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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. Januar 2015

"Charlie Hebdo"-Chef kritisiert Medien

Mohammed-Karikaturen sollten veröffentlicht werden

Der Chefredakteur des französischen Satire-Magazins "Charlie Hebdo", Gérard Biard, hat westliche Medien kritisiert, die das Titelblatt der jüngsten Ausgabe mit einer Mohammed-Karikatur nicht veröffentlicht haben. Wenn Zeitungen in totalitären Staaten so handelten, sei es ihnen nicht zu verübeln, da ihren Mitarbeitern andernfalls Gefängnis oder gar Tod drohe, sagte Biard dem US-Senders NBC News. Mit Medien in Demokratien verhalte sich das anders.
"Diese Karikatur ist nicht einfach eine kleine Figur, ein kleiner Mohammed, der von Künstlern gezeichnet wurde", betonte Biard. "Es ist ein Symbol, ein Symbol für die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit, für Demokratie und Säkularismus....Es ist dieses Symbol, dessen Veröffentlichung sie verweigern."
NBC News gehört zu den Medien, die sich dafür entschieden haben, das Titelblatt nicht zu zeigen, ebenso wie viele andere US-Medien. In Deutschland hatten einige Zeitungen das neu "Charlie Hebdo"-Cover nachgedruckt, andere hatten aber ebenfalls darauf verzichtet.

Ervin Drake mit 95 Jahren gestorben

Pop-Komponist schrieb für Frank Sinatra, Elvis Presley und Ella Fitzgerald

Der amerikanische Komponist Ervin Drake ist tot. Drake komponierte Hits wie Frank Sinatras "It Was A Very Good Year" und Frankie Laines "I Believe". Der Musiker erlag am Donnerstag im US-Staat New York einem Krebsleiden, wie die "New York Times" unter Berufung auf Drakes Stiefsohn berichtete. Er wurde 95 Jahre alt.
Seine ersten Hits hatte Drake in den 1940er Jahren, etwa mit dem von Billie Holiday vertonten Lied "Good Morning Heartache".
Musikgrößen wie Elvis Presley, Patti LaBelle, Ella Fitzgerald und Diana Ross sangen die Songs von Ervin Drake.

Zerstörte Kulturstätten in Nahost

Experte sieht Anzeichen, dass IS Grabungsstätten ausbeutet

Durch die Kämpfe im Nahen und Mittleren Osten sind nach Angaben des Chemnitzer Museumsfachmanns Thomas Schuler viele archäologische Ausgrabungsstätten unwiderruflich zerstört worden. "Diese Schäden sind nicht in Dollar oder Euro aufzuwiegen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Schuler gehört zum Krisenstab des Internationalen Museumsrates. Viele Täter arbeiteten offensichtlich in die eigene Tasche, um zu überleben. "Wo aber der Islamische Staat das Sagen hat, gibt es Anzeichen, dass die Grabungsstätten systematisch ausgebeutet werden." Auch die Lage an historischen Stätten sei katastrophal.

Carl-Zuckmayer-Medaille für Bruno Ganz

Schweizer Schauspieler für Verdienst um die deutsche Sprache geehrt

Der Schauspieler Bruno Ganz wird heute in Mainz mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Für Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zählt Ganz sowohl im deutschsprachigen Raum als auch europaweit zu den "bedeutendsten Theater- und Filmschauspielern der vergangenen fünf Jahrzehnte". Das Land verleiht die Medaille seit 1979 für besondere Verdienst um die deutsche Sprache und das künstlerische Wort.
Zu den berühmtesten Rollen des 1941 in Zürich geborenen Bruno Ganz zählen der Engel Damiel in Wim Wenders "Der Himmel über Berlin" mit und die Rolle von Adolf Hitler in Bernd Eichingers Weltkriegsdrama "Der Untergang".

Hunderte bei Trauerfeier für ägyptische Filmlegende

Faten Hamama starb im Alter von 83 Jahren

Hunderte Trauernde haben sich heute vor den Toren der ägyptischen Hauptstadt Kairo versammelt, um Abschied von der verstorbenen Schauspielerin Faten Hamama zu nehmen.
Die Ex-Frau von Omar Sharif war am Samstag nach einer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben, wie das Kulturministerium mitteilte. Dieses ordnete während einer zweitägigen Trauer den Stopp aller künstlerischer Arbeit in Ägypten an.
Hamamas Karriere umspannte sieben Jahrzehnte. Der Tod der Schauspielerin rief in der Filmindustrie Bekundungen der Anteilnahme hervor, selbst der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi kondolierte. Der private Sender CBC begleitete die Trauerfeier mit einer Live-Ausstrahlung.

Baden-Baden feiert Pierre Boulez

Veranstaltungesreihe zum 90. Geburtstag des Komponisten

Mit einer Matinee haben in Baden-Baden die Feiern für den französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez begonnen: Anlässlich seines 90. Geburtstags am 26. März präsentierte das Festspielhaus am Sonntag das umfangreiche Schaffen eines der bedeutendsten Vertreter der musikalischen Avantgarde. Auf dem Programm standen drei Konzerte sowie Gesprächsrunden mit Freunden und Weggefährten von Boulez, einem der hervorragensten Vertreter der seriellen Musik.
Boulez hat seit mehr als fünf Jahrzehnten einen Wohnsitz in Baden-Baden. Die Feierlichkeiten fanden in dessen Abwesenheit statt, Boulez war erkrankt.

Deutscher Filmball mit Oliver Stone

Branche feierte sich selbst

Mit US-Regisseur Oliver Stone auf dem roten Teppich eröffnete gestern im Münchner Nobelhotel Bayerischer Hof der Deutsche Filmball. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer wünschte den rund 1000 Gästen aus Film, Medien, Politik und Gesellschaft eine "rauschende Ballnacht". Mit dabei waren deutsche Schauspielgrößen wie Heiner Lauterbach, Heike Makatsch, Jan Josef Liefers, Moritz Bleibtreu und Stammgast Uschi Glas. Internationale Gäste kamen allerdings kaum.
Zum 42. Mal schloss der Ball die Münchner Filmwoche ab. Nachdem im vergangenen Jahr etwas weniger Besucher in die Kinos gekommen waren, blickt die Branche optimistisch auf 2015.
Die Ballgäste wurden vorab auf Kino-Highlights 2015 wie "Ostwind 2" oder den neuen Film der "Fünf Freunde" eingestimmt.

Carolin Emcke mit Lessing-Preis geehrt

Reporterin berichtet aus Kriegs- und Krisengebieten

Die Reporterin und Publizistin Carolin Emcke ist im ostsächsischen Kamenz mit dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen ausgezeichnet worden. Die 47-Jährige nahm den mit 13 000 Euro dotierten Preis am Samstag entgegen. Emcke berichtet seit vielen Jahren aus Kriegs- und Krisengebieten.
Die beiden Förderpreise gingen an den Autor Julius Fischer ("Die schönsten Wanderwege der Wanderhure") und den Dramatiker Wolfram Höll ("Und dann").
Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) würdigte die Preisträger als drei Menschen, die sich dem Schaffen des Gelehrten Gotthold Ephraim Lessings verpflichtet fühlten. «In ihren Reportagen und literarischen Werken setzen sie sich für Aufklärung, Toleranz und Menschlichkeit in der Gesellschaft ein», sagte Stange.

Winchester aus Westernzeiten gefunden

130 Jahre altes Gewehr lehnte an einem Baum

In einem Nationalpark im US-Bundesstaat Nevada ist ein mehr als 130 Jahre altes Exemplar eines Winchester-Gewehres entdeckt worden. Es lehnte dort an einem Zedernbaum, wie die Parkverwaltung des Great-Basin-Nationalparks auf ihrer Facebook-Seite mitteilte. Wie die Büchse dort hinkam, ist rätselhaft.
Bei der Waffe handelt es sich um das Modell 1873, das aus vielen Westernfilmen bekannt ist. Hergestellt wurde es - so viel ließ sich ermitteln - im Jahr 1882. Das Gewehr werde zunächst im Park gezeigt, bevor es dann zur weiteren Behandlung an Konservatoren übergeben werde. Danach soll es als Museumsstück im Nationalpark ausgestellt werden.

Paulus Böhmer erhält Peter-Huchel-Preis 2015

Herausragendes Langgedicht des Lyrikers ausgezeichnet

Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an Paulus Böhmer. Die Jury würdigte das Langgedicht "Zum Wasser will alles Wasser will weg" als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2014. Der 1936 geborene Böhmer habe ein Weltgedicht von mythischer Wucht geschrieben, das einen mitreißenden Sog entwickele und einzigartig in der heutigen Literaturlandschaft stehe, teilte die Jury in Freiburg mit. Der mit 10 000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis wird am 2. April 2015, einen Tag vor dem Geburtstag Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen.

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