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Kulturnachrichten

Mittwoch, 25. Januar 2017

Chemnitz will Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden

Chemnitz bewirbt sich als zweite sächsische Stadt nach Dresden um den Titel

Der Stadtrat beschloss mit großer Mehrheit, die Bewerbung vorzubereiten. Dafür will die Kommune für die Jahre 2017 bis 2020 insgesamt 1,2 Millionen Euro ausgeben. Die Bewerbung muss im nationalen Wettbewerb bis 2019 eingereicht sein. Auf Empfehlung einer Jury vergibt die Europäische Union den Titel 2021. Neben Dresden und Chemnitz stehen Nürnberg und Magdeburg als Kandidaten fest. Weitere Städte haben Interesse bekundet. Essen war 2010 als letzte deutsche Kommune Europas Kulturhauptstadt.

Einheitsdenkmal in Berlin weiter in der Diskussion

Konkrete Beschlüsse fielen in der Sitzung des Kulturausschusses nicht

Bundestagspräsident Norbert Lammert betonte bei einer Anhörung im Kulturausschuss, der Beschluss des Plenums zum Bau einer begehbaren Waage neben dem Berliner Schloss habe nach wie vor Gültigkeit. "Wer etwas anderes will, muss das neu beantragen", sagte Lammert nach Angaben von Ausschusschef Siegmund Ehrmann in der nichtöffentlichen Sitzung. Der Haushaltsausschuss hatte die Mittel für das Projekt im April wegen einer absehbaren Kostensteigerung gestoppt. Konkrete Beschlüsse über das weitere Vorgehen fielen laut Ehrmann in der Sitzung nicht. Die Fraktionen wollen zunächst intern ihre Linie festlegen.

Beuys-Filzanzug zurück aus Stickstoffkammer

Mottenbefallenes Kleidungsstück kann nun restauriert werden

Ein von Kleidermotten befallener Filzanzug des Documenta-Künstlers Joseph Beuys ist nach sechs Wochen aus einer Stickstoffkammer geholt worden und kann nun bald restauriert werden. Eine Textilrestauratorin untersuche nun, welche Schäden es an dem wertvollen Stück gebe, sagte eine Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel. Dies sei nicht einfach, weil der Anzug bereits zu Beuys' Zeiten "gewollte Gebrauchsspuren" hatte. Mit der Restaurierung soll in den kommenden Wochen begonnen werden. Der Anzug wird erst nach der Restaurierung wieder in der Neuen Galerie in Kassel ausgestellt. Der von Beuys eingerichtete Raum, dessen Bestandteil der Filzanzug ist, befindet sich seit 1976 in dem Museum und ist seitdem fester Bestand des Hauses.

Ohne Zeitzeugen werden NS-Gedenkenstätten wichtiger

Kulturstaatsministerin Monika Grütters betont die Bedeutung authentischer Orte

NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte müssen nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ihre Arbeit stärker auf das Internet ausrichten, um mehr Jungendliche anzusprechen. "Junge Menschen beziehen ihre Informationen heute vielfach aus dem Netz", sagte Grütters der Onlineausgabe der Bistumszeitung "Kirche+Leben". Das müsse bei der Vermittlungsarbeit mehr berücksichtigen werden. Da immer mehr Zeitzeugen verstummten, erklärte die CDU-Politikerin, werde die Bedeutung der authentischen Orte weiter wachsen. Die acht großen KZ-Gedenkstätten in Deutschland sollten deshalb dauerhaft gefördert werden. Grütters kritisierte die umstrittenen Äußerungen des thüringischen AfD-Landeschefs Björn Höcke zum Holocaust-Mahnmal in Berlin scharf. Es sei "unerträglich und widerlich", dass die deutsche Erinnerungskultur, "an der unsere Gesellschaft und unsere Demokratie gereift sind", für parteipolitische Zwecke missbraucht werde.

Dänischer Regisseur Lars von Trier kommt ins Museum

Der Schaffensprozess des Filmemachers soll vermittelt werden

Der dänische Filmemacher Lars von Trier bekommt in Dänemark eine eigene Ausstellung. Das Brandts Museum für Kunst und visuelle Kultur in Odense erzählt ab Ende September die Geschichte des Skandalregisseurs ("Nymphomaniac", "Antichrist", "Melancholia") in Zusammenarbeit mit dessen Produktionsfirma Zentropa. Die Schau soll den Besuchern von Trier und seinen künstlerischen Schaffensprozess näherbringen. Ausstellen will das Museum unter anderem Bilder, Requisiten und Manuskripte, von denen der Filmemacher die meisten im Rausch geschrieben haben will. Außerdem sollen Interviews und Ausschnitte aus den Filmen des Dänen gezeigt werden.

Dr. Oetker gibt weiteres Raubkunstgemälde zurück

Vier Gemälde im Unternehmensbestand als mögliche Raubkunst identifiziert

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker gibt ein Raubkunstgemälde an die Erbin des jüdischen Kunstsammlers Jacques Goudstikker zurück. Es handele sich um eine Arbeit des flämischen Malers Anthonis van Dyck mit dem Titel "Portrait von Adriaen Moens", teilte die Dr. August Oetker KG mit. Das Porträt ist eines von vier Werken aus der großen Sammlung, die von einer Provenienzforscherin als mögliche NS-Raubkunst identifiziert worden waren. Vor zwei Wochen hatte Oetker bereits die Rückgabe eines Gemäldes von Hans Thoma angekündigt. Das Unternehmen lässt seit 2015 seinen gesamten Kunstbestand überprüfen.

Isabelle Huppert und Omar Sy für César nominiert

Filmpreis-Favoriten sind "Elle" und "Frantz"

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert ist für ihre Hauptrolle in dem Drama "Elle" für einen César nominiert. Auch der Schauspieler Omar Sy, bekannt aus "Ziemlich beste Freunde", könnte für seine Rolle in "Chocolat" einen der begehrten Filmpreise erhalten, wie die Akademie in Paris mitteilte. "Elle" ist in insgesamt elf Kategorien für einen César nominiert. Huppert spielt in der französisch-deutschen Koproduktion des Regisseurs Paul Verhoeven eine Frau, die ihren Vergewaltiger aufspürt. Für ihre Darstellung hatte Huppert in den USA bereits einen Golden Globe erhalten und ist für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Unter den Favoriten für den César ist auch die deutsch-französische Koproduktion "Frantz" des Regisseurs François Ozon. Er ist ebenfalls in elf Kategorien nominiert. Darin geht es um eine deutsch-französische Beziehung nach dem ersten Weltkrieg. Der Präsident der Akademie, Alain Terzian, würdigte den polnisch-französischen Regisseur Roman Polanski, der auf den Ehrenvorsitz bei der Verleihung der César-Filmpreise am 24. Februar verzichtet hatte. Polanski hatte die Einladung der Akademie nach Protesten von Frauenrechtlerinnen zurückgewiesen. Dem heute 83-Jährigen wird vorgeworfen, 1977 in den USA eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben.

"Star Wars"-Schauspieler Adam Driver dreht ein Musical

Begründet "La La Land" Renaissance des Genres?

Nach dem Erfolg von "La La Land" dreht auch "Star Wars"-Schauspieler Adam Driver einen Musical-Film. Driver und die US-Schauspielerin Rooney Mara übernähmen die Hauptrolle in der "Rock-Oper" über einen Bühnenkomiker, der sich in eine Opernsängerin verliebt, sagte der französische Regisseur Leos Carax. "Ich bin sicher, dass der Film - der voller Geister ist - bezaubernd, schwarz und grausam sein wird, aber auch lustig und fröhlich", warb der Filmemacher. Carax wurde insbesondere durch seinen Film "Die Liebenden von Pont-Neuf" von 1991 bekannt. Das Musical "La La Land" mit Emma Stone und Ryan Gosling in den Hauptrollen ist mit 14 Nominierungen Favorit bei den Oscar-Verleihungen Ende Februar.

Kulturrat: Einheitsdenkmal-Beratung keine Geheimsache

Ausschluss der Öffentlichkeit erschwere die gesellschaftliche Diskussion

Der Deutsche Kulturrat hat die Entscheidung kritisiert, im Kulturausschuss des Bundestages hinter verschlossenen Türen über das Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin zu beraten. "Kulturpolitik ist keine Geheimsache", erklärte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Er warf der Union vor, durch den Ausschluss der Öffentlichkeit die gesellschaftliche Diskussion über das wichtige Thema zu erschweren. Der Ausschuss wollte in einem Fachgespräch über einen möglichen neuen Anlauf zu dem Denkmal beraten. Nach einem Grundsatzbeschluss von CDU/CSU findet die Sitzung nichtöffentlich statt. Ursprünglich sollte ein Denkmal neben dem Berliner Schloss an die friedliche Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern. Der Haushaltsausschuss hatte das Projekt im vergangenen April jedoch wegen der absehbaren Kostensteigerung gestoppt.

Heidelberger Schloss im Computer rekonstruiert

Architekturhistoriker Hanschke brauchte fünf Jahre für virtuelle Rekonstruktion

Das Heidelberger Schloss gilt als eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke nördlich der Alpen und ist mit 1,1 Millionen Besuchern jährlich eines der beliebtesten Touristenziele in Deutschland. Jetzt hat ein Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) die Burg in ihrer einstigen Gestalt wieder aufgebaut - als Computersimulation, wie die Hochschule mitteilte. Die dreidimensionale virtuelle Rekonstruktion des Architekturhistorikers Julian Hanschke sei sehr detailreich und aufwendig, heißt es weiter. Bei seiner fünfjährigen Forschungsarbeit konnte der Wissenschaftler auf eine Fülle von Bildquellen zurückgreifen, da es vor 100 Jahren Bestrebungen gab, das Heidelberger Schloss wieder aufzubauen. Darum gehe es ihm jedoch keinesfalls, so Hanschke. Er wolle lediglich die Ergebnisse seiner Habilitationsschrift erlebbar machen.

Publizist Grosser für Einheitsdenkmal in Berlin

Auch Hanna Schygulla fordert, die begehbare Waage zu bauen

Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser hat sich für den Bau eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin ausgesprochen. "Berlin ist ganz klar die richtige Stadt", sagte er im Interview mit der "Berliner Morgenpost". Auch die in Paris und Berlin lebende Schauspielerin Hanna Schygulla forderte, die begehbare Waage zu bauen. "Eine friedliche Bürgerbewegung hat dafür gesorgt, dass die Mauer fiel. Das verdient eine Erinnerung", sagte sie der Zeitung. Der Entwurf des Stuttgarter Planungsbüros Mila und Partner "Bürger in Bewegung", eine begehbare Waage, wurde im vergangenen April vom Haushaltsausschuss des Bundestages gestoppt. Als Grund wurde eine Kostensteigerung von 11 auf 14,6 Millionen Euro angegeben. Die Planer betonen hingegen, dass der größte Teil dieser Mehrausgaben nichts mit ihrem Projekt zu tun habe.

Schauspieler mit Down-Syndrom spricht im Bundestag

Sebastian Urbanski erinnert an "Euthanasie"-Opfer

Zum ersten Mal wird ein Mensch mit geistiger Behinderung vor dem Bundestag sprechen: Sebastian Urbanski, Synchronsprecher und Schauspieler beim integrativen Theater RambaZamba in Berlin, wird bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am Freitag den Brief eines "Euthanasie"-Opfers vorlesen. "Manche Menschen wollen das, was passiert ist, vergessen. Das dürfen wir nicht. So etwas darf nicht wieder passieren", sagt Urbanski. Die Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus findet seit 1996 jährlich am 27. Januar im Deutschen Bundestag statt. Anlass ist die Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. In diesem Jahr stehen die Opfer der "Euthanasie" im Mittelpunkt der Erinnerung.

Wenders: Kino muss sich nach Trump-Erfolg einmischen

Wahlerfolg Trumps sei der "blanke Horror"

Für Regisseur Wim Wenders haben Filmemacher nach der Wahl Trumps die Aufgabe, politisch Stellung zu beziehen. "Es gibt die Pflicht für das Kino, sich einzumischen, weil die anderen audiovisuellen Medien sich in großem Maße ausgeklinkt haben", sagte Wenders, der viele Jahre in den USA lebte, in einem Interview des "Tagesspiegels". Wenders bezeichnete den Wahlerfolg Trumps als "blanken Horror". Er wisse nicht, wie das Land die nächsten Jahre ohne bürgerkriegsähnliche Zustände überstehen solle. "Im Kino ist Narzissmus eine witzige Sache. Über den irgendwie selbstverliebten Vater in "Toni Erdmann" kann man lachen, aber man will ihn nicht als US-Präsidenten."

Barenboim plant Konzert in Flüchtlingslager

Die Bundesregierung unterstützt den Auftritt in Nahost

Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra plant für die kommenden Monate einen Auftritt in einem Lager für syrische Flüchtlinge im Nahen Osten. Mit der Aktion wolle sich das von arabischen und israelischen Musikern gebildete Orchester stärker als Friedensbotschafter der Vereinten Nationen profilieren, sagte der Dirigent in New York nach einem Treffen mit dem neuen UN-Generalsekretär António Guterres. Der Auftritt werde von der Bundesregierung unterstützt. Einzelheiten müssten noch geklärt werden.

"Alternative Fakten" beflügeln Verkäufe von "1984"

Orwells Klassiker auf Platz eins der Bestseller-Liste von Amazon.com

Der ungewöhnliche Trend folgt auf unbelegbare Äußerungen des neuen Regierungssprechers Sean Spicer. Danach habe ein Rekordpublikum die Vereidigung des neuen US-Präsidenten am vergangenen Freitag verfolgt. Trump hatte erklärt, dass er bei seiner Antrittsrede vom Podium aus rund 1,5 Millionen Zuschauer erblickt habe, die bis zum Washington Monument gereicht hätten. Foto und Videoaufnahmen widerlegen dies jedoch. Trumps Beraterin Kellyanne Conway prägte daraufhin ein Schlagwort, indem sie die Behauptungen über die Besuchermenge als "alternative Fakten" bezeichnete. In den sozialen Medien wurden prompt Vergleiche zu Orwells Roman "1984" gezogen. Auch die Verkaufszahlen des Sachbuchs "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" der deutsch-amerikanischen Publizistin und Theoretikerin Hannah Arendt sind gestiegen.

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