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Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Januar 2014

Bayern will Rückgabe von NS-Raubkunst vereinfachen

Bayern will juristische Konsequenzen aus dem Fall Gurlitt ziehen - und die Rückgabe von NS-Raubkunst vereinfachen.

Justizminister Winfried Bausback kündigte bei einer Kabinettsitzung in München den Entwurf für ein "Kulturgut-Rückgewähr-Gesetz" an. Er soll Mitte Februar im Bundesrat vorgestellt werden und sieht nach den Worten des CSU-Politikers vor, dass die Ansprüche rechtmäßiger Erben von Opfern des NS-Regimes nicht mehr automatisch verjähren. Voraussetzung ist allerdings, dass es Anhaltspunkte dafür gab, dass das Kunstwerk nicht rechtmäßig erworben wurde. - Im November war bekannt geworden, dass die Behörden in der Münchner Wohnung des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt rund 1.400 Kunstwerke beschlagnahmt hatten, die ihren früheren Besitzern von den Nazis zum Teil unter Zwang abgenommen worden waren.

Werbefernsehen des ZDF meldet Plus für 2013 - trotz Sponsoring-Verbots

Im abgelaufenen Jahr hat das ZDF erstmals darauf verzichtet, Sendungen nach 20 Uhr von Unternehmen sponsern zu lassen.

Dennoch verbucht der Fernsehsender für 2013 ein Plus bei den Werbeeinnahmen. Das Werbe-Investment habe bei gut 220 Millionen Euro brutto gelegen, teilte die ZDF Werbefernsehen GmbH mit. Das seien knapp zehn Prozent mehr als 2012. Geschäftsführer Hans-Joachim Strauch betonte, das vor gut einem Jahr eingeführte Verbot von Sponsoring nach 20 Uhr sei mit einem nicht unerheblichen Verlust einhergegangen. Man habe mit Serien und Sportsendungen aber neue Kunden gewinnen können, zum Beispiel für das Finale der Fußball-Champions-League im Mai.

EU-Gerichtshof für Menschenrechte: Slowakei muss Schadenersatz an Zeitungsverlag zahlen

Die Slowakei muss rund 26.000 Euro Schadenersatz an den Verlag Ringier Axel Springer Slovakia bezahlen.

Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden. Die Straßburger Richter erklärten zwei Urteile slowakischer Gerichte gegen die Tageszeitung "Novy Cas" für unzulässig. Die Begründung: Das Recht auf freie Meinungsäußerung werde nicht angemessen berücksichtigt. Konkret ging es um Berichte über einen Verkehrsunfall und über Betrugsvorwürfe gegen den Kandidaten einer Quizshow. In beiden Fällen war die Zeitung zu Schadenersatzzahlungen an die Betroffenen verurteilt worden. - Der Verlag, in dem das Blatt erscheint, ist seit 2010 in Polen, der Slowakei und Serbien aktiv und gehört je zur Hälfte der Axel Springer AG und dem Ringier-Verlag aus der Schweiz.

Auftrittsverbot in mehreren französischen Städten für umstrittenen Komiker Dieudonné

Die Tournee des für seine antisemtischen Ausfälle bekannten französischen Komikers Dieudonné wird wohl anders verlaufen als geplant.

Die Bürgermeister von Nantes, Marseille, Bordeaux und Tours haben seine für die nächsten Tage geplanten Auftritte in ihren Städten verboten. Zuvor hatte Frankreichs Präsident Francois Hollande die zuständigen Behörden aufgefordert, sich gegenüber Dieudonné unnachgiebig zu zeigen.

Der Schauspieler und Komiker hat wiederholt mit Angriffen auf Juden und mit der öffentlichen Verharmlosung des Holocausts für Skandale gesorgt. Zuletzt war er in die Schlagzeilen geraten, weil mehrere französische Fußballer Dieudonnés als antisemitisch eingestuften "Quennelle"-Gruß gezeigt hatten.

Kritik an britischem Orden für den Friseur von Premier David Cameron

Ist dem Premierminister sein Friseur so wichtig, dass er ihm einen Orden zuschachert?

Über diese Frage wird dieser Tage in Großbritannien diskutiert - seit die Liste der demnächst zu verleihenden Verdienstorden veröffentlicht wurde, auf der sich auch der Name von David Camerons Friseur Lino Carbosiero findet. Er soll mit der ersten Stufe der Auszeichnung "Order of the British Empire" geehrt werden. Zeitungskommentatoren warfen Cameron daraufhin Vetternwirtschaft vor. Friseur Carbosiero sagte der BBC, er sei sicher, dass mit der Auszeichnung sein Einsatz für seine Branche und bessere Ausbildungsstandards gewürdigt werde. Ein Sprecher Camerons betonte, die Zuweisung der Orden sei ein unabhängiger Prozess.

Single-Charts berücksichtigen ab sofort auch Abrufe bei Streaming-Diensten

Wer Musik hört, nutzt dafür immer häufiger Streaming-Dienste wie Spotify, Simfy oder Napster.

Der Abruf über diese Seiten hat jetzt auch Einfluss auf die Single-Charts. Ab sofort fließt nach Angaben des zuständigen Bundesverbands Musikindustrie jeder Abruf, der 31 Sekunden oder länger dauert, in die Hitliste mit ein - allerdings mit vergleichsweise wenig Gewicht. Ein Download wird hundertmal, der Kauf einer CD sogar rund 500-mal stärker gewichtet. Die Charts orientieren sich nämlich nicht daran, wie oft ein Titel angehört wird, sondern wie viel Geld er einspielt - und für gestreamte Musik bezahlt man wesentlich weniger als für Downloads oder gar CDs.

China hebt Verbot von Spielekonsolen auf

14 Jahre lang waren Spielekonsolen in China verboten.

Jetzt haben die Behörden ihren Verkauf zumindest vorübergehend wieder erlaubt. Nach Angaben der Regierung müssen die Geräte aber in der Freihandelszone in Shanghai hergestellt und die Spiele vom Kulturministerium in Peking freigegeben werden. Die Hersteller Sony und Nintendo reagierten zurückhaltend. Experten glauben, dass es für sie schwierig ist, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen, weil Konsolen und Spiele zu teuer sind. Die meisten Chinesen spielen PC- oder Internetspiele.

"Großvater des Kung-Fu-Films": Produzent Run Run Shaw gestorben

Er gilt als Erfinder der Kung-Fu-Filme.

Der Filmproduzent Run Run Shaw ist tot. Der Milliardär starb im Alter von 106 Jahren in seinem Haus in Hongkong. Gemeinsam mit seinem Bruder produzierte er hunderte Filme, darunter den Kung-Fu-Klassiker "Die 36 Kammern der Shaolin" und Ridley Scotts Film "Blade Runner".

1967 war Shaw einer der Mitbegründer des Fernsehsenders TVB. 1977 wurde er zum britischen Ritter geschlagen. Zudem stiftete er den "Shaw-Preis". Die Auszeichnung wird seit 2004 in drei naturwissenschaftlichen Kategorien vergeben und ist mit je einer Million Dollar dotiert.

Schriftstellerin Irina Korschunow gestorben

Die Schriftstellerin Irina Korschunow ist tot.

Wie der Verlag Hoffmann und Campe mitteilte, starb sie an Silvester, ihrem 88. Geburtstag, in München. Irina Korschunows Kinderbuch "Der Findefuchs" über einen Waisenfuchs auf der Suche nach einer Mutter verkaufte sich mehr als eine Million mal. Sie schuf außerdem die Figur "Kleiner Pelz" und die "Wawuschels". Auch mit ihren Büchern für Erwachsene war die Schriftstellerin erfolgreich; zuletzt veröffentlichte sie 2009 den Roman "Langsamer Abschied".

Russlands Präsident Putin lobt orthodoxe Kirche als Hüterin der Moral

Die Kirche ist die Hüterin der Moral.

Das hat Russlands Präsident Wladimir Putin am orthodoxen Weihnachtsfest betont. Putin schrieb an den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill, die Kirche bewahre das geistige, kulturelle und historische Erbe des Landes. Die russisch-orthodoxe Kirche gilt als starke Stütze der Politik Putins. Unter anderem hatte Kyrill bei der Präsidentschaftswahl 2012 für Putin geworben.

Journalisten in Birma protestieren gegen Haftstrafe für Zeitungsreporterin

Eine Demonstration von Journalisten wäre in Birma vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen.

Jetzt haben knapp 60 Medienvertreter in Rangun gegen die Verurteilung einer Reporterin der Tageszeitung "Daily Eleven" protestiert. Ma Khine hatte in einem Fall von Korruption recherchiert - und wurde unter anderem wegen übler Nachrede zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der birmanische Journalistenverband warnte, das Urteil könne zum Präzedenzfall werden.

Es ist die erste Haftstrafe für Medienvertreter seit der behutsamen Öffnung Birmas, die mit dem Amtsantritt von Präsident Thein Sein 2011 begann. - Obwohl die Zensur seitdem merklich gelockert wurde, sehen Menschenrechtsorganisationen die Pressefreiheit nach wie vor bedroht.

Größte finnische Tageszeitung streicht zehn Prozent der Redakteursstellen

Finnlands größte Tageszeitung entlässt zehn Prozent ihrer Redakteure.

37 Stellen bei der "Helsingin Sanomat" würden gestrichen, teilte Chefredakteur Kaius Niemi mit. Damit umfasst die Redaktion, die auch eine Gratis-Zeitung und ein Fernsehjournal produziert, noch 280 Journalisten. Zur Begründung verwies Niemi auf Umbrüche in der Medienlandschaft und die Rezession. - Die Mediengruppe Sanoma, zu der die Zeitung gehört, hatte im vergangenen Jahr Verluste in Millionenhöhe verbucht und deshalb ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt.

taz: Maya-Nachfahren in Guatemala entdecken ihre alte Kultur wieder

Die Maya-Ruinen sind bis jetzt vor allem für Touristen interessant.

Aber auch die heute noch lebenden Nachfahren entdecken ihre eigenen Wurzeln wieder. Das schreibt die "taz" in einem Bericht über Guatemala. Den Nachkommen der Mayas gehe es dabei nicht nur um Reisen zu den Ruinenstätten, sondern auch um einen neuen Zugang zur eigenen Kultur. Eine staatliche Akademie bemühe sich beispielsweise darum, die mindestens 26 indigenen Sprachen in Guatemala zu erhalten, zum Beispiel mit mehrsprachigem Unterricht. Laut der Zeitung sind auch die indigenen Gemeinden aktiver geworden als früher - sie informierten sich mehr über ihre Rechte und eben auch über ihre eigenen Wurzeln.

Irans Ajatollah verbietet Chats zwischen Männern und Frauen

Im Iran dürfen Männer und Frauen nicht mehr miteinander chatten.

Wie die Online-Zeitung "Al Arabiya" in Dubai berichtet, hat das Ajatollah Ali Chamenei entschieden. Das religiöse und politische Oberhaupt begründete seine Fatwa damit, dass solche Kontakte oft ins Unmoralische übergehen könnten. Erst vor wenigen Tagen hatten iranische Behörden die App "WeChat" blockiert. Damit konnte man sich über Handys in soziale Netzwerke einloggen und sich dort mit anderen Menschen austauschen.

Lutherische Kirche an Jordan-Taufstelle eingeweiht

An der traditionellen Taufstelle von Jesus stehen schon mehr als zehn Kirchen.

Das 14. Gotteshaus ist jetzt eingeweiht worden. Bei den Feierlichkeiten am Fluss Jordan dankte der evangelisch-lutherische Bischof von Jerusalem, Munib Younan, Jordanien für seine Bemühungen, die christliche Präsenz im Land zu stärken. In den vergangenen Jahren wurden in der Nähe der Taufstelle mehrere Kirchen gebaut. Seit 2011 ist die Zahl der Besucher dort stark gestiegen.

Regisseurin Holland übernimmt Vorsitz der Europäischen Filmakademie

In Europa ist es ziemlich einfach, Filme zu drehen, aber schwer, sie in die Kinos zu bringen.

Das zumindest glaubt die renommierte polnische Regisseurin Agnieszka Holland. Sie hat in den 70er Jahren das "Kino der moralischen Unruhe" begründet und war zuletzt mit dem Holocaust-Drama "In Darkness" international erfolgreich. Seit Anfang Januar ist sie Vorsitzende der Europäischen Filmakademie in Berlin. In der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita" warb Holland dafür, der Europäischen Filmakademie einen neuen Energiestoß zu versetzen und sich auch der jungen Generation von Filmemachern zu öffnen. Gleichzeitig kritisierte sie besonders die polnische Film- und Fernsehpolitik. Sie sagte, die Filmverantwortlichen im Fernsehen steckten mental noch im Kommunismus. Auch würden europäische Werte in Polen anders verstanden als außerhalb des Landes. Das würde man unter anderem beim Umgang mit Homosexuellen sehen.

Ägypten: Polizei findet große Beute aus der Pharaonenzeit

Grabräuber haben viele tausend Fundstücke aus der Pharaonenzeit entwendet.

Etwa 1.500 davon hat die ägyptische Polizei jetzt in einem Haus in der Provinz Giza entdeckt. Wie die Altertümerverwaltung in Kairo mitteilte, sind sie von einer bewaffneten Bande heimlich ausgegraben worden, um sie später illegal an Sammler zu verkaufen. Unter den Fundstücken sind Teile von Statuen und sogenannte Scheintüren, wie sie im Alten Ägypten in Gräbern verwendet wurden.

Das politische Chaos in Ägypten hat zu einem massiven Anstieg der Raubgrabungen geführt. Das Wachpersonal, das für die Aufsicht im Antikengelände zuständig ist, kann gegen die schwer bewaffneten Räuber in der Regel aber nichts ausrichten.

Streit um Beuys-Installation scheinbar noch nicht beendet

Die Installation "Das Kapital Raum 1970-1977" wird von Experten als das wichtigste Werk von Joseph von Beuys angesehen.

Aber wem gehört es eigentlich? Darüber gibt es seit mehr als zehn Jahren einen Rechtsstreit in der Schweiz. Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, beansprucht die Stiftung für neue Kunst im schweizerischen Schaffhausen die Installation für sich. Aber auch der Künstler Urs Raussmüller, der die Kunsthallen mit aufgebaut und mit Beuys zusammengearbeitet hat, erhebt einen Anspruch. In den Streit sind schließlich drei weitere Kunstkäufer verwickelt. Diesen hatte ein Kantongericht 2010 die Installation zugesprochen. Auch das Schweizer Obergericht hat dieses Urteil nun bestätigt - zum Ärger der Stiftung für neue Kunst. Der Anwalt der Stiftung sagte, es sei wahrscheinlich, dass man vor das Bundesgericht ziehe. Bis dort ein Urteil gefällt wird, könnten allerdings noch einmal ein paar Jahre vergehen.

Zeitung: Private Voll-Unis funktionieren in Deutschland nicht

In Deutschland haben private Voll-Universitäten kaum eine Chance.

Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" nach einer Analyse der Probleme an der Bremer "Jacobs University". Sie wurde zunächst als "Harvard an der Weser" gerühmt und war als Volluniversität mit komplettem Fächerspektrum angelegt. Die private Hochschule sollte ohne staatliche Hilfe auskommen, aber trotzdem beste Studienbedingungen bieten. Allerdings mussten die Chefs bald feststellen, dass sich das Modell der Uni-Finanzierung durch Spenden - wie bei den US-Elitehochschulen - nicht auf Deutschland übertragen lässt. Das Problem: Bei uns herrsche die Mentalität vor, dass Bildung alleinige Aufgabe des Staats sei und deswegen kostenlos zur Verfügung stehen müsse.

Schriftstellerin Kate Atkinson erhält Costa Book Award

Die Schriftstellerin Kate Atkinson ist mit dem britischen Costa Book Award ausgezeichnet worden.

Sie hat ihn für ihren Roman "Life after Life" erhalten. Der Preis wurde auch in vier weiteren Sparten verliehen. In der Kategorie "Biografien" konnte sich Lucy Hughes-Hallett mit einem Porträt über einen italienischen Faschisten durchsetzen. Außerdem wurde Nathan Filer für sein Erstlingswerk "The Shock of the Fall" geehrt.

Der Literaturpreis wird seit 1971 verliehen und ist mit jeweils 5.000 Pfund dotiert. In wenigen Tagen wird aus den Siegern zusätzlich das "Buch des Jahres" gekürt.

Neue Engels-Skulptur bald in Wuppertal

Als die Mauer fiel, wurden im Osten viele Denkmäler von Friedrich Engels abmontiert.

In Wuppertal bekommt der Philosph aber bald einen neuen Ehrenplatz. China hat der Stadt eine Skulptur geschenkt. Sie soll im April in der Nähe von Engels Geburtshaus aufgestellt werden. Die Plastik ist fast vier Meter hoch und aus Bronze. Sie zeigt Engels in Denkerpose. Engels wurde 1820 im Wuppertaler Stadtteil Barmen geboren. Das heutige Engels-Haus wird jedes Jahr von 30.000 Menschen besucht, viele davon kommen aus China.

Ukrainische Journalistin: Meinungsfreiheit bröckelt immer mehr

"Die Presse- und Meinungsfreiheit bröckelt mit jeder Stunde."

Mit diesen Worten beschreibt die Journalistin Katya Gorchinskaya die Situation ihrer Kollegen in der Ukraine. Gorchinskaya ist stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung "Kyiv Post" in Kiew. Sie kritisiert in einem Gastbeitrag der "Süddeutschen Zeitung", Wochen nach dem Angriff auf die ukrainische Journalistin Tatjana Tschornowil sei immer noch keiner der Angreifer bestraft worden. Denn die Drahtzieher des Verbrechens seien womöglich die obersten Bosse der Ermittler. Die regierungskritische Journalistin Tschornowil war im Dezember brutal verprügelt worden, nachdem sie über das Privatvermögen von Spitzenpolitikern berichtet hatte.

Historiker Shlomo Sand: Juden sind nur durch religiöse Praktiken verbunden

"Eine säkulare jüdische Kultur existiert nicht."

Dieser Meinung ist der israelische Historiker Shlomo Sand. Er sagte der "Neuen Zürcher Zeitung", Juden seien nur durch religiöse Praktiken miteinander verbunden. Menschen jüdischen Glaubens in Marrakesch, Rom und Paris sprächen unterschiedliche Sprachen, hörten unterschiedliche Musik und äßen unterschiedliche Nahrungsmittel. Sand fragt deshalb: "Warum sollte man diese Menschen als ein Volk bezeichnen?" Der Historiker betont aber, er bestreite nicht, dass es ein israelisches Volk gebe, das ein Existenzrecht besitze. - Sand hatte vor einigen Jahren mit seinem Buch "Die Erfindung des jüdischen Volkes" Kontroversen ausgelöst. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch "Warum ich aufhöre, Jude zu sein".

US-Amerikanerin wegen geplanten Mordes an schwedischem Karikaturisten Vilks verurteilt

Sie wollte den schwedischen Karikaturisten Lars Vilks töten, weil er Mohammed als Hund dargestellt hatte.

Deshalb ist eine US-Amerikanerin jetzt von einem Gericht in Philadelphia zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sie war zum Islam konvertiert und nennt sich selbst "Jihad Jane". Sie wurde 2009 wegen ihrer Verbindung zu der Terrororganisation Al Kaida festgenommen. Der Karikaturist Vilks sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT, er finde es richtig, dass die heute 50-Jährige nicht zu lebenslanger Haft verurteilt worden sei. Er halte sie inzwischen für ungefährlich und hoffe, sie erhalte eine Therapie.

Warum viele Popsongs "amerikanisch" klingen

Viele englischsprachige Popsongs klingen so, als kämen sie aus den USA.

Warum das so ist, hat sich ein Leser der New York Times gefragt. Die Zeitung beantwortete seine Frage jetzt mit Verweis auf eine kleine Studie aus Neuseeland. Darin wurde die Aussprache von Vokalen anhand charakteristischer Wörter bei neuseeländischen Sängern untersucht: gesungen, als rezitierter Songtext und als Teil einer Unterhaltung. Das Ergebnis: Die amerikanische Aussprache scheint bei ihnen mehr und mehr zum "Normalfall" zu werden - und zwar auch dann, wenn man berücksichtigt, dass das Singen Einfluss auf die Aussprache der Vokale hat. Die Wissenschaftler vermuten, dass die amerikanisierte Aussprache unbewusst geschieht, etwa, weil die neuseeländischen Sänger durch amerikanische Kollegen beeinflusst werden.

Hier finden sie weitere Details zur Studie aus Neuseeland.

Pakistanischer Journalist nach sechs Wochen im Gefängnis freigelassen

"Reporter ohne Grenzen" wertet den Fall als Beispiel für die anhaltende Gewalt gegen Journalisten in Pakistan.

Die Organisation begrüßte die Freilassung eines Fernseh-Reporters auf Kaution, kritisierte aber, diese komme nach sechs Wochen viel zu spät. Der Mitarbeiter des Senders "Royal TV" war Mitte November in der Nähe von Islamabad festgenommen worden, als er über gewaltsame Demonstrationen berichtete. Ihm wird Anstachelung zur Gewalt vorgeworfen. Die Kamera des Journalisten wurde den Angaben zufolge von Polizisten zerstört. - Pakistan rangiert auf dem weltweiten Pressefreiheits-Index von "Reporter ohne Grenzen" auf Platz 159 von 179.

Schmidhuber: Rechner sind bald intelligenter als Menschen

Er geht davon aus, dass wir in ein paar Jahrzehnten intelligente Maschinen haben, die dem Menschen überlegen sind.

Jürgen Schmidhuber, Leiter des Labors für Künstliche Intelligenz "IDSIA" bei Lugano, sagte der "Süddeutschen Zeitung", ihm mache diese Entwicklung keine Angst. Die Menschen müssten sie nur in vernünftige Bahnen lenken und sich als Teil dieses Prozesses verstehen. Die neuen Labore für künstliche Intelligenz von Microsoft, Google oder Facebook sieht Schmidhuber gelassen. Dabei entstehe nicht urplötzlich eine Superintelligenz wie in alten Science-Fiction-Romanen. Facebook will in Zukunft mit der Methode des "Deep-Learning" nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns die Daten seiner Nutzer wirklich verstehen lernen.

Oberstes Gericht legt Homo-Ehe in US-Staat Utah auf Eis

Schwule und lesbische Paare können im amerikanischen Bundesstaat Utah vorerst nicht mehr heiraten.

Das Verfassungsgericht der USA setzte die Ehen unter Gleichgeschlechtlichen vorerst aus. Die Richter folgten damit einem Eilantrag des Bundesstaates. Erst wenige Tage vor Weihnachten hatte ein Bundesbezirksgericht das bis dahin geltende Heiratsverbot für Schwule und Lesben in Utah für verfassungswidrig erklärt. In einem nächsten Schritt soll jetzt ein Bundesberufungsgericht über den Fall befinden. - Utah gilt als einer der konservativsten US-Bundesstaaten, ein großer Teil der Bevölkerung sind Mormonen.

Friedrichstadt-Palast mit neuem Besucherrekord

Der Friedrichstadt-Palast in Berlin hat vor sechs Jahren noch kurz vor dem Aus gestanden.

Seit der Krise konnte sich die Showbühne aber deutlich erholen. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Friedrichstadt-Palast eine Auslastung von 91 Prozent. Knapp 26 Millionen Euro spielten die verkauften Tickets in die Kassen - mehr als doppelt soviel wie vor sechs Jahren. Wie der Intendant Bernd Schmidt sagte, kamen 2013 fast 520.000 Besucher. Das sei ein neuer Gästerekord.

Der Friedrichstadt-Palast ist ein Revuetheater, das zu den führenden Häusern Europas in dieser Kunstform zählt.

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