Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Montag, 24.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 24. Juni 2019

Doch keine Kündigungen wegen Frauenstreik

Das Kunstmuseum Basel will den zwei entlassenen Mitarbeiterinnen, die am Schweizer Frauenstreik teilgenommen haben, noch eine zweite Chance geben. Das berichteten verschiedene Schweizer Medien. Der Direktor des Kunstmuseums, Josef Helfenstein, habe sich in Absprache mit mit dem Präsidialdepartement zu diesem Schritt entschieden. Die beiden Frauen waren am 14. Juni als Aufsichten eingeteilt und hatten stattdessen an dem Streik teilgenommen. Nach der Kündigung protestierten zahlreiche Menschen in einer Online-Petition und am Samstag auf der Straße in Basel gegen die Entscheidung des Museums.

Regisseurin Martel wird Jurypräsidentin in Venedig

Die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel leitet in diesem Jahr die Jury des Filmfests von Venedig. Sie sei "Lateinamerikas wichtigste Regisseurin und eine der besten weltweit", erklärte Filmfest-Direktor Alberto Barbera. Martel hatte zuletzt "Zama" gemacht, einen Film über Rassismus und Kolonialismus in Lateinamerika. Das Filmfest von Venedig ist eines der wichtigsten der Welt und läuft in diesem Jahr vom 28. August bis zum 7. September.

Internationale Solidarität für Peter Schäfer

Mit "tiefer Besorgnis" haben sich erneut internationale Museumsdirektoren, Kuratoren und Fachleute jüdischer und nichtjüdischer Museen mit dem zurückgetretenen Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, solidarisiert. "Schäfers Rücktritt ist der Höhepunkt einer in den deutschen Medien seit längerem geführten Kampagne, die die Arbeit des Museums mit seinen erstklassigen öffentlichen Programmen und Ausstellungen diskreditiert hat", heißt es in dem Statement von etwa 60 Experten aus Israel, Europa, den USA und Kanada. Der emeritierte Judaistik-Professor Schäfer war nach einem Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS zurückgetreten. Darin hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte. Zuvor hatten bereits rund 45 jüdische Gelehrte aus Israel, Europa und den USA ihre Unterstützung für Schäfer bekundet.

Burda gibt "Playboy"-Lizenz ab

Hubert Burda Media will die Lizenz für den deutschen "Playboy" nicht verlängern. Wie das Medienunternehmen in München mitteilte, wird stattdessen das Führungsduo des Magazins, Verlagsleiterin Myriam Karsch und Chefredakteur Florian Boitin, die Lizenz in einer eigenständigen GmbH weiterführen. Die letzte von Burda verlegte Ausgabe soll am 7. November erscheinen. Von der Entscheidung sind den Angaben zufolge 21 Arbeitsplätze betroffen. Laut dem Medienunternehmen sollen für die Mitarbeiter sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Der deutsche "Playboy" erscheint seit mehr als 17 Jahren bei Burda. Die verkaufte Auflage des Männermagazins ist in den vergangenen Jahren aber deutlich zurückgegangen und lag im ersten Quartal dieses Jahres bei rund 108 600 Exemplaren.

"Tal der Wikinger" ist "Kinderspiel des Jahres"

"Tal der Wikinger" ist das "Kinderspiel des Jahres 2019". Das gaben die Veranstalter in Hamburg bekannt. "Loskegeln kann jeder. Da fliegen die Fässer, da ist die Freude groß", urteilte die Jury. Wie das Autorenpaar Wilfried und Marie Fort im "Tal der Wikinger" zugleich Geschick und taktisches Denken herausfordere, sei in der Mischung "so einzig - wie neuartig", hieß es. Aus rund 125 Gesellschaftsspielen für Kinder zwischen drei und acht Jahren hatte eine unabhängige Jury aus Fachjournalisten drei Spiele für den begehrten Preis nominiert: Neben "Tal der Wikinger" von Marie und Wilfried Fort (Verlag: Haba) kamen noch "Fabulantica" von Marco Teubner (Verlag: Pegasus Spiele) und "Go Gecko Go!" von Jürgen Adams (Verlag: Zoch) in die Endrunde.

Gezi-Proteste: Türkischer Kunstmäzen vor Gericht

In Istanbul beginnt der Prozess gegen den türkischen Kulturmäzen Osman Kavala. Er soll die Gezi-Park-Proteste auf dem Taksim-Platz 2013 mit initiiert und finanziert haben. Kavala habe die Regierung stürzten wollen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor und fordert eine lebenslange Haftstrafe. In der Anklageschrift finden sich auch angehörte Gespräche mit deutschen Stiftungen. Mit Ihnen und dem deutschen Goethe-Institut in der Türkei hat Kavala bei seinen Kulturprojekten bis zu seiner Festnahme im Oktober 2017 immer wieder zusammen gearbeitet. Zum Prozessauftakt kam unter anderem die Grünen-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Bundestags Claudia Roth nach Istanbul.

Norderney sucht Inselblogger

Ein Jahr Auszeit auf einer ostfriesischen Insel - und das sogar bezahlt: Norderney sucht für die zweite Jahreshälfte einen Inselblogger. "Uns ist egal, ob 18 oder 80 Jahre; wichtig ist, dass die Person Spaß am Berichten, Fotografieren und vielleicht auch Videos Drehen hat", sagte Wolfgang Lübben, stellvertretender Marketingleiter der Tourismus-Organisation Staatsbad Norderney. Der Inselblogger solle mit offenen Augen über die Insel gehen, Angebote mitmachen und Veranstaltungen besuchen. Auch könne er oder sie bei örtlichen Unternehmen mithelfen, um darüber zu berichten. 2018 startete das Projekt. Das Staatsbad wollte laut Lübben einen Blick von außen auf die Insel einholen, um Anstöße für Gäste zu geben und das eigene Angebot anzupassen. Bis etwa Ende Juli ist der 19-jährige Dieke Günther noch Inselblogger.

Facebook-Manager für Regeln für Tech-Firmen

Der frühere Vorsitzende der Liberaldemokraten in Großbritannien und derzeitige Facebook-Spitzenmanager Nick Clegg ist für eine staatliche Regulierung des Internets. Es sei nicht die Sache "privater Unternehmen", zu entscheiden, wie ein Ausgleich zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und öffentlichem Schaden hergestellt werde, sagte Clegg der BBC. Unternehmen wie Facebook entzögen sich nicht einer Einmischung des Staats, sondern seien für einen "vernünftigen Weg" nach vorn, bei dem Probleme wie Mobbing im Internet oder Fake News angegangen würden. Abgeordnete haben Tech-Firmen aufgefordert, anstößiges Material schneller von ihren Seiten zu nehmen und mehr zu tun, um Gefahren im Internet zu stoppen.

Monica-Bleibtreu-Preise an Privattheater vergeben

Die Monica-Bleibtreu-Preise der bundesweiten Privattheatertage sind in Hamburg verliehen worden. In der Kategorie Komödie gewann "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke", eine Produktion vom Metropoltheater München in der Regie von Gil Mehmert. Als bestes zeitgenössisches Drama siegte mit der Produktion "Die Frau, die gegen Türen rannte", inszeniert von Hans Dreher, das Prinz Regent Theater in Bochum. Bester moderner Klassiker wurde „Der Untergang des Hauses Usher an der Bühne Cipolla in Bremen, die Regie führte Sebastian Kautz. Eine Fachjury hatte die Sieger unter den zwölf vielversprechendsten Produktionen deutscher Privattheater ausgewählt. Das Theater Lindenhof aus Melchingen auf der Schwäbischen Alb konnte die meisten Zuschauerstimmen für sich gewinnen.

Mehr Besucher für Naumburger Dom seit Welterbe-Titel

Der Naumburger Dom hat seit der Anerkennung als Welterbe der Menschheit im Jahr 2018 mehr Menschen aus der ganzen Welt angezogen. Die Besucherzahlen sind um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, teilten die Vereinigten Domstifter mit. Bereits vor dem Titel Unesco-Welterbe kamen den Angaben zufolge jährlich rund 100 000 Touristen, um sich die Kathedrale und die Kleinstadt Naumburg in der Weinanbauregion Saale-Unstrut anzusehen. 44 der weltweit mehr als 1000 Welterbestätten liegen in Deutschland. Seit 2018 gehören auch die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein dazu.

BET-Awards: Mary J. Blige für Lebenswerk geehrt

Bei den BET-Awards in Los Angeles wurde Mary J. Blige bei der Preisverleihung für afroamerikanische Künstler für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Ihren größten Hit in Deutschland hatte sie 2006 mit "One" zusammen mit der irischen Rockband U2. Mittlerweile ist die 48-Jährige auch am Broadway und auf der Leinwand zu sehen, aktuell in der Netflix-Serie "The Umbrella Academy". Mit den BET Awards werden alljährlich neben Musikern auch Schauspieler und Sportler auszeichnet, die einer ethnischen Minderheit angehören. In diesem Jahr gehörten unter anderem die Sänger Bruno Mars, Cardi B und Beyoncé, Tennis-Star Serena Williams, sowie die Schauspieler Regina King und Michael B. Jordan zu den Gewinnern. Der vor drei Monaten erschossene Rapper Nipsey Hussle wurde ebenfalls mit einer Trophäe und einer Ehrung bedacht.

Mülheimer Dramatikerpreis für Thomas Köck

Der mit 15.000 Euro dotierte Mülheimer Dramatikerpreis ist an Thomas Köck verliehen worden. Der österreichische Autor erhielt die Auszeichnung für sein Stück "atlas" in der Inszenierung des Schauspiels Leipzig unter der Regie von Philipp Preuss, wie die Mülheimer Theatertage mitteilten. Auch der Publikumspreis geht an Köck. Auf dem Festakt im Theater an der Ruhr wurde zudem der Berliner Autor Kristo Sagor für sein Stück "Ich lieb dich" mit dem Kinderstückepreis geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Stück war in der Inszenierung der Schauburg München bei den Theatertagen zu sehen.

US-Bestsellerautorin Judith Krantz gestorben

Die US-Bestsellerautorin Judith Krantz ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Dies teilte ihr Sohn Tony Krantz am Sonntag mit. Demnach starb seine Mutter bereits am Samstag in ihrem Haus in Bel-Air in Los Angeles eines natürlichen Todes. Krantz schrieb als Journalistin für Magazine wie "Cosmopolitan" und "Ladies Home Journal", ehe sie ihr Talent für Belletristik entdeckte und mit 50 Jahren als Romanautorin Furore machte. Ihr erster Roman mit dem Titel "Skrupel" von 1978 wurde auf Anhieb ein Bestseller - genau wie ihre neun folgenden Werke, darunter "Prinzessin Daisy" und "Mistrals Tochter". Etliche ihrer Bücher dienten als Vorlagen für erfolgreiche TV-Miniserien. Krantz sagte einmal, ihre Bücher seien für jene Leser gedacht, "die in eine angenehmere Welt entfliehen" wollten.

Bartoli sagt Opern an Scala ab

Die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli hat ihr Mitwirken an drei Händel-Opern an der Mailänder Scala abgesagt. Auf Facebook und Twitter teilte die Italienerin mit, sie würde aus Solidarität mit Alexander Pereira nicht an der Scala auftreten. Am vergangenen Montag hatte das Opernhaus angekündigt, den Vertrag des Scala-Intendanten Pereira nicht zu verlängern. Bartoli hätte unter anderem die Rolle der Cleopatra in der im Oktober geplanten neuen Produktion von Händels "Giulio Cesare in Egitto" in der Regie von Robert Carsen übernehmen sollen. Die Scala hatte bereits mit dem Vorverkauf der Karten für die Oper begonnen.

Kirchentag in Dortmund mit Gottesdiensten beendet

Mit Appellen zur Flüchtlingsrettung und zur Zivilcourage ist der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dortmund zu Ende gegangen. "Wir müssen handeln! Haltung zeigen!", appellierte Kirchentagspräsident Hans Leyendecker bei strahlendem Sonnenschein im Abschlussgottesdienst im BVB-Stadion. Kirchentagsteilnehmer forderten von der Evangelischen Kirche in Deutschland, ein eigenes Schiff zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer zu entsenden. Leyendecker rief vor 32.000 Gläubigen zum Einsatz für Menschenrechte auf. Pontius Pilatus habe sich vor der Kreuzigung Jesu die Hände in Unschuld gewaschen, sagte der Journalist. "Europäische Politikerinnen und Politiker waschen sie in dem Wasser, in dem Flüchtlinge ertrinken." Es gehe darum, sich "den Spaltern und Hetzern in unserer Gesellschaft entgegenzustellen". Man dürfe den öffentlichen Raum nicht Leuten überlassen, die das Gemeinwesen zerstören wollen. Bei einem weiteren Abschlussgottesdienst im Westfalenpark rief Pastorin Kristin Jahn die Gläubigen angesichts der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf, sich Rechtsextremismus entschieden entgegenzustellen. Die Teilnehmerzahlen der beiden Gottesdienste blieben mit insgesamt rund 37.000 Besuchern deutlich hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück, die mit bis zu 100.000 Menschen gerechnet hatten.

Ältestes Tafelbild ist wahrscheinlich ein Germanenschild

Das rund 1700 Jahre alte Prunkschild eines germanischen Fürsten ist wahrscheinlich das älteste Tafelbild Deutschlands. Das haben jetzt aufwendige Restaurierungsarbeiten im Landesmuseum Halle ergeben. "Mir ist kein derart bemaltes Schild in Deutschland bislang bekannt", sagte der Leiter der Restaurierungswerkstatt, Christian-Heinrich Wunderlich, der Deutschen Presse-Agentur. Das Schild mit einem Durchmesser von etwa 1,30 Meter stand in der Grabkammer eines germanischen Fürsten bei Gommern (Landkreis Jerichower Land). "Unter dem Digitalmikroskop zeigte sich, dass das Holzschild weiß grundiert wurde, wahrscheinlich mit leimgebundener Kreide", sagte Wunderlich. "Darüber kamen zwei blaue Farbschichten. Ebenso fanden sich Einschlüsse von roter Farbe. Leider sind auf den Holzfragmenten keine Motive mehr zu erkennen."

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