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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. Januar 2014

Deutscher Krimi Preis für Friedrich Ani mit "M"

Der Deutsche Krimi Preis geht in diesem Jahr an Friedrich Ani für seinen Roman mit dem extrem kurzen Titel "M".

Auf die Plätze zwei und drei wählte die Jury Robert Hültners Roman "Am Ende des Tages" und "Marmormänner" von Matthias Wittekindt. Bei den internationalen Krimis setzte sich Patrícia Melo mit "Leichendieb" durch.

Mit dem Deutschen Krimi Preis werden seit 1985 jedes Jahr Autorinnen und Autoren gewürdigt, die dem Genre literarisch oder inhaltlich neue Impulse geben. Die Auszeichnung ist undotiert und wird von einer Jury aus Krimi-Kritikern und Vertretern von Krimi-Buchhandlungen vergeben.

Hier finden Sie weitere Infos zu den diesjährigen Preisträgern.

Brandenburger Landtag tagt erstmals im wiedererrichteten Stadtschloss

Der Neubau kommt im historischen Gewand daher.

In Potsdam haben die Abgeordneten mit einem Festakt offiziell die Arbeit im neu gebauten Brandenburger Landtag aufgenommen. Dieser ist dem historischen Stadtschloss nachempfunden, das 1945 ausbrannte und zu DDR-Zeit abgerissen wurde. Landtagspräsident Gunter Fritsch sagte, damit zeige man den Gästen aus aller Welt, dass Brandenburg sich seiner Geschichte bewusst und der Zukunft verpflichtet sei. Dem Festakt wohnten auch zahlreiche Ehrengäste bei, unter ihnen Georg Friedrich Prinz von Preußen, das Oberhaupt der Hohenzoller, die einst im Stadtschloss residiert hatten.

NSA und Menschenrechte: "Die USA statuieren ein negatives Exempel"

Die Art und Weise, wie die NSA die Privatsphäre missachtet, könnte autoritäten Staaten als Vorwand für Zensurmaßnahmen im Netz dienen.

Das kritisiert die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in ihrem Jahresbericht. Mit ihrem weltumspannenden Überwachungsprogramm hätten die USA ein negatives Exempel statuiert. HRW-Chef Kenneth Roth sagte, besonders Länder wie China, Russland und Indien nähmen sich ein Beispiel an den Amerikanern. Als Reaktion auf die Spähprogramme entwickelten viele Länder nationale Netze. Das mache es den Regierungen leichter, das Internet zu zensieren.

Mandela-Statue in Pretoria hat einen Hasen im Ohr - und der soll jetzt weg

Mitte Dezember war in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria eine Nelson-Mandela-Statue enthüllt worden.

Kürzlich dann die Entdeckung: Aus dem rechten Ohr der Freiheitsikone schaut ein winziger Hase heraus. Die Bildhauer Ruhan Janse van Vuuren und André Prinsloo haben ihn nach eigenen Worten als kleines Markenzeichen dort hineingesetzt. Das südafrikanische Kulturministerium reagierte prompt - und forderte die Künstler auf, den Hasen zu entfernen und sich bei Mandelas Familie zu entschuldigen.

Die Bildhauer zeigten sich überrascht, dass das Tier so schnell entdeckt worden sei. Er sei an der neun Meter hohen Bronze-Skulptur eigentlich nur mit einem Fernglas zu entdecken. Die Figur spielt auf das Wort "haas" an, das auf Afrikaans sowohl "Hase" als auch "Eile" bedeutet. Die Statue wurde nämlich unter großem Zeitdruck hergestellt.

Hier können Sie einen Blick in "Madibas" Ohr werfen.

Türkisches Kulturministerium plant offenbar Zensur von Kinofilmen

Seit 25 Jahren ist in der Türkei kein Kinofilm mehr zensiert worden.

Die Produktionen, die im April beim Filmfestival in Istanbul gezeigt werden, sollen die Veranstalter nun aber vorab dem Kulturministerium vorlegen. In einem Brief erklärt das Ministerium, alle Festivalbeiträge müssten genehmigt werden. Laut der Tageszeitung "Radikal" gilt diese neue Regelung für sämtliche Kinofestivals wie auch alle anderen Veranstaltungen, auf denen Filme gezeigt werden. Wer sich nicht daran halte, müsse mit Geldbußen rechnen.

1988 hatte die türkische Regierung bei dem Istanbuler Festival fünf Filme verboten. Es kam zu Protesten und Demonstrationen. Der damalige Kulturminister reagierte mit einem Dekret, das die Zensur von Kinofilmen ausschloss.

Jüdisches Museum Berlin mit neuem Geschäftsführenden Direktor

Das Jüdische Museum in Berlin bekommt einen neuen Geschäftsführenden Direktor.

Wie das Museum mitteilte, folgt der 41-jährige Jurist Martin Michaelis auf Börries von Notz. Dieser verlässt Berlin Ende Januar und übernimmt die Leitung der Stiftung Historische Museen Hamburg. Michaelis arbeitete zuletzt beim Bundesrechungshof mit den Schwerpunkten Steuer-, Haushalts- und Vergabewesen. Der Direktor des Jüdischen Museums, Michael Blumenthal, begründete die Entscheidung für Michaelis mit dessen Geradlinigkeit und seiner Identifikation mit den Zielen der Stiftung.

Musikmarkt: Umsatz mit digitaler Musik deutlich gestiegen

Es wird nicht nur illegal gestreamt.

In Deutschland ist der Umsatz mit digitaler Musik im vergangenen Jahr um etwa 12 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des Bundesverbands der Musikindustrie und des Marktforschungsunternehmens media control hervor.

Der Umsatz mit CDs und Platten ging dagegen um 2 Prozent zurück. Der Verband bezeichnete das als "relativ stabil" und zeigte sich zuversichtlich, dass Nutzer weiterhin CDs kaufen wollten. Insgesamt habe der Umsatz der Musikindustrie in Deutschland im vergangenen Jahr bei 1,45 Milliarden Euro gelegen.

Sandra Maischberger über Helmut Schmidts Geburtsstunde als "Elder Statesman"

Die Popularität von Helmut Schmidt als Kanzler a.D. begann mit dem 11. September.

So beschreibt es die Fernsehjournalistin Sandra Maischberger in der "Süddeutschen Zeitung". Nach den Anschlägen 2011 habe man nach jemandem mit einem historischen Blick auf die Dinge gesucht - und Schmidt gefunden. In den 90er-Jahren sei er für die breite Masse hingegen noch gar nicht wahrnehmbar gewesen, so Maischberger. Der 11. September sei dann nicht nur für Schmidt, sondern im deutschen Fernsehen allgemein die Geburtsstunde des "Elder Statesman" gewesen. Maischberger hat Schmidt seitdem mehrfach fürs Fernsehen porträtiert und interviewt.

Unicef-Schirmherrin Schadt: Schwächere Schüler nicht vorschnell aufgeben

Benachteiligte Kinder verdienen auch dritte und vierte Chancen.

Das findet die Schirmherrin der Kinderhilfsorganisation Unicef, Daniela Schadt. Die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten betonte beim Neujahrsgespräch von Unicef im Berliner Schloss Bellevue, auch aus Schulabbrechern könne mit der passenden Hilfestellung etwas werden. Jedes Kind könne irgendetwas, und das gelte es zu fördern.

Feuilletons würdigen Claudio Abbado

"Nun ist er gestorben, der größte Dirigent unserer Zeit."

Mit diesen Worten würdigt die "Berliner Zeitung" Claudio Abbado. Der frühere Chefdirigent der Berliner Philharmoniker habe Musikern und Publikum nicht befohlen, zu spielen oder zu hören, sondern vielmehr dazu eingeladen. Die "Süddeutsche Zeitung" bezeichnet Abbado als "erklärten Realisten unter den Dirigenten". Er sei ein stiller und oft verschlossener, aber dennoch intensiv empfindender Künstler gewesen. Und die "Neue Zürcher Zeitung fasst zusammen: "Ersatz gibt es nicht für Claudio Abbado, einen Nachfolger schon gar nicht. Er wird uns fehlen." Claudio Abbado war gestern im Alter von 80 Jahren in Bologna gestorben.

Wer in China ein Video hochladen will, muss sich ab sofort mit Klarnamen registrieren

Wer in China öffentlich die Regierung kritisieren will, hat nicht viele Möglichkeiten.

Zahlreiche Chinesen haben bislang Videoportale dafür genutzt: Ihre Kritik an den bestehenden Verhältnissen äußerten sie in hochgeladenen Videos und den Kommentarspalten. Das dürfte sich jetzt ändern: Die staatliche Medienverwaltung hat bekanntgegeben, dass die Nutzer von Videoportalen sich künftig mit ihren Klarnamen anmelden müssen, um Videos hochladen zu können. Damit wolle man der Verbreitung von vulgären und gewaltverherrlichenden Inhalten vorbeugen, hieß es. Die chinesischen Video-Portale nutzen schätzungsweise fast eine halbe Milliarde Menschen.

Tschechischer Medienmogul Babis gibt Unternehmensführung zugunsten der Politik auf

Andrej Babis will nach eigenen Worten einen Interessenskonflikt vermeiden.

Der tschechische Unternehmer zieht sich deshalb aus dem operativen Geschäft seines Chemie- und Nahrungsmittelkonzerns "Agrofert" zurück, zu dem auch den Verlag "Mafra" gehört. Die von Babis gegründete Partei "ANO" hat mit den tschechischen Sozial- und Christdemokraten eine Koalitionsvereinbarung getroffen; der Unternehmer soll in der neuen Regierung Finanzminister werden.

Zu "Mafra" gehören mehrere Zeitungen, Radio- und Fernsehsender. Den Verlag mit seinen rund 1.000 Mitarbeitern hatte Babis im Sommer vergangenen Jahres von der Rheinisch-Bergischen Verlagsgesellschaft aus Düsseldorf gekauft.

Venezuelas Präsident macht Seifenopern für Verbrechen verantwortlich

Wer ist verantwortlich für Kriminalität und Gewalt?

Für Venezuelas Präsident Nicolás Maduro scheint die Antwort klar zu sein: Seifenopern. Der Politiker kritisierte, Telenovelas verbreiteten unter jungen Leuten "Anti-Werte", indem sie Gewalt, Waffen und Drogen verherrlichten.

Bei einem Treffen mit Vertretern der Fernsehsender berief sich Vizepräsident Jorge Arreaza auf ein Gesetz aus dem Jahr 2004, das diese zu einem "sozial verantwortungsbewussten" Programm verpflichte. Was das konkret bedeutet, soll jetzt in einem Abkommen festgehalten werden.

Kritiker halten die Initiative für ein Ablenkungsmanöver, um die tatsächlichen Ursachen etwa für die hohe Mordrate in Venezuela zu verschleiern.

Katholische Kirche retuschiert Gruppenbild mit Bischöfen

Diese Art der Bildbearbeitung kam in den ehemaligen Ostblock-Staaten immer wieder vor:

Geriet ein Mitglied etwa der Führungsriege unter Stalin in Misskredit, war auch auf deren Gruppenphoto kein Platz mehr. Man retuschierte den Verstoßenen einfach weg. Nun hat sich auch die katholische Kirche dieser Praxis bedient. Nachdem der in der Dominikanischen Republik tätige polnische Erzbischof Józef Wesolowski wegen Pädophilievorwürfen des Amtes enthoben wurde, ließ man ihn auch vom Gruppenbild des dominikanischen Episkopats verschwinden. Wie britische Medien berichten, wurde Wesolowski einfach durch einen anderen Würdenträger ersetzt.

Spott für den französischen Präsidenten: Firmen nutzen Hollandes Affäre für Werbezwecke

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Für François Hollande erledigen das zurzeit gleich mehrere Firmen, die die angebliche Affäre des französischen Präsidenten in ihren Werbeanzeigen aufgegriffen haben. Der Autovermieter Sixt schreibt: "Herr Präsident, meiden Sie das nächste Mal den Motorroller" - und wirbt für Mietwagen mit getönten Scheiben. Konkurrent Drive hat eine Anzeige veröffentlicht, in der der Weg vom Elysée-Palast zu der Wohnung eingezeichnet ist, in der Hollande seine Geliebte getroffen haben soll - samt dem Hinweis, dass die Leihwagen-Fahrt dorthin nur fünf Euro gekostet hätte.

Die Dating-Seite "Be2" richtet sich hingegen an Hollandes offizielle Lebensgefährtin Valérie Trierweiler - und schreibt in Anspielung auf einen Wahlkampf-Slogan des Sozialisten: "Valérie, die Zeit für den Wandel ist jetzt."

Portugal: Widerstand gegen Pläne der Regierung, 85 Werke von Miró zu verkaufen

Seit 2008 besitzt die portugiesische Regierung 85 Werke des spanischen Künstlers Joan Miró.

Sie hatten zuvor der Portugiesischen Handelsbank (BNP) gehört, die der Staat nach ihrer Pleite übernommen hat. Jetzt will die Regierung in Lissabon die 84 Gemälde und eine Skulptur loswerden: Anfang Februar soll die Sammlung bei Christie's versteigert werden. Wie die "taz" berichtet, liegt der Startpreis bei 35 Millionen Euro. Vor fünf Jahren habe das Auktionshaus den Wert allerdings noch auf 150 Millionen geschätzt, schreibt das Blatt.

Künstler aus Lissabon haben einen Aufruf verfasst, in dem sie die Regierung auffordern, auf den Verkauf der Werke zu verzichten. 8.000 Menschen haben unterschrieben. Pedro Lapa, Chef des Berardo-Museums, sagte, der portugiesische Staat könne nicht mit Kunst handeln wie dies ein Banker tun würde.

Alte Pinakothek prüft Rückgabe-Forderung jüdischer Erben

Es geht um das Gemälde "Zitronenscheibchen" des niederländischen Malers Jacob Lucacz Ochtervelt.

Nachfahren eines jüdischen Bankiers fodern das Bild aus der Alten Pinakothek in München zurück. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen prüfen nach eigenen Angaben die Forderung. Bislang sei das Museum davon ausgegangen, das rund 600.000 Euro teure Bild rechtmäßig zu besitzen.

Größte Goldmünze der Welt wird in Wien ausgestellt

Im Kunsthistorischen Museum in Wien ist von heute an ein besonderer Schatz zu sehen.

Bis zum Wochenende wird dort die größte Goldmünze der Welt gezeigt. Sie wurde vor zwei Jahren in Australien geprägt. Ihr Durchmesser beträgt 80 Zentimeter, sie ist zwölf Zentimeter dick und eine Tonne schwer. Auf der einen Seite ist ein Känguru zu sehen, auf der anderen ein Porträt von Königin Elisabeth der Zweiten. Die Münze besteht aus reinem Gold. Der Materialwert: schätzungsweise 30 Millionen Euro. Ende des Monats soll das große Goldstück dann in München ausgestellt werden.

Theoretisch kann man mit der Münze auch bezahlen: Ihr Nennwert beträgt 750.000 Euro. Dafür bekommt man zum Beispiel ein sehr schickes Einfamilienhaus oder ein paar Sportwagen.

Frank Lloyd Wrights Bachman Wilson House zieht um nach Arkansas

Frank Lloyd Wrights Bachman Wilson House im Bundesstaat New York ist eine Ikone der Architektur.

Nun haben die Eigentümer das von Überschwemmungen bedrohte Gebäude mitsamt dem Inventar an das Crystal Bridges Museum of American Art in Arkansas verkauft. Im Frühjahr wollen die neuen Besitzer das überwiegend aus Glas und Holz konstruierte Haus abbauen. In einem Jahr soll es dann an seinem neuen Standort zu sehen sein. Die bisherigen Eigentümer hatten das Bauwerk 1988 erworben und in jahrelanger Arbeit restauriert. Aufgrund von Überschwemmungen durch einen nahegelegenen Fluss suchten sie nun nach einem neuen Käufer. Voraussetzung war ein Umzug.

Elbphilharmonie: Akustiker will Intimität in riesigem Saal schaffen

Die Größe der Hamburger Elbphilharmonie ist für Yasuhisa Toyota die bedeutendste Herausforderung.

Der Japaner ist zuständig für die Akustik in dem künftigen Konzerthaus. Er sagte der Deutschen Presseagentur, seine Aufgabe sei es, in dem Saal mit 2.000 Zuschauern Intimität herzustellen. Toyota betonte, das Wichtigste für die Akustik der Elbphilharmonie sei die spezielle Gipsverkleidung im Innern des Gebäudes. Der Akustiker ist unter anderem für den Klang in der Disney Concert Hall in Los Angeles und im Konzerthaus des Shanghai Symphony Orchestra verantwortlich. Die Häuser seien miteinander nicht zu vergleichen, erklärte Toyota. In Shanghai müsse etwa die Vibration der U-Bahn berücksichtigt werden, in Hamburg die Geräusche der vorbeifahrenden Schiffe.

Die Eröffnung der Elbphilharmonie war immer wieder verschoben worden und soll nun 2017 stattfinden.

"Human Rights Watch" fordert deutliche Kritik der Bundesregierung an Russland

Die Organisation "Human Rights Watch" wünscht sich deutliche Worte der Kritik.

Aus ihrer Sicht agiert die Bundesregierung zu zaghaft, wenn es um das Thema Russland geht. Exekutivdirektor Kenneth Roth sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er hoffe, dass sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier künftig kritisch zur Unterdrückung in Russland äußere. Kritische Worte über die Regierung in der Ukraine reichten nicht aus. Außerdem sei es wichtig zu erkennen, dass die Ukraine die Methoden der Unterdrückung aus Russland importiert habe. - Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte angesichts der seit Monaten andauernden Proteste ein schärferes Demonstrationsrecht erlassen.

Eine Milliarde Reisen: Zahl der Auslandstouristen weltweit gestiegen

Viele Wirtschaftsbranchen leiden nach wie vor unter der Krise - nicht so der weltweite Tourismus.

2013 sind nach Angaben der Welttourismus-Organisation eine Milliarde Menschen in fremde Länder gereist. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die Organisation rechnet damit, dass die Zahl der Auslandstouristen 2014 weiter steigen wird.

Mehr als die Hälfte der 2013 gezählten Touristen reiste nach Europa. Den größten Zuwachs verbuchten Länder in Südostasien. - Untersucht wurde außerdem, in welchem Land die Menschen insgesamt am meisten für Urlaub ausgeben: es sind die Chinesen. In den ersten neun Monaten des letzten Jahres zahlten sie etwa 75 Milliarden Euro fürs Reisen - und damit fast 30 Prozent mehr als im Jahr davor.

Als Tourist wurde jeder gezählt, der mindestens eine Nacht in einem anderen Land verbracht hat.

Hier der Link zu den Zahlen.

Künstler baut aus Waffen der mexikanischen Kartelle Instrumente

Schon in der Bibel gibt es den Aufruf, aus Schwertern Pflugscharen zu machen.

Was sich der mexikanische Künstler Pedro Reyes ausgedacht hat, ist so etwas wie die moderne Version davon. Er hat aus Waffen, die die Polizei mexikanischen Drogenkartellen abgenommen hat, Instrumente gemacht: Etwa ein Xylophon aus Gewehrläufen oder eine Gitarre aus Magazinen. Reyes sagte dem britischen "Telegraph", indem er aus Gegenständen, die zum Töten gedacht seien, etwas mache, das Musik und Freude bringe, wolle er den Leuten beweisen, dass sie ihre Waffen nicht benutzen müssten. Als Musikstück kam für das Orchester natürlich nur ein Lied infrage: John Lennons Friedenshymne "Imagine".

Hier können Sie sich den Song anhören.

Schriftsteller Paolo Giordano zu Sex und Krieg

Der italienische Schriftsteller Paolo Giordano sieht eine tiefe Verbindung zwischen Krieg und Sex.

Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur erklärt er das mit der Bedeutung des menschlichen Körpers in beiden Bereichen. Im Krieg führe die Gefahr zum Erwachen des körperlichen Bewusstseins und zu einer Vitalität, die man im normalen Alltag nicht finde. Deshalb sei der Krieg lange Zeit auch so beliebt bei vielen Männern gewesen. In Giordanos neuem Roman "Der menschliche Körper" zeigt er diese Verbindung anhand von jungen Soldaten in Afghanistan.

Theaterintendant legt Ämter im Bühnenverein nieder

"Der Tarif ist nicht wichtiger als die Kunst."

Das hatte Sewan Latchinian noch im vergangenen Jahr gesagt, jetzt hat er seine Ämter im Deutschen Bühnenverein niedergelegt. Hintergrund seiner Entscheidung ist der neue Flächentarif für Orchestermusiker. Latchinian, Intendant der Neuen Bühne Senftenberg und designierter Chef des Volkstheaters Rostock, sieht die Existenz des Theaters dadurch bedroht. Der Tarifvertrag sieht eine Lohnerhöhung von fast 9 Prozent vor. Bereits im vergangenen Jahr war das Volkstheater aus dem Deutschen Bühnenverein ausgetreten.

Max-Ophüls-Filmfestival: Proteste von Behinderten

Die Organisatoren des Max-Ophüls-Filmfestivals in Saarbrücken sehen sich mit Kritik von Menschen mit Behinderung konfrontiert.

Denn diese fühlen sich gegenüber anderen Zuschauern benachteiligt. Nach Angaben von Behindertenverbänden stehen in den elf Festivalkinos mit mehr als 2.500 Sitzen nur zwölf Plätze für Rollstuhlfahrer zur Verfügung. Ein einziger Film könne per Audiodeskription von Blinden verfolgt werden, weiter fehlten Untertitelungen für Gehörlose. Vor der Eröffnung des Nachwuchsfestivals demonstrierten deshalb gestern Abend rund 70 Betroffene für mehr Barrierefreiheit in den Kinosälen.

Während des siebentägigen Festivals sind in Saarbrücken rund 150 Filme von deutschsprachigen Nachwuchskünstlern zu sehen.

Kenianischer Autor outet sich

Es ist ein Coming Out mit Risiko.

Der kenianische Schriftsteller Binyavanga Wainaina hat sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. In einem Text, der auf mehreren Online-Portalen veröffentlich wurde, beschreibt der 43-Jährige, dass er lange mit sich gerungen habe, ob er sich outen wolle. In Kenia sind sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern verboten. Wie die BBC berichtet, wurde das Coming Out in sozialen Medien entsprechend kontrovers diskutiert. Wainaina ist in Afrika sehr bekannt. 2002 erhielt der Journalist und Autor den Caine Prize for African Writing.

Hier finden Sie mehr zu diesem Thema.

Künftiger spanischer Kardinal bezeichnet Homosexualität als "Defekt"

Beim Thema Homosexualität unterscheiden sich die Ansichten zwischen Sebastian Aguilar und Papst Franziskus grundlegend.

Der emeritierte Erzbischof von Pamplona sagte der spanischen Zeitung "Diario Sur", gleichgeschlechtliche Liebe sei eine fehlerhafte Art von Sexualität. Diese habe nämlich in ihrer Struktur und im Ziel die Fortpflanzung. Überdies sei es die Pflicht der Kirche, Homosexuelle auf ihren - Zitat - Defekt hinzuweisen. Aguilar wird im Februar von Papst Franziskus in den Kardinalsstand erhoben. Franziskus hatte zuletzt vor Journalisten erklärt, dass es ihm nicht zustehe, Homosexuelle zu verurteilen.

Palästinensischer Fußballverein in Chile darf seine Trikots nicht mehr tragen

Der chilenische Erstligist Palestino darf seine Trikots nicht mehr tragen.

Außerdem verurteilte der chilenische Fußballverband den palästinensische Verein zu einer Strafe von umgerechnet 1.000 Euro. Der Grund: Auf den Trikots ist die Zahl 1 als Umriss von Israel und Palästina dargestellt. Jüdische Vereine in dem lateinamerikanischen Land hatten sich deshalb beschwert. Der Umriss lege nahe, dass das gesamte Gebiet palästinensisch sei. Das stifte zu Gewalt und Hass an. - In Chile gibt es seit einer Auswanderungswelle Anfang des 20. Jahrhunderts eine große palästinensische Gemeinde.

Kometensonde Rosetta hat wieder Kontakt zur Erde

Drei Jahre lang hatte Rosetta nichts von sich hören lassen.

Gestern Abend hat sich die europäische Kometensonde zurückgemeldet. Forscher der europäischen Weltraumbehörde ESA hatten das Funksignal abgestellt, um Strom zu sparen. Gestern hatten sie Rosetta dann erfolgreich geweckt. Die Sonde ist seit zehn Jahren im Weltall unterwegs. Diesen Sommer soll sie 810 Millionen Kilometer entfernt von der Erde in die Umlaufbahn eines Kometen einschwenken und ein Landegerät absetzen. Das soll den vier Kilometer großen Brocken aus gefrorenem Gas und Staub untersuchen.

Von der Mission erhofft sich die ESA Aufschluss über die Zusammensetzung von Kometen und damit auch über die Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren.

Neues von Rosetta gibt es auch auf Twitter.

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