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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. Juni 2021

Kulturmanager Ndikung übernimmt Leitung des HKW

Neuer Intendant am Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin wird der Kulturmanager Bonaventure Soh Bejeng Ndikung. Im Januar 2023 soll er die Nachfolge von Bernd Scherer antreten, der dann in den Ruhestand geht. Der promovierte Biotechnologe Ndikung, 1977 in Yaoundé (Kamerun) geboren, leitet derzeit den Kunstraum Savvy Contemporary in Berlin und lehrt an der Kunsthochschule Weißensee. Er ist Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zu Kulturkritik und Ausstellungstheorie und war 2015 Mitglied im Kuratorenteam der documenta 14.

Erster Grimme Online Award für Tiktok-Videos

Der Grimme Online Award ist am Donnerstag verliehen worden. Erstmals wurde ein Format des Videoportals "Tiktok" ausgezeichnet. Moderator Niklas Kolorz, der in einminütigen Videos Wissensthemen verständlich aufbereitet, erhielt gleich zwei Preise: Einen Jury-Preis in der Kategorie "Wissen und Bildung" und den Publikumspreis. Er berichtete, dass ihm die Idee im zweiten Corona-Lockdown gekommen sei: "Nach acht Tagen hatte ich das erste virale Video mit 800 000 Aufrufen, und von da an ist der Kanal explodiert." Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance und ist vor allem bei jungen Nutzern populär. In der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" wurde eine kreative Antwort auf den Corona-Lockdown ausgezeichnet: Der Hamburger Lehrer Björn Lengwenus ging während der Schulschließungen mit der Youtube-Show "Dulsberg Late Night" mit seinen Schülern auf Sendung. Einen Schwerpunkt unter den diesjährigen Gewinnern bilden Angebote, die sich mit rechter Gewalt beschäftigen - etwa der Podcast "190220 - Ein Jahr nach Hanau" und die Webdokumentation "Gegen uns". "#StolenMemory" wiederum erzählt die Lebensgeschichten von Holocaust-Opfern. Ausgezeichnet wurden auch die Erklärstücke "Dekoder Specials", die Einblicke in russische Kultur, Politik und Gesellschaft geben, und der Podcast "Queerkram". Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik.

1. Lesetag in Klagenfurt

Die ersten fünf der 14 Autoren und Autorinnen, die in diesem Jahr zum Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt eingeladen wurden, haben ihre Texte gelesen. Die Schweizerin Julia Weber hat eine märchenhafte Erzählung über eine engelsgleiche Frau geschrieben, die eine traurige zurück ins Leben reißt. Der Berliner Necati Öziri erzählte mit einem inneren Monolog von einem jungen Mann, der sich das Leben seines schon lange abwesenden Vaters vorstellt. Auch die Leipzigerin Heike Geißler beschäftigte sich in "Die Woche" mit den Mühen des Erwachsenwerdens. Die Österreicherinnen Magda Woitzuck und Katharina Ferner erzählten, wie eine Krankenschwester das Leben ihrer verstorbenen Nachbarin erkundet und wie verwirrend Träume sein können. Am Sonntag wird bekanntgegeben, wer den Bachmann-Wettbewerb in diesem Jahr gewonnen hat.

Sidi Larbi Cherkaoui wird Chef des Genfer Balletts

Der Direktor des Flanders Ballet verlässt seine Geburtsstadt Antwerpen und arbeitet ab kommendem Jahr als Leiter des Genfer Balletts. Der 45 Jahre Sidi Larbi Cherkaoui ist eine der führenden Figuren in der internationalen Tanzszene. Der Choreograf freut sich über die Möglichkeit, sein Leben und seine Karriere, die durch diese Pandemie auf Eis gelegt wurde, wieder in Gang zu bringen. Der Nachfolger von Philippe Cohen, der in den Ruhestand geht, hat in den letzten zwanzig Jahren etwa fünfzig Stücke geschaffen, in denen er gerne Kulturen aus verschiedenen Teilen der Welt auf die Bühne bringt, um Bilder und flirrende Musik zu verweben.

Enid Blyton Ansehen sinkt weiter

Die Denkmalschutz-Organisation English Heritage hat die Kinder- und Jugendbücher von Enid Blyton als "rassistisch" eingestuft. Die Organisation, die über 400 staatliche Denkmäler verwaltet, schreibt auf ihrer Homepage: "Blytons Werk wurde noch zu Lebzeiten und nach ihrem Tod für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und den Mangel an literarischem Verdienst kritisiert." Damit scheint in Großbritannien endgültig der Bruch mit der Autorin vollzogen, die mit "Fünf Freunde" und "Hanni und Nanni" weltweit mehr als 600 Millionen Bücher verkaufte. Der 1968 gestorbenen Blyton war wenige Jahre vor ihrem Tod zum ersten Mal Rassismus vorgeworfen worden. Eine Gedenkmünze zu ihrem fünfzigsten Todestag wurde aus denselben Gründen nicht realisiert.

Razzia in Hongkonger Zeitungsredaktion

Die Zeitung "Apple Daily" von Jimmy Lai steht wegen ihrer chinakritischen Berichterstattung in Hongkong nicht mehr nur unter Beobachtung. Hunderte Polizisten durchsuchten zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate die Büros und nahmen fünf leitende Angestellte fest. Ihnen wird die Gefährdung der nationalen Sicherheit vorgeworfen. Das berichtet das unabhängige Nachrichtenportal Hong Kong Free Press (HKFP) unter Berufung auf Polizeiangaben. Seit einem Jahr gilt in der chinesischen Sonderverwaltungszone das von Peking verordnete Sicherheitsgesetz, das demokratische Rechte stark beschnitten hat. Laut HKFP sagte der Hongkonger Sicherheitschef Lee bei einer Pressekonferenz, Journalisten, die sich mit den "Kriminellen" von "Apple Daily" solidarisierten, würden einen hohen Preis dafür zahlen. "Sie werden einen hohen Preis zahlen, wenn Sie zu diesen Kriminellen stehen", wird Lee zitiert. Gegen Verleger Lai laufen mehrere Verfahren. Wegen Unterstützung der Demokratiebewegung droht ihm lebenslange Haft.

Xavier Naidoo steht weiter in der Kritik

Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert Auftrittsmöglichkeiten von Xavier Naidoo. Judenfeinden dürfe keine Bühne geboten werden, erst recht nicht in städtischen Räumen, twitterte Präsident Josef Schuster. Nachdem in Berlin keine rechtlich haltbare Möglichkeit gesehen wurde, Konzerte des umstrittenen Mannheimer Musikers zu unterbinden, darf Naidoo im Spätsommer auch in Rostock auftreten: In der dritten Abstimmung der Bürgerschaft scheiterten Linke und SPD am Einspruch des parteilosen Oberbürgermeisters Madsen, der argumentierte, Naidoo werde strafrechtlich nichts vorgeworfen. Daraufhin schwenkten die Grünen mit dem Argument um, ein Rechtsstreit zwischen Oberbürgermeister und Bürgerschaft sei nicht zielführend.

Bach-Medaille erstmals an Forscher

Mit Hans-Joachim Schulze und Christoph Wolff hat Leipzig in diesem Jahr zwei Musikwissenschaftler geehrt. Mit dem Bach-Archiv hätten die beiden 60 Jahre lang auf beeindruckende Weise die Forschung über Johann Sebastian Bach geprägt, hieß es beim Festakt. Zudem hätten sie schon zu DDR-Zeiten für eine kontinuierliche Zusammenarbeit über den Eisernen Vorhang hinweg gesorgt. Schulze leitete das Archiv über den Leipziger Thomaskantor von 1992 bis 2000, Wolff von 2001 bis 2013.

Uni Münster diskutiert über ihren Namensgeber

Vertreter von Universitäten, Wissenschaftshistoriker und Medienexperten wollen sich über einen zeitgemäßen Umgang mit Kaiser Wilhelm II. als Namensgeber auseinandersetzen. Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster beginnt am 24. Juni mit einem auf zwei Jahre angesetzten Dialog. Einerseits sei die Zeit des letzten deutschen Kaisers eine Blütezeit für die Wissenschaft und ein Aufschwung der Wirtschaft gewesen. Andererseits sei seine Person eng mit Antisemitismus, Militarismus, Imperialismus und deshalb mit den Verbrechen des Kolonialismus und dem Ersten Weltkrieg verbunden. 2023 soll in der Uni über die die Namensfrage entschieden werden.

Neue Auszeichnung für Fantasy-Literatur

Krefeld hat zum ersten Mal einen Preis für Fantastische Literatur vergeben. Die Auszeichnung geht an den schriftstellernden Pfarrer Thilo Corzilius. Der aktuelle Roman des 1986 in Dortmund geborenen Autors heißt "Diebe der Nacht". Am 28. August wird dem Preisträger nicht nur das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro überreicht, sondern auch die Kopie eines zwölfseitigen Würfels. Das originale Pentagondodekaeder ist ein archäologisches Fundstück aus der Umgebung Krefelds.

Auszeichnung für Science-Fiction vergeben

Die Gewinner des Kurd-Laßwitz-Preises 2021 stehen fest. Bester deutschsprachiger Science-Fiction-Roman ist für die Jury das im vergangenen Jahr erschienene Buch "Eines Menschen Flügel" von Andreas Eschbach. Beste deutschsprachige Erzählung ist "Marslandschaften" von Angela und Karlheinz Steinmüller. In weiteren Kategorien werden Übersetzung und Grafik mit dem undotierten Preis geehrt, der seit 41 Jahren vergeben wird. Die Verleihung soll am 6. November in Dresden stattfinden.

Deutschland übergibt Kunstgegenstände an Mexiko

Deutschland hat 34 wertvolle archäologische Objekte an Mexiko zurückgegeben. Die Kunstgegenstände stammen aus Kulturen vor der europäischen Eroberung im zentralmexikanischen Hochland und seien sehr gut erhalten, teilte das Außenministerium in Mexiko-Stadt mit. Sie befanden sich bisher in zwei Privatsammlungen in Nordrhein-Westfalen. Zu den Artefakten gehört die Skulptur eines Kopfes eines menschenähnlichen Wesens aus der sogenannten präklassischen Periode (1200 bis 600 v.Chr.) und eine Schale aus der sogenannten frühen postklassischen Periode (1000 bis 1300 n.Chr.). Seit einigen Jahren hat Mexiko seine Bemühungen verstärkt, Objekte seiner Kultur aus ausländischen Privatsammlungen zurück zu erlangen.

US-Kongress stimmt für bundesweiten "Juneteenth"

Der US-Kongress hat für die Einführung eines neuen landesweiten Jahrestages zum Gedenken an das Ende der Sklaverei gestimmt. Das Repräsentantenhaus votierte mit 415 gegen 14 Stimmen für das entsprechende Gesetz. Der Senat hatte das Vorhaben bereits am Dienstag einstimmig verabschiedet. Damit der als "Juneteenth" bezeichnete Feiertag eingeführt wird, fehlt nun nur noch die Unterschrift von Präsident Joe Biden. In den meisten der 50 US-Bundesstaaten wird der 19. Juni bereits offiziell begangen. Am 19. Juni 1865 - zwei Monate nach der Kapitulation der im Bürgerkrieg für den Erhalt der Sklaverei kämpfenden Südstaaten-Truppen - hatte ein General der Nordstaaten die Freilassung aller Sklaven verkündet.

Tage der deutschsprachigen Literatur eröffnet

Die 45. Tage der deutschsprachigen Literatur sind im österreichischen Klagenfurt eröffnet worden. 14 Autorinnen und Autoren treten um den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis an. Wie bereits im vergangenen Jahr werden die Lesungen nicht live stattfinden, sondern eingespielt. Das Ereignis startete am Mittwochabend mit der „Rede zur Literatur“, in diesem Jahr gehalten vom scheidenden Jury-Vorsitzenden Hubert Winkels. Er sprach sich dafür aus, den Stellenwert der Literatur in der Gesellschaft und den Medien zu pflegen, und betonte insbesondere die Bedeutung der Literaturkritik.

Intendant Oberender verlässt Berliner Festspiele

Der Intendant der Berliner Festspiele, Thomas Oberender, bleibt nur noch bis Ende des Jahres auf seinem Posten. Die Berliner Festspiele teilten am Mittwoch mit, Oberender habe um eine Auflösung seines Vertrages gebeten, der im November 2020 um fünf Jahre verlängert worden war. Er wolle sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zuwenden. Kultur-Staatsministerin Monika Grütters erklärte, der Intendant habe die Berliner Festspiele zu einem "innovativen Schaufenster der Bundeskultur" gemacht. Die Festspiele sind ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes. Oberender leitet sie seit 2012.

Vollendung der Sagrada Familia noch später

Auch zum 100. Todestag ihres Schöpfers Antoni Gaudí wird die Sagrada Familia in Barcelona nicht fertig sein. Das teilte die Stiftung mit. Wegen der Ausgangssperren im vergangenen Jahr mussten die Arbeiten an der seit 129 Jahren unvollendeten Kirche über Monate unterbrochen werden. Außerdem seien wegen der Pandemie-Schließung Eintrittsgelder ausgeblieben. Deshalb nun nur noch am Maria-Turm weitergearbeitet. Mit einem Weiterbau sei erst in drei Jahren wieder zu rechnen, so die Stiftung. Mit der Vollendung könne es bis 2040 dauern. 2019 hatten täglich 12.000 Menschen die Sagrada Familia besucht, die seit 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

Zürcher Ballett bekommt eine Direktorin

Cathy Marston wird Chefin des Zürcher Balletts. Das teilte das Opernhaus mit. Die Britin mit Schweizer Pass wird zur Saison 2023/24 die Nachfolge von Christian Spuck antreten, der dann nach Berlin wechselt. Marstons Vertrag ist mit zunächst zwei Spielzeiten an die Amtszeit von Opernhaus-Intendant Andreas Homoki gebunden. Cathy Marston lernte das Metier an der Royal Ballet School London. Von 1994 bis 1999 tanzte sie selbst für das Ballett Zürich. Außerdem arbeitete sie am Luzerner Theater und am Konzert Theater Bern. In den letzten Jahren war sie vermehrt in den USA tätig.

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