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Donnerstag, 06.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. August 2020

Gesundheitsministerium prüft Verzicht auf TikTok

Das Bundesgesundheitsministerium erwägt einen Verzicht auf die Nutzung der umstrittenen chinesischen Video-App TikTok. "Wir prüfen derzeit umfassend, ob wir TikTok weiter nutzen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums dem Magazin "Wirtschaftswoche". Das Gesundheitsministerium ist das einzige Ressort der Regierung, das die besonders bei jungen Menschen populäre App für eigene Beiträge nutzt. Es hat dort fast 60.000 Follower. Besonders in den USA steht TikTok in der Kritik, da Politiker in der App eine Gefahr für die nationale Sicherheit und ein chinesisches Spionageinstrument vermuten. Präsident Donald Trump will sie verbieten.

Kölner Sängerin bleibt in der Türkei inhaftiert

Die in der Türkei vor zwei Jahren wegen Terrorvorwürfen verurteilte Sängerin mit dem Künstlernamen Hozan Cane muss weiter im Gefängnis bleiben. Bei einer Neuverhandlung des Falls im westtürkischen Edirne ordneten die Richter eine Fortsetzung der Untersuchungshaft an. Sie kamen damit der Forderung der Staatsanwaltschaft nach. Nächster Gerichtstermin ist der 3. September. Im November 2018 war Cane wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zunächst zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil jedoch nicht bestätigt und eine Neuverhandlung angeordnet, weil es keine klaren Beweise für den Vorwurf gab. Die Anklage hatte sich unter anderem auf Inhalte von Facebook- und Twitter-Profilen gestützt. Der Fall wurde nun neu aufgerollt. Cane hat kurdische Wurzeln und besitzt nur die deutsche Staatsbürgerschaft.

NDR Chor protestiert gegen Privatisierung

Der Chor des NDR wehrt sich gegen eine schrittweise Umwandlung in eine GmbH. Dort würden laut der Deutschen Orchestervereinigung DVO frei werdende Chorstellen nicht mehr besetzt. Außerdem wären die Sängerinnen und Sänger nur noch auf Honorar-Basis beschäftigt und könnten jederzeit entlassen werden. Das sei laut DVO keine Berufsperspektive für den professionellen Chornachwuchs. Die mehrwöchige Protestaktion startete heute mit einem gemeinsamen Singen vor der Hamburger Elbphilharmonie. Nächstes Jahr feiert der NDR Chor sein 75-jähriges Bestehen.

Dirigentin Kohler Leiterin des neuen Bundesjugendchors

Die Dirigentin und Chorpädagogin Anne Kohler übernimmt die künstlerische Leitung des neuen Bundesjugendchores unter dem Dach des Deutschen Musikrats. Das teilte der Musikrat in Berlin mit. Kohler ist Professorin für Chorleitung an der Hochschule für Musik Detmold. Der Bundesjugendchor ist nach dem Bundesjugendorchester und dem Bundesjazzorchester das dritte Ensemble des Musikrats zur Förderung des Spitzennachwuchses. Der Bundesjugendchor steht rund 50 Sängerinnen und Sängern im Alter von 18 bis 26 Jahren offen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben oder als Deutsche im Ausland leben. Das Ensemble wird mehrmals im Jahr zu Arbeitsphasen mit Proben und Konzerten zusammenkommen.

Parteinachwuchs fordert mehr Party-Möglichkeiten

Nachwuchspolitiker fordern für Jugendliche auch in Corona-Zeiten Möglichkeiten zum Feiern. Vor allem die Gemeinden müssten Party-Gelegenheiten schaffen, heißt es nach einer Umfrage unter Nachwuchspolitikern der Bundestagsparteien. Eine Sprecherin der Jungsozialisten sagte, es gebe zwar kein festgeschriebenes "Recht auf Party". Jugendliche verdienten es jedoch, dabei unterstützt zu werden, sich eigene sichere Räume zu erschließen. Alle Parteien-Vertreter äußerten grundsätzlich Verständnis für Einschränkungen in der Pandemie und riefen zu Rücksicht auf.

Hunderte archäologische Funde bei Donauausbau entdeckt

An der niederbayerischen Donau haben Historiker Hunderte archäologische Funde aus fast 5000 Jahren Menschheitsgeschichte entdeckt. "Ihr Erhaltungszustand ist oft außergewöhnlich gut", teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit. Derzeit werden die Funde, die unter anderem aus Keramik, Knochen und Metall bestehen, dokumentiert und gereinigt, um im Anschluss sortiert und geordnet zu werden. "In der vorhandenen Dichte geben sie Einblick in das Leben und die Siedlungsstrukturen einer in unterschiedlichen Epochen stark besiedelten Landschaft", erläuterte Behördenleiter Mathias Pfeil. Die Grabungen im Polder Sulzbach bei Mariaposching in Niederbayern fanden im Zuge des Donauausbaus zum Hochwasserschutz statt.

Musikproduzent wegen sexueller Übergriffe festgenommen

Wegen sexueller Übergriffe in 15 Fällen ist der US-amerikanische Musikproduzent Noel Fisher in Los Angeles verhaftet worden. Die Vorfälle sollen sich zwischen 2010 und 2018 ereignet haben, teilte die Polizei mit. Möglicherweise gebe es noch weitere Opfer, deshalb wende man sich an die Öffentlichkeit. Noel Fisher hatte 2014 einen Grammy für seine Mitarbeit an "Drunk in Love" von Beyonce und Jay-Z gewonnen.

Literaturfestival lädt Kabarettistin Lisa Eckhart aus

Das Hamburger Harbourfront Literaturfestival hat die umstrittene österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart ausgeladen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitiert aus internen Mails der Veranstalter. Dort heißt es, man sehe sich außerstande, im Falle einer Lesung die "Sicherheit der Besucher und der Künstlerin" zu gewährleisten. Kritiker werfen Eckhart vor, in ihren Auftritten rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen. Die Literaturkritikerin Wiebke Porombka hält die Absage für falsch. Im Deutschlandfunk Kultur sagte sie, wenn man jemanden auslade, könne man nicht diskutieren. So werde die Polarisierung der Gesellschaft vorangetrieben.

Metropolitan Museum of Art streicht weitere 350 Stellen

Das Metropolitan Museum of Art in New York streicht wegen der Coronavirus-Pandemie weitere rund 350 Stellen. Nach eigenen Angaben sollen die Einsparungen durch die Beseitigung von Positionen, freiwilligen Ruhestand und Urlaub erreicht. Bereits im April waren mehr als 80 Beschäftigte entlassen worden. Das Museum zu dem man, wann immer, zurückkehren werde, werde sich sehr davon unterscheiden, was man vor sechs Monaten zurückgelassen habe, sagte der Präsident und Geschäftsführer des Metropolitan Museums of Art. Das Haus verzeichnet bei einem Jahresbudget von 320 Millionen Dollar einen Verlust von 150 Millionen Dollar.

Facebook entfernt Trump-Video

Facebook hat einen Videoclip von US-Präsident Donald Trump wegen eines Verstoßes gegen die Regeln zur Fehlinformationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gelöscht. Der Beitrag enthielt ein Interview in dem Trump behauptete, Kinder seien "fast immun" gegen Covid-19. "Dieses Video enthält die falsche Behauptung, dass eine Gruppe von Menschen gegen das Virus immun sei, was einen Verstoß gegen unsere Richtlinien in Bezug auf gefährliche Fehlinformationen darstellt", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Es sei das erste Mal, dass Facebook einen Beitrag des US-Präsidenten wegen Coronavirus-Fehlinformationen entfernt habe. Wenig später wurde der Clip auch vom Kurznachrichtendienst Twitter blockiert.

"Savage Love" zum Sommerhit gekürt

Der Song "Savage Love (Laxed - Siren Beat)" von dem neuseeländischen Musikproduzenten Jawsh 685 und dem US-Sänger Jason Derulo ist zum Sommerhit des Jahres 2020 gekürt worden. Das teilte das Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment in Baden-Baden mit. In dem Lied mit Reggae-Dancehall-Sound und Falsettstimme geht es um eine "Wilde Liebe", mit der sich die Besungene jedoch nur an ihrem Ex rächen will. Der Sommerhit des Jahres wird seit 2000 gekürt und muss laut GfK Entertainment einige Kriterien erfüllen: Er hat eine eingängige Melodie, verbreitet Urlaubsstimmung und feiert große Erfolge in den Charts. Im vergangenen Jahr war "Señorita" von Shawn Mendes und Camila Cabello gekürt worden.

US-Regierung gegen chinesische Apps

Die USA wollen "nicht vertrauenswürdige" chinesische Apps aus dem Online-Store von Apple entfernen. Das sagte US-Außenminister Mike Pompeo in Washington und erklärte, der Videodienst TikTok und der Kurznachrichtendienst WeChat seien "ernsthafte Gefahren". Er werde mit dem Wirtschaftsministerium und anderen Behörden zusammenarbeiten um die Möglichkeiten chinesischer Cloud-Anbieter zu begrenzen, Daten und sensible Informationen aus den USA zu sammeln, zu speichern und zu bearbeiten, so Pompeo.

You-Tube-Kanäle mit China-Verbindung entfernt

Google hat nach eigenen Angaben mehr als 2500 YouTube-Kanäle gelöscht, die in Verbindung mit China stehen. Diese seien zwischen April und Juni "im Rahmen einer laufender Untersuchung über koordinierte Maßnahmen zur Einflussnahme im Zusammenhang mit China" entfernt worden, um Falschinformation auf der Video-Sharing-Plattform zu verhindern, erklärte das Unternehmen. Es habe sich vorwiegend um "Spam mit unpolitischen Inhalten" gehandelt, aber ein kleiner Teil habe sich auch mit Politik beschäftigt. China hatte in der Vergangenheit Vorwürfe der Verbreitung von Desinformation zurückgewiesen.

Instagram bringt Tiktok-Konkurrenz Reels heraus

Instagram hat seine Antwort auf Tiktok offiziell eingeführt: Mit der neuen Funktion Reels können Nutzer 15-sekündige Videos bearbeiten, mit einer Audiospur unterlegen und visuelle Effekte hinzufügen. Diese können sie dann mit ihren Followern oder in dem neuen Bereich Reels in Explore oder der Story teilen, wo Beiträge nach 24 Stunden verschwinden. Instagram hatte die Funktion in Brasilien seit November und in Deutschland, Frankreich und Indien seit dem Beginn des Sommers getestet. Facebook, zu dem Instagram gehört, hat eine Tradition, konkurrierende Dienste zu kopieren. Auf Berichte, nach denen Instagram Tiktok-Influencer dafür bezahlt, Reels zu nutzen, teilte das Unternehmen mit, die Firma habe eine lange Geschichte der Kontaktaufnahme mit aufstrebenden Schöpfern und der Arbeit an neuen Stars auf Instagram. Wie bei bisherigen Produkten bleibe man der Verpflichtung treu, in Instagram-Urheber und deren Erfahrung zu investieren.

GEW sieht Regelbetrieb in Schulen kritisch.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht den angedachten weitgehenden Regelbetrieb in den Schulen kritisch. Es sei sehr gedankenlos zu sagen, man mache zunächst einen Regelbetrieb und bei Corona-Infektionen einen neuen Lockdown, sagte Vorstandsmitglied Hoffmann im Deutschlandfunk. Sie fordert, von vorneherein auf eine Mischung aus Präsenz- und Online-Unterricht zu setzen. Schulen, die bereits vor der Krise auf selbstständiges Lernen und auf digitale Mittel gesetzt hätten, hätten es einfacher gehabt, so Hoffmann. Außerdem sprach sie sich für einen nationalen Bildungsgipfel aus, um sich über Probleme auszutauschen.

Pulitzer-Preisträgerin Shirley Ann Grau ist tot

Die für ihren Roman "Die Hüter des Hauses" bekannt gewordene US-Schriftstellerin Shirley Ann grau ist tot. Sie starb schon am Montag in New Orleans nach Komplikationen nach einem Schlaganfall, wie ihre Tochter Nora McAlister nun mitteilte. Nach der Veröffentlichung von "Die Hüter des Hauses" wurde Grau 1965 mit dem Pulitzerpreis geehrt. Der Roman wurde damals von Kritikern gelobt, die Autorin selbst wurde eigenen Angaben zufolge aber beispielsweise auch von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern bedroht, die versuchten, ein Kreuz in ihrem Garten abzubrennen. Das Buch dreht sich um eine lange Romanze zwischen einem reichen weißen Mann und seiner schwarzen Haushälterin im ländlichen Alabama.

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