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Dienstag, 15.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Oktober 2019

Evaristo und Atwood gewinnen Booker-Literaturpreis

Der britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr ausnahmsweise an zwei Autorinnen. Ausgezeichnet wurden die Britin Bernardine Evaristo und die Kanadierin Margaret Atwood, wie die Jury in London mitteilte. Evaristo wurde für ihr Buch "Girl, Woman, Other" ausgezeichnet. Margaret Atwood bekam den Preis für den Roman "The Testaments". Der "Booker Prize" ist der wichtigste britische Literaturpreis. Er ist mit 50 000 Pfund (rund 57 000 Euro) dotiert. Die beiden Gewinnerinnen teilen sich das Preisgeld. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen.

Stanisic nutzt Dankesrede für Breitseite gegen Handke

Der frisch gekürte Buchpreis-Gewinner Sasa Stanisic hat in seiner Dankesrede den Literaturnobelpreisträger Peter Handke heftig angegriffen. Die Entscheidung aus Stockholm in der vergangenen Woche habe ihm die Freude über den Deutschen Buchpreis "vermiest", sagte der 41-Jährige im Kaisersaal des Frankfurter Römer. Stanisic stammt aus Bosnien, Handke hatte in den 1990er Jahren für Serbien Partei ergriffen. "Ich hatte das Glück, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt", sagt der Autor, der 1992 nach Deutschland floh.

Sasa Stanisic erhält den Deutschen Buchpreis

Sasa Stanisic erhält den Deutschen Buchpreis 2019. Das gab die Jury in Frankfurt am Main bekannt. Sein Roman "Herkunft" gilt damit als der beste Roman des Jahres. Schon 2014 hatte der aus Bosnien stammende Autor mit "Vor dem Fest" den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen. Der 41-Jährige erzählt in seinem Roman über seine Großmutter, die langsam das Gedächtnis verliert, über die Flucht der Familie während des Bosnien-Kriegs nach Deutschland und behandelt dabei die Frage, welche Rolle Herkunft überhaupt spielt. Der Preis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Der Sieger erhält 25 000 Euro, die fünf übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro. In diesem Jahr standen in der letzten Runde drei Männer und drei Frauen, drei Neulinge und drei etablierte Autoren zur Wahl.

Untersuchungen zu falschem Nobelpreis-Anruf

Wenige Tage nach der Doppel-Bekanntgabe der Literaturnobelpreisträger hat die Schwedische Akademie Untersuchungen zu einem möglichem Scherzanruf bei einem irischen Schriftsteller aufgenommen. Man überprüfe, ob der Anruf wirklich aus dem eigenen Haus gekommen sei oder von jemanden von außerhalb getätigt wurde, teilte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm, in Stockholm mit. Der irische Autor John Banville war am Donnerstag nach eigenen Angaben kurz vor der Bekanntgabe der Preise für die Jahre 2018 und 2019 von einem Mann angerufen worden, der sich als Malm ausgegeben haben soll. In dem Telefonat sei ihm erzählt worden, er habe den Literaturnobelpreis gewonnen, sagte Banville. Später habe der Mann noch einmal zurückgerufen und eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, wonach es in letzter Minute Meinungsverschiedenheiten in der Akademie gegeben habe, weshalb er den Preis doch nicht erhalte. Banville vermutete, der Anruf sei von einer Person getätigt worden, die Groll auf die Akademie hege.

Potsdamer Filmmuseum erwirbt Tonfilmmuseum von Ulrich Illing

Das Potsdamer Filmmuseum hat das Tonfilmmuseum des verstorbenen "Tonmeisters von Babelsberg", Ulrich Illing, erworben. Die Sammlung umfasst rund 40 Apparate der Tonfilmgeschichte wie Grammophone, Phonographe, Edison-Walzen und Lichttonprojektoren sowie eine Vielzahl kleinerer Exponate. Sie soll der Öffentlichkeit nach dem Bau eines neuen Depots auf dem Gelände des Studio Babelsberg wieder zugänglich gemacht werden. Nach Angaben des Filmmuseums soll es 2022 eröffnet werden. Illing hatte 1970 als Wartungsingenieur bei der Defa in Babelsberg angefangen und später in der Forschungsabteilung gearbeitet. Als Abteilungsleiter Tontechnik gestaltete er nach der Wende den Wandel der Defa zum Studio Babelsberg mit.

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