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Kulturnachrichten

Montag, 30. Januar 2017

Oscars: weniger nominierte Frauen hinter den Kulissen

Ihr Anteil beträgt knapp 20 Prozent

Die Zahl der Oscar-Nominierungen für weibliche Filmschaffende ist laut einem Bericht der Frauenorganisation Women's Media Center gegenüber dem Vorjahr leicht gefallen. In den Kategorien abzüglich der Schauspielklassen seien 152 Männer und 37 Frauen nominiert worden, was einem Frauenanteil von knapp 20 Prozent entspreche, teilte die Organisation am Montag mit. Das seien zwei Prozentpunkte weniger als 2016. Die von Schauspielerin Jane Fonda und anderen im Jahr 2005 gegründete Gruppe bemängelte vor allem, dass Frauen in den Hauptkategorien unterrepräsentiert seien. So sei keine Regisseurin und nur eine Drehbuchautorin nominiert worden. In dem von der Film-Bloggerin Sasha Stone verfassten Bericht wurden aber auch einige wichtige Errungenschaften hervorgehoben. Mica "Micachu" Levi sei die erste Komponistin, die im Rennen um die beste Filmmusik sei. Joi McMillon sei die erste schwarze Frau, die eine Nominierung für den besten Filmschnitt eingeheimst habe. Als ein Grund für die niedrige Zahl weiblicher Nominierter wurde angegeben, dass bei den 250 einnahmensstärksten US-Filmen nur 17 Prozent der Beteiligten hinter den Kulissen Frauen waren.

Prozess um spektakulären Kunstraub in Paris begonnen

Fünf Meisterwerke seit Diebstahl im Mai 2010 verschollen

Fast sieben Jahre nach einem spektakulären Kunstraub im Pariser Museum für Moderne Kunst hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter und zwei Hehler begonnen. Wegen des Diebstahls von fünf Gemälden von Picasso, Matisse, Modigliani, Braque und Léger muss sich der bekannte Kunstdieb Vjéran Tomic vor dem Pariser Strafgericht verantworten. Der 49-Jährige hat bereits gestanden, die bis heute verschollenen Werke mit einem Gesamtwert von mindestens 100 Millionen Euro gestohlen zu haben. Den beiden Hehlern drohen bis zu zehn Jahre Haft, dem Kunstdieb sogar doppelt so viele. Der als "Spinnenmann" bekannte Tomic hat zahlreiche Vorstrafen. Der Einbruch im Mai 2010 hatte für Schlagzeilen gesorgt. Tomic brach nachts durch ein Fenster in das Pariser Museum für Moderne Kunst ein und entwendete die fünf Meisterwerke. Der Einbruch legte eklatante Sicherheitsmängel in dem Museum offen.

"Vater von Pac-Man" gestorben

Masaya Nakamura wurde 91 Jahre alt

Der Gründer der Firma Namco, die das legendäre Videospiel "Pac-Man" auf den Markt brachte, ist tot. Der japanische Unternehmer Masaya Nakamura sei im Alter von 91 Jahren gestorben, teilte die Firma mit. Demnach starb Nakamura bereits am 22. Januar. Die Todesursache wurde auf Wunsch der Familie nicht genannt. Nakamura hatte 1955 die Firma gegründet, die später in Namco umbenannt wurde und 2005 mit der japanischen Spielefirma Bandai fusionierte. Ursprünglich hatte das Unternehmen Spielautomaten und elektronische Spielgeräte für Freizeitparks entwickelt, später kamen Videospiele hinzu. Nakamura gilt als "Vater von Pac-Man": In seiner Firma Namco entwickelte der Spieledesigner Toru Iwatani 1980 die Figur "Pac-Man" für Videospiele und Spielautomaten. Die kreisrunde gelbe Figur mit dem herausgeschnittenen Dreieck, das zuschnappt und alles frisst, was im Weg liegt, wurde ein riesiger weltweiter Erfolg.

Kulturrat: US-Einreisestopp behindert Kulturaustausch

Bundesregierung solle das "unselige Treiben" mit allen diplomatischen Mitteln beenden

Der Deutsche Kulturrat hat den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern scharf kritisiert. Das Dekret trete die gemeinsamen Werte mit Füßen, erklärte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann in Berlin. "Der internationale Kulturaustausch wird durch diese Maßnahme massiv behindert", so Zimmermann. Er rief die Bundesregierung auf, das "unselige Treiben" mit allen diplomatischen Mitteln zu beenden. Es reiche nicht aus, das Einreiseverbot nur zu bedauern. Die Regelung gilt für Bürger aus Sudan, Syrien, Libyen, Somalia, Jemen, Irak und Iran. Auch Künstler, die neben der deutschen Staatsangehörigkeit einen Pass aus diesen Ländern haben, dürfen vorerst nicht mehr in die USA einreisen. Betroffen sind laut Kulturrat etwa die Schriftsteller Said und Navid Kermani, die Schauspielerin Jasmin Tabatabai und der bildende Künstler Kani Alavi.

Vanessa Redgrave wird 80 Jahre alt

Schauspielerin und Menschenrechtlerin

Der Dramatiker Tennessee Williams bezeichnete sie als die größte lebende Schauspielerin, heute wird Vanessa Redgrave 80 Jahre alt. Geboren 1937 in eine Schauspielerfamilie, hatte sie ihren Durchbruch als Weltstar in Michelangelo Antonionis „Blow Up". Als Nazi-Widerstandskämpferin Julia gewann sie einen Oscar in dem gleichnamigen Film. Die Preisverleihung 1978 wurde überschattet von Protesten, weil Redgrave die PLO unterstützte.  Die überzeugte Marxistin spendet einen Großteil ihrer Gagen für politisch Zwecke und lebt deshalb selbst relativ bescheiden. Der Filmkritiker Christian Bernd über Redgrave im Deutschlandradio Kultur: „Bis heute spielt sie und ist politisch aktiv. Seit 1995 ist sie UNICEF-Botschafterin, zuletzt drehte sie in ihrer ersten Regiearbeit einen Film über Flüchtlinge, für die sie sich seit Jahrzehnten einsetzt. Vanessa Redgraves Wirken ist so relevant wie eh und jeh."

Dramaturgische Gesellschaft mit neuem Vorsitzenden

Harald Wolff folgt auf Christian Holtzhauer

Die Dramaturgische Gesellschaft hat auf ihrer Jahreskonferenz Harald Wolff, von 2011 bis 2016 Dramaturg am Theater Aachen, zum neuen Vorsitzenden gewählt.  In einer Ansprache wies Harald Wolff im Anschluss an seine Wahl auf die soziale Aufgabe des Theaters hin: "Theater sind Orte der Zivilgesellschaft. Als Theatermacher muss man für eine freie Gesellschaft kämpfen. Und das heißt, den Blick dorthin zu lenken, wo die Zivilgesellschaft im Moment massiv zurückgedrängt wird." Wolff rief dazu auf, in Zukunft verstärkt "Theatermacher*innen aus Polen, Ungarn und der Türkei an deutschsprachige Stadt- und Staatstheater zu engagieren." 

Staatskapelle Berlin begeistert in New York

Erstaufführung aller Bruckner-Sinfonien in Nordamerika

Mehr als 21 000 Zuschauer sind an den vergangenen elf Tagen zu den Auftritten der Staatskapelle Berlin unter Chefdirigent Daniel Barenboim in die Carnegie Hall in New York gekommen. Erstmals in Nordamerika seien dabei alle neun Sinfonien von Anton Bruckner als Gesamtzyklus aufgeführt worden, teilte die Staatsoper in Berlin mit. Die Tournee war am Sonntag mit der Aufführung von Bruckners 9. Sinfonie in der ausverkauften Carnegie Hall zu Ende gegangen. Barenboim, der dabei auch sein Debüt in der legendären Konzerthalle vor 60 Jahren feierte, spielte an fast jedem Abend auch ein Klavierkonzert von Mozart.

Iranischer Regisseur Farhadi sagt Oscar-Teilnahme ab

Oscar-Preisträger protestiert gegen Einreise-Dekret von US-Präsident Trump

Der international ausgezeichnete iranische Filmemacher Asghar Farhadi hat seine Teilnahme an der Oscar-Verleihung Ende Februar in Los Angeles abgesagt. In einer Erklärung in der New York Times begründete Farhadi seine Entscheidung mit der Poltik von US-Präsident Donald Trump. "Engstirnige Individuen nutzen das Einflößen von Angst häufig dazu, Extremismus und fanatisches Verhalten zu rechtfertigen", schrieb Farhadi. Sein Film "The Salesman" ist dieses Jahr in der Kategorie bester ausländischer Film für den Oscar nominiert. 2012 hatte er diese Trophäe bereits mit dem Film "Eine Trennung" gewonnen. Ihm sei zwar klar, dass viele Filmschaffende in den USA gegen den derzeitigen "Fanatismus und Extremismus" seien, sagte der Regisseur. Wegen des Einreiseverbots für ihn sei ein Besuch bei der Oscar-Gala in den USA aber "unter keinen Umständen akzeptabel - selbst wenn es für meine Reise eine Ausnahmegenehmigung geben sollte". Trump und seine Regierungsmannschaft verglich der Iraner mit den Hardlinern in seinem eigenen Land.

"Hidden Figures" überrascht bei SAG Awards

Kritik an US-Präsident Donald Trump zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend

Bei der Preisverleihung der Screen Actors Guild (SAG) im Shrine Auditorium in Los Angeles ist "Hidden Figures" zum Film mit der besten Besetzung gekürt worden. In der Königskategorie stach das Drama um die Rolle schwarzer Mathematikerinnen bei den frühen NASA-Weltraumprogrammen überraschend die als Favoriten gehandelten Streifen "Moonlight" und "Manchester by the Sea" aus. Denzel Washington bekam für seine Rolle in "Fences" den Preis als bester Darsteller. Seine Kollegin Emma Stone wurde für ihre Darbietung im Musicalfilm "La La Land" als beste Schauspielerin geehrt. Wie ein roter Faden zog sich die aktuelle politische Lage nach dem Wahlsieg von Donald Trump durch den Abend. Im Mittelpunkt stand dabei das Einreiseverbot für sieben mehrheitlich muslimische Länder. "Weil ich dieses Land liebe, bin ich entsetzt über seine Schandflecke", sagte die Schauspielerin Julia Louis-Dreyfus. Der von Trump verhängte Migranten-Bann sei ein Schandfleck und "unamerikanisch." Die Veranstaltung der Schauspielergewerkschaft SAG gilt neben den "Golden Globes" als wichtiger Indikator für die Oscar-Verleihung.

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