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Freitag, 18.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 18. Oktober 2019

Banksy betreibt eigenen Online-Shop

Eine Weste, ein Grabstein und eine Einkaufstasche: Unter anderem das preist der Graffiti-Künstler Banksy in seinem eigenen online-shop an. Kaufen kann allerdings nicht jeder: Um Interessierte von kommerziellen Händlern unterscheiden zu können, muss eine Frage beantwortet werden, die erklärt, warum ein Objekt den Besitzer wechseln soll. "Bitte kaufen Sie ein Stück, weil es Ihnen gefällt, nicht weil Sie denken, dass es eine gute Investition ist", heißt es zur Begründung. Die BBC zitiert den Kunst-Juristen Mark Stephens: "Banksy ist in einer schwierigen Situation, weil er kein eigenes Merchandising seiner Produkte betreibt. Aber die Gesetzeslage ist eindeutig: Wenn ein Händler seine Marke nicht nutzt, kann sie von jemand anderem übernommen werden."

Nobel-Akademie verteidigt Handke-Entscheidung

Nach der scharfen Kritik am Literaturnobelpreis für Peter Handke, hat sich nun die Schwedische Akademie geäußert: Sie habe "natürlich nicht die Absicht gehabt, einen Kriegstreiber und Leugner von Kriegsverbrechen oder Völkermord auszuzeichnen", schrieb der Ständige Sekretär der Akademie in einem Beitrag für die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter". Handke habe 1996 in seinem Text "Eine winterliche Reise" das "Massaker in Srebrenica nicht in Frage gestellt", so Mats Malm. Die Akademie habe auch keine Belege dafür gefunden, dass Handke mit der Teilnahme an der Beerdigung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic dem Blutvergießen Tribut gezollt, ein Monster verehrt oder Kriegsverbrechen geleugnet habe. Buchpreisträger Sasa Stanisic hatte den 76-Jährigen Handke am Montag heftig kritisiert: Er habe das Glück gehabt, in seiner bosnischen Geburtsstadt Visegrad dem zu entkommen, was Handke in seinen Texten nicht beschreibt."

Gedenkstätten Thema im Thüringer Landtag

Die Kündigung des Leiters der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Stefan Hördler, bedarf für CDU und SPD im Landtag weiterer Aufklärung. Die Regierung solle offenlegen, wer die fristlose Entlassung betrieben habe und ob Druck auf Stiftungsratsmitglieder ausgeübt wurde, eine Ablehnung der Kündigung nachträglich in eine Zustimmung umzuwandeln, fordert die CDU. Außerdem ging es im Landtag um die Vorwürfe des Nachrichtenmagazins "Spiegel" und des Deutschlandradios gegen Stiftungsdirektor Volkhard Knigge. Ihm wird ein autoritärer Führungsstil nachgesagt. Knigge bestreitet das. Alle Parteien warfen der CDU vor der Landtagswahl am Sonntag in einer Woche Populismus vor. Gemeinsam mit CDU, SPD und Grünen würdigten die Linken die herausragenden Verdienste von Knigge um die deutsche Erinnerungskultur.

Netflix meldet überraschend viele Neukunden

Im kommenden Monat gehen Walt Disney und Apple mit eigenen Streamingdiensten an den Start. Heute meldet Netflix im dritten Quartal des Jahres 6,8 Millionen neue Abonnenten. Zu verdanken sei dies vor allem der dritten Staffel der Mystery-Serie "Stranger Things" und "13 Reasons Why." Im zweiten Quartal 2019 hatte das US-amerikanische Unternehmen 2,7 Millionen Neukunden geworben. In geldwerten Vorteilen bedeutet die aktuelle Quartalsbilanz einen Gewinnzuwachs um 65 Prozent oder 665 Millionen Dollar.

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