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Dienstag, 25.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 25. Juni 2019

Tobias Wolff wird neuer Opernchef in Leipzig

Der Dramaturg und Kulturmanager Tobias Wolff soll ab der Spielzeit 2022/2023 Intendant der Oper Leipzig als Nachfolger von Ulf Schirmer werden. Damit werde ein Mann "mit künstlerischem und wirtschaftlichem Weitblick, internationalem Renommee und starken Ideen für die Öffnung des Programms zu einer sich entwickelnden Metropolregion" gewonnen, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Die Stelle ist auf zunächst fünf Jahre befristet, Amtsantritt ist der 1. August 2022.

Leipziger Medienpreis für Wolf und Ginzel

Der Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien 2019 geht an den österreichischen TV-Moderator Armin Wolf sowie die deutschen Journalisten Arndt Ginzel und Gerald Gerber. Wolfs demokratische Grundhaltung und sein aufklärerisches Nachfragen machten ihn zu einem wichtigen Protagonisten der Meinungs- und Pressefreiheit in den Medien seines Landes, begründete die Jury der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse ihre Entscheidung. Der Investigativjournalist Ginzel und der Kameramann Gerber hatten ihre von einem Demonstranten ausgelöste Kontrolle durch die Polizei am Rande einer Pegida-Demonstration in Dresden publik gemacht. Der mit 30.000 Eurp dotierte Medienpreis wird seit 2001 an Journalisten vergeben, die sich in herausragender Art und Weise um Medienfreiheit und eine unabhängige Berichterstattung bemühen. Die Preisverleihung findet am 8. Oktober in Leipzig statt.

Erste Abschlussfeier an der Uni von Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu hat es zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten wieder eine hochrangige Uni-Abschlussfeier gegeben. In Anwesenheit von Präsident Mohammed Abdullahi Farmajo nahmen 131 Studierende der Fakultäten Jura, Journalismus, Pädagogik, Agrar- und Umweltwissenschaften ihre Zeugnisse entgegen, wie der Sender Radio Shabelle berichtete. Die Hochschule war wegen des Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre geschlossen und erst 2014 wieder eröffnet tworden. 1954 gegründet, galt die Universität von Mogadischu als eine der besten Afrikas, bevor Somalia in Clankriegen und islamischem Terror versank.

Generation Rücksichtslos? Studie zu Großstadtkindern

Ein Fünftel der Kinder und ein Drittel der Jugendlichen in deutschen Großstädten ticken nach einer neuen Studie nur wenig sozial. Wissenschaftler der Universität Bielefeld haben dafür von Dezember 2018 bis Februar 2019 in Berlin, Köln und Leipzig rund 1000 Großstadtkids und ihre Eltern gefragt. Aus Antworten der 6- bis 16-Jährigen für die Bereiche Empathie, Solidarität, Gleichgültigkeit und Ablehnung errechneten sie eine Quote für Gemeinschaftssinn. Jungen schnitten dabei deutlich schlechter ab als Mädchen. Demnach waren jedem vierten Jungen zum Beispiel die Probleme anderer egal. Bei den Mädchen waren es 14 bis 16 Prozent. Sorgen machen Studienautor Holger Ziegler vor allem Tendenzen, andere Gruppen und Schwächere abzuwerten. Das machen laut Studie 36 Prozent der Jungen und 22 Prozent der Mädchen.

Experten: Älteste deutsche Handschrift entdeckt

Experten der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe haben nach eigenen Angaben die älteste überlieferte Handschrift auf Papier in ausschließlich deutscher Sprache entdeckt. Das "Buch der sieben Grade" eines anonymen "Mönches von Heilsbronn" könne nach neuen Untersuchungen auf die Jahre 1335 bis 1340 datiert werden und sei damit zehn Jahre älter als die bislang älteste bekannte deutschsprachige Papierhandschrift eines Münchner Codex, teilte die Bibliothek mit. Die Datierung sei aufgrund der Untersuchung des Papiers und der darin enthaltenen Wasserzeichen exakt möglich.

Stölzl wird Vertrauensperson für Jüdisches Museum

Bis zum Antritt einer neuen Spitze im Jüdischen Museum Berlin soll der Historiker und CDU-Politiker Christoph Stölzl als Vertrauensperson für den Stiftungsrat des Hauses agieren. Der 75-Jährige werde ehrenamtlich und ohne Arbeitsvertrag wirken, sagte die Vorsitzende des Stiftungsrats, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, in Berlin. Stölzl sei ein großer Museumsmann, der langjährige Erfahrung aus einschlägigen Häusern, im Umgang mit Mitarbeitern, aber gerade auch mit der Politik mitbringt, und der vor allen Dingen immer auch im deutsch-jüdischen Umfeld inhaltlich gearbeitet habe, begründete Grütters ihre Wahl. Der bisherige Leiter Peter Schäfer war nach heftigen Kontroversen zurückgetreten. Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS. Der ehemalige Museumsdirektor erfuhr zuletzt viel Solidarität von Kollegen und Fachleuten aus aller Welt.

Schöpfer der Raupe Nimmersatt wird 90

Das Kinderbuch "Die kleine Raupe Nimmersatt", ist weltweit ein Klassiker der Kinderliteratur. Ihr Schöpfer, Eric Carle feiert heute seinen 90. Geburtstag. Carle wurde in den USA geboren, kehrte aber als Sechsjähriger mit seinen Eltern 1935 in ihre Heimat Deutschland zurück. Sein farbenfrohes Schaffen sieht er bis heute als Gegenentwurf zu der tristen Welt, die er in der Nazizeit in Deutschland erlebte. Seit Anfang der 50er Jahre lebt Carle wieder in den USA. Mehr als 70 Bücher hat er illustriert, die meisten davon auch geschrieben. Sie wurden in 66 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 146 Millionen Mal verkauft. Weitere bekannte Figuren von Eric Carle sind der kleine Käfer Immerfrech, die Riesenschlange Sansibar und die zehn kleinen Gummienten.

Ärztliche Empfehlung: Mariss Jansons sagt Konzerte ab

Stardirigent Mariss Jansons hat auf ärztliche Empfehlung hin seine geplanten Konzerte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bis Ende August abgesagt. Betroffen sind Auftritte bei den Salzburger Festspielen und den BBC Proms in London ebenso wie Konzerte in München, Ingolstadt, in der lettischen Hauptstadt Riga sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern in Redefin. Der lettische Dirigent werde "aufgrund einer ärztlich empfohlenen Regenerierungspause" aussetzen, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) mit. Ausfallen müssen die geplanten Termine aber laut BR nicht: Bei den kommenden Auftritten springen die Dirigenten Daniel Harding und Susanna Mälkki ein. Die Konzerte in London und Salzburg wird der Kanadier Yannick Nézet-Séguin dirigieren.

20. Jahrestag: Thierse würdigt Holocaust-Mahnmal

Am 20. Jahrestag des Beschlusses des Bundestages, in Berlin ein Denkmal für die ermordeten Juden Eurpas zu errichten, lobte der SPD-Politiker und damalige Bundestagspräsident, Wolfgang Thierse, im Rundfunk Berlin Brandenburg das Ergebnis: "Es ist ein gutes, ein richtiges Denkmal." Das Mahnmal funktioniere, sagte Thierse. Das Stelenfeld rage in die Stadtlandschaft hinein, wer es betrete, habe das Gefühl von Bedrängnis und Enge. Im Informationszentrum begreife man dann, woher dieses Gefühl komme und dass da an „die schlimmste Tat unserer Geschichte“ erinnert werden solle. Der Historiker Micha Brumlik sagte dem Südwest Rundfunk, mit dem Mahnmal sei deutlich geworden, dass „das Deutschland von heute bereit ist, historische Verantwortung zu übernehmen für das, was Nationalsozialisten und ihre Mitläufer getan haben“. Das Mahnmal, das von Peter Eisenman entworfen wurde, besteht aus 2711 Beton-Stelen. Es wurde im Mai 2005 eingeweiht.

Die "Brigitte" bekommt nachhaltigen Ableger

Die Frauenzeitschrift "Brigitte" bekommt im Herbst einen neuen Ableger zum Thema Nachhaltigkeit. Das Magazin richtet sich an Frauen ab 25 Jahren, die sich für gesellschaftliche, zeitgeistige und vor allem umweltpolitische Themen interessieren, wie Gruner + Jahr in Hamburg mitteilte. Das Themenspektrum reiche von Fair Fashion und Naturkosmetik über plastikfreies Einkaufen bis zu nachhaltigem Kochen. Das Heft solle Interesse am Thema Nachhaltigkeit wecken und zeigen, wie sich ein nachhaltiger Lebensstil in den Alltag integrieren lässt. Der Titel des neuen Magazins, das die "Brigitte"-Redaktion produziert, steht einer Sprecherin zufolge noch nicht fest. Es soll zweimal im Jahr in einer Druckauflage von 120 000 Exemplaren erscheinen und 5,90 Euro kosten.

Hollywood-Serientäter klaute Monroe-Statue

Ein Mann, der bereits den Stern von US-Präsident Donald Trump auf dem Hollywood Walk of Fame beschädigt hatte, soll auch eine Statue von Filmlegende Marilyn Monroe gestohlen haben. Das berichten US-Medien. Der 24jährige Austin Clay soll auf Überwachungsvideos identifiziert und festgenomme worden sein. Bei einer Wohnungsdurchsuchung habe die Polizei Hinweise auf die Tat gefunden. Die Statue der Hollywooddiva bleibt aber verschwunden

Prinz von Preußen verliert Prozess um Burg Rheinfels

Der Chef des Hauses Hohenzollern hat den Koblenzer Prozess um die Burg Rheinfels verloren. Georg Friedrich Prinz von Preußen hatte den einstigen Familienbesitz hoch über St. Goar am Rhein zurückgefordert. Bereits in der mündlichen Verhandlung im Mai bezweifelte das Landgericht seinen Besitzanspruch. Die Burg Rheinfels war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des Hauses Hohenzollern. 1924 wurde die Stadt St. Goar Eigentümerin, mit der Auflage, das Gemäuer nicht zu verkaufen. 1998 schloss sie mit dem Hotel neben der Burgruine einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre - mit der Option auf eine ebenso lange Verlängerung. Der Hohenzollern-Chef argumentierte, dieser Vertrag komme einem Verkauf gleich.

US-Trompeter Dave Bartholomew gestorben

Der US-Trompeter Dave Bartholomew, der gemeinsam mit seinem Musikkollegen Fats Domino Hits wie "Ain't That A Shame" und "I'm Walkin'" schrieb, ist tot. Bartholomew sei bereits am Sonntag im Alter von 100 Jahren in New Orleans gestorben, teilte die für die Vergabe der Grammys zuständige Recording Academy mit. "Bartholomew war ein Pionier des Rock and Roll und seine innovative Herangehensweise an seine Kunst hat dazu beigetragen, den Sound von New Orleans zu definieren und die Stadt als eine der großen Musik-Metropolen der USA zu definieren", hieß es.

Regisseurin Martel wird Jurypräsidentin in Venedig

Die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel leitet in diesem Jahr die Jury des Filmfests von Venedig. Sie sei "Lateinamerikas wichtigste Regisseurin und eine der besten weltweit", erklärte Filmfest-Direktor Alberto Barbera. Martel hatte zuletzt "Zama" gemacht, einen Film über Rassismus und Kolonialismus in Lateinamerika. Das Filmfest von Venedig ist eines der wichtigsten der Welt und läuft in diesem Jahr vom 28. August bis zum 7. September.

Internationale Solidarität für Peter Schäfer

Mit "tiefer Besorgnis" haben sich erneut internationale Museumsdirektoren, Kuratoren und Fachleute jüdischer und nichtjüdischer Museen mit dem zurückgetretenen Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, solidarisiert. "Schäfers Rücktritt ist der Höhepunkt einer in den deutschen Medien seit längerem geführten Kampagne, die die Arbeit des Museums mit seinen erstklassigen öffentlichen Programmen und Ausstellungen diskreditiert hat", heißt es in dem Statement von etwa 60 Experten aus Israel, Europa, den USA und Kanada. Der emeritierte Judaistik-Professor Schäfer war nach einem Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS zurückgetreten. Darin hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte. Zuvor hatten bereits rund 45 jüdische Gelehrte aus Israel, Europa und den USA ihre Unterstützung für Schäfer bekundet.

Gezi-Proteste: Türkischer Kunstmäzen vor Gericht

In Istanbul beginnt der Prozess gegen den türkischen Kulturmäzen Osman Kavala. Er soll die Gezi-Park-Proteste auf dem Taksim-Platz 2013 mit initiiert und finanziert haben. Kavala habe die Regierung stürzten wollen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor und fordert eine lebenslange Haftstrafe. In der Anklageschrift finden sich auch angehörte Gespräche mit deutschen Stiftungen. Mit Ihnen und dem deutschen Goethe-Institut in der Türkei hat Kavala bei seinen Kulturprojekten bis zu seiner Festnahme im Oktober 2017 immer wieder zusammen gearbeitet. Zum Prozessauftakt kam unter anderem die Grünen-Abgeordnete und Vizepräsidentin des Bundestags Claudia Roth nach Istanbul.

Facebook-Manager für Regeln für Tech-Firmen

Der frühere Vorsitzende der Liberaldemokraten in Großbritannien und derzeitige Facebook-Spitzenmanager Nick Clegg ist für eine staatliche Regulierung des Internets. Es sei nicht die Sache "privater Unternehmen", zu entscheiden, wie ein Ausgleich zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und öffentlichem Schaden hergestellt werde, sagte Clegg der BBC. Unternehmen wie Facebook entzögen sich nicht einer Einmischung des Staats, sondern seien für einen "vernünftigen Weg" nach vorn, bei dem Probleme wie Mobbing im Internet oder Fake News angegangen würden. Abgeordnete haben Tech-Firmen aufgefordert, anstößiges Material schneller von ihren Seiten zu nehmen und mehr zu tun, um Gefahren im Internet zu stoppen.

Ärztliche Empfehlung: Mariss Jansons sagt Konzerte ab

Stardirigent Mariss Jansons hat auf ärztliche Empfehlung hin seine geplanten Konzerte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bis Ende August abgesagt. Betroffen sind Auftritte bei den Salzburger Festspielen und den BBC Proms in London ebenso wie Konzerte in München, Ingolstadt, in der lettischen Hauptstadt Riga sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern in Redefin. Der lettische Dirigent werde "aufgrund einer ärztlich empfohlenen Regenerierungspause" aussetzen, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) mit. Ausfallen müssen die geplanten Termine aber laut BR nicht: Bei den kommenden Auftritten springen die Dirigenten Daniel Harding und Susanna Mälkki ein. Die Konzerte in London und Salzburg wird der Kanadier Yannick Nézet-Séguin dirigieren.

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