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Donnerstag, 20.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Juni 2019

Käthe-Kollwitz-Preis 2020 für Timm Ulrichs

Der Berliner Künstler Timm Ulrichs erhält den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis. Im Jahre seines 80. Geburtstags wird der in Berlin geborene Künstler für sein Lebenswerk gewürdigt, teilte die Akademie der Künste mit. Die Jury hebt hervor, dass Ulrichs nicht nur Künstler und ehemaliger Hochschullehrer sei, sondern auch kritischer Beobachter der Kunstszene, der eine unangepasste Existenz jenseits von Mainstream und Kunstmarkt geführt habe. Timm Ulrichs studierte nach dem Abitur Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover. Danach unterrichtete er als (Gast-) Professor u.a. an der Kunstakademie in Münster und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 1959 gründete Ulrichs die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus" in Hannover, die zur "Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst" dienen sollte und erklärte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk". Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1960 jährlich an eine bildende Künstlerin, einen bildenden Künstler vergeben.

Deutschland gibt antiken Marmorkopf an Italien zurück

Die Universität Münster hat einen antiken Marmorkopf an Italien zurückgegeben, der in der NS-Zeit illegal ausgeführt worden war. Das Stück gehörte ursprünglich mit einem nackten Oberkörper zu einer Statue aus dem 2. Jahrhundert, die 1937 in Fondi südöstlich von Rom gefunden worden war. Der Kopf gelangte unter ungeklärten Bedingungen nach Deutschland. Die Rückgabe fand im Rahmen einer Zeremonie in der deutschen Botschaft in Rom statt. Botschafter Viktor Elbling nannte die Rückgabe einen weiteren Beleg für den Willen zur Kooperation zwischen Deutschland und Italien und für die Fähigkeit, auch dornige Fragen gemeinsam zu lösen. Italiens Kulturminister Alberto Bonisoli bezeichnete die beiden Länder als Bündnispartner im Kampf gegen das unterschätzte Phänomen des illegalen Kunsthandels. Er kündigte eine entsprechende Geste an, mit der Italien ein Kunstobjekt an Deutschland zurückgeben wolle.

Nobelmuseum erhält Manuskript von Albert Einstein

Das Nobelpreismuseum in Stockholm erhält ein von Albert Einstein verfasstes Manuskript. Das handschriftliche Dokument des Physikers sei im Dezember 1922 veröffentlicht worden und damit die erste Arbeit, die von Einstein nach dem Erhalt des Physiknobelpreises erschienen sei, teilte das Museum mit. Es umfasst demnach eine Variante von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Öffentlich ausgestellt werden soll das Manuskript nach dem Sommer. Einstein hatte den Nobelpreis für das Jahr 1921 erst ein Jahr später bekommen. Das zuständige Komitee ehrte ihn "für seine Verdienste um die theoretische Physik, und insbesondere für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts". Das Manuskript hatte sich zunächst im Besitz des deutschen Physiknobelpreisträgers Max von Laue befunden und dann mehrmals den Besitzer gewechselt.

Scheidende Burgtheater-Intendantin Bergmann nun Ehrenmitglied

Sie kam in höchster Not und wird nun mit großer Dankbarkeit verabschiedet: Die Intendantin des Wiener Burgtheaters, Karin Bergmann, ist mit der Ehrenmitgliedschaft der renommierten Bühne ausgezeichnet worden. Ihr Nachfolger, Martin Kusej, rühmte als Laudator die "Umsicht, Kompetenz und Beharrlichkeit", mit der die 65-Jährige das Haus geführt habe. Bergmann leitete seit 2014 als erste Frau das größte Sprechtheater im deutschsprachigen Raum. Ihre Berufung war eine Reaktion auf die Finanzmisere des Theaters und die fristlose Entlassung des damaligen Intendanten Matthias Hartmann. Unter seiner Ägide hatte die Bühne in der Spielzeit 2012/2013 einen Bilanzverlust von fast 20 Millionen Euro verbucht.

Kölner Künstler Victor Bonato gestorben

Der Künstler Victor Bonato ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte sein Galerist Sebastian Fath unter Berufung auf die Familie Bonatos mit. Bonato lebte zuletzt in Niederkassel südlich von Köln. Mit verformten Spiegel-Skulpturen war er, inspiriert von der Zero-Bewegung, bekannt geworden. Er ist Mitbegründer der Kölner Künstlergruppe "K-66". Geboren wurde Bonato 1934 in Köln. In den 1960er Jahren hatte er begonnen, Spiegel zu deformieren. Je nach Blickwinkel des Betrachters verzerren seine Werke die Umgebung. Viele von ihnen sind bundesweit im öffentlichen Raum zu finden. 1991 sorgte Bonato mit seinem "Trabi in Blei" für Aufsehen. Der mit Blei umformte DDR-Volkswagen war eine Art Nachruf auf die DDR und ihre Hinterlassenschaften.

Verlegerin Schmidt-Friderichs neue Sprecherin der Buchbranche

Nach dem Ende der diesjährigen Frankfurter Buchmesse am 20. Oktober wird die 58-Jährige Mainzer Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs den Tübinger Buchhändler Heinrich Riethmüller als Vorsteherin des Börsenvereins ablösen. Zum zweiten Mal in der knapp 200-jährigen Geschichte wird mit ihr künftig eine Frau die Geschicke des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels leiten. Er repräsentiert die deutsche Buchbranche und vertritt rund 4.500 Buchhandlungen, Verlage, Zwischenbuchhändler und andere Medienunternehmen. Mit Stefan Könemann, Geschäftsführer des Barsortiments Könemann, hatte sich Karin Schmidt-Friderichs vom Hermann Schmidt Verlag zuvor einen regelrechten Wahlkampf geliefert.

Grimme Online Award für "Wem gehört Hamburg?"

Die Internetplattform "Wem gehört Hamburg?" ist mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Sie informiert über Besitzverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt der Hansestadt. Mehr als 1000 Mieter haben auf der Plattform Belege über den Eigentümer ihrer Wohnung hochgeladen, insgesamt sind die Eigentumsdaten zu 15 000 Wohnungen abrufbar. Das Recherchezentrum "Correctiv" hatte das Angebot zusammen mit dem "Hamburger Abendblatt" entwickelt - mit dem Ziel, mehr Transparenz auf dem Mietmarkt zu schaffen. Nur wenn man wisse, wie der Wohnungsmarkt wirklich aussehe und wer dort investiere, könne man auch etwas gegen den Mietwahnsinn unternehmen, begründeten die Plattformmacher ihr Projekt. Die Jury bezeichnete das Angebot als „herausragend. Der Grimme Online Award gilt als wichtigster deutscher Preis für Online-Publizistik.

"Karl for Ever" - Große Gala für Lagerfeld in Paris

Mit einer großen Gala wollen die Modehäuser Chanel und Fendi heute Abend ihren verstorbenen Kreativdirektor Karl Lagerfeld ehren. Unter dem Motto "Karl for Ever" soll an das "Vermächtnis des Künstlers und seine beispiellose Kreativität erinnert werden", erklärten die beiden Unternehmen. Die Veranstaltung mit mehr als 2.000 internationalen Gästen findet im Pariser Grand Palais statt, wo Lagerfeld zahlreiche seiner Modeschauen ausrichtete. Der Modemacher war Mitte Februar im Alter von 85 Jahren gestorben. Der gebürtige Hamburger hatte sich gegen eine öffentliche Trauerfeier ausgesprochen.

Nachlass von Rio Reiser geht nach Marbach

Der Nachlass des Musikers, Komponisten und Autors Rio Reiser kommt ins Deutsche Literaturarchiv nach Marbach. Gestiftet haben Reisers Brüder Peter und Gert Möbius Manuskripte, Briefe, Theaterstücke und Drehbücher sowie das digitale Archiv, wie das Literaturarchiv mitteilte. Als zentrale Figur der Band "Ton Steine Scherben" prägte Reiser die musikalische Szene der 1970er- und 1980er-Jahre mit. "Die Punk- und Rockmusik dieser und der nachfolgenden Generation bis zur Hamburger Schule wurde nachhaltig von Reiser beeinflusst", so das Literaturarchiv. Als einer der ersten Rockmusiker sang Reiser fast nur deutsche Texte.

Widerstand gegen Facebooks Kryptowährung

Facebook stößt mit seinen Plänen für eine selbst entwickelte Kryptowährung "Libra" weltweit auf Widerstand. Politiker und Verbraucherschützer sorgen sich vor allem um den Datenschutz. Die demokratische Vorsitzende des US-Finanzausschusses, Maxine Waters, warnte, mit der Kryptowährung setze Facebook seinen unkontrollierten Expansion fort und erweitere seine Reichweite auf das Leben seiner Nutzer. Sie forderte das weltweit größte soziale Netzwerk auf, seine Pläne auf Eis zu legen und die Untersuchungen der Behörden abzuwarten. In Europa forderten der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der CSU-Abgeordnete Markus Ferber mehr Kontrolle des Technologiegiganten.

New York Ausstellung entfernt Foto wegen Redfacing

Die New York Foundation for the Arts hat eine Fotografie des taiwanesischen Künstlers Ching-Yao Chen aus einer Ausstellung entfernt. Die Aufnahme mit dem Titel "I love New York" von 2009 zeigt den Künstler als "Indianer" verkleidet und mit rot-brauner Farbe angemalt. Neben dem Künstler sind drei Frauen in indigener Kleidung bei einem Picknick im Central Park dargestellt. Nach Angaben von "The Art Newspaper" beschwerte sich der Künstler Jason Lujan bei den Veranstaltern: "Redface", also das Bemalen des Körpers mit Farbe, Federschmuck und Kriegsbemalung "verfestige Sterotypen". In den USA wird immer wieder um kulturelle Aneignung in der Kunst gestritten

Suizid-Revolver Van Goghs versteigert

Der Revolver, mit dem sich der Maler Vincent van Gogh das Leben genommen haben soll, ist in Paris für 162.500 Euro versteigert worden. Der Schätzwert von 40.000 bis 60.000 Euro wurde im Auktionshaus Drouot damit deutlich übertroffen. Neuer Eigentümer ist ein unbekannter Privatsammler. Der Revolver war 1965 von einem Landwirt in einem Feld in Auvers-sur-Oise nördlich von Paris entdeckt worden. Dort war van Gogh am 27. Juli 1890 schwer verletzt gefunden worden. 2012 wurde der stark beschädigte Revolver erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt udn vier Jahre später im Van-Gogh-Museum in Amsterdam ausgestellt. Ob sich der Maler tatsächlich mit dieser Waffe das Leben nahm, ist allerdings nicht sicher.

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