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Kulturnachrichten

Mittwoch, 22. Januar 2014

Bertelsmann-Stiftung rechnet mit mehr Protesten gegen autoritäre Regime

Ägypten, Thailand und die Ukraine sind möglicherweise erst der Anfang -

denn in den kommenden Jahren dürfte die Zahl von Bürgerprotesten noch zunehmen. Zu diesem Schluss kommt die Bertelsmann-Stiftung in ihrem "Transformations-Index". Darin wird die politische und gesellschaftliche Entwicklung in 129 Ländern analysiert.

Die Wirtschaft sei in den letzten zehn Jahren in vielen Ländern gewachsen,teilte die Stiftung mit. Dem stünden aber erhebliche Rückschritte bei demokratischen Standards wie fairen Wahlen, Pressefreiheit und staatlicher Gewaltenteilung gegenüber. Vom Wachstum profitiere meist nur ein kleiner Kreis. Armut und soziale Ausgrenzung führten in vielen Ländern dazu, dass die Legitimität der herrschenden Eliten zunehmend hinterfragt werde.

Der Studie liegen Daten von Januar 2011 bis Januar 2013 zu Grunde. Neben zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern wurden auch Staaten in Ost- und Mitteleuropa untersucht.

Israel: Archäologen graben 1.500 Jahre alte Kirche aus

In Israel haben Archäologen die Überreste einer etwa 1.500 Jahre alten Kirche entdeckt.

Grabungsleiter Daniel Varga sprach von einer eindrucksvollen Basilika. Der byzantinische Bau sei etwa 12 Meter breit und 22 Meter lang. Die Archäologen stießen auch auf bunte Mosaikböden, auf denen unter anderem Inschriften sowie Weinranken und Weinfässer, ein Leopard, ein Zebra und verschiedene Vogelarten zu sehen sind.

Entdeckt wurde die Kirche beim Bau eines neuen Wohnviertels im Dorf Aluma. Die Mosaiken sollen demnächst ausgestellt, die Grabungsstätte selbst aber wieder abgedeckt werden.

Vermutlich war die Kirche Teil einer Siedlung an der Verbindungsstraße von Aschkelon am Mittelmeer nach Jerusalem. Entlang dieser Straße wurden schon Reste mehrerer Weinkeller und Töpfereien gefunden.

Budapest: Umstrittenes Denkmal zu deutscher Besatzung geplant

Ein deutscher Reichsadler, der im Sturzflug einen ungarischen „Erzengel Gabriel" angreift.

Das ist das Motiv eines umstrittenen Denkmals zum Gedenken an die Besatzung Ungarns durch die Nationalsozialisten 1944. Das Parlament des 5. Budapester Stadtbezirks hat entschieden, dass das Monument Mitte März in der ungarischen Hauptstadt eingeweiht werden soll. Beantragt hatte das die rechtsnationale Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban.

Historiker, jüdische Verbände und Oppositionspolitiker kritisieren das Vorhaben. Sie sprechen von Geschichtsfälschung – und verweisen unter anderem darauf, dass die Deportation hunderttausender ungarischer Juden in die nationalsozialistischen Vernichtungslager nicht ohne Mitwirkung der ungarischen Behörden möglich gewesen wäre.

Medien: Türkische Regierung nimmt erstmals an Holocaust-Gedenken teil

Für die Zeitung "Hürriyet" markiert dieser Schritt das Ende der Eiszeit in den türkisch-israelischen Beziehungen.

Wie das türkische Blatt berichtet, nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal ein Mitglied der türkischen Regierung an einer Veranstaltung zum Holocaust-Gedenken teil. Demnach hält Außen-Staatsskretär Naci Koru am kommenden Montag eine Rede bei einer Gedenkfeier der Istanbuler Kadir-Has-Universität. Auch andere führende Akademiker sollen dort sprechen. Bisher hatten sich die Feiern zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz lediglich im kleinen Rahmen gehalten. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel sind seit 2010 angespannt. Damals griffen israelische Einheiten ein türkisches Schiff mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen an. Neun Menschen starben.

"Tatort" aus Leipzig: Fernseh-Kommissare Thomalla und Wuttke hören auf

Simone Thomalla und Martin Wuttke gehen in Rente -

zumindest als Leipziger "Tatort"-Kommissare. Wolf-Dieter Jacobi, Fernsehdirektor des für die Leipziger Ausgabe zuständigen MDR, kündigte an, der Fernsehkrimi werde grundlegend neu gestaltet. In diesem und im kommenden Jahr werden Thomalla und Wuttke in der ARD-Serie noch dreimal als Ermittler Eva Saalfeld und Andreas Keppler zu sehen sein. Die Schauspieler teilten mit, sie hörten "auf Veranlassung des MDR" als Tatort-Kommissare auf.

Hirsche im Nationalpark Böhmerwald halten sich immer noch an den Eisernen Vorhang

Auch knapp zweieinhalb Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges gibt es im tschechischen Nationalpark Böhmerwald noch den Eisernen Vorhang -

zumindest in den Köpfen der Hirsche, die dort leben. Wissenschaftler haben ihre Bewegungen mit Hilfe von Funk-Halsbändern sechs Jahre lang beobachtet. Wie sie berichten, wandern die Rothirsche nur bis zu einer bestimmten Grenze, und zwar genau bis zu dem Gebiet, an dem früher der Sperrbereich der Grenze mit Stacheldraht markiert war. Ihre Artgenossen auf der deutschen Seite verhielten sich ganz ähnlich. Die Forscher vermuten, dass die Tiere über Generationen weitergeben, wo ihr Territorium endet.

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Auktionshaus Christie's verbucht Rekordumsatz

Christie's hat im abgelaufenen Jahr so viel Umsatz gemacht wie noch nie zuvor.

Das britische Auktionshaus teilte mit, dieser habe sich auf umgerechnet fünfeinhalb Milliarden Euro belaufen. Das seien 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Vorstand Steven P. Murphy sagte, die Nachfrage werde vor allem durch neue Online-Auktionen getrieben, die eine einfachere Verbindung zwischen Käufern, Verkäufern und den Kunstobjekten herstelle.

Christie's hat im vergangenen Jahr auch das teuerste Kunstwerk verkauft, das je versteigert wurde: Ein Tryptichon von Francis Bacon erzielte umgerechnet rund 106 Millioonen Euro.

Südkorea investiert in superschnelles mobiles Internet

Superschnelles Internet "to go" ist Südkorea umgerechnet eine Milliarde Euro wert.

Diese Summe will die Regierung in Seoul für den Ausbau des mobilen Netzes ausgeben. Ab 2017 soll eine Testversion fertig sein, Ende 2020 soll das neue Netz allen Handynutzern zur Verfügung stehen. Das Netz der fünften Generation soll 1.000 Mal schneller sein als der bisher modernste Standard 4G. Von der Investition soll vor allem die südkoreanische Wirtschaft profitieren.

Sonia Mikich soll neue Chefredakteurin des WDR werden

Sonia Mikich soll neue Chefredakteurin des WDR werden.

Wie der Sender mitteilte, hat Intendant Tom Buhrow das dem WDR-Verwaltungsrat vorgeschlagen. Mikich soll ihr Amt zum 1. Mai antreten, wenn der bisherige Chefredakteur Jörg Schönenborn auf den Posten des Fernsehdirektors wechselt.

Die 62-Jährige leitete jahrelang die Redaktion des WDR-Politmagazins "Monitor", das sie auch moderierte. Seit 2011 ist sie Chefin der Programmgruppe Inland Fernsehen.

Früherer "Zeit"-Herausgeber Sommer wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Ein Jahr und sieben Monate auf Bewährung und 20.000 Euro Geldstrafe -

so lautet das Strafmaß für Theo Sommer, den früheren Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit". Das Hamburger Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass Sommer Nebeneinkünfte in Höhe von rund 650.000 Euro nicht versteuert hat. Der 83-Jährige bezeichnete das Urteil als "schmerzlich, aber angemessen". Er wisse, was er getan habe.

BGH-Urteil: "Tippfehler-Domains" verletzen nicht das Namensrecht

"Tippfehler-Domains" -

das sind Seiten, auf denen Internetnutzer landen, die sich bei der Eingabe einer Internetadresse vertippt haben. Häufig ist auf diesen Seiten Werbung geschaltet. Der Bundesgerichtshof hat jetzt entschieden, dass solche Homepages nicht die Namensrechte der Originalseite verletzen. Geklagt hatte der Betreiber der Seite "wetteronline.de" - und zwar gegen den Besitzer der Domain "wetterolin.de", der also ein "e" am Ende fehlt.

Die Karlsruher Richter sind der Ansicht, dass zwar die Namensrechte nicht verletzt werden - der Beklagte aber sehr wohl die Geschäfte der Original-Seite behindert hat. Über diesen Vorwurf muss jetzt das Oberlandesgericht Köln neu befinden. Der Inhaber von "wetteronline.de" darf anschließend seine Klage neu formulieren.

Hawass im SZ-Interview: "Sobald es eine stabile Regierung gibt, wäre ich interessiert"

Er würde nach Ägypten zurückkehren, aber nicht unter dieser Regierung.

Der frühere Chef der Antikenbehörde des Landes, Zahi Hawass, sagte der "Süddeutschen Zeitung", Archäologen hätten rund 22.000 Unterschriften gesammelt, damit er sein Amt wieder antrete. Immer noch kämen Inspektoren zu ihm und nicht zu seinem Nachfolger, wenn sie Probleme hätten. Hawass betonte, sobald eine stabile Regierung an die Macht komme, sei er wieder interessiert. Zudem erneuerte er seine Forderung, andere Länder sollten gestohlene Objekte aus Ägypten zurückgeben. Die Kulturgüter seien inzwischen dort wieder sicher. Außerdem brauche das Land das Geld der Touristen, um die Kulturstätten zu sichern und zu restaurieren. - Hawass war unter dem 2011 gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak für die Altertümer des Landes zuständig. Später wurde ihm unter dem inzwischen ebenfalls abgesetzten Präsidenten Mohamed Mursi Korruption vorgeworfen.

Dramaturg Holtzhauer kritisiert Arbeitssituation an Theatern

Kommt bei dieser Arbeitsweise wirklich die Kunst heraus, die wir uns wünschen?

Diese Frage stellt der Vorsitzende der Dramaturgischen Gesellschaft, Christian Holtzhauer. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Theater müssten sich stärker auf das Wesentliche und die Inhalte konzentrieren, statt zu versuchen, mit immer weniger Mitarbeitern immer mehr zu produzieren. Verzichtbar seien etwa alle Projekte und Inszenierungen, die man nur mache, weil man sie für kulturpolitisch wichtig oder gerade angesagt halte. Holtzhauer betonte, diese Entscheidungen müsse jedes Haus für sich selbst treffen. Denn in jeder Stadt herrschten andere Bedingungen. - Die Dramaturgische Gesellschaft kommt ab Donnerstag in Mannheim zu ihrer Jahrestagung zusammen.

Lüttich: Syrische Filmemacher wütend über "Abwartepolitik" des Westens

"Es geht nicht nur um humanitäre Unterstützung, sondern auch darum, dass die Menschen einen Sinn in ihrem Leben sehen."

Dieser Meinung ist Christin Lüttich, Projektmanagerin der syrischen NGO "Bidayyat" in Beirut. Die Organisation unterstützt Regisseure in dem Land dabei, authentisch über die Situation in ihrer Heimat zu berichten. Lüttich sagte im "Deutschlandradio Kultur", die Filmemacher legten keine großen Hoffnungen in die Syrien-Konferenz. Denn die Grundvoraussetzung für Frieden, der Abtritt von Präsident Baschar Al Assad, stehe gar nicht zur Diskussion. Statt dessen beobachte sie eine große Frustration und Wut über die abwartende Haltung des Westens. Der Gedanke, dass kreative Arbeit viel bewegen könne, sei einer großen Desillusionierung gewichen, sagte Lüttich.

Unesco: Umstrittene Ausstellung in Paris findet im Juni statt

Die umstrittene Ausstellung zur Geschichte Israels sollte eigentlich seit gestern in Paris laufen.

Jetzt wird sie erst im Juni eingeweiht. Die Unesco hatte die Schau mit dem Titel "Das Volk, das Buch, das Land - 3500 Jahre Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und dem Land Israel" kurzfristig abgesagt. Die Begründung: historisch strittige Fragen müssten noch geklärt werden. 22 arabische Länder hatten in einem Brief ihre Sorge geäußert, die Ausstellung könne dem Friedensprozess schaden. Die Unesco hatte die Schau zwei Jahre lang gemeinsam mit dem Simon-Wiesenthal-Zentrum vorbereitet. Das Zentrum hatte die Verschiebung der Ausstellung als "skandalös" bezeichnet.

Fall Beltracchi: Museumsleiterin Geiger fordert Expertengremium und zentrales Register

Gisela Geiger fordert ein gut vernetztes Gutachtergremium.

Die Leiterin des Museums Penzberg sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", nur so könnten in Zukunft Skandale wie der um den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi verhindert werden. Geiger erklärte, die Gutachter dürften nicht nur kunsthistorische Aspekte eines Werkes behandeln, sondern auch naturwissenschaftliche und maltechnische - etwa, welche Farben, Bindemittel und Leinwände verwendet wurden. Die Kunstexpertin spricht sich außerdem für ein zentrales Register von Werken aus, die für den Kunsthandel angeboten werden. So könne verhindert werden, dass bei verschiedenen Auktionshäusern immer wieder dasselbe Bild auftauche. Wolfgang Beltracchi hatte über Jahrzehnte vermutlich mehr als zweihundert gefälschte Kunstwerke auf den Markt gebracht. Auch das Museum Penzberg war ihm aufgesessen.

Schriftstellerin Eseddin: Wenig Grund zur Hoffnung in Ägypten

Mansura Eseddin spricht vom "Irrsinn der Masse".

Die ägyptische Schriftstellerin beschreibt in der "Neuen Zürcher Zeitung", das Stimmungsbild in ihrem Land. Eseddin kritisiert, der vermeintlich "ideale Staat", von dem viele träumten, sei nichts anderes als ein "homogener Block, dessen innere Harmonie durch keine einzige Stimme gestört werde". Das Referendum über die neue Verfassung sieht die Autorin einerseits als Signal für den Popularitätsverlust der Muslimbrüder. Gleichzeitig sei die niedrige Wahlbeteiligung aber auch eine Warnung an den Militärapparat. Eseddin geht nicht davon aus, dass sich die Situation in Ägypten verbessert. Dafür müsse man sich mit einem klaren Programm auf die ursprünglichen Ziele der Revolution besinnen.

Ungarische Juden wollen Gedenkveranstaltungen boykottieren

"Wenn die Dinge sich nicht ändern, werden wir an den diesjährigen offiziellen Gedenkveranstaltungen nicht teilnehmen."

Mit diesen Worten beklagt der Vorsitzende der Ungarischen Jüdischen Gemeinde, Andras Heiszler, den wachsenden Antisemitismus in dem Land. Er kritisiert unter anderem das Denkmal für den ehemaligen Staatsführer und Hitler-Verbündeten Miklos Horthy, das seit November in Budapest steht. Außerdem habe die Regierung die Pläne für ein neues Holocaust Museum in Budapest nicht mit der Jüdischen Gemeinde abgesprochen. Heiszler befürchtet, die Gedenkstätte werde nicht ausreichend auf die Rolle der ungarischen Führung im Holocaust eingehen. Die Regierung in Budapest plant in diesem Jahr mehrere Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Deportation der ungarischen Juden.

De Maizière will Islamkonferenz ändern

Bei der Deutschen Islamkonferenz soll es kein "business as usual" geben.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" er wolle die Konferenz nicht in ihrer bisherigen Form fortführen. Der CDU-Politiker kündigte an, die muslimischen Verbände noch im Januar zu einem Gespräch einzuladen. Dabei wolle er erfahren, was sie sich von einer Fortsetzung einer solchen Konferenz erwarten.

Der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble hatte die Islamkonferenz 2006 ins Leben gerufen, um den Austausch zwischen Staat und Muslimen zu verbessern. Es gab zuletzt jedoch Kritik, dass bei der Runde zunehmend Sicherheitsfragen in den Vordergrund gerückt seien.

Dissident Xu Zhiyong steht in China vor Gericht

Xu Zhiyong gilt als einer der wichtigsten Bürgerrechtler in China.

Der Jura-Dozent steht seit heute in dem Land vor Gericht - unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Xu Zhiyong steht an der Spitze der "Bewegung der neuen Bürger", einer Gruppierung von Intellektuellen, die gegen Ungerechtigkeit, Korruption und Machtmissbrauch kämpft. Er war ins Visier der Justiz geraten, als er bei einer friedlichen Protest-Aktion Regierungsmitarbeiter zur Offenlegung ihrer Vermögen aufgefordert hatte. Die Polizei schloss mehrere ausländische Journalisten und Diplomaten von der Verhandlung aus. Menschenrechtsgruppen kritisierten im Vorfeld des Prozesses, seit dem Amtsantritt des neuen Staats- und Parteichefs Xi Jinping habe die Unterdrückung von Kritikern und Aktivisten massiv zugenommen.

Bühnenverein: Theater sind keine Almosenempfänger

Die deutschen Theater müssen einen Mittelweg finden zwischen Demut und Selbstbewusstsein.

Das verlangt der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, von seinen Kollegen. Khoun äußerte sich nach einem Treffen der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins. Dabei ging es auch um ein neues Selbstverständnis der Theater. Diese seien nämlich weder die Feinde der Kulturpolitik noch Almosenempfänger. Khuon und der Präsident des Bühnenvereins, Klaus Zehelein, betonten zudem, sie wollten an ihrem Plan festhalten, die deutsche Theaterlandschaft als immaterielles Unesco-Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Damit solle vor allem die unterfinanzierte Theaterlandschaft in Ostdeutschland unterstützt werden.

Anhaltisches Theater Dessau verliert Schauspiel und Ballett

Künftig gibt es in Dessau nur noch Puppentheater.

Das dortige Anhaltische Theater verliert die Sparte Schauspiel, wie der sachsen-anhaltinische Kultusminister Dorgerloh der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte. Und nicht nur das: Auch das Ballett soll bis Anfang 2016 abgewickelt werden. Dann bleiben den Dessauern neben dem Puppentheater nur noch die Theaterpädagogik, das Orchester und der Chor. Dorgerloh betonte, die Schließungen seien angesichts der demographischen Entwicklung in der Region unausweichlich. Es sei aber geplant, fremde Schauspiel- und Ballettaufführungen für das Dessauer Theater einzukaufen.

Sozial Benachteiligte sollen Internet besser nutzen können

Auf YouTube finden sich nicht nur lustige Filmchen, sondern auch pädagogisch hochwertige Videos.

Darauf weist die Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen, Jutta Kroll, hin. Sie sagte dem Evangelischen Pressedienst, solche Angebote im Internet seien Menschen aus sozial benachteiligten Schichten häufig unbekannt. Mehrere EU-Staaten, darunter auch Deutschland, wollen das ändern. Sie stellen Erwachsenen ab dem Frühjahr kostenlose Online-Materialien zur Weiterbildung zur Verfügung. An dem Projekt beteiligen sich europaweit hunderte Bibliotheken, soziale Einrichtungen und Gemeindezentren. Heute findet in Berlin ein Kongress zu der sogenannten "Digital Literacy" statt.

Worms erhält verschollen geglaubte Inschrift aus Schweden zurück

Das steinerne Fragment der Worsmers Synagoge war mehr als 300 Jahre lang verschollen - jetzt ist es wieder an den Rhein zurückgekehrt.

Der 40 mal 25 Zentimeter große Teil einer Stifterinschrift war im vergangenen Jahr in Schweden gefunden worden. Wie das Fragment dorthin gelangt ist, kann sich Irene Spille vom Institut für Stadtgeschichte nicht erklären. Die Inschrift sei im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 beschädigt worden und dann verschwunden, erklärte die Expertin. Vermutlich habe das Stück noch Jahrhunderte unbemerkt auf dem Gelände in Worms gelegen, bevor es um das Jahr 1960 nach Schweden gelangte. Ein Privatmann habe es nun zurückgegeben. Spille hofft nun auf weitere spektakuläre Funde. Rund drei Viertel der 68 mal 68 Zentimeter großen Inschrift seien schon wieder in Worms.

Pussy Riot treten für Amnesty International auf

Sie wollen mit ihrer Musik die Arbeit von Amnesty International unterstützen.

Zwei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot treten im Februar bei einem Konzert der Menschenrechtsorganisation in New York auf. Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina erklärten laut Amnesty, die Arbeit der Organisation sei wichtig, um zwischen Aktivisten und Inhaftierten eine Verbindung aufzubauen. Sie selbst würden nie vergessen, was es bedeute, nach einer politischen Verurteilung im Gefängnis zu sitzen. Die Musikerinnen waren vor rund einem Monat aus russischer Lagerhaft entlassen worden. Danach hatten sie erklärt, sich fortan für die Situation der Gefangenen in Russland einzusetzen. - Das Konzert findet am 5. Februar im New Yorker Stadtteil Brooklyn statt.

Snowden für Universitätsstelle in Glasgow nominiert

Der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden soll Rektor an der Universität von Glasgow werden.

Zumindest wenn es nach den Studenten geht. Sie haben ihn für eine Stelle nominiert. Wenn Snowden Mitte Februar tatsächlich gewählt wird, wäre er der Vertreter der Studenten beim Management der Universität. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass er den Posten antreten kann. Großbritannien hat ein Auslieferungsabkommen mit den USA. Diese wollen Snowden wegen Spionage vor Gericht stellen. Zurzeit hält sich Snowden in Russland auf, wo ihm vorübergehend Asyl gewährt worden ist. Morgen Abend will er über den Kurznachrichtendienst Twitter zum ersten Mal seit dem vergangenen Sommer in einem Live-Chat Fragen beantworten.

Gestohlenes historisches Räuchergefäß aus China wieder zurück im Museum

Im November 1979 stahl ein Unbekannter ein chinesisches Räuchergefäß aus dem Fogg Art Museum im US-Bundesstaat Massachusetts.

Jetzt - 35 Jahre später - ist das wertvolle Stück aus der Qing-Dynastie aus dem 17. Jahrhundert wieder in das Haus zurückgelangt. Wie dort mitgeteilt wurde, hatte ein Privatmann versucht, das Räuchergefäß bei der Sotheby's-Niederlassung in Hongkong zu versteigern. Da er die früheren Besitzverhältnisse aber nicht dokumentieren konnte, sah das Auktionshaus im Internet im "Art Loss Register" nach und identifizierte das Gefäß als gestohlen. Im Museum wird es übrigens erst Ende des Jahres wieder zu sehen sein: Das Haus wird derzeit renoviert.

Verbot der Homo-Ehe: Sechs Paare verklagen Florida

Sie fordern ein Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe.

Deshalb haben sechs Paare Klage gegen den US-Bundesstaat Florida eingereicht. Damit wollen sie erreichen, dass die Justiz dem Vorbild anderer Staaten folgt und gleichgeschlechtliche Ehen per Verfassung erlaubt. Das Eherecht ist in den USA Sache der Bundesstaaten. Erst vor wenigen Wochen hatte Oklahoma ein Verbot der Homo-Ehe für verfassungswidrig erklärt. In Utah hingegen setzte das Verfassungsgericht die Ehen unter Gleichgeschlechtlichen vorerst aus und hob damit ein Urteil des Bundesbezirksgerichts auf.

Auflage der Zeitungen und Zeitschriften sinkt weiter

Und wieder ist die Auflage gesunken.

In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres ging der Verkauf von Tageszeitungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,5 Prozent zurück. Das teilte die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern in Berlin mit. In diesen Zahlen sind auch die ePaper-Verkäufe enthalten, die allerdings um 72 Prozent stiegen. Die wöchentlich erscheinenden Zeitungen verloren im direkten Jahresvergleich rund 1 Prozent ihrer Gesamtverkäufe. Zeitschriften mussten einen Rückgang von etwas mehr als 3 Prozent hinnehmen.

Christus-Statue in Rio: Reparaturen haben begonnen

Die Christus-Statue von Rio de Janeiro bekommt einen neuen Daumen.

Das Wahrzeichen der Stadt war durch ein Gewitter in der vergangenen Woche beschädigt worden. Jetzt haben die Reparaturarbeiten begonnen. Außerdem bekommt die Figur einen neuen Blitzableiter. Die Arbeiten sollen vier Monate dauern - das Wahrzeichen ist aber weiter für Besucher geöffnet. Die 38 Meter hohe Christus-Statue thront auf einem Berg hoch über Rio de Janeiro. Sie gilt als eines der sieben modernen Weltwunder. Erst vor vier Jahren war sie für knapp drei Millionen Euro renoviert worden.

Regisseur Tarantino: "Ich muss Leuten vertrauen können"

Quentin Tarantino droht sogar damit, sein Projekt auf Eis zu legen.

Der US-Regisseur ist empört darüber, dass der Drehbuchentwurf zu seinem Film "The Hateful Eight" in Hollywood durchgesickert ist. Tarantino sagte dem Branchen-Portal "Deadline.com", er habe den Stoff für seinen Western sechs Leuten gegeben. Wenn er denen nicht vertrauen könne, habe er keine Lust, den Film zu machen. Er wolle den Stoff nun zunächst als Buch veröffentlichen und dieses in einigen Jahren verfilmen. Der zweifache Oscar-Gewinner vermutet, dass Schauspieler-Agenten sein Drehbuch weitergegeben haben.

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