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Kulturnachrichten

Sonntag, 4. Januar 2015

Soziologe Heinz Bude: Ulrich Beck war ein Optimist

Politiker und Kollegen würdigen den im Alter von 70-Jahren verstorbenen Soziologen Ulrich Beck.

Der Soziologe Heinz Bude beschrieb Ulrich Beck im Deutschlandradio Kultur als optimistischen, immer nach vorne schauenden Menschen. Er hatte "nichts von diesem melancholischen Gestus der alten kritischen Theorie, die wir mit Namen wie Adorno und Horkheimer in Verbindung bringen, sondern (er war) jemand, der eigentlich immer Chancen gesehen hat, der immer gesehen hat, dass wir, indem wir etwas erkennen, darüber wie die Welt sich verändert, auch Gestaltungsmöglichkeiten bekommen". Daher dann spät sein enthusiastisches Eintreten für Europa, für eine andere Regulierung von Risiken, so Heinz Bude.

SPD-Chef Sigmar Gabriel würdigte Beck als "präzisen Analytiker und hoch geschätzten Ratgeber": "Wir alle wurden in den letzten 30 Jahren von seinen paradigmatischen Begriffen und Theoremen beeinflusst, die nicht nur die internationale Forschung, sondern auch den politischen Diskurs voranbrachten." Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle bezeichnete den Tod des Münchner Soziologen Ulrich Beck als "großen Verlust für die Soziologie als Erkenntnis- und Deutungswissenschaft".

Papst Franziskus benennt 20 neue Kardinäle

Zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt im März 2013 hat Franziskus neue Kardinäle ernannt.

Unter ihnen sind Geistliche aus von Europa weit entfernten Weltgegenden wie Tonga, Neuseeland, Myanmar, Äthiopien, Thailand und Vietnam. Die Wahl der neuen Würdenträger solle die Vielfalt der Kirche widerspiegeln, erklärte Franziskus heute auf dem Petersplatz. Die neuen Kardinäle sollen am 14. Februar feierlich in ihr Amt eingeführt werden. Unter ihnen ist auch der 80-jährige deutsche Erzbischof Karl Josef Rauber, langjähriger Vatikandiplomat. Die Zahl der deutschen Kardinäle erhöht sich damit auf elf.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden: rund 5500 Werke in den vergangenen Jahren zurückgegeben

Sachsen finanziert seit 2008 das Provenienzforschungsprojekt "Daphne", um Herkunft und Geschichte der SKD-Bestände zu analysieren.

Unter den Werken sind nach Angaben von Generaldirektor Hartwig Fischer etwa 410 Objekte der sogenannten NS-Raubkunst, die an zehn Familien restituiert wurden. Auch gut 5100 Werke aus dem Komplex des DDR-Unrechts gingen nach genauer Prüfung an die früheren Eigentümer. Die 14 Einrichtungen der Kunstsammlungen verwahren rund 1,2 Millionen Kunstwerke - von Gemälden über Preziosen und Möbel bis zu Waffen, Porzellan und Volkskunst. Beschäftigt waren die Wissenschaftler in jüngerer Vergangenheit vor allem mit Forderungen der Wettiner. Mehrfach zahlte der Freistaat das frühere Herrscherhaus nach 1999 aus und sicherte für gut 21 Millionen Euro wichtige Kunstschätze. Auch für die Museen wertvolle NS-Raubkunst konnte durch Ankauf oder Leihgabe erhalten werden.

Tschechischer Präsident Zeman: Ansprachen nach Presserat-Rüge künftig im Privatfunk

Weil der tschechische Präsident Milos Zeman in einem Live-Interview etliche vulgäre Ausdrücke verwendet hat, ist der ausstrahlende tschechische Rundfunk vom Rundfunkrat abgemahnt worden.

Hunderte Hörer hatten auf das Interview mit Beschwerden reagiert. Künftig wollte der Sender die regelmäßigen Präsidenten-Interviews deshalb nur als Aufzeichnung senden - das aber lehnt Präsident Zeman ab. Er wechselt jetzt zum Privatfunk. Seit Vaclav Havels Zeiten sind die alle drei Monate stattfindenden Bilanz-Interviews Tradition. Inzwischen wird in Tschechien darüber diskutiert, ob der 70-jährige Präsident noch tragbar sei.

Michel Houellebecq erwartet eine Präsidentin Le Pen

Der Schriftsteller Michel Houellebecq geht von einer rechtsextremen Präsidentin in Frankreich in den kommenden Jahren aus.

"Marine Le Pen erscheint mir für 2022 ziemlich wahrscheinlich, sogar schon für 2017", sagte der Schriftsteller der "Welt am Sonntag" mit Blick auf die Chefin des rechtsextremen Front National. In seinem neuen Roman "Die Unterwerfung", der in diesen Tagen erscheint, wird ein radikaler Muslim Frankreichs Präsident. Das Szenario seines Buches sei aber erstmal "nicht sehr wahrscheinlich", sagte Houellebecq. Er glaube jedoch, "es gibt ein echtes Bedürfnis nach Gott, und dass die Rückkehr des Religiösen kein Slogan ist, sondern eine Realität...".

Geschäftsführer der Ruhrtriennale: Kunst und Kultur nicht nur ökonomisch rechtfertigen

Etwa 12 Millionen Euro kostet die Ruhrtriennale den Steuerzahler.

Zu viel für ein Land mit hoher Schuldenlast wie Nordrhein-Westfalen? Oder handelt es sich um eine Investition, die sich lohnt? Lukas Crepaz, Geschäftsführer der Triennale, hält solche Rechnungen für gefährlich. Zwar sehe er das Festival als lohnende Investition, sagte er der Deutschen Presse-Agentur, "aber dennoch, wir gehen in eine ganz gefährliche Richtung: Wir überlegen nur noch, wie können wir Kunst und Kultur ökonomisch legitimieren? Ich möchte hingegen den gesamtgesellschaftlichen Beitrag der Ruhrtriennale ins Zentrum stellen". Es gehe um Lebensqualität, und darum, für die Region und über die Region hinaus Impulse zu setzen, ein Magnet zu sein, der Leute und Medien anlocke. Das könne man nicht messen, so Crepaz.

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