstreiter hätten etwas Bleibendes geschaffen. Sie und die Netzwerk-Kollegen empfänden Anerkennung und Dankbarkeit vor dieser großen Leistung.

Experten entdecken zwei Van-Gogh-Zeichnungen

Beide Werke sind im Museum Singer Laren in der Nähe von Amsterdam zu sehen

Experten haben zwei Zeichnungen von Vincent Van Gogh (1953-1890) entdeckt. Nach langen Recherchen zu Stil, Technik, Material, Herkunft und Motiv gaben die Experten bekannt, dass "Der Hügel von Montmartre mit Steinbruch" aus dem Jahr 1886 von Van Gogh gezeichnet wurde. Die Zeichnung, die einst zur Sammlung von Vincent und Theo van Gogh gehörte, verschwand um das Jahr 1917. Sie wurde noch nie ausgestellt oder war Teil einer Publikation. Heute gehört sie zur Privatsammlung der Van Vlissingen Kunststiftung. Auch das Bild "Der Hügel von Montmartre" kann aufgrund des ähnlichen Stils und Motivs nun definitiv Van Gogh zugeordnet werden. Dem Kunstforscher Teio Meedendorp zufolge zeigen die Werke, wie der Künstler im Winter und Frühjahr 1886 seinen eigenen Stil suchte.

Unwort des Jahres ist "alternative Fakten"

Es wird ein Begriff gekürt, der gegen Menschenwürde oder Demokratie verstößt

Das Unwort des Jahres 2017 lautet "alternative Fakten". "Die Bezeichnung ist der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen", sagte die Sprecherin der Jury. Die Juroren rügten zudem den Begriff "Shuttle Service" im Zusammenhang mit Seenotrettungseinsätzen im Mittelmeer für Menschen, die in Schlauchbooten flüchten. Außerdem prangerten die Sprachwissenschaftler die Formulierung "Genderwahn" an. Mit diesem Ausdruck würden in konservativen bis rechtspopulistischen Kreisen zunehmend Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in undifferenzierter Weise diffamiert. Die Jury hat "das Unwort des Jahres" und die beiden anderen Unwörter aus 684 verschiedenen Vorschlägen ausgesucht. Ziel der Aktion ist es, auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam zu machen und dadurch das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache zu fördern.

Edwin Hawkins gestorben

"Oh Happy Day"-Sänger wurde 74 Jahre alt

Hawkins war schon länger an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Er starb bereits gestern in seinem Haus in der Nähe von San Francisco. Das teilte sein Management mit. Hawkins vermengte Gospel und weltliche Musik. In den späten 1960er Jahren nahm mit seinem damaligen Gospel-Chor erstmals das Kirchenlied "Oh Happy Day" auf. Die Platte war der Beginn einer lange Jahre dauernden Karriere. Der Song belegte Spitzenplätze in den R&B-Charts sowie der Pop-Hitparade in den USA. Weltweit wurden mehr als sieben Millionen Singles verkauft. 1970 gewann Hawkins seinen ersten Grammy, drei weitere sowie 19 Nominierungen für den Musikpreis folgten.

Sängerin Dolores O'Riordan gestorben

Cranberries-Sängerin wurde nur 46 Jahre alt

Die Sängerin der irischen Rockband The Cranberries, Dolores O'Riordan, ist tot. O'Riordan sei im Alter von 46 Jahren "plötzlich" in London gestorben, erklärte ihre Sprecherin Lindsey Holmes. Die Angehörigen seien "am Boden zerstört". Demnach hatte sich die Sängerin für eine kurze Aufnahme in der britischen Hauptstadt aufgehalten. The Cranberries hatten in den 90er Jahren einen großen Erfolg mit dem Lied "Zombie".

"Coldhaven" ist Hörspiel des Jahres

Der Preis wird am 24. Februar im Frankfurter Literaturhaus verliehen

Das Hörspiel des Jahres 2017 ist die SWR-Produktion «Coldhaven» von John Burnside. Das teilte die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Darmstadt mit. In dem Hörspiel geht es um den Tod zweier Jugendlicher in dem fiktiven schottischen Dorf Coldhaven. Die Regie führte Klaus Buhlert, die Dramaturgie oblag Manfred Hess. Die Preisverleihung ist am 24. Februar im Frankfurter Literaturhaus. Die schottische Märchen- und Sagenwelt sei an diesem fiktiven Ort sehr lebendig, aber auch soziale Vorurteile, hieß es im vergangenen Februar, als "Coldhaven" zum Hörspiel des Monat gekürt wurde. Die Jury lobte zugleich die poetische berührende Sprache und überzeugende Umsetzung des Stoffs. Der Originaltext von Burnside war von Klaus Buhlert und Bernhard Robben aus dem Englischen übersetzt worden.

Ines de Castro soll Humboldt-Sammlungen leiten

Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestätigt Wahl

Die Sammlungen des Berliner Humboldt Forums sollen künftig von Inés de Castro geführt werden. Die verantwortliche Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestätigte, dass die Ethnologin bereits durch den Stiftungsrat gewählt sei. Das Gremium habe den Präsidenten der Stiftung beauftragt, die weiteren Gespräche zu führen. In Berlin wird sie dann als Chefin für die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst verantwortlich sein. Die weltberühmten Sammlungen sollen dann im neuen Berliner Schloss im Humboldt Forum gezeigt werden.

Münchner Stadtbücherei erwirbt Archive von Piper

Autoren des Traditionsverlags sind auch Hannah Arendt und Ingeborg Bachmann

Die Spezialbibliothek für Münchner Literatur, die Monacensia, erwirbt die literarischen Archive der Verlegerfamilie Piper. Die Sammlung enthält Dokumente von Verlagsgründer Reinhard Piper (1879-1953), Klaus Piper (1911-2000) und Ernst Piper (geboren 1952). Die Unterlagen zeigten nicht nur einen Einblick in die Geschichte des Münchner Verlags und die Biografie der Verlegerfamilie, sondern dokumentierten auch, wie das Unternehmen die Verlagsstadt München entscheidend mitgeprägt hätte. Das teilte die Landeshauptstadt München auf ihrer Internetseite mit. Die Dokumente erhellten auch die Münchner Kulturgeschichte. 1904 hatte Reinhard Piper den Verlag gegründet und einen inhaltlichen Schwerpunkt mit künstlerischen Avantgarde-Projekten gesetzt, u.a. der 1912 erschienene Almanach "Der Blaue Reiter". Klaus Mann, Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann und Sten Nadolny sind bedeutende Autoren, die bei Piper veröffentlicht wurden. Zum Archiv gehören neben der Korrespondenz innerhalb der Verlegerfamilie Autorenbriefe, unter anderen von Hilde Domin und Karl Jaspers.

Konfetti-Verbot beim Stuttgarter Fasching

Reinigungskosten sollen reduziert werden

Weil der Stuttgarter Faschings-Umzug in diesem Jahr eine geänderte Streckenführung hat, dürfen die Veranstalter kein Konfetti werfen. Das sagte der Umzugsveranstalter Thomas Klingenberg der "Bild"-Zeitung. Hintergrund ist, dass der Weg der Karnevalisten am 13. Februar diesmal auch über den Stuttgarter Schlossplatz führt und damit nicht in den Verantwortungsbereich der Stadt, sondern des Bundeslandes Baden-Württemberg fällt. Das Land wolle zu hohe Reinigungskosten vermeiden, so Klingenberg, und darum sei das Werfen von Papierschnipseln auf dem Streckenabschnitt am Stuttgarter Schlossplatz nicht erlaubt. Auch andernorts in Baden-Württemberg soll ein Konfettiverbot gelten, etwa in Göppingen oder Oberkirch bei Offenburg.

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