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Kulturnachrichten

Freitag, 23. Januar 2015

Verleger Wolfgang Beck tritt von Verlagsspitze ab

Nachfolger wird sein Sohn Jonathan Beck

Der Verleger Wolfgang Beck tritt nach rund vier Jahrzehnten von der Spitze seines Verlages ab. Der 73-Jährige wird die Leitung des literarischen Bereiches des C.H. Beck-Verlages in München zum 1. Februar an seinen Sohn Jonathan Beck übergeben, wie er in einem Brief mitteilte. "Es ist an der Zeit, dass eine jüngere Generation die Regie übernimmt", schreibt er darin. Er werde dem Verlag aber weiterhin verbunden bleiben. "Als Abschied sind diese Zeilen daher nicht gemeint, wohl aber als Nachricht über eine wichtige Veränderung." Beck hatte den Verlag nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik und Sozialwissenschaften in den 1970er Jahren von seinem Vater übernommen. Er verlegte Autoren wie Saul Friedländer, Albert Schweitzer und Richard von Weizsäcker.

Ausfuhrsperre für Portigon-Kunstsammlung erlassen

400 Werke der Kunstsammlung bleiben vorläufig in Deutschland

Die Kulturstaatsministerin des Bundes, Monika Grütters (CDU) und die Kulturministerin des Landes NRW, Ute Schäfer (SPD), leiteten ein Verfahren ein, in dem geprüft wird, ob unter den 400 Werken wertvolle nationale Kulturgüter sind. Damit sind sämtliche Werke der Sammlung mindestens bis zum Abschluss des Verfahrens unter Schutz gestellt, teilten Sprecher beider Ministerinnen heute mit. Ein Sachverständigen-Ausschuss muss die Sammlung nun prüfen. Portigon wickelt als Rechtsnachfolgerin die nach Milliardenverlusten zerschlagene West LB ab. Den Verkauf der Kunstwerke hält die Portigon-AG aufgrund der EU-Vorgaben für alternativlos. Sämtliche Vermögensgegenstände müssten verwertet werden. Die NRW-Regierung sieht das nicht so. Auch Museen, Künstler und Kulturverbände protestieren gegen den Verkauf. Am 5. Februar soll zu der Frage ein runder Tisch einberufen werden.

Mons startet ins Kulturhauptstadtjahr

Phosphoreszierende Drachen, menschliche Lichterketten und beleuchtete Installationen

Die belgische Stadt Mons will zur Eröffnung ihres Kulturhauptstadtprogramms am Samstag die Nacht zum Tag machen. Mehr als 18 000 Menschen sollen das historische Zentrum in ein Lichtermeer verwandeln. Zu dem Event werden auch Philippe und Mathilde von Belgien erwartet. Das Königspaar soll am späten Nachmittag in der Stiftskirche Sankt-Waltrudis die Feierlichkeiten offiziell eröffnen. Das wallonische Mons ist 2015 die zweite Kulturhauptstadt Europas. Das tschechische Pilsen gab am vergangenen Wochenende bereits den Startschuss.

Architekt Gottfried Böhm wird 95

Skulpturale Gebäude aus Glas, Stahl und Beton prägen seine Arbeit

Gottfried Böhm ist einer der bedeutendsten Architekten in Deutschland. Er gilt als ein besonders vielfältiger Baukünstler, hat gut 40 Kirchen aber auch die neue Kölner Moschee entworfen. Heute wird der in Köln lebende Böhm 95 Jahre alt. 1986 erhielt er als erster Deutscher den "Pritzker Architecture Price" - eine Art Nobelpreis für Architektur - für seine Verbindung von Tradition und Moderne. Zu den berühmtesten Bauten Gottfried Böhms gehören die Wallfahrtskirche Velbert-Neviges bei Wuppertal, das Rathaus in Bensberg bei Köln, aber auch Kulturgebäude in Los Angeles, Tokio, Turin oder Boston. Gottfried Böhm machte sich national wie international einen Namen als Kirchenbauer. In seiner langen Schaffensphase veränderten sich Stile, Gestaltung, Formen und Material. Zunächst wirkten seine Bauwerke rational, streng geometrisch, in den 60er Jahren entstanden wahre "Betonfelsen" wie auch die spektakuläre Pilgerkirche in Neviges. Später konzentrierte sich Böhm auf städteplanerische Projekte.

Der Deutsche Fernsehpreis ist endgültig Geschichte

Anstelle einer Fernsehgala ist ein Branchentreff geplant

Der Deutsche Fernsehpreis ist in der bisherigen Form jetzt endgültig Geschichte. Dieses Jahr werde es keine Fernsehgala mehr geben, teilte das Ständige Sekretariat Deutscher Fernsehpreis mit. Zwei der vier Stifter mit den Geschäftsführern und Intendanten von WDR, ZDF, RTL und Sat.1 hätten sich gegen eine Fortsetzung ausgesprochen, zwei dafür. In diesem Jahr werde eine Pause eingelegt, im nächsten Jahr sollen die besten und erfolgreichsten Produktionen eines Fernsehjahres bei einem Branchentreff gewürdigt werden, der nicht im Fernsehen übertragen werde. Der Deutsche Fernsehpreis wird seit 1999 jährlich in Köln vergeben. Er hatte zuletzt für erheblichen Unmut gesorgt, weil die Kategorien ständig wechselten und die Sender nach Ansicht von Kritikern die Übertragung zum Teil lieblos im Programm platzierten.

Maus-Vater Armin Maiwald wird heute 75 Jahre alt

Fernsehmann der ersten Stunde

Ein kleines, orangefarbenes Nagetier hat sein Leben bestimmt: Armin Maiwald ist Miterfinder des TV-Klassikers "Die Sendung mit der Maus" im Ersten und zugleich Stimme und Gesicht der Serie. Wie viele Tausend Sachgeschichten er in mehr als 40 Jahren produziert hat, weiß der Regisseur nicht genau. Klar ist aber: "Die schönste Sendung ist immer die nächste." Seit gut 50 Jahren ist der Kölner im Fernsehgeschäft, hat dessen Anfänge miterlebt - ganz klassisch zunächst als Kabelträger. Das Kinder- und Jugendprogramm hat Maiwald mitgeprägt. Pünktlich zum Geburtstag ist seine Autobiografie "Aufbau vor laufender Kamera" erschienen.

Ray Dolby posthum mit Hollywood-Stern geehrt

US-Erfinder revolutionerte den Kinosound

Der Tontechniker Ray Dolby, zu dessen vielen Erfindungen ein verbessertes Kinosoundsystem zählt, ist posthum auf Hollywoods "Walk of Fame" verewigt worden. Der Technik-Pionier war 2013 im Alter von 80 Jahren gestorben. Gesterm wurde eine Sternenplakette mit seinem Namen auf dem berühmten Bürgersteig enthüllt. Der 2540. Stern befindet sich auf dem Hollywood Boulevard direkt vor dem Dolby Theatre, wo alljährlich die Oscars verliehen werden. Regisseur Francis Ford Coppola würdigte bei der Zeremonie die Verdienste des Ingenieurs, darunter sein Mitwirken bei der Entwicklung des ersten Videorekorders. Coppola pries Dolbys bahnbrechende Erfindungen für Filmsound, Raumklang und Rauschunterdrückung. Sein Logo, der D-Buchstabe für den Dolby-Sound, gehört zu nahezu jedem Film.

Berlinale-Missverständnis mit Nordkorea ausgeräumt

Festivalleiter Dieter Kosslick sprach mit nordkoreanischen Botschafter Si Hong Ri

Nach Drohungen Nordkoreas wegen einer angeblichen Aufführung von "The Interview" bei der Berlinale hat Festivaldirektor Dieter Kosslick mit dem nordkoreanischen Botschafter in Berlin, Si Hong Ri, gesprochen. Das Missverständnis sei nun ausgeräumt, erklärten die Internationalen Filmfestspiele Berlin. Der US-Film über ein fiktives Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un werde nicht im Programm der Berlinale gezeigt. "Das war auch nie vorgesehen. Und der Film wurde uns auch nie von Sony angeboten." Der gleichzeitige deutsche Kinostart von "The Interview" am 5. Februar falle zufällig auf den Termin der Berlinale-Eröffnung. "Das scheint zu dem Missverständnis geführt zu haben", so das Festival. Nordkoreas Außenministerium hatte zuvor dazu aufgerufen, die Aufführung bei der Berlinale zu stoppen.

Darf man den Terror im Karneval thematisieren?

Rosenmontagswagen zum Thema Meinungsfreiheit

Darf man in der Fastnacht Themen wie das Attentat auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" aufgreifen? "Grundsätzlich ja", sagte heute der Präsident der Schwäbisch-Alemannischen Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle. "Das ist sicherlich kein einfaches Thema. Aber wenn man das würdevoll macht, darf man das ansprechen." Die Pressefreiheit sei sehr eng mit der Narrenfreiheit verbunden, so Wehrle. Auch die Narren gingen manchmal sehr an die Grenzen, um den Leuten den Spiegel der Zeit vorzuhalten. Allerdings müsse man darauf achten, dass ein Thema nicht ins Lächerliche gezogen werde. Im Kölner Karneval soll es in diesem Jahr einen Rosenmontagswagen zum Thema Meinungsfreiheit geben - als Reaktion auf den Mordanschlag islamistischer Terroristen in Paris.

Nachschub von "Charlie Hebdo" im deutschen Handel

Das französische Satireblatt ist ab heute wieder zu kaufen

"Charlie Hebdo" hat rund 50 000 weitere Ausgaben der "historischen" Nummer nach den Pariser Terroranschlägen zur Auslieferung an Bahnhofs- und Flughafenkioske sowie Buchhandlungen vorgesehen, teilte der Deutsche Pressevertrieb bei Gruner + Jahr mit. Am vergangenen Samstag war die Ausgabe mit dem weinenden Propheten Mohammed auf der Titelseite in Minutenschnelle vergriffen gewesen. Allerdings waren nur knapp 5000 Exemplare nach Deutschland geliefert worden. In Frankreich war die Gesamtauflage des Magazins auf sieben Millionen Exemplare erhöht worden.

NS-Raubkunstzentrum: Grütters wird Vorsitzende des Stiftungsrats

Kulturstaatsministerin übernimmt wichtige Funktion im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste

Die CDU-Politikerin Monika Grütters wurde bei der gestrigen konstituierenden Sitzung des 15-köpfigen Aufsichtsgremiums in Berlin zur Vorsitzenden des Stiftungsrats für das NS-Raubkunstzentrum gewählt. Die praktische Arbeit soll von einem zweiköpfigen Führungsgremium verantwortet werden. Zum ehrenamtlichen Vorstand ernannte der Stiftungsrat den früheren Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Uwe Schneede. Die Stelle des hauptamtlichen Vorstands wurde ausgeschrieben, eine Entscheidung steht aber noch aus. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wird von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden getragen.

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