Montag, 17.06.2019
 

Kulturnachrichten

Montag, 17. Juni 2019

Neuer Leiter für Stasiopfer-Gedenkstätte

Die zentrale Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin bekommt einen neuen Direktor. Der Historiker Helge Heidemeyer übernimmt im Herbst den Posten des im Vorjahr abberufenen Hubertus Knabe, wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur mitteilte. Dem langjährigen Leiter Knabe war vorgeworfen worden, nicht konsequent genug gegen sexuelle Belästigungen von Frauen in der Gedenkstätte vorgegangen zu sein. Der 1963 geborene Heidemeyer arbeitet seit 2008 in der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen und leitet dort die Abteilung Bildung und Forschung.

Mesale Tolu volontiert bei der "Schwäbischen Zeitung"

Die Journalistin Mesale Tolu macht ein Volontariat bei der "Schwäbischen Zeitung". Tolu hat mehr als sieben Monate lang in der Türkei wegen angeblicher Terrorpropaganda im Gefängnis gesessen, im vergangenen Sommer ist die in Ulm geborene Journalistin zurück nach Deutschland gekommen. Chefredakteur Hendrik Groth sagte: "Wir stellen eine Volontärin ein, die bereits Erfahrung mitbringt, aus unserer Region stammt und durch ihren familiären Hintergrund interessante Perspektiven in den redaktionellen Alltag einbringt. Das ist uns wichtig, nicht ihre Geschichte". Tolu war im Dezember 2017 in Istanbul per Gerichtsbeschluss aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Prozess gegen sie soll im Oktober fortgesetzt werden. Tolu lebt mit Mann und Kind in Neu-Ulm.

Rapperin dreht Musikvideo in Strache-Villa

Die Rapperin Haiyti dreht ihr neues Video für den Song "Coco Chanel" in der Ibiza-Villa, in der heimlich das Video mit FPÖ-Chef Strache aufgenommen wurde, das zur österreichischen Staatskrise führte. Regie führt dem Magazin Monopol zufolge der Künstler Paul Spengemann. Der sagte der Zeitschrift, die Villa habe sich als genregerechtes Hip Hop-Setting geradezu angeboten. Selbst den Eiskübel, der im Strache-Video zu sehen ist, habe das Team noch im Schrank gefunden und unter anderem damit die Situation in dem Wohnzimmer nachgebaut. In dem Video hatte der damalige österreichische Vizekanzler Hans-Christian Strache seinen Gesprächspartnern in der Villa unter anderem Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe zugunsten der rechten FPÖ in Aussicht. Nach der Veröffentlichung des Videos Mitte Mai zerbrach die Regierungskoalition, Strache trat von seinen politischen Ämtern zurück.

Felix Krakau gewinnt Hamburger Regiepreis

Der Hamburger Preis für junge Theaterregisseure des Körber-Studios ist an Felix Krakau verliehen worden. Er habe mit dem Stück "Peer Gynt" nach Henrik Ibsen die fünfköpfige Jury überzeugt, teilte das Thalia-Theater in Hamburg mit. Der Preis ist mit einem Produktionskostenzuschuss von 10 000 Euro dotiert, den Krakau für eine neue Regiearbeit an einem Theater nutzen kann. Der 1990 geborene Student der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main konnte sich gegen elf Nachwuchsregisseure durchsetzen, die ihre Inszenierungen ebenfalls auf dem fünftägigen Regieschultreffen vorgestellt hatten. Das Festival gilt eigenen Angaben zufolge als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum. Das Körber Studio Junge Regie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg.

Falscher George Clooney in Thailand festgenommen

Die thailändische Polizei hat einen flüchtigen Italiener festgenommen, der sich als der US-Schauspieler George Clooney ausgegeben hatte. Der 58-Jährige war in seiner Heimat zu acht Jahren Haft verurteilt worden, weil er in Italien den Namen von Clooney verwendet hatte, um Gutgläubige zu Investitionen in ein fiktives Bekleidungsunternehmen zu animieren. Er habe nach seiner Flucht aus dem Gefängnis rund sieben Jahre in Thailand gelebt und sei nach einem Tipp aus Italien am Samstag in Pattaya festgesetzt worden, erklärten die örtlichen Behörden. Der in Italien per Haftbefehl gesuchte Mann habe sich vermutlich illegal in Thailand aufgehalten, hieß es.

Art Basel: Dreijährige zerstört 50.000 Euro-Kunstwerk

Ein dreijähriges Mädchen hat auf der Art Basel ein Schaden von 50.000 Euro angerichtet. Aus seinem Buggy heraus griff es nach der Skulptur "Fliege" der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Fritsch, die daraufhin vom Sockel fiel. Das berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur NAU. Die Aufregung sei groß gewesen, die Sicherheitsstandards auf einer der wichtigesten Kunstmessen der Welt sind hoch. Dort werden Kunstwerke im Wert von bis zu 20 Millionen Euro verkauft.

Frühe Zeichnung von Paul Gauguin versteigert

Die älteste bekannte Zeichnung des französischen Malers Paul Gauguin ist im französischen Montbazon für 80-tausend Euro versteigert worden. Den Zuschlag bekam laut der Nachrichtenagentur AFP ein französischer Unternehmer, der in der Schweiz lebt. Er hatte telefonisch an der Auktion teilgenommen. Das mit Tusche und Aquarellfarbe angefertigte Werk zeigt ein Schweizer Chalet am Rande eines Sees. Es handele sich um die "erste bekannte Zeichnung" Gauguins, hieß es. Das Bild sei interessant, weil es die These widerlegt, dass Gauguin Autodidakt war. Entstanden sei die knapp 40 mal 25 Zentimeter große Zeichnung unter der Anleitung seines Lehrers Charles Pensée in Orléans.

Shakespeare-Abend eröffnet Hamburger Ballett-Tage

Mit der Uraufführung von "Shakespeare – Sonette" sind am Abend die 45. Hamburger Ballett-Tage eröffnet worden. Verantwortlich waren die drei jungen Choreografen Marc Jubete, Aleix Martínez und Edvin Revazov. Die Hamburger Ballett-Tage sind jedes Jahr der Abschluss der aktuellen Spielzeit. Das zweiwöchige Festival bietet einen Streifzug durch das Repertoire, darunter "Brahms/Balanchine" von George Balanchine zu Musik von Johannes Brahms und John Neumeiers "All Our Yesterdays" mit Gustav Mahlers "Soldatenlieder", "Des Knaben Wunderhorn" und "Fünfte Sinfonie". Zum Abschluss der Ballett-Tage gibt es wie jedes Jahr die fünfstündige "Nijinsky-Gala".

Zwei Filme gewinnen Hauptpreis bei Emder Filmfest

Die deutsche Produktion "Zoros Solo" gehört zu den großen Gewinnern des 30. Internationalen Filmfestes Emden-Norderney. Sie bekam neben dem belgisch-niederländischen Film "Don’t Shoot" den "Score Bernhard Wicki Preis" in Gold. Da es zwei Hauptgewinner gab, wurde die silberne Auszeichnung diesmal nicht vergeben. Bronze-Preisträger wurde der Film "Und der Zukunft zugewandt". Der Schauspielpreis des Emder Filmfestes wurde Jürgen Vogel für sein Gesamtwerk zugesprochen. Nora Fingscheidt bekam für ihren Film "Systemsprenger" den DGB-Filmpreis. Mit diesem werden Spiel- oder Dokumentarfilme ausgezeichnet, die sich mit gesellschaftlichen Themen wie Gleichberechtigung, Migration oder Umweltschutz beschäftigen. Das Internationale Filmfest Emden-Norderney wurde 1990 gegründet. Schwerpunkte sind nordwesteuropäische und deutschsprachige Produktionen mit Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen.

Literaturpreis für Schriftstellerin Husch Josten

Die Schriftstellerin Husch Josten hat den diesjährigen Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten. Die Auszeichnung wurde der gebürtigen Kölnerin am Sonntag in der Klassikerstadt Weimar vom Stiftungsvorsitzenden Norbert Lammert überreicht. Josten greife heikle Themen auf wie Terrorismus und Fundamentalismus in Europa, über große Themen erzähle sie fundiert, "nicht lehrmeisterlich, vielmehr lakonisch und leicht, spannungsvoll und mit Humor, eingebettet in die Lebensgeschichte von Menschen", so die Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist in diesem Jahr mit 20 000 Euro dotiert.

Jens Harzer erhält Iffland-Ring

Der deutsche Schauspieler Jens Harzer ist neuer Träger des prestigeträchtigen Iffland-Rings. Die Auszeichnung wurde Harzer am Sonntag im Wiener Burgtheater von Österreichs Kulturminister Alexander Schallenberg überreicht. Es lohne sich die Präsenz Harzers auf der Bühne zu beobachten, auch wenn er scheinbar nur ruhig in der Ecke sitze, so der Intendant des Schauspielhauses Bochum, Johan Simons, in seiner Laudatio. Der 47-jährige Harzer ist Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg und wurde von dem Mitte Februar verstorbenen, bisher letzten Träger Bruno Ganz als sein Nachfolger als "würdigster" Schauspieler des deutschen Sprachraums bestimmt.

Bühnenverein beschließt Geschlechter-Parität

Die Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins ist in Nürnberg zu Ende gegangen. In den Führungsgremien des Vereins wurde eine weitgehend paritätische Besetzung mit Männern und Frauen erreicht. Neben dem Thema Geschlechtergerechtigkeit befassten sich die rund 300 Intendanten, Regisseure und Theaterdirektoren auf der Tagung mit dem Umgang mit Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch an Bühnen, der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen und dem Fachkräftemangel der Branche. In der Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Strömungen stünden die Theater dafür, die Komplexität der Wirklichkeit als Reichtum abzubilden und emotional und sinnlich erfahrbar zu machen, betonte Bühnenevereinspräsident Ulrich Khuon. "Die Theater sind hervorragend dazu geeignet, analoge Foren des Austauschs über gesellschaftliche und ästhetische Modelle zu bieten", sagte er.

Musikbau-Architekt Wilhelm Holzbauer gestorben

Der für das Festspielhaus Baden-Baden bekannte österreichische Architekt Wilhelm Holzbauer ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Musikbau-Spezialist war bekannt für seine pragmatische Arbeitsweise. Er gestaltete für die Salzburger Festspiele das 2006 eröffnete "Haus für Mozart" und in Amsterdam das Muziektheater. Wilhelm Holzbauer lehrte auch von 1977 bis 1998 als Professor an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Helmut-Käutner-Preis für Caroline Link

Die Regisseurin Caroline Link wird für ihr filmisches Werk mit dem Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Mit ihren Filmen gelinge es Link immer wieder, "emotional tiefgründige Themen einfühlsam einem breiten Publikum nahezubringen", so die Jury. Mit ihrer sensiblen Schauspielerführung sporne Link sowohl namhafte Darsteller als auch immer wieder junge Talente zu Höchstleistungen an. Der mit 10 000 Euro dotierte Filmpreis wird im November im Düsseldorfer Rathaus überreicht. "In meiner Arbeit versuche ich, Anspruch und Unterhaltung zusammenzubringen", sagte Link. "Wenn ich in diesem Bestreben erfolgreich bin, bin ich dafür sehr dankbar."

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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