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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. Januar 2017

Dirigent Georges Pretre mit 92 Jahren gestorben

Pretre trat in allen großen Opernhäusern der Welt auf

Der französische Stardirigent Georges Pretre ist tot. Der Maestro starb im Alter von 92 Jahren, wie der Wiener Musikverein bestätigte. Pretre trat in allen großen Opernhäusern der Welt auf. Er war im Laufe seiner Karriere Generalmusikdirektor der Pariser Oper. Der Dirigent leitete zweimal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, zuletzt 2010. Er war Ehrenmitglied des Musikvereins und eng mit Wien verbunden. Pretre, der am 14. August 1924 im nordfranzösischen Waziers geboren wurde, übernahm 1966 das Dirigat zur Wiederöffnung der New Yorker Metropolitan Opera. Das galt als einer der Höhepunkte seiner Karriere.

Fassade der Benedikt-Basilika in Norcia gesichert

EU-Unterstützung des Wiederaufbaus der Basilika zugesagt

In der vom Erdbeben zerstörten italienischen Stadt Norcia ist die Fassaden-Sicherung der Basilika San Benedetto jetzt abgeschlossen. Zwei Metallkäfige stabilisieren die mittelalterliche Fassade, die bei den Beben am 26. und 30. Oktober mit wenigen anderen Teilen der Kirche stehengeblieben war. Nun soll die Bergung der im Inneren verschütteten Bauteile und Kunstschätze beginnen, wie italienische Medien berichteten. Dies war bislang zu gefährlich. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte Unterstützung beim Wiederaufbau der Basilika zugesagt. Die dem Mönchsvater Benedikt geweihte Kirche habe "hohen symbolischen Wert", weil sie mit dem Schutzheiligen Europas verknüpft sei, schrieb Juncker an die Präsidentin der Region Umbrien, Catiuscia Marini. Benedikt wurde der Überlieferung nach um 480 in Norcia geboren. Er gilt als Begründer des abendländischen Mönchtums und wird als Patron Europas verehrt.

Umstrittene Klahn-Sammlung bleibt bei Klosterkammer

Bundesgerichtshof entscheidet im Sinne der Erben

Die Klosterkammer Hannover muss nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs ihre Sammlung mit Werken des umstrittenen Künstlers Erich Klahn (1901-1978) behalten. Auf Basis dreier Gutachten, die Klahns Nähe zum Nationalsozialismus belegen, hatte sie ihre Trägerschaft der Klahn-Stiftung gekündigt. Gegen diese Kündigung wehrten sich die Erben - und bekamen Recht. Mit der BGH-Entscheidung wurde das Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 3. März 2016 rechtskräftig, wie die Klosterkammer in Hannover mitteilte. Der in Celle gestorbene Klahn ließ sich den Gutachten zufolge von der NS-Kulturpolitik instrumentalisieren. Unter anderem vermischte er bis 1945 in seinen Arbeiten religiöse und politische Motive. So finden sich auf dem sogenannten Karfreitags-Altar im Kloster Mariensee bei Hannover ein gerundetes Hakenkreuz und Runen. Während des Rechtsstreits mit den Erben war dieser Altar nicht zu besichtigen. "Wir sind gehalten, die Werke in den üblichen Öffnungszeiten wieder zugänglich zu machen", sagte Kammerdirektor Andreas Hesse. Derzeit seien die Klöster geschlossen, Mariensee öffne wieder Mitte April. Klahn-Altäre stehen unter anderem auch in niedersächischen Kirchen.

Film über Django Reinhardt eröffnet Berlinale 2017

Regiedebüt des Produzenten Etienne Comar erzählt Lebensgeschichte des von den Nazis verfolgten Musikers

Die Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt "Django" wird am 9. Februar die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnen. Das Regiedebüt des Drehbuchautors und Produzenten Etienne Comar erzählt Teile der Lebensgeschichte des Musikers Django Reinhardt. Der bekannte Gitarrist gilt als Wegbereiter des sogenannten Gypsy-Swing. Als Sinti wurden er und seine Familie von den Nationalsozialisten verfolgt. Der Film, der am internationalen Wettbewerb der Berlinale teilnehmen wird, handelt von der Flucht Reinhardts aus dem von Deutschen besetzten Paris im Jahr 1943. Die Berlinale startet am 9. Februar. Nach den Worten von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick zeigt der Film über Reinhardt "auf packende Weise ein Kapitel seines bewegten Lebens und ist eine ergreifende Überlebensgeschichte. Die ständige Bedrohung, seine Flucht und die fürchterlichen Gräueltaten an seiner Familie konnten ihn nicht daran hindern weiterzuspielen".

Erneuter Ansturm auf Elbphilharmonie-Tickets

Fast alle Konzerte der ersten Spielzeit bis Ende Juni sind bereits ausverkauft.

Tickets für Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie sind heiß begehrt - und kaum noch zu haben. Fast alle Konzerte der ersten Spielzeit bis Ende Juni sind bereits ausverkauft. Am Mittwoch startete der Verkauf für 8000 Tickets der Reihe "Konzerte für Hamburg" im Juni. In dieser Reihe spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester im Großen Saal der Elbphilharmonie einstündige Konzerte in lockerer Atmosphäre - ohne Kleiderordnung oder Verhaltensregeln. Die Preise reichen von 6 bis 18 Euro. Schon nach wenigen Minuten des Vorverkaufs waren die Ticket-Hotline und die Internetseite nicht mehr erreichbar. Am 11. Januar wird das Konzerthaus auf einem früheren Kaispeicher im Hamburger Hafen mit einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters eröffnet.

25 Beschwerden über Anschlags-Berichterstattung

Gerügt wird unangemesse Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid nach dem Terroranschlag von Berlin

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sind beim Deutschen Presserat 25 Beschwerden über die Berichterstattung eingegangen. Sie richten sich vor allem gegen ein Live-Video vom Tatort, die unverpixelte Darstellung des getöteten Lkw-Fahrers und Bilder der Leiche des mutmaßlichen Attentäters, so Edda Eick,Sprecherin des Deutschen Presserats. Die Beschwerden stützten sich vor allem auf Ziffer 11 des Pressekodex, die die unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid verbietet, und Ziffer 8 zum Schutz der Persönlichkeit. Die Zahl der Beschwerden liege deutlich niedriger als nach den Terroranschlägen in Paris im November 2015. Der Pressekodex des Deutschen Presserats enthält Regeln für die tägliche Arbeit von Journalisten. Bei Verstößen kann das Gremium einen Hinweis, eine Missbilligung oder eine Rüge aussprechen. Konkrete Folgen haben die Sanktionen nicht.

Regisseur Carlos Saura wird 85

In Deutschland begeisterte sein Balletfilm "Carmen"

Carlos Saura gilt als einer der größten Meister des Films. Heute wird er 85 Jahre alt. Der Spanier fotografiert aber auch, er malt, schreibt Romane und führt im Theater Regie. Seit Jahrzehnten ist er zudem ein unermüdlicher Sozialkritiker. Bereits in seinen ersten Spielfilmen setzte sich Saura mit dem spanischen Bürgertum und der Franco-Diktatur kritisch auseinander und wurde für "La Caza" (1965) in Berlin mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Carlos Saura begann erst nach einem Ingenieur-Studium Filme zu drehen. Sein wichtigster Lehrmeister war der Filmemacher Luis Buñuel. Wer rastet, der rostet, lautet Sauras Devise: "Ich drehe Filme, um am Leben zu bleiben", sagte er der Zeitung "El País". Zuletzt erschien von ihm im Oktober das Dokumentar-Musical "La Jota" - ein Tribut an den Jota-Tanz seiner Heimat Aragonien. Und er wolle weitere Musikfilme unter anderem in Russland und Indien drehen, verriet Saura jüngst. Und nach vielen Jahren Vorbereitung soll in diesem Jahr nun ein auch ein Filmprojekt über Pablo Picasso beginnen.

Kommentierte "Mein Kampf"-Edition 85 000 Mal verkauft

Ende Januar soll die sechste Auflage auf den Markt kommen

Ein Jahr nach Erscheinen der kritischen Ausgabe von Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" ist die Edition 85 000 Mal verkauft worden. Ende Januar soll die sechste Auflage auf den Markt kommen. "Diese Verkaufszahlen haben uns überrollt, damit konnte wirklich niemand rechnen", sagte der Direktor des Institutes für Zeitgeschichte, Andreas Wirsching, in München. Die bayerische Landeszentrale für politische Bildung arbeitet derzeit an einer Schrift, wie Auszüge aus "Mein Kampf" auch für die historische Quellenarbeit im Geschichtsunterricht genutzt werden können. "Es geht darum, sensibel mit einer schwierigen und historisch sehr belasteten Quelle umzugehen", sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Vor der Veröffentlichung soll der Landtag informiert werden. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht.

Vogelmann-Preis für Bildhauer Richard Deacon

30 000 Euro Preisgeld verbunden mit einer Einzelausstellung in Heilbronn

Der britische Bildhauer Richard Deacon erhält den mit 30 000 Euro dotierten Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2017. Der 67-Jährige sei ein "führender Vertreter der zeitgenössischen Skulptur und zugleich einfallsreichster Bildhauer seiner Generation", teilten die Städtischen Museen Heilbronn mit. Sie vergeben die Ehrung seit 2008 zusammen mit der Vogelmann-Stiftung. Deacon sprach von einer großen Ehre. "Ich bin dankbar, dass die Jury sich für mich entschieden hat. Ich freue mich sehr, in Heilbronn auszustellen", sagte der in London und New York lebende Künstler. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann verbunden, die im Herbst zu sehen sein soll. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Ausstellung statt.

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