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Donnerstag, 20.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Juni 2019

Grimme Online Award für "Wem gehört Hamburg?"

Die Internetplattform "Wem gehört Hamburg?" ist mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet worden. Sie informiert über Besitzverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt der Hansestadt. Mehr als 1000 Mieter haben auf der Plattform Belege über den Eigentümer ihrer Wohnung hochgeladen, insgesamt sind die Eigentumsdaten zu 15 000 Wohnungen abrufbar. Das Recherchezentrum "Correctiv" hatte das Angebot zusammen mit dem "Hamburger Abendblatt" entwickelt - mit dem Ziel, mehr Transparenz auf dem Mietmarkt zu schaffen. Nur wenn man wisse, wie der Wohnungsmarkt wirklich aussehe und wer dort investiere, könne man auch etwas gegen den Mietwahnsinn unternehmen, begründeten die Plattformmacher ihr Projekt. Die Jury bezeichnete das Angebot als „herausragend. Der Grimme Online Award gilt als wichtigster deutscher Preis für Online-Publizistik.

"Karl for Ever" - Große Gala für Lagerfeld in Paris

Mit einer großen Gala wollen die Modehäuser Chanel und Fendi heute Abend ihren verstorbenen Kreativdirektor Karl Lagerfeld ehren. Unter dem Motto "Karl for Ever" soll an das "Vermächtnis des Künstlers und seine beispiellose Kreativität erinnert werden", erklärten die beiden Unternehmen. Die Veranstaltung mit mehr als 2.000 internationalen Gästen findet im Pariser Grand Palais statt, wo Lagerfeld zahlreiche seiner Modeschauen ausrichtete. Der Modemacher war Mitte Februar im Alter von 85 Jahren gestorben. Der gebürtige Hamburger hatte sich gegen eine öffentliche Trauerfeier ausgesprochen.

Künstler Victor Bonato gestorben

Der Künstler Victor Bonato ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Das teilte sein Galerist Sebastian Fath in Mannheim unter Berufung auf die Familie mit. Bonato lebte zuletzt in Niederkassel südlich von Köln. Mit verformten Spiegel-Skulpturen war er, inspiriert von der Zero-Bewegung, bekannt geworden. Er ist Mitbegründer der Kölner Künstlergruppe "K-66". In den 1960er Jahren hatte er begonnen, Spiegel zu deformieren. Je nach Blickwinkel des Betrachters verzerren seine Werke die Umgebung. Viele von ihnen sind bundesweit im öffentlichen Raum zu finden. 1991 sorgte Bonato mit seinem "Trabi in Blei" für Aufsehen, eine Art Nachruf auf die DDR und ihre Hinterlassenschaften. Bonatos Werke befinden unter anderem im Bonner Kunstmuseum, in der Kunsthalle in Malmö, in der Kunsthalle Hamburg und im Sprengel-Museum Hannover. Gestorben sei Victor Bonato bereits am 22. Mai nach langer Krankheit.

Nachlass von Rio Reiser geht nach Marbach

Der Nachlass des Musikers, Komponisten und Autors Rio Reiser kommt ins Deutsche Literaturarchiv nach Marbach. Gestiftet haben Reisers Brüder Peter und Gert Möbius Manuskripte, Briefe, Theaterstücke und Drehbücher sowie das digitale Archiv, wie das Literaturarchiv mitteilte. Als zentrale Figur der Band "Ton Steine Scherben" prägte Reiser die musikalische Szene der 1970er- und 1980er-Jahre mit. "Die Punk- und Rockmusik dieser und der nachfolgenden Generation bis zur Hamburger Schule wurde nachhaltig von Reiser beeinflusst", so das Literaturarchiv. Als einer der ersten Rockmusiker sang Reiser fast nur deutsche Texte.

Widerstand gegen Facebooks Kryptowährung

Facebook stößt mit seinen Plänen für eine selbst entwickelte Kryptowährung "Libra" weltweit auf Widerstand. Politiker und Verbraucherschützer sorgen sich vor allem um den Datenschutz. Die demokratische Vorsitzende des US-Finanzausschusses, Maxine Waters, warnte, mit der Kryptowährung setze Facebook seinen unkontrollierten Expansion fort und erweitere seine Reichweite auf das Leben seiner Nutzer. Sie forderte das weltweit größte soziale Netzwerk auf, seine Pläne auf Eis zu legen und die Untersuchungen der Behörden abzuwarten. In Europa forderten der französische Finanzminister Bruno Le Maire und der CSU-Abgeordnete Markus Ferber mehr Kontrolle des Technologiegiganten.

New York Ausstellung entfernt Foto wegen Redfacing

Die New York Foundation for the Arts hat eine Fotografie des taiwanesischen Künstlers Ching-Yao Chen aus einer Ausstellung entfernt. Die Aufnahme mit dem Titel "I love New York" von 2009 zeigt den Künstler als "Indianer" verkleidet und mit rot-brauner Farbe angemalt. Neben dem Künstler sind drei Frauen in indigener Kleidung bei einem Picknick im Central Park dargestellt. Nach Angaben von "The Art Newspaper" beschwerte sich der Künstler Jason Lujan bei den Veranstaltern: "Redface", also das Bemalen des Körpers mit Farbe, Federschmuck und Kriegsbemalung "verfestige Sterotypen". In den USA wird immer wieder um kulturelle Aneignung in der Kunst gestritten

Suizid-Revolver Van Goghs versteigert

Der Revolver, mit dem sich der Maler Vincent van Gogh das Leben genommen haben soll, ist in Paris für 162.500 Euro versteigert worden. Der Schätzwert von 40.000 bis 60.000 Euro wurde im Auktionshaus Drouot damit deutlich übertroffen. Neuer Eigentümer ist ein unbekannter Privatsammler. Der Revolver war 1965 von einem Landwirt in einem Feld in Auvers-sur-Oise nördlich von Paris entdeckt worden. Dort war van Gogh am 27. Juli 1890 schwer verletzt gefunden worden. 2012 wurde der stark beschädigte Revolver erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt udn vier Jahre später im Van-Gogh-Museum in Amsterdam ausgestellt. Ob sich der Maler tatsächlich mit dieser Waffe das Leben nahm, ist allerdings nicht sicher.

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