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Kulturnachrichten

Sonntag, 8. Januar 2017

Mannheimer Kunsthalle schließt bis Ende des Jahres

68 Millionen Euro teurer Neubau geht ab Montag in die nächste Phase

Zum letzten Mal vor ihrer Schließung bis voraussichtlich Weihnachten präsentierte die Kunsthalle den Besuchern Gemälde und Skulpturen. Ein 68,3 Millionen Euro teurer und nicht unumstrittener Neubau geht ab Montag in die nächste Phase. Die Direktorin der Mannheimer Kunsthalle, Ulrike Lorenz, hat für den Museums-Neubau geworben und sprach von einem "Entwurf in die Zukunft", der ein Atrium mit Glasdecke und eine Fassade mit filigranem Metallgewebe vorsieht. Künftig soll etwa eine 140 Quadratmeter große Terrasse mit Blick auf den Wasserturm den Besuchern eine Kunst-Pause ermöglichen. Die Direktorin kündigte zudem eine "digitale Strategie" für die Wiedereröffnung an. "Es geht uns nicht um das Abarbeiten von Kunstgeschichte. Wir wollen ein modernes Museum sein und kein verstaubter Laden", sagte sie.

Computerpionier Heinz Billing ist tot

Physiker und Datenverarbeitungspionier starb bereits am Mittwoch

Heinz Billing, Physiker und Pionier der Datenverarbeitung in Deutschland, ist tot. Er sei am Mittwoch in Garching bei München im Alter von 102 Jahren gestorben, teilten Angehörige der Deutschen Presse-Agentur mit. Billing hatte unter anderem am Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen den ersten deutschen Elektronenrechner G1 entwickelt, der für astronomische Berechnungen eingesetzt wurde. Seit Anfang der 1970er Jahre befasste er sich zudem mit der Erforschung der Gravitationswellen, die beispielsweise entstehen, wenn große Objekte wie Sterne beschleunigt werden. Billings Experimente führten auch nach seiner Emeritierung zum Bau von Gravitationswellen-Detektoren. Der in Salzwedel geborene Forscher erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Zu Billings Wegbegleitern und Förderern zählten etwa der Ingenieur Konrad Zuse und der Physiker Werner Heisenberg.

Kent Nagano: Elbphilharmonie wird bester Saal der Welt

Konzerthaus wird am Mittwochabend eröffnet

Hamburgs Generalmusikdirektor Kent Nagano glaubt, dass die Elbphilharmonie der beste Konzertsaal der Welt sein wird. "Wir waren so begeistert von dieser außerordentlich guten Akustik, dass wir alle den Eindruck haben, dass dieser Saal der beste Saal der Welt sein wird", sagte der Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters im Interview mit NDR Kultur. Am 13. Januar dirigiert Nagano in der Elbphilharmonie die Uraufführung von Jörg Widmanns "Arche". Zwei Tage zuvor wird das Haus mit einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung von Thomas Hengelbrock eröffnet. Angekündigt hat sich auch der Präsident des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid, Florentino Pérez. Das bestätigte die Hamburger Kulturbehörde. Der 69-jährige Pérez ist Chef des spanischen Bauunternehmens Grupo ACS, das wiederum Mehrheitsaktionär beim Bauunternehmen Hochtief ist, das die Elbphilharmonie gebaut hat. Zu dem Festakt werden 2100 Gäste erwartet, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schauspieler Armin Mueller-Stahl, Regisseur Fatih Akin und Ballettintendant John Neumeier.

Shirley Bassey wird 80 Jahre alt

Britische Sängerin hatte mit Bond-Titelsongs großen Erfolg

Die britische Sängerin Shirley Bassey feiert ihren 80. Geburtstag mit ihrer Familie in Mexiko. Bassey stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wuchs im Hafenviertel von Cardiff auf. Sie verließ die Schule mit 14 und sang in Hafenkneipen. Nachdem sie jahrelang auf Varietebühnen tingelte, wurde sie entdeckt und nahm ihre erste Single "Burn My Candle" auf; die BBC bannte den Song wegen des suggestiven Texts. Zehn Jahre später, 1964, sang sie den Bond-Titelsong "Goldfinger" und wurde endgültig zum Star.

US-Schauspielerin Francine York gestorben

York stand mit Elvis Presley, Marlon Brando und Nicolas Cage vor der Kamera

Die US-Schauspielerin Francine York ist gestorben. Wie ihre Freundin Pepper Jay bekannt gab, erlag York in einem Krankenhaus einem langen Kampf gegen den Krebs. In ihrer jahrzehntelangen Karriere hatte sie unter anderem mit Elvis Presley, Marlon Brando und Nicolas Cage vor der Kamera gestanden. Sie wurde 80 Jahre alt. Die in Minnesota geborene York war Model und Showgirl in Nachtclubs, bevor sie ihre Schauspielkarriere in Low-Budget-Fernsehproduktionen begann. Sie war später in Dutzenden Kinofilmen zu sehen. 1964 spielte sie in "Zwei erfolgreiche Verführer" an der Seite von Brando, 1965 in "Cowboy-Melodie" mit Presley und im Jahr 2000 gab sie Nicolas Cages Schwiegermutter in "Family Man".

Stephen Hawking feiert 75. Geburtstag

Hawking gilt als großer Popstar der Physik

Der britische Physiker Stephen Hawking wird 75 Jahre alt. Er lieferte bedeutende Arbeiten zur Kosmologie, Allgemeinen Relativitätstheorie und der Physik der Schwarzen Löcher. Durch populärwissenschaftliche Bücher über moderne Physik ist er auch einem breiten Publikum außerhalb der Fachwelt bekannt geworden. Als Folge einer Erkrankung an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS), einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, ist er fast vollständig gelähmt und kann sich nur über einen Sprachcomputer verständigen. Der Theoretiker wandelte sich im Lauf der Zeit zu einem Superstar der Kosmologie, zu einer Ikone der Physik und sogar zum Popstar. Er hatte Auftritte in Star Trek und in den Simpsons. Seine synthetische Stimme erklingt auf Alben von Pink Floyd. 2016 äußerte Hawking bei einer Vortragsreihe für die BBC, dass die Menschheit vor großen Gefahren stehe, die langfristig ihre Existenz stark gefährdeten. So hätten sowohl gentechnisch veränderte Viren, Atomkriege und die Globale Erwärmung das Potenzial, die Menschheit in absehbarer Zeit auszulöschen.

Hoffnung für "Toni Erdmann" bei Golden Globes

In Los Angeles werden am Abend die 74. Golden Globes verliehen

Favoritin ist die Musical-Romanze "La La Land". Die Hommage des Regisseurs Damien Chazelle an das goldene Zeitalter des Musicals wurde sieben Mal nominiert, darunter in der Kategorie "Bestes Musical/Komödie". Nominiert für die Königskategorie "Bestes Drama" sind Mel Gibsons Kriegsfilm "Hacksaw Ridge", der Neo-Western "Hell or High Water", die Familiendramen "Lion" und "Manchester by the Sea" sowie "Moonlight". Hoffnungen auf einen der begehrten Preise kann sich die deutsche Regisseurin Maren Ade machen, ihr Vater-Tochter-Drama "Toni Erdmann" ist in der Kategorie "bester fremdsprachiger Film" nominiert. Die Golden Globes gelten als Stimmungsbarometer für die Oscar-Verleihung.

US-Kolumnist und Autor Nat Hentoff gestorben

Hentoff schrieb mehr als 25 Bücher in verschiedenen Feldern

Der renommierte US-Kolumnist Nat Hentoff ist tot. Er sei in seiner Wohnung im New Yorker Bezirk Manhattan eines natürlichen Todes gestorben, teilte sein Sohn Tom mit. Er wurde 91 Jahre alt. Der 1925 in Boston geborene Hentoff galt als Freigeist, der in den verschiedensten Feldern zu Hause war. In seinen mehr als 25 Büchern beschäftigte er ebenso mit Jazz wie auch mit Verfassungsrechten wie der freien Rede. Als Kolumnist schrieb Hentoff gut 50 Jahre lang für Zeitungen wie "The New Yorker" und "The New York Times", das Jazz-Magazin "Down Beat" und das "Wall Street Journal".

Architekten verteidigen Entwurf für Museum der Moderne

Herzog & de Meuron sehen kontroverse Reaktionen positiv

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron haben ihren umstrittenen Entwurf für das Berliner Museum der Moderne verteidigt. "Wer genau hinschaut, erkennt, dass dieses Gebäude genau jene Offenheit und Vielfalt bietet, um die derzeit isoliert dastehenden Architekturen untereinander in Beziehung zu bringen und die Leerräume in Orte umzuformen, wo sich Menschen gern aufhalten", sagte Jacques Herzog dem "Focus". Die kontroversen Reaktionen auf ihren Entwurf sähen sie positiv. Die vielfach preisgekrönten Architekten, unter anderem auch für das Nationalstadion in Peking und die Elbphilharmonie in Hamburg verantwortlich, hatten für das neue Museum in Berlin einen riesigen, scheunenartigen Bau vorgeschlagen. Das Gebäude soll am Kulturforum die bestehende Lücke zwischen der Neuen Nationalgalerie und der Philharmonie schließen.

Wischmeyer: "Satire ist ein Ventil für die Psyche"

Satire wisse auch nicht, was richtig ist, so Wischmeyer

Zwei Jahre nach dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" äußert sich der Kolumnist Dieter Wischmeyer im Deutschlandradio Kultur über die Stellung der Satire in Zeiten des Terrorismus. "Man muss die Psyche ja rein halten, sie kann sich nicht immer nur mit dem Bösen auseinandersetzen", so Wischmeyer. "Und dafür ist Satire wie gemacht." Dagegen habe sie nicht die Aufgabe, politisch zu informieren oder ein Bewusstsein für eine bestimmt Art für Politik zu erzeugen. "Sondern sie kann nur das Ventil sein." Aufgabe der Satire sei es, aufzuzeigen, "wo die Verwerfungen sind, in dem, was Politik uns weismachen will und was den Tatsachen nicht entspricht." Auf diese Kluft müsse Satire ständig hinweisen. "Aber nicht sagen, was richtig ist. Das weiß sie auch nicht."

Argentinischer Schriftsteller Ricardo Piglia gestorben

Piglia galt als bedeutendster argentinischer Autor der vergangenen 50 Jahre

Der argentinische Schriftsteller Ricardo Piglia ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa von Piglias Verlag Anagrama. Der Autor hatte an der unheilbaren Muskel- und Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) gelitten. Piglia war einer der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller der letzten 50 Jahre. Nach seinem ersten veröffentlichten Werk, dem Erzählband "La invasión" (1967), schrieb er fünf Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Mit "Blanco nocturno" ("Ins Weiße zielen") gewann er 2011 den Rómulo-Gallegos-Preis in Venezuela. Der internationale Durchbruch war dem Argentinier 1980 mit dem Roman "Respiración artificial" ("Künstliche Atmung») gelungen. Piglia verband hier wie auch in weiteren Werken die Handlung eines Kriminalromans mit politischem Geschehen und literarischen Zitaten. Er beschäftigte sich auch intensiv mit der Beziehung zwischen Literatur und Film. So lehrte Piglia an den US-Universitäten von Harvard und Princeton und schrieb Drehbücher zu mehreren Filmen.

Italiens Museen verzeichnen Besucherrekord

Pantheon und Kolosseum am beliebtesten

Italiens Museen zogen 2016 so viele Besucher an wie nie zuvor: Insgesamt 44,5 Millionen Eintritte verzeichneten die staatlichen Sammlungen und archäologischen Stätten des Landes im vergangenen Jahr, wie das Kulturministerium in Rom mitteilte. Das sind 1,2 Millionen mehr als 2015. Besondere Publikumsmagnete waren das Pantheon in Rom mit 7,3 Millionen Besuchen und Kolosseum, Forum Romanum und Palatin, die insgesamt 6,4 Millionen verzeichneten. An dritter Stelle folgt das Ausgrabungsgelände von Pompeji mit 3,2 Millionen Gästen. Der Gesamterlös der staatlichen Kulturstätten aus dem Verkauf von Eintrittskarten wuchs 2016 um 18,5 auf 172 Millionen Euro.

Scheidende "Charlie Hebdo"-Journalistin: Zu wenig Mut

Zineb El Rhazoui kritisiert Blatt zwei Jahre nach islamistischem Anschlag

Eine scheidende Journalistin von "Charlie Hebdo" hat der französischen Satirezeitung zwei Jahre nach dem Anschlag auf ihre Redaktion fehlenden Mut vorgeworfen. "Charlie ist am 7. Januar (2015) gestorben", sagte Zineb El Rhazoui der Nachrichtenagentur AFP. So bedaure sie, dass der Prophet Mohammed nicht mehr in Karikaturen gezeichnet werde. Das Wochenblatt verfolge inzwischen eine "herausgeberische Linie, die die Islamisten vor dem Anschlag verlangt haben. Ich frage mich, ob Charlie Hebdo noch die Fackel der Respektlosigkeit und der absoluten Freiheit tragen kann", sagte die 35-jährige Franko-Marokkanerin. Die unter Polizeischutz stehende Journalistin, die nach eigenen Angaben seit einem Jahr nicht mehr für "Charlie Hebdo" geschrieben hat, hatte bereits im September angekündigt, die Satirezeitung verlassen zu wollen.

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Fazit

Wolfgang Joops AutobiografieDie Prägungen der Kindheit
Wolfgang Joop blickt freundlich lächelnd in Richtung des Betrachters. (Christoph Soeder / picture alliance / dpa)

Wolfgang Joop ist neben Jil Sander der erfolgreichste lebende deutsche Modemacher und schuf mit seiner Marke JOOP! ein Imperium. Nun hat er eine Autobiografie geschrieben - ein Buch über seine Kindheit, Jugend und die ersten Schritte als Modemacher.Mehr

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