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Montag, 21.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 21. Oktober 2019

Museen in Halle und London kooperieren

Die Himmelsscheibe von Nebra wird 2021 im British Museum in London ausgestellt. Im Gegenzug erhält das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle hochrangige Leihgaben aus dem British Museum. Zu sehen in einer Ausstellung, ab November 2020 in der Saalestadt, die anschließend in abgewandelter Form in der britischen Hauptstadt gezeigt wird. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am Montag in Magdeburg unterzeichnet. Der stellvertretende Direktor des Londoner Museums, Jonathan Williams, sagte, die Ausstellung werde das Interesse des britischen Publikums an deutscher Geschichte und Archäologie wecken und Anlass sein, das Land zu besuchen. Die Himmelsscheibe zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene rund um den Mond.

"Making Van Gogh" - Städel präsentiert Schlüsselwerke

Das Frankfurter Städel Museum zeigt die umfangreichste Präsentation mit Werken von Vincent van Gogh seit fast 20 Jahren in Deutschland. Mehr als 120 Gemälde und Arbeiten auf Papier des Künstlers werden von Mittwoch an unter dem Titel "Making Van Gogh" zu sehen sein. Den Kern der Ausstellung bilden 50 Schlüsselwerke aus allen Schaffensphasen des niederländischen Malers. In Kombination mit Werken von Künstlern wie Max Beckmann, Otto Dix, Wassily Kandinsky und Ernst Ludwig Kirchner, die sich van Gogh zum Vorbild nahmen, wird der "Mythos van Gogh" um 1900 deutlich. Ohne van Gogh wäre die deutsche Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts vollkommen anders verlaufen, sagte Kurator Felix Krämer.

John le Carré will mit irischem Pass EU-Bürger bleiben

Der britische Schriftsteller John le Carré (88) hat einen irischen Pass beantragt. Er will nach einem Brexit EU-Bürger bleiben. Seine Großmutter väterlicherseits sei in Irland geboren worden, was ihm den Anspruch auf irische Staatsbürgerschaft gebe, so le Carré. In seinem neuen Roman "Federball", der am Dienstag erscheint, lässt le Carré seine Figuren den Brexit als "beschissenes Chaos" verurteilen. Er selbst kritisiert scharf Premierminister Boris Johnson, der "sofort gestoppt" werden müsse. "Wir haben gelernt, wie fragil unsere Institutionen und unsere Demokratie sind - und die Tatsache, dass wir keine niedergeschriebene Verfassung haben, ist angsteinflößend."

Australiens Zeitungen heute mit geschwärzten Seiten

Australiens große Tageszeitungen demonstrieren heute für Pressenfreiheit und sind mit geschwärzten Titelseiten erschienen. Auf Blättern wie dem "Sydney Morning Herald" oder dem "Australian" verdeckten schwarze Balken Text und Fotos. Damit protestierten sie gegen eine Reihe von Gesetzesverschärfungen, die Journalisten die Arbeit erschweren, und gegen die Durchsuchung von Redaktionsräumen durch die Polizei. Insgesamt beteiligten sich 19 Zeitungen und Journalistenverbände. Sie appellierten an die rechtskonservative Regierung von Premierminister Scott Morrison, die Pressefreiheit besser zu schützen. Zu ihren Forderungen gehören mehr Rechte für sogenannte Whistleblower, die Journalisten mit Informationen versorgen.

New Yorker MoMA nach Umbau wiedereröffnet

Das New Yorker Museum of Modern Art wird am Montag wiedereröffnet. In den vergangenen Monaten wurde es von Grund auf renoviert und um ein Drittel vergrößert. Gezeigt werden sollen nun deutlich mehr Werke von Frauen sowie Kunst von latein-amerikanischen, asiatischen und afro-amerikanern Künstlern. Die Kunsthistorikerin Bärbel Küster von der Uni Zürich hält das für überfällig. Im Deutschlandfunk Kultur sagte sie, es gebe eine große Bandbreite von Interpretationen der Moderne, das sei in vielen Museen bisher nicht präsent gewesen. Es gebe definitiv nicht nur "die Moderne der weißen Männer", deswegen hätten die Museen auch eine Pflicht, das dazustellen.

Frankfurter Buchmesse verzeichnet Besucherrekord

Mit einem Zuwachs bei Lese-Publikum und Fachbesuchern ist die Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Insgesamt kamen nach Angaben der Veranstalter erstmals mehr als 300.000 Besucher, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund dafür sei, dass die Messe in diesem Jahr nicht während der hessischen Herbstferien stattgefunden hat. Gastland war in diesem Jahr Norwegen. Auf der Messe, aber auch in Museen und auf Bühnen in der gesamten Stadt, präsentierten sich die Nordeuropäer mit einem breiten Kulturangebot. Im kommenden Jahr ist Kanada Ehrengast.

Europäischer Kulturpreis für Sophia Loren

Die italienische Schauspielerin Sophia Loren ist mit dem Europäischen Kulturpreis "Taurus" ausgezeichnet worden. Bei einer Gala in der Wiener Staatsoper erhielt die 85-Jährige die undotierte Ehrung für ihr Lebenswerk. Zu den weiteren Preisträgern zählten der Maler Neo Rauch und die Designerin Vivienne Westwood. Westwood bekam die Auszeichnung für ihr gesellschaftliches Engagement. Der Europäische Kulturpreis "Taurus" in Form eines bronzenen Stieres soll herausragende Leistungen von Kulturschaffenden würdigen. Stifter des Preises ist das Europäische Kulturforum.

Karl-Sczuka-Preis für Ulrike Janssen und Marc Matter

Die Regisseurin Ulrike Janssen und der Klangkünstler Marc Matter sind mit dem Karl-Sczuka-Preis 2019 des Südwestrundfunks (SWR) ausgezeichnet worden. Sie wurden für ihr Hörstück "Meerschallschwamm und Schweigefang" geehrt, teilte der SWR in Baden-Baden mit. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. In der Begründung der Jury heißt es, das Hörstück entwerfe mit subtilem Humor eine Führung durch ein imaginäres Museum kurioser Apparaturen zur Schallaufzeichnung und Klangwandlung. "In poetisch fragmentierter Phantasiesprache stellt uns ein Audioguide Instrumente wie den Auralisator, den Sprachklangemulgator und den Schallfrierapparat vor." Die Autorenproduktion wurde am 16. November 2018 von Deutschlandfunk Kultur urgesendet.

30 neu entdeckte Sarkophage mit Mumien präsentiert

In Ägypten ist ein seltener Fund von 30 Sarkophagen vorgestellt worden. Die rund 3.000 Jahre alten Holzsärge wurden in Luxor gezeigt. Die Särge wurden den ägyptischen Angaben zufolge für männliche und weibliche Priester und Kinder angefertigt. Sie waren in der Grabstätte Al-Asasif im Tal der Könige am Nil ausgegraben worden. Antikenminister Chaled al-Enani kündigte an, die Sarkophage werden vom kommenden Jahr an im neu eröffneten Großen Ägyptischen Museum ausgestellt. Solche Entdeckungen seien "von unschätzbarer Bedeutung für den Ruf Ägyptens". Die Sarkophage stammen aus der 22. Dynastie, also aus der Zeit von 945 bis 715 vor Christus.

Fotografin Fritz gewinnt Friedenspreis für Fotografie

Die Berliner Fotografin Johanna Maria Fritz hat den erstmals verliehenen Deutschen Friedenspreis für Fotografie gewonnen. Die 25-jährige Fritz wurde für ihre Fotoserie "Like a Bird" geehrt. Dabei zeigt sie Zirkus-Aufnahmen aus mehreren krisengeschüttelten Ländern des Nahen und Mittleren Ostens. Der Preisträgerin sei es gelungen, mit ihren Bildern eine universelle Lebensfreude darzustellen, die sich auch von Konflikten und Gewalt nicht ersticken lasse, heißt es in der Begründung der Jury. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde Samstagabend im Museumsquartier Osnabrück verliehen.

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