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Montag, 13.07.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 13. Juli 2020

Antisemitismusbeauftragter kritisiert Übergriff auf einen Rabbiner

Der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle hat den Übergriff auf einen Rabbiner in München scharf verurteilt. Der CSU-Politiker kritisierte außerdem mangelnde Zivilcourage von Passanten. Es mache ihn betroffen, dass einige Menschen zwar den Vorfall beobachtet hätten. Sie seien jedoch weder dem Rabbiner zur Hilfe geeilt, noch hätten sie die Polizei gerufen, kritisierte Spaenle. Nötig sei eine Kultur des Hinschauens und der Solidarität. Nach Polizeiangaben war der Münchner Gemeinderabbiner am Donnerstag in der Münchner Innenstadt von vier jungen Männern zwischen 20 und 30 Jahren verfolgt und beleidigt worden.

Ex-Dombaumeisterin ist erleichtert über originalgetreuen Wiederaufbau von Notre-Dame

Die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner ist erleichtert, dass die Pariser Kathedrale Notre-Dame originalgetreu wieder aufgebaut werden soll. Chefarchitekt Philippe Villeneuve habe das von Anfang an propagiert. Zwischenzeitlich habe er deshalb einen Maulkorb von offizieller Seite bekommen, sagte Schock-Werner im Domradio. Sie ist die Koordinatorin der deutschen Hilfe für den Wiederaufbau von Notre-Dame. Seit dem Großbrand der Pariser Kathedrale im vergangenen Jahr hatte es Diskussionen über die Art der Rekonstruktion gegeben. Im Gespräch waren unter anderem ein Turm aus Glas, ein begrüntes Dach bis hin zur Errichtung eines Parkhauses oder eines Schwimmbads auf dem Dach.

Nahostkirchen: Hagia Sophia-Umwidmung verletzt Religionsfreiheit

Der Nahostkirchenrat hat an die die Vereinten Nationen und die Liga der Arabischen Staaten appelliert, sich gegen die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee zu stellen. Die vom Obersten Gericht der Türkei gebilligte und von Präsident Recep Tayyip Erdogan angekündigte Umwidmung des Wahrzeichens sei ein Angriff auf die Religionsfreiheit, erklärte der Nahostkirchenrat (Middle East Council of Churches/MECC) in Beirut. Besonders gefährlich sei, dass die am Freitag in der Türkei gefällte Entscheidung im Kontext der christlich-muslimischen Koexistenz-Bemühungen stehe, so das MECC weiter. Deren prominenteste Manifestation sei das "Dokument zur Brüderlichkeit aller Menschen", das Papst Franziskus und Großimam Al-Tayyeb in einer historischen Geste am 4. Februar 2019 in Abu Dhabi unterzeichnet hatten. Die in der Türkei lebenden gesellschaftlichen und religiösen Autoritäten sollten sich auf allen Ebenen mobilisieren, um dieser "Aggression" und Grenzüberschreitung ein Ende zu setzen, so dass ein friedliches Zusammenleben weiter möglich sei.

Papst zu Hagia Sophia: großer Schmerz

Papst Franziskus hat sich zur Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee geäußert. Wenn er an das Wahrzeichen in Istanbul denke, empfinde er "großen Schmerz", sagte er am Sonntag nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Mehr zu der international umstrittenen Entscheidung sagte das Kirchenoberhaupt nicht. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hatte am Freitag den Status des berühmten Bauwerks als Museum aufgehoben. Präsident Recep Tayyip Erdogan unterzeichnete daraufhin ein Dekret zur Nutzung der Hagia Sophia als Moschee.

Umbau der Sankt-Hedwigs-Kathedrale erneut vor Gericht

Der Innenumbau der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale kommt wieder vor Gericht. Diesmal vor das Landgericht Berlin. Am Dienstag findet dort eine mündliche Verhandlung über Urheberrechtsklagen statt, teilte die Pressestelle der Berliner Zivilgerichte mit. Kläger sind Künstler, die um 1960 an der Ausgestaltung der wiederaufgebauten Kathedrale beteiligt waren, oder deren Rechtsnachfolger. Sie wollen die geplante Umgestaltung des Innenraums verhindern. (Aktenzeichen 15 O 389/18) Vor dem Verwaltungsgericht Berlin hatten die Kläger im vergangenen Jahr keinen Erfolg. Seit vielen Jahren wird schon über die Sanierung und den Umbau der Kathedrale diskutiert. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hatte den Umbau vor über drei Jahren schließlich beschlossen. Die zentrale Bodenöffnung mit einer Treppe zur Unterkirche soll beseitigt werden, um besser nach den gegenwärtigen kirchlichen Vorgaben Gottesdienste feiern zu können.

Kunstausstellung fordert Besaucher zum Diebstahl auf

Eine Kunstausstellung in Tokio hat ihre Gäste zum "Diebstahl" von Kunstwerken aufgefordert. Daraufhin ist sie innerhalb weniger Minuten ausgeräumt worden. Ziel der Ausstellung sei es laut Veranstalter Tota Hasegawa gewesen, die Beziehung zwischen Künstler und Besucher zu verändern. Eigentlich sollte sie zehn Tage dauern. Der Aufruf der Organisatoren hatte sich im Internet aber so schnell verbreitet, dass sie nach nur einem Abend beendet wurde.

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