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Kulturnachrichten

Mittwoch, 14. Januar 2015

Neue "Charlie Hebdo"-Ausgabe binnen Minuten ausverkauft

Ansturm auf französische Zeitungskioske

Die erste Ausgabe der Satirezeitung "Charlie Hebdo" seit dem Anschlag auf die Redaktion vor einer Woche ist in vielen Teilen Frankreichs bereits innerhalb von Minuten ausverkauft gewesen. Eine Verkäuferin in Paris sagte, sie habe so etwas noch nie erlebt. "Alle meine 450 Exemplare waren in 15 Minuten ausverkauft." Die jüngste "Charlie Hebdo"-Ausgabe war am Mittwoch in der Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren erschienen. Das Cover zeigt einen weinenden Propheten Mohammed, der ein Schild mit der mittlerweile weltbekannten Solidaritätsbekundung "Je suis Charlie" in den Händen hält. Die Karikatur auf dem Titel ist versehen mit der Überschrift: "Alles ist vergeben."

Betrugsprozess gegen Kunstberater Achenbach dauert länger als geplant

Der Vorsitzende Richter Johannes Hidding beraumte heute weitere sechs Verhandlungstermine im Februar an

Das bedeute aber nicht, dass alle Termine auch benötigt würden, sagte Hidding. Bisher war das Verfahren bis 21. Januar terminiert. Der 62-jährige Achenbach sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft. Morgen kommen in dem Betrugsprozess die Verkäufer von wertvollen Oldtimern zu Wort. Die Anklage wirft ihm vor, den 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht bei Kunst- und Oldtimergeschäften um insgesamt rund 23 Millionen Euro betrogen zu haben. Außerdem soll Achenbach über die Kunstberatungsfirma Berenberg Art Advice zwei weitere vermögende Kunden um einen Millionenbetrag geschädigt haben. Achenbach hat sowohl im Fall Albrecht als auch bei der Art Advice teilweise unberechtigte Preisaufschläge zugegeben. Währenddessen nimmt der Ausverkauf seiner Sammlung Formen an: Insolvenzverwalter Marc d'Avoine teilte mit, das Auktionshaus Sotheby's mit der Versteigerung der für London infrage kommenden Kunstwerke beauftragt zu haben. Deutlich mehr Arbeit wartet auf das Kölner Auktionshaus van Ham, das für den zahlenmäßig weitaus größeren Restbestand der Kunstgegenstände ausgewählt wurde. Nach Angaben d'Avoines sollen dort bei einer Abendauktion in Köln zwischen 100 und 150 Werke angeboten werden, weitere Objekte werden in Tagesauktionen in Düsseldorf verkauft. Die Auktionen seien für Mai und Juni geplant.
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Verkauf von Houellebecqs "Unterwerfung" in Deutschland hat begonnen

Der islamkritische Roman des französischen Autors Michel Houellebecq ist in Deutschland in den ersten Buchläden zu haben

Mehrere Buchhandlungen in Köln meldeten heute bereits eine große Nachfrage nach der Übersetzung. Als geplanten Erscheinungstag von "Unterwerfung" hatte der DuMont Buchverlag den 16. Januar eingeplant. Das sei aber nicht der Erstverkaufstag, teilte DuMont mit, der Versand habe schon begonnen. "Sobald die Buchhandlungen die Bücher haben, dürfen diese verkauft werden." Ab Freitag sollen sie dann bundesweit zu kaufen sein. Houellebecq will den Roman am Montagabend in Köln auch persönlich vorstellen.

Türkische Polizei kontrolliert Zeitung wegen "Charlie-Hebdo"-Karikaturen

Zeitung verzichtet auf religiös heikle Zeichnungen

Wie die prosäkulare Zeitung "Cumhuriyet" mitteilte, stoppten Polizisten die Lastwagen aus dem Druckzentrum, um den Inhalt ihrer Ausgabe zu überprüfen. "Cumhuriyet" hatte zuvor entschieden, eine Auswahl an "Charlie Hebdo"-Karikaturen abzudrucken. Die Polizei erlaubte die Verbreitung der Zeitung, weil die umstrittene Titelseite von «Charlie Hebdo» mit einer Karikatur des Propheten Mohammed nicht abgedruckt war. "Cumhuriyet" veröffentlichte aber eine vierseitige Auswahl mit Karikaturen und Artikeln, um sich solidarisch mit der französischen Satirezeitschrift zu zeigen. Als Vorsichtsmaßnahme verstärkten die Behörden die Sicherheit vor dem Hauptsitz und dem Druckzentrum von "Cumhuriyet". Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, einige proislamische Studenten hätten vor dem Büro der Zeitung in Ankara protestiert.

Französischer Komiker Dieudonné festgenommen

Umstrittener Künstler soll Terrorismus verherrlicht haben

Bereits am Montag habe die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Komiker eingeleitet, hieß es in Justizkreisen. Der 48-Jährige hatte in einem Facebook-Eintrag den Solidaritäts-Spruch "Ich bin Charlie" für die Anschlagsopfer mit dem Namen des Attentäters in einem jüdischen Supermarkt vermischt.
Dieudonné hatte schon vor einem Jahr international für Schlagzeilen gesorgt. Wegen judenfeindlicher Äußerungen in seinem Bühnenprogramm bekam er in Frankreich mehrere Auftrittsverbote. Von ihm stammt auch der "Quenelle"-Gruß, der an den Hitler-Gruß erinnert.

Drei Deutsche im Bären-Rennen

Mit Werner Herzogs "Queen of the Desert" und Sebastian Schippers "Victoria" sind zwei weitere Werke deutscher Filmemacher für den Berlinale-Wettbewerb ausgewählt worden

Zuvor hatte das Festival bereits die Teilnahme von Andreas Dresen mit seinem neuen Film "Als wir träumten" angekündigt. Der regimekritische iranische Filmemacher Jafar Panahi ist mit "Taxi" im Wettbewerb vertreten, wie die 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin mitteilten. Das Festival zeigt vom 5. bis 15. Februar insgesamt mehr als 400 Filme aus aller Welt. Frankreich schickt Benoit Jacquots Historiendrama "Journal d'une femme de chambre" (Tagebuch eines Zimmermädchen) mit Léa Seydoux ins Rennen um den Goldenen Bären. Ian McKellen, der Zauberer Gandalf aus den "Hobbit"- und "Herr der Ringe"-Filmen, ist als pensionierter Detektiv Sherlock Holmes in dem im Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigten Film "Mr. Holmes" von US-Regisseur Bill Condon zu sehen. Nicole Kidman spielt in Herzogs "Queen of the Desert" die britische Forschungsreisende Gertrude Bell.

Bruno Ganz erhält Carl-Zuckmayer-Medaille 2015

Schauspieler Bruno Ganz erhält die Carl-Zuckmayer-Medaille 2015 des Landes Rheinland-Pfalz für seine Verdienste um die deutsche Sprache

Er gehört zu den ganz wenigen Schauspielern, denen es gelingt, das Feuilleton ebenso zu Begeisterungsstürmen hinzureißen wie ein großes Publikum, so die Begründung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Der Festakt ist am 18. Januar im Staatstheater Mainz. Die Medaille wird jährlich im Andenken an den Schriftsteller Carl-Zuckmayer verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen: Tankred Dorst, Katharina Thalbach, Armin Müller-Stahl und Mario Adorf.

Eröffnungstermin Museum der Moderne in Berlin

Das neue Museum der Moderne soll nach dem Willen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz spätestens bis zum Jahr 2021 fertig sein

"Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber ich bin optimistisch, dass wir es schaffen", sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger heute. Voraussetzung sei, dass der Bund, Berlin und die Stiftung das Projekt im engen Schulterschluss und mit Nachdruck vorantreiben würden. Der Bund hatte im vergangenen Jahr überraschend 200 Millionen Euro für das Vorhaben bereitgestellt.

Yad Vashem ehrt zwei Berliner

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte ehrt die beiden posthum als "Gerechte unter den Völkern"

Frieda Szturmann und Max Naujocks versteckten in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgte Juden und retteten ihnen so das Leben, wie die Botschaft des Staates Israel in Berlin erklärte. Dafür erhalten sie nun die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel an Nicht-Juden vergibt. Der israelische Botschafter, Yakov Hadas-Handelsman, überreicht die Yad Vashem-Urkunden und Medaillen in einer Feierstunde am 20. Januar in der Botschaft an Nachkommen der Geehrten. Max Naujocks und seine Frau Herta versteckten in ihrem Haus in Malchow die jüdische Familie Weiß. Moritz Weiß wurde von den Nazis entdeckt und ermordet. Seine Frau und seine Tochter konnten jedoch dank der Hilfe von Familie Naujocks den Holocaust überleben. Frieda Szturmann gelang es, die verfolgte Jüdin Anna Boros und deren Großmutter Cecilie Rudnik zu verstecken. An der Rettung war auch der in Berlin lebende ägyptische Arzt Mohamed Helmy beteiligt. Er ist der erste arabische Retter, dem Yad Vashem den Titel "Gerechter unter den Völkern" verlieh. Insgesamt hat Yad Vashem bislang rund 25.300 Menschen als "Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet. Unter ihnen sind rund 550 Deutsche.

Franz Dobler erhält Deutschen Krimi-Preis 2015

Die Träger des Deutschen Krimi-Preises 2015 stehen fest

Unter den deutschsprachigen Autoren erhält Franz Dobler den Preis für sein Krimi-Debüt "Ein Bulle im Zug". Dobler habe „unfassbare gute Augen und Ohren für den Irrwitz, die furchtbare Komik und den Wahnsinn nicht nur des gesellschaftlichen Pandämoniums, das in Zügen unterwegs ist“, heißt es zur Begründung von der Jury. International hat James Lee Burke den ersten Platz belegt. Bei ihm lobt die Jury seine "erzählerische Wucht“. Bereits die Schilderung einer schlichten Autokreuzung könne ihm „zum kleinen düsteren Meisterwerk“geraten. Mit dem Deutschen Krimi Preis werden seit 1985 Autoren ausgezeichnet, die literarisch gekonnt und inhaltlich originell dem Genre neue Impulse geben. Der Deutsche Krimi Preis wurde zum 31. Mal verliehen. Er ist nicht dotiert.

Paris bekommt neue Philharmonie

Paris bekommt ein neues Konzerthaus

Das mehr als 380 Millionen Euro teure Flaggschiff für Musik wurde von dem französischen Architekten Jean Nouvel entworfen. Der Komplex im Nordosten von Paris im Parc de la Villette gleicht mehreren ineinander verschobenen riesigen Steinplatten. Nach der Eröffnung heute Abend durch Frankreichs Staatspräsident François Hollande sollte ein Konzert zum Gedenken der Opfer der blutigen Terror-Anschläge in Paris in der vergangenen Woche stattfinden. Der 23 000 Quadratmeter große Bau besteht aus sechs Geschossen und umfasst einen Hauptsaal mit bis zu 2 400 Plätzen, fünfzehn Proberäume unterschiedlichster Größe, ein Zentrum für Musikausbildung sowie ein Restaurant und Café. Die neue Philharmonie hätte bereits 2013 fertig sein sollen. Durch die Bauverzögerung sind die Kosten von ursprünglich rund 200 Millionen Euro auf mehr als 380 Millionen Euro angestiegen.

Neue Dauerausstellung in früherer Stasi-Zentrale

Kulturstaatsministerin Grütters und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Jahn haben die Ausstellung über das Wirken des DDR-Geheimdienstes eröffnet

Die neue Dauerausstellung wird in der früheren Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße in Lichtenberg gezeigt. Sie soll beleuchten, wie der DDR-Geheimdienst funktioniert hat. Die Dokumentation im Haus 1, dem ehemaligen Dienstsitz vom Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, wurde von der Unterlagenbehörde gemeinsam mit dem Verein "Antistalinistische Aktion Berlin-Normannenstraße" entwickelt. Für das Publikum ist die Ausstellung unter dem Titel "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" ab Sonnabend geöffnet.

Stralsund prüft Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025

Welterbestadt will eventuell mit Dresden konkurrieren

Grundlage ist ein Beschluss der Bürgerschaft aus dem Dezember 2014.
Dem Antrag der Grünen-Fraktion zufolge wird Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) beauftragt, eine Bewerbung vorzubereiten. Auszuloten sei dabei auch eine gemeinsame Bewerbung mit Wismar. Am 20. Januar will sich der Finanzausschuss der Bürgerschaft mit der Idee beschäftigen, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Zudem sollen mit der Bundesregierung die Chancen Stralsunds auf nationaler Ebene ausgelotet werden. Auch Dresden diskutiert über eine Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025.
In diesem Jahr sind das tschechische Pilsen (Plzen) und Mons in Belgien europäische Kulturhauptstädte.

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