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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. März 2015

Kinderbuchpreis "Luchs" für Finn-Ole Heinrich und Rán Flygenring

Gewinnertriologie: "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt"

Der Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs 2014 geht an den Autor Finn-Ole Heinrich und die Illustratorin Rán Flygenring für ihre Trilogie "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt". Der mit 8000 Euro dotierte Preis soll heute Abend im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen werden. Heinrichs Erzählungen seien "wahnsinnig ernst und traurig, zwischendurch aber immer wieder so leicht und heiter wie selten ein deutschsprachiges Kinderbuch", urteilte die Jury. Auch die begleitenden Illustrationen von Rán Flygenring seien herausragend. In der Trilogie erlebt Paulina Schmitt, genannt Maulina, Beängstigendes: Die Eltern trennen sich, sie muss die Schule wechseln, der Vater zieht mit seiner neuen Freundin zusammen, die Mutter wird krank und stirbt am Ende. "Doch trotz aller Sorgen bordet Maulinas Leben über von besonderen Menschen und Ereignissen, von Kraft und Glück." Der Luchs wird von Radio Bremen und der Wochenzeitung "Die Zeit" vergeben. Der "Luchs" prämiert jeden Monat ein Kinder- oder Jugendbuch. Aus dieser Auswahl wird der "Jahres-Luchs" gekürt.

Literaturfestival Lit.Cologne wird in Köln eröffnet

Lit.Cologne beginnt mit der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises

Das Literaturfestival bietet bis zum 21. März über 200 Veranstaltungen, wie die Veranstalter mitteilten. Zu Gast sind internationale Bestsellerautoren wie Nick Hornby, Jussi Alder-Olsen oder Naomi Klein. Daneben werden deutschsprachige Schriftsteller wie Frank Schätzing oder Uwe Timm erwartet. Mit zuletzt rund 100.000 Besuchern gilt die Lit.Cologne nach Angaben der Veranstalter als das größte Literaturfestival in Europa. Sie findet seit 2001 jährlich in Köln statt. Mit dem Hörbuchpreis werden unter anderem die Synchronsprecherin Maria Koschny und der Schauspieler Frederick Lau in der Katagorie beste Interpreten ausgezeichnet. Der Preis wird seit 2006 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, NDR und HR verliehen.

Archtitekt Frei Otto mit 89 gestorben

Dach des Münchner Olympiastadions machte ihn berühmt

Der für organische Bauten bekannte Star-Architekt Frei Otto ist tot. Der Schöpfer der Zeltdachkonstruktion des Münchner Olympiastadions starb bereits am Montag im Alter von 89 Jahren. Posthum bekommt Frei Otto, der in Leonberg bei Stuttgart lebte, den renommierten Pritzker Preis. Otto sei nicht nur Architekt, sondern auch "Forscher, Erfinder, Form-Finder, Ingenieur, Baumeister, Lehrer, Mitarbeiter, Umwelt-Aktivist, Humanist und Schöpfer unvergesslicher Gebäude und Orte" gewesen, begründete die Jury ihre Wahl.
Der 1925 im sächsischen Siegmar geborene Otto war Sohn eines Bildhauers und Schüler des Star-Architekten Mies van der Rohe (1886-1969). Neben der Zeltdachkonstruktion des Münchner Olympiastadions entwarf er gemeinsam mit Kollegen unter anderem auch den Japanischen Pavillon auf der Expo 2000 in Hannover und das Spinnennetzdach über dem Deutschen Zeltpavillon für die Weltausstellung 1967 in Montréal.

Countertenor Andreas Scholl erhält Rheingau-Musik-Preis

Jury würdigte vor allem seine Verdienste um die Barockmusik

Der deutsche Countertenor Andreas Scholl (47) wird mit dem Rheingau-Musik-Preis 2015 ausgezeichnet. Die Jury würdigte vor allem seine Verdienste um die Barockmusik. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung wird jährlich im Zusammenhang mit dem Rheingau-Musik-Festival vergeben, das Preisgeld stammt vom hessischen Kunstministerium. Scholl stammt aus dem Rheingau und lebt im Weinort Kiedrich. Er sang in Opern- und Oratorienaufführungen in vielen Ländern und unterrichtet Gesang in Basel. Preisträger vor ihm waren Christoph Eschenbach (2014) und Fazil Say (2013).

Kunstberater Achenbach unter Tränen: "Mein Handeln war unmöglich"

Seine Anwälte fordern Milde für den 62-Jährigen

Auch am Ende seines Prozesses hat sich der wegen Millionenbetrugs am deutschen Geldadel angeklagte Kunstberater Helge Achenbach reuig gezeigt - und Tränen vergossen. "Mein Handeln bei den Kunstgeschäften mit Albrecht war unmöglich", sagte Achenbach heute in seinem Schlusswort am Essener Landgericht. Er bezog sich dabei auf seine verdeckten Millionen-Preisaufschläge bei Geschäften mit dem 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. "Ich weiss, dass ich eine Freiheitsstrafe zu erwarten habe", sagte Achenbach mit brüchiger Stimme. Sein "einziger Trost" sei, dass alles, was er Albrecht verkauft habe, "von hoher Qualität war und heute viel mehr wert ist". Er selbst sei ruiniert, sagte der 62-Jährige, der der einer der bekanntesten Kunstexperten Deutschlands ist. "Einen Kunstberater Helge Achenbach wird es nicht mehr geben." Achenbachs Verteidiger Thomas Elsner forderte eine geringe Freiheitsstrafe für seinen Mandanten. Sie müsse jedenfalls erheblich unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten sieben Jahren Haft liegen. Er wies einen Großteil der Betrugsvorwürfe zurück. "Wo Kunst und Geld zusammentreffen, gelten etwas andere Spielregeln."

Leipziger Buchmesse gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

Messeschwerpunkt ist das deutsch-israelische Verhältnis

Die Leipziger Buchmesse will sich in diesem Jahr eindeutig gegen Fremden- und Judenfeindlichkeit positionieren. Es werde eine sehr politische Buchmesse werden, sagte Direktor Oliver Zille heute bei der Eröffnungspressekonferenz. Er wünsche sich, dass von Leipzig eine "klare Botschaft ausgeht für das freie Wort, gegen Antisemitismus und Fremdenhass", fügte er hinzu. Schwerpunkt der Messe vom 12. bis 15. März ist in diesem Jahr das deutsch-israelische Verhältnis seit 1965. Eröffnet wird die Leipziger Buchmesse heute Abend im Gewandhaus. Im Rahmen des Schwerpunktes werde nicht nur der Nahost-Konflikt, sondern auch die Debatten über Islamismus und einen wieder erstarkten Antisemitismus in Europa angesprochen werden, sagte Zille auch mit Blick auf die Terroranschläge in Paris. Beim parallel laufenden Lesefest "Leipzig liest!" wollten sich Autoren und Besucher auch mit der "Pegida"-Bewegung und Ausländerfeindlichkeit auseinandersetzen. Insgesamt erwartet Leipzig zur Buchmesse und zum Lesefest an 410 Orten in der Stadt rund 235.000 Besucher. Für die Messe angemeldet haben sich 2.263 Aussteller aus 42 Ländern angemeldet. Laut Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, sind das rund vier Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Millionenstrafe für Pharrel Williams und Robin Thicke

Plagiat im Song "Blurred Lines"

Die beiden US-Musiker Pharrell Williams und Robin Thicke sind wegen Plagiatsvorwürfen rund um den Song "Blurred Lines" schuldig gesprochen worden. Die achtköpfige Jury eines Gerichts in Los Angeles verurteilte das Duo zur Zahlung von 7,4 Millionen Dollar (6,9 Millionen Euro) an die Familie der Soul-Legende Marvin Gaye. Dessen Kinder hatten angegeben, dass Teile von "Blurred Lines" dem Song "Got to Give It Up" von Gaye aus dem Jahr 1977 zu sehr ähnelten. Williams hatte die Vorwürfe in dem Plagiatsprozess stets zurückgewiesen.

Verbrecher-Verlag muss Buch von Chaim Noll zurückziehen

Monika Maron ging juristisch gegen das Buch vor

Der Verbrecher-Verlag hat ein Buch des Schriftstellers Chaim Noll zurückgezogen. Unter dem Titel "Der Schmuggel über die Zeitgrenze" sollten zur Buchmesse Erinnerungen des deutsch-israelischen Autors erscheinen. Grund ist eine Passage über die aus der DDR stammende Schriftstellerin Monika Maron. Sie ging juristisch gegen das Buch vor, weil sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sah. Chaim Noll sagte im Deutschlandradio Kultur, Monika Maron werde in seinem Buch lediglich auf einer Seite erwähnt. Es sei um Dinge gegangen, die sie in der DDR getan habe. Der Verbrecher-Verlag bringt das Buch nach der Buchmesse in geänderter Form heraus.

"Sprachwahrer des Jahres 2014" gekürt

Johannes Singhammer wurde von der Zeitschrift "Deutsche Sprachwelt" ausgewählt

Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer (CSU) habe unter anderem im Februar vergangenen Jahres Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür getadelt, dass sie eine Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz auf Englisch gehalten hatte, lobte die Zeitschrift "Sprachwelt". Mit der EU habe der "Sprachwahrer des Jahres 2014" darüber verhandelt, wie Deutsch als EU-Amts-, Arbeits- und Verfahrenssprache gleichberechtigt mit Französisch und Englisch verwendet werden kann. Bereits 2006 habe Singhammer eine Politiker-"Selbstverpflichtung zu gutem Deutsch" unterzeichnet. Die Leser der "Sprachwelt" konnten unter acht Vorschlägen der Redaktion in einer Online-Abstimmung ihren Favoriten für den "Sprachwahrer" benennen. Wie viele Stimmen abgegeben wurden, ist nicht bekannt. Der Titel wird seit dem Jahr 2000 vergeben. Die Auszeichnung erhielten neben anderen bereits die Deutsche Bahn (2013), Loriot (2011) und Papst Benedikt XVI. (2005).

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