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Freitag, 21.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 21. Juni 2019

Ins Koma geprügelter Enthüllungsjournalist gestorben

Der Anfang Mai in der Ukraine von Unbekannten ins Koma geprügelte Enthüllungsjournalist Wadim Komarow ist gestorben. Darüber informierte der Vorsitzende des ukrainischen Journalistenverbandes, Sergej Tomilenko, per Facebook. Das einzige Motiv für den Mordanschlag in der zentralukrainischen Stadt Tscherkassy sei die investigative Tätigkeit des Reporters gewesen. Der Fall ist bisher unaufgeklärt. Anfang Mai war Komarow vor seinem Haus in Tscherkassy 150 Kilometer südlich von Kiew von Unbekannten brutal zusammengeschlagen worden. Nach einer Notoperation fiel er ins Koma. 2016 sei bereits auf ihn geschossen worden, hieß es. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte von den Behörden die Aufklärung der Tat gefordert. Die Organisation Reporter ohne Grenzen äußerte sich entsetzt über den Tod Komarows. Die Direktorin der ukrainischen Nichtregierungsorganisation Institut für Masseninformation, Oxana Romanjuk, forderte die Polizei auf, den Fall "schnell zu untersuchen und die Verantwortlichen zu finden". In der Ukraine werden Journalisten immer wieder Ziel von Anschlägen und Gewalt. Zuletzt waren 2015 der moskaufreundliche Publizist Oles Busina erschossen und 2016 der aus Weißrussland stammende Pawel Scheremet durch eine Autobombe in Kiew getötet worden. Beide Morde sind bis heute nicht aufgeklärt.

Mehrere litauische Nachrichtenportale offenbar gehackt

Mehrere litauische Nachrichtenportale sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Vilnius vermutlich Opfer einer Cyberattacke geworden. Unbekannte hätten Fake News auf den Webseiten der Zeitungen "Valstieciu laikrastis" und "Baltic Times" veröffentlicht, meldete die Nachrichtenagentur BNS unter Berufung auf eine Ministeriumssprecherin. Nach dem auf den Webseiten verbreiteten Bericht soll der Fluss Neris nach Waffentests mit radioaktiven Substanzen verseucht worden sein und angeblich kontaminiertes Wasser Haushalte in Litauens zweitgrößter Stadt Kaunas erreicht haben. "Dies sind gefälschte Nachrichten, die darauf abzielen, die litauische Armee und die Militärübung zu kompromittieren, an der auch Nato-Verbündete teilnehmen", sagte eine Ministeriumssprecherin zu dem auf Litauisch und Englisch verfassten Beitrag. In Litauen nehmen derzeit rund 4000 Soldaten aus zehn Nato-Ländern an dem Manöver "Iron Wolf" teil.

Französischer Star-DJ Zdar gestorben

Der französische Star-DJ und Produzent Philippe Zdar ist tot. Der Musiker des French-House-Duos Cassius sei tödlich verunglückt, bestätigte sein Management. "Die Musikindustrie hat ein Genie verloren", heißt es in der Mitteilung. Auch die französische Gesellschaft für Autorenrechte sprach von einem tragischen Unfall am Mittwoch. Am 21. Juni erscheint das neue Album "Dreems" von Cassius, dem Projekt von Zdar und Boombass. Der Musiker und Produzent Zdar hatte in seiner Karriere unter anderem mit den Beastie Boys, Kanye West, Cat Power und Pharrell Williams zusammengearbeitet. Auf Alben wie "1999", "Au rêve" und "15 Again" orientierten sich Cassius an Hip-Hop, House und Funk. Für die französische Popband Phoenix mischte Zdar das mit einem Grammy ausgezeichnete Album "Wolfgang Amadeus Phoenix" ab. Zuletzt half er der britischen Elektropop-Band Hot Chip bei ihrem ebenfalls an diesem Freitag erscheinenden Album "A Bath Full Of Ecstasy". Andere Musiker drückten am Donnerstag ihr Beileid aus. "Philippe Zdar war so eine große Inspiration", schrieb der US-Songwriter Rostam Batmanglij, früher bei Vampire Weekend, auf Twitter. Zdar sei eine "visionäre und tektonische Kraft" gewesen, die die moderne Dance-Musik geformt habe, schrieb US-Djane The Black Madonna ebenfalls auf Twitter.

Käthe-Kollwitz-Preis 2020 für Timm Ulrichs

Der Berliner Künstler Timm Ulrichs erhält den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis. Im Jahre seines 80. Geburtstags wird der in Berlin geborene Künstler für sein Lebenswerk gewürdigt, teilte die Akademie der Künste mit. Die Jury hebt hervor, dass Ulrichs nicht nur Künstler und ehemaliger Hochschullehrer sei, sondern auch kritischer Beobachter der Kunstszene, der eine unangepasste Existenz jenseits von Mainstream und Kunstmarkt geführt habe. Timm Ulrichs studierte nach dem Abitur Architektur an der Technischen Hochschule in Hannover. Danach unterrichtete er als (Gast-) Professor u.a. an der Kunstakademie in Münster und an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 1959 gründete Ulrichs die „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporismus" in Hannover, die zur "Verbreitung, Entwicklung und Produktion von Totalkunst" dienen sollte und erklärte sich 1961 selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk". Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1960 jährlich an eine bildende Künstlerin, einen bildenden Künstler vergeben.

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