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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. November 2019

"Preis für Verständigung und Toleranz" verliehen

Außenminister Heiko Maas (SPD) und der Künstler Anselm Kiefer haben den "Preis für Verständigung und Toleranz" des Jüdischen Museums Berlin erhalten. Maas habe sich als Politiker fortwährend für ein vereintes Europa ausgesprochen, hieß es zur Begründung. Gelobt werden seine "klaren Worte im Kampf gegen den erstarkenden Rechtspopulismus" sowie sein Engagement gegen Judenhass und für jüdisches Leben in Deutschland. Der Künstler Anselm Kiefer wird für seine "monumentalen Arbeiten" geehrt, mit denen er bereits 1969 das Schweigen der Deutschen über den Nationalsozialismus und die Schuld am Holocaust gebrochen habe. Mit seinen Werken habe er nicht nur die Kunstwelt begeistert, "sondern auch die jüdische Kultur als festen Bestandteil der deutschen Gesellschaft ins kollektive Gedächtnis zurückgeholt", so die Jury.

66. Bremer Literaturpreis geht an Barbara Honigmann

Die deutsche Schriftstellerin Barbara Honigmann erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2020. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury ihren Roman "Georg". Das in dem Werk in poetischer Prosa gezeichnete Porträt eines Bonvivant, Kommunisten und deutschen Juden vergegenwärtige die Geschichte des 20. Jahrhunderts, indem es in die Abgründe dieser Figur blicke, teilte die Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung am Samstag mit. Der mit 6000 Euro dotierte Förderpreis geht an den österreichischen Autor Tonio Schachinger für sein Romandebüt "Nicht wie ihr". Er erzählt die Geschichte eines Profikickers aus Wien, der mit Witz und kontrollierter Wut auf Zumutungen und ethnische Vorurteile reagiert. Die Preisverleihung ist am 20. Januar 2020 im Bremer Rathaus.

Proteste bei Nikolaus-Ankunft in Niederlanden

Begleitet von Protesten und unter massivem Polizeischutz ist am Samstag der Sinterklaas (Nikolaus) mit seinen umstrittenen schwarzen Helfern in den Niederlanden eingezogen. Am Rande der zentralen Ankunftsfeier in Apeldoorn wurden mehrere Mitglieder des niederländischen Ablegers der islam- und ausländerfeindlichen Protestbewegung Pegida vorübergehend festgenommen, unter ihnen deren Anführer Edwin Wagensveld. Sie hatten sich geweigert, ihre Protestaktion auf einen dafür zugewiesenen Bereich zu beschränken. Der Pegida-Chef hatte sich als "Zwarte Piet" verkleidet, um für die Beibehaltung dieser Tradition zu demonstrieren. Um die schwarzgeschminkten Gehilfen wird seit Jahren gestritten. Kritiker sehen darin ein Symbol der Sklavenzeit sowie der Diskriminierung von Menschen mit dunkler Hautfarbe. In diesem Jahr wurde Sinterklaas deshalb in Apeldoorn erstmals von Pieten begleitet, die lediglich Rußflecken im Gesicht hatten. Die Erklärung: Die Pieten rutschen beim Geschenkeverteilen traditionell durch die Schornsteine der Häuser.

Kunst-Detektiv spürt Ring von Oscar Wilde auf

Fast 20 Jahre nach seinem Diebstahl ist ein goldener Ring des irischen Schriftstellers Oscar Wilde von einem niederländischen Kunst-Detektiv aufgespürt worden. Das Schmuckstück war 2002 bei einem Einbruch in die britische Oxford Universität gestohlen worden. Wilde schenkte den Ring 1876 zusammen mit einem Kommilitonen dem gemeinsamen Freund William Ward. Er trägt unter anderem die griechische Inschrift "Geschenk der Liebe an jemanden, der Liebe wünscht". Der Wert des Schmuckstücks wurde damals mit 35.000 britischen Pfund (40.650 Euro) angegeben. Das College schrieb eine Belohnung in Höhe von 3500 Pfund aus. Es gab Befürchtungen, der wie ein kleiner Gürtel geformte Ring aus 18-karätigem Gold könnte eingeschmolzen worden sein.

ARD und ZDF vernetzen ihre Mediatheken

Wer ab diesem Montag die Mediatheken von ARD und ZDF im Browser benutzt, wird auf das jeweils andere Angebot verlinkt. "Ab Montag, 18. November 2019, 12.00 Uhr, verlinken beide Sender wechselseitig die Livestreams der Hauptprogramme ihrer Mediatheken. Außerdem vernetzen sie zentrale Inhalte", teilten die beiden Öffentlich-Rechtlichen am Samstag mit. Wer künftig "Tagesschau" beim ZDF suche, werde zur ARD geleitet, umgekehrt funktioniere das gleiche etwa für die ZDF-"heute-show" bei der ARD. Insgesamt tauschten die Sender demnach mehr als 200 Formate und Suchbegriffe aus. Die vernetzte Suche sei zunächst aber nur im browsergestützten Angebot verfügbar, nicht in den Apps.

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