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Kulturnachrichten

Freitag, 6. Januar 2017

Isa Genzken erhält Kaiserring 2017

Der Goslarer Kaiserring gilt als einer der renommiertesten internationalen Kunstpreise

Die Berliner Künstlerin Isa Genzken erhält den Kaiserring 2017 der Stadt Goslar. Genzken gilt als eine der wichtigsten und einflussreichsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart. Sie soll den Kaiserring am 7. Oktober in Goslar entgegen nehmen. Die 68-Jährige führe seit mehr als 30 Jahren "den internationalen Diskurs der Bildhauerei mit an", heißt es in der Begründung der Jury. "Ungeschönt, punkig, aber nie ohne Humor" zeige sie in ihren Fotografien, Installationen und Skulpturen "Umbrüche, Gegensätze, Gewalt und Brutalitäten unserer Gesellschaften" und ermögliche es dem Betrachter, "der Wahrheit ein Stück näher zu kommen". Der Kaiserring - ein schlichter Goldring mit dem Bildnis des am 11. November 1050 in Goslar geborenen Kaisers Heinrich IV. - ist einer der weltweit bedeutendsten Preise für moderne Kunst. Er wird seit 1975 jährlich verliehen. Frühere Träger der undotierten Auszeichnung sind unter anderem Christo, Joseph Beuys, Max Ernst und Georg Baselitz.

Berlinale-Star verkauft aus Geldnot Silbernen Bären

"Aus dem Leben eines Schrottsammlers" verhalf Nazif Mujic 2013 zur Auszeichnung

Die Entscheidung zum Verkauf des Schauspielpreises sei ihm "sehr schwer" gefallen, sagte der verarmte Darsteller. "Meine Kinder hatten aber seit drei Tagen fast nichts zu essen." Er müsse auch Schulden beim Elektrizitätswerk und bei einem Lebensmittelhändler abbezahlen. Mujic, der zur Minderheit der Roma in Bosnien gehört, lebt derzeit nach eigenen Angaben vom Schrottsammeln. Von dem Erlös habe er sich auch ein Busticket zur Berlinale im kommenden Monat gekauft, wo er auf sein Schicksal aufmerksam machen wolle. Mujic hatte die Trophäe im Internet für 5000 Euro angeboten. Den Zuschlag bekam schließlich der Wirt einer Kneipe seines Heimatorts Svatovac für 4000 Euro. "Ich bin kein Sammler, sondern ich habe die Trophäe vor allem gekauft, um Nazif zu helfen", sagte der Wirt Senadin Cosic der Nachrichtenagentur AFP. Mujic hatte den Silbernen Bären der Berlinale 2013 für seine Rolle in dem bosnischen Film "Aus dem Leben eines Schrottsammlers" bekommen, in dem er weitgehend sich selbst spielt. Bei der Rückkehr nach Bosnien war er wie ein Held gefeiert worden, er verschwand aber bald wieder aus dem Rampenlicht und verarmte. 2014 wurde sein Asylantrag in Deutschland abgelehnt.

Dschihadistinnen-Sketch der BBC wird Klick-Hit

"The Real Housewives of ISIS" wurde bislang mehr als 20 Millionen Mal geklickt

Mit einem Sketch über Dschihadistenfrauen in der IS-Miliz hat eine britische Satiresendung die Grenzen des Humors ausgelotet. Das zweiminütige Filmchen löste einen wahren Sturm an Zuschauerreaktionen aus. Auf der Facebook-Seite des Senders BBC2 gingen rund 90.000 Kommentare ein, die von Fassungslosigkeit und Entsetzen bis hin zu Lobpreisungen reichten. Das am Dienstag ausgestrahlte Satirestück trägt den Titel "The Real Housewives of ISIS" und spielt damit an auf eine Reality-Serie aus den USA, die den Alltag von Hausfrauen der gehobenen Schichten zeigt und deren oft trivialen Gespräche dokumentiert. Die Hausfrauen in dem Sketch sind vollverschleiert. "Es sind nur noch drei Tage bis zu der Enthauptung, und ich weiß immer noch nicht, was ich anziehen soll", seufzt eine von ihnen. Die beiden Komiker, die hinter der Satiresendung "Revolting" stehen, verteidigten sie. "Warum sollten wir uns nicht über Dschihadistinnen lustig machen?", fragte Jolyon Rubinstein. Sein Komikerkollege Heydon Prowse zeigte sich "froh, dass die Nation darüber diskutiert".

Windstoß beschädigt Basilika von Loreto

Kirche gilt als weltweit einer der wichtigsten Marienwallfahrtsorte

Ein starker Windstoß hat die Kuppel der Basilika von Loreto beschädigt, die als weltbekannter Wallfahrtsort gilt. Bei Windböen mit bis zu 80 Stundenkilometern in der italienischen Provinz Ancona hatten sich mehrere Quadratmeter der Bleiziegel von der Kuppel gelöst. Der Feuerwehr gelang nach italienischen Medienberichten die Sicherung des Dachs. Im Inneren der Kirche wird der Überlieferung nach das Geburtshaus Marias bewahrt, das als das "Heilige Haus der Jungfrau Maria" bekannt ist. Jährlich besuchen etwa vier Millionen Pilger die Basilika von Loreto. Bekannt ist auch ihre große Kuppel, die Giuliano Da Sangallo zwischen 1498 und 1500 nach dem Vorbild der Brunelleschi-Kuppel des Doms in Florenz erbaute.

Schweizer Künstler Karl Gerstner gestorben

Baseler Maler und Typograf wurde 86 Jahre alt

Gerstner wurde am 2. Juli 1930 in Basel geboren, wo er nach dem Besuch eines Vorkurses an der Schule für Gestaltung eine Ausbildung zum Grafiker absolvierte. Als Künstler zwar Autodidakt, konnte er dennoch schon bald seine Arbeiten der konkreten Malerei öffentlich ausstellen. Wichtig wurden seit 1953 die Kontakte zu dem Kreis der Züricher Konkreten um Max Bill, zu Josef Albers, Hans Arp und Georges Vantongerloo. 1959 gründete Gerstner mit Markus Kutter die Werbeagentur Gerstner und Kutter, seit 1962 mit Beteiligung von Paul Gredinger als „GGK" eine der erfolgreichsten Werbeagenturen der Schweiz. Ebenfalls 1959 nahm er an der von Daniel Spoerri herausgegebenen Edition MAT teil, der ersten Multiple Edition, und wurde später Mitherausgeber. Es folgten 1961 Kontakte zu der Pariser Gruppe Nouvelle Tendance und 1965 die Bekanntschaft mit Marcel Duchamp, später auch mit dem Kulturphilosophen Vilém Flusser. Die Berliner Akademie der Künste, deren Mitglied Karl Gerstner seit 1995 war, zeigte zuletzt 2003 seine Werke.

Bollywood-Star Om Puri gestorben

Neben indischen Produktionen hatte Puri auch größere Rollen in Hollywoodfilmen

Der international bekannte indische Schauspieler Om Puri ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Er erlag in der Nacht zu Freitag in seiner Wohnung in Mumbai einem Herzinfarkt, wie seine von ihm getrennt lebende Frau Nandita sagte. Puri war fast 40 Jahre lang im indischen Kino präsent und neben britischen und pakistanischen Produktionen auch in Hollywood-Filmen zu sehen. Er spielte in Filmen wie "Stadt der Freude", "Wolf" oder zuletzt "Madame Mallory und der Duft von Curry" im Jahr 2014. Dabei stand er mit Schauspielern wie Tom Hanks, Jack Nicholson, Patrick Swayze und Helen Mirren vor der Kamera. Er erhielt im Laufe seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit. Darunter auch den Padma Shri, einen der höchsten zivilen Orden Indiens. Großbritannien ehrte ihn 2004 mit einem "Order oft the British Empire", der unter anderem für besondere künstlerische Leistungen vergeben wird.

Sänger Paolo Conte wird 80 Jahre alt

Musikalisches Aushängeschild Italiens ist Quereinsteiger

Für viele ist der Liedermacher Paolo Conte so etwas wie DIE Stimme Italiens, nicht zuletzt dank der heimlichen Nationalhymne "Azurro", die er vor 50 Jahren für Adriano Celentano schrieb. Heute wird Paolo Conte 80 Jahre alt. Erst mit über 40 Jahren begann der Sänger mit dem rostigen Timbre seine Lieder selbst zu interpretieren. In seinen Songs fließen Boogie, Rhumba, neapolitanische canzonette, amerikanischer Swing und argentinische Tangomelodien zusammen. Im Februar wird Paolo Conte auf seiner Tournee auch in der neu eröffneten Hamburger Elbphilharmonie auftreten.

Broadway ehrt Debbie Reynolds und Carrie Fisher

US-Schauspielerinnen waren Ende Dezember kurz nacheinander gestorben

Die Leuchtreklamen am New Yorker Broadway werden zu Ehren der verstorbenen Schauspielerinnen Debbie Reynolds und Carrie Fisher gedimmt. Die Lichter an der weltberühmten Theatermeile sollen am Freitag um 19.45 Uhr eine Minute lang weniger hell leuchten als üblich, teilte der Verband der Broadway-Theater mit. Reynolds war am 28. Dezember im Alter von 84 Jahren gestorben, einen Tag nach ihrer Tochter Fisher, die nur 60 Jahre alt wurde. Beide traten 1973 im neu aufgeführten Musical "Irene" erstmals am Broadway auf. Reynolds wurde damals für einen "Tony" nominiert. Später stand sie in "Woman of the Year" und "Debbie" auf der Bühne. Fisher, die vor allem für ihre Filmrolle als Prinzessin Leia in der "Star Wars"-Reihe bekannt wurde, war am Broadway unter anderem im Solo-Stück "Wishful Drinking" sowie in "Agnes of God" und "Censored Scenes From King Kong" zu sehen.

Affleck-Brüder verteilen die "Golden Globes"

Musical-Romanze "La La Land" geht mit sieben Nominierungen als Favorit ins Rennen

Oscar-Preisträger Ben Affleck und sein jüngerer Bruder Casey werden bei der Golden-Globe-Gala am Sonntag beim Austeilen der Trophäen helfen. Casey Affleck ist zugleich für seine Rolle in "Manchester by the Sea" in der Sparte "Bester Hauptdarsteller in einem Drama" nominiert. Wie der Verband der Auslandspresse auf Twitter mitteilte, werden auch der frühere "Bond"-Darsteller Pierce Brosnan sowie Annette Bening als Helfer auf der Bühne stehen. Zuvor hatten die Globe-Verleiher bereits Leonardo DiCaprio, Kristen Wiig, Jessica Chastain, Matt Damon, Eddie Redmayne, Nicole Kidman und Reese Witherspoon als sogenannte Presenter angekündigt. Die nostalgische Musical-Romanze "La La Land" mit Ryan Gosling und Emma Stone geht mit sieben Nominierungen als Favorit in das Globe-Rennen. Der US-Komiker Jimmy Fallon gibt bei der Show in Beverly Hills erstmals als Golden-Globe-Moderator den Ton an.

Instrumentenbranche beklagt "Bürokratie-Wahnsinn"

Deutschland hat Sonderregelungen zum Schutz von Tropenhölzern

Weil der Handel mit seltenen Tropenhölzern erschwert wurde, sieht sich die Musikbranche mit einem "Bürokratie-Wahnsinn" konfrontiert. Bei der Weltartenschutzkonferenz (Cites) im Oktober wurden unter anderem weitere Palisander-Arten unter Schutz gestellt. "Wir müssen alle Instrumente im Lager und Laden deklarieren, in denen diese Hölzer verbaut wurden, sogar wenn es nur um wenige Gramm Holz geht", sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes Society of Music Merchants (SOMM), Daniel Knöll. "Es sind circa eine Million Produkte, die gemeldet werden müssen. Dieser Bürokratie-Wahnsinn überfordert die Musikbranche." Eine solche Buchhaltung im Einzelhandel werde nur in Deutschland gefordert. "Wir appellieren an das Bundesumweltministerium, seine komplizierte Zusatzverordnung zu überarbeiten", sagte Knöll.

Hans Otto Theater bedauert Weggang seines Intendanten

Intendant Tobias Wellemeyer verlässt 2018 Potsdamer Theater

Der Freundeskreis des Potsdamer Hans Otto Theater respektiert aber bedauert ausdrücklich die Entscheidung der Stadt, den im Juli 2018 endenden Vertrag mit Intendant Tobias Wellemeyer nicht zu verlängern. Wellemeyer ist seit 2009 in Potsdam. Die Arbeit von Wellemeyer bezeichnet das Theater in einer Erklärung als "überaus erfolgreich". Weiter heißt es, Wellemeyer sei es gelungen, eine stimmige Mischung aus aktueller Problemorientierung, Klassikern und bester Unterhaltung auf die Potsdamer Bühne zu bringen. Wellemeyer habe dafür gesorgt, dass das Theater aktiv auf die Stadtgesellschaft zugehe. Insbesondere sei es ihm gelungen, ein glänzendes Ensemble zusammen zu bringen, das er immer wieder zu Höchstleistungen zu motivieren imstande sei. Die Entscheidung, Wellemeyers Vertrag nicht zu verlängern wurde gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) getroffen. Derzeit wird das Auswahlverfahren für einen neuen Intendanten vorbereitet.

Statue in Südkorea provoziert Japan

Streit um Frauenstatue reißt alten Konflikt wieder auf

Japan will aus Ärger über eine vor seinem Konsulat in der südkoreanischen Hafenstadt Pusan aufgestellte Frauenstatue seinen Botschafter in Südkorea zurückrufen. Zudem würden wirtschaftliche Verhandlungen ausgesetzt, kündigte Japan an. Die Platzierung der Statue sei "äußerst bedauernswert", da beide Länder 2015 ein endgültiges Abkommen zur Beilegung von Differenzen wegen sogenannter Trostfrauen erzielt hätten, sagte der japanische Kabinettssekretär Yoshihide Suga. Viele Koreanerinnen und andere Frauen in Asien wurden während des Zweiten Weltkriegs dazu gezwungen, als Sexsklavinnen in Bordellen für das japanische Militär an der Front zu dienen. Dies wurde als "Trostfrau"-System bezeichnet. Die vor dem Konsulat aufgestellte Statue soll solche Sexsklavinnen während des Kriegs repräsentieren. Südkoreanische Aktivisten, die das Abkommen von 2015 ablehnen, hatten die Statue in Pusan Ende Dezember aufgestellt - ein Jahr, nachdem der Pakt erzielt worden war.

Technik-Oscar für Münchner Firma

Filmausrüstungs-Hersteller Arri wird für Digitalkamera geehrt

Ein weiterer Oscar für Filmtechnik "Made in Germany": Die Münchner Firma Arri gehört zu den diesjährigen Preisträgern der Oscar-Würdigungen für wissenschaftlich-technische Errungenschaften. Wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles mitteilte, werden insgesamt achtzehn Technik-Preise an fünf Unternehmen sowie 34 Ingenieure und Erfinder vergeben. Die Auszeichnungen werden am 11. Februar bei einem Gala-Dinner in Beverly Hills verliehen. Die feierliche Oscar-Show geht dann am 26. Februar in Hollywood über die Bühne. Arri wird für die Entwicklung der Alexa-Digitalkameras mit einer Oscar-Plakette geehrt, unter anderem wurde mit ihr "The Revenant - die Rückkehr gedreht". Sie zählten zu den ersten Digitalkameras, die in Spielfilmproduktionen verwendet wurden, heißt es in der Mitteilung. Neben Arri werden auch Firmen wie Sony und Panavision für ihre Digitalprodukte ausgezeichnet.

Schauspieler Klaus Wildbolz gestorben

Seriendarsteller war bekannt für seine Rollen in "Der Bergdoktor" und "Hotel Paradies"

Der Schweizer Seriendarsteller Klaus Wildbolz starb mit 79 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in Wien, wie sein Management bestätigte. Wildbolz war vor allem für seine Rollen in "Schlosshotel Orth", "Der Bergdoktor" und "Hotel Paradies" bekannt. Zur Welt kam Wildbolz, dessen Familie Schweizer Wurzeln hat, am 25. August 1937 in Wien. Nach einem Studium am renommierten Reinhardt-Seminar ging er zum Theater. Als Moderator der ARD-Show "Schnick-Schnack" erlangte er erste Bekanntheit. Später spielte er in vielen großen TV-Produktionen wie "Schwarzwaldklinik", "Derrick" und "Traumschiff" mit.

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Fazit

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Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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