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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. Januar 2015

Siebzigster Jahrestag der Befreiung Auschwitz

Gedenkstunde im Bundestag

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Menschen in Deutschland 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor einem Schlussstrich unter den Holocaust gewarnt. "Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz", sagte er heute in einer Gedenkstunde des Bundestages. "Die Erinnerung an den Holocaust bleibt eine Sache aller Bürger, die in Deutschland leben. Er gehört zur Geschichte dieses Landes." Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte, Auschwitz stehe wie kein anderer Ort als Synonym für das, was Menschen Menschen antun könnten. Die Erinnerung an den Holocaust mahne eindringlich, solche Verbrechen nie und nirgendwo mehr zuzulassen. Lammert betonte: "Für die schreckliche Vergangenheit unseres Landes sind die Nachgeborenen nicht verantwortlich, für den Umgang mit ihr aber schon". Im Gedenken daran könne es Anlass für Hoffnung sein, wenn sich die Deutschen humanitären Herausforderungen der Gegenwart stellten. An der Veranstaltung des Bundestags nahmen auch Auschwitz-Überlebende auf der Tribüne teil. Das Konzentrationslager war am 27. Januar 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit worden. Unter nationalsozialistischer Herrschaft waren in dem Lager mindestens 1,1 Millionen Menschen vergast, zu Tode geprügelt oder erschossen worden oder an Krankheiten und Hunger gestorben. Eine Million waren Juden.

Bekanntgabe der internationalen Berlinale-Jury

Ein siebenköpfiges Gremium wird über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären entscheiden

Unter Vorsitz von US-Regisseur Darren Aronofsky sitzen der deutsche Schauspieler Daniel Brühl, die französische Schaupielerin Audrey Tautou, sowie der US-amerikanische Autor, Regisseur und Produzent Matthew Weiner, US-Produzentin Martha De Laurentiis und der koreanische Regisseur Bong Joon-ho in der Jury der 65. internationalen Filmfestspiele. Die peruanische Regisseurin Claudia Llosa, die mit ihrem Film "Eine Perle Ewigkeit" 2009 den Goldenen Bären gewann, ist ebenfalls in dem Auswahlgremium, wie das Festival mitteilte. Rund 400 Filme aus aller Welt werden vom 5. bis 15. Februar gezeigt. Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren 19 Filme um die Trophäen. Darunter sind drei Regiearbeiten aus Deutschland: Nicole Kidman spielt die Hauptrolle in Werner Herzogs Historiendrama "Queen of the Desert". Andreas Dresen geht mit der Romanverfilmung "Als wir träumten" an den Start. Sebastian Schipper schickt den Thriller "Victoria" ins Rennen.

Neuer künstlerischer Leiter des Heidelberger Musikfestivals

Michael Gassmann leitet ab Februar das Internationale Musikfestival Heidelberger Frühling |

Der Kirchenmusiker und promovierte Musikwissenschaftler Michael Gassmann wechselt nach Heidelberg. Er arbeitete zuvor unter anderem als Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", als Geschäftsführer des Musik Podium Stuttgart und zuletzt als Chefdramaturg und Wissenschaftlicher Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Seit 2007 ist Gassmann zudem Jurymitglied beim Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Gassmann folgt auf Dominik Winterling, der ab Februar Geschäftsführer der Stiftung Elbphilharmonie und Leiter des Development der Hamburg Musik gGmbH wird.
Das Heidelberger Klassikfestival steht unter dem Motto «Freiheit wagen» und findet vom 21. März bis 25. April statt. Auf dem Programm stehen unter anderem Konzerte mit dem Pianisten András Schiff, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Cellisten Gautier Capuçon.

In Frankfurt startet "Ustinov Theatre School"

Neue Theaterschule für benachteiligte Jugendliche

Die "Ustinov Theatre School" bereitet ab dem 1. Februar zehn Schüler zwischen 15 und 18 Jahre auf eine spätere Bühnenkarriere vor. Die Ausbildung läuft maximal drei Jahre parallel zur Schule und ist kostenlos. Das Kursangebot in englischer Sprache umfasst Stimmbildung, Tanz, Improvisation, Bewegung und Rollenarbeit, wie die Projektpartner - die Sir Peter Ustinov-Stiftung und das English Theatre Frankfurt - am Dienstag berichteten. Der 2004 verstorbene britische Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur Peter Ustinov hatte die Stiftung 1999 zusammen mit seinem Sohn Igor gegründet. Sie fördert mit verschiedenen Projekten künstlerischen Nachwuchs, dessen Eltern sich Gesangsstunden, Balletttraining oder Schauspielunterricht nicht leisten können.

Ex-Bundesverfassungsrichter Träger gestorben

Der Jurist wurde 88 Jahre alt

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst Träger ist tot. Dies teilte das Gericht heute mit. Träger amtierte dort von 1977 bis 1989. Als Berichterstatter war er unter anderem für Senatsentscheidungen im Staatskirchenrecht, im Beamtenrecht und im Strafrecht zuständig. Träger wurde 1926 in Künzelsau geboren. Ab 1972 arbeitete er als Bundesanwalt, vier Jahre später wurde er zum Richter am Bundesgerichtshof ernannt. Der Jurist wurde unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und von Papst Johannes Paul II. mit dem Gregoriusorden geehrt.

Berliner Architekt Sawade gestorben

Er war ein Vertreter des architektonischen Rationalismus

Wie die Akademie der Künste heute mitteilte, ist der Berliner Architekt Jürgen Sawade, am Mittwoch letzter Woche verstorben. Vor allem im Westteil der deutschen Hauptstadt tragen zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser Sawades Handschrift. Beispiele sind etwa das Palasseum im Stadtteil Schöneberg oder die Umgestaltung der Schaubühne am Lehniner Platz in den Jahren 1975 bis 1981 sowie das Grand Hotel Esplanade. Sawade wurde 1937 in Kassel geboren. Er studierte und arbeitete an der Technischen Universität Berlin. Seit dem Jahr 2002 war er Mitglied der Akademie der Künste.

Kardinal Müller besucht SemperOpernball und feiert Messe

Er ist am Wochenende in Dresden zu Gast

Der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Müller, feiert am Samstag ab 8.00 Uhr eine Messe in der Kathedrale, wie das Bistum Dresden-Meißen ankündigte. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von den Dresdner Kapellknaben unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Matthias Liebich. Am Vorabend nimmt der Kardinal nach Medienberichten am 10. SemperOpernball teil.

Sachsen-Anhalt gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Landtag und Landesregierung erinnerten an die Opfer des Nationalsozialismus

Bei einer zentralen Gedenkfeier heute morgen in Bernburg wurden
an der Gedenkstätte NS-"Euthanasie" Kränze niedergelegt. Dort wurden nach Angaben der Gedenkstättenstiftung Sachsen-Anhalt mehr als 14 000 wehrlose Menschen durch Gas, Medikamente und Nahrungsentzug ermordet. Sie kamen aus psychiatrischen Einrichtungen, Altenheimen und Lazaretten. Nach der Kranzniederlegung stand eine zentrale Gedenkstunde im Theater Bernburg auf dem Programm. Am Tag der Opfer des Nationalsozialismus sind auch an vielen anderen Orten im Land Gedenkveranstaltungen geplant, etwa in Magdeburg, Halle, Stendal und Naumburg. Anlass ist der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar.

Facebook und Instagram für kurze Zeit ausgefallen

Ob Hacker dahinterstecken, blieb zunächst unklar

Facebook und die Fotoplattform Instagram sind heute morgen in vielen Weltregionen komplett ausgefallen. Nach rund einer Dreiviertelstunde liefen die Dienste dann wieder. Gründe für den Ausfall wurden von den Anbietern zunächst nicht genannt. Die Website des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook ließ sich nicht aufrufen. Auch die Apps funktionierten nicht. Facebook und die ebenfalls zum Konzern gehörende Instagram-Plattform entschuldigten sich und baten um Geduld: Man arbeite an einer Lösung. In der Vergangenheit hatte es bereits hin und wieder Facebook-Ausfälle gegeben, die zum Teil einige Stunden dauerten. Facebook hat über 1,3 Milliarden aktive Nutzer, die täglich Dutzende Milliarden Einträge, Bilder und Videos hochladen. Ein System aus mehreren Rechenzentren schlägt diese riesigen Datenmengen meist reibungslos um. Gelegentlich kommt es jedoch zu Ausfällen, die stets für viel Aufregung im Netz sorgen.

"Dresden für alle" - Musiker gegen Pegida

Die Band Keimzeit zeigt Flagge

In Dresden setzten Musiker, Künstler und Zehntausende Bürger gestern Abend ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Unter dem Motto "Offen und bunt - Dresden für alle" traten Musiker wie Herbert Grönemeyer, Jan-Josef Liefers und die Potsdamer Band Keimzeit auf dem Neumarkt vor der Dresdner Frauenkirche auf. Keimzeit-Sänger Norbert Leisegang findet Engagement wichtig, auch wenn er den Einfluss von Künstlern für gering hält: "Machen wir uns nichts vor, mit Musik kann man keine Politik und keine gesellschaftlichen Dinge verändern. Es ist einfach nur eine Art Flagge zeigen: Wir stehen für ein tolles, buntes und offenes Dresden, genauso für ein offenes und buntes Deutschland und Europa. Man kann einfach nur zeigen, wofür man steht, verändern kann man dadurch nichts." Bereits vorgestern hatte die sonst montags stattfindende Pegida-Kundgebung in Dresden stattgefunden. Die Veranstalter hatten die Kundgebung auf den Sonntag vorverlegt, da sie ihren Anhängern die Teilnahme an dem Konzert gegen Pegida ermöglichen wollten.

Bremer Literaturpreis an Marcel Beyer

Preisträger übt scharfe Kritik an Pegida

Für seinen Gedichtband "Graphit" hat der Dresdner Schriftsteller Marcel Beyer den Bremer Literaturpreis 2015 bekommen. Sein Schreiben sei „Egge und Pflug, der Autor gehe über Wortfelder, betreibe Welterkundung", lobte Kritiker Lothar Müller bei der gestrigen Feierstunde im Bremer Rathaus. Beyer, der aus Baden-Württemberg stammt, übte in seiner Rede Kritik an den Vorgängen in seiner Wahlheimat Dresden. Dantes "Göttliche Komödie" beschreibe die Pegida-Demonstrationen vor seiner Tür: "Sie brüllen: Wir sind das Volk! Halt's Maul du Fotze, Lügenpresse auf die Fresse! Du hässliche Nutte bist eine Schande für Ostdeutschland! Sie schreiben: Wir wollen die hier nicht und: König August steig hernieder und regiere Sachsen wieder. Mit Wollust lassen sie sich einpeitschen und je vulgärer der Abend wird, desto wohliger glühen ihre Äuglein." Der Bremer Literaturpreis ist mit 20.000 Euro dotiert und zählt zu den ältesten Preisen für deutschsprachige Literatur.

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