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Fazit | Beitrag vom 09.01.2021

Kulturaustausch nach dem BrexitProgrammiertes Beziehungschaos

Katharina von Ruckteschell-Katte im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Ein Wandbild von Banksy in der britischen Hafenstadt Dover zeigt eine riesige EU-Flagge und einen Arbeiter, der einen Stern aus der Flagge heraus meißelt. (Glyn Kirk / AFP)
Wie ein Symbol für den Brexit: Ein Wandbild von Banksy in der britischen Hafenstadt Dover, das jedoch mittlerweile überstrichen wurde. (Glyn Kirk / AFP)

EU-Bürger, die ein Auslandssemester in Großbritannien absolvieren oder dort arbeiten wollen, haben es seit dem Brexit schwerer. Klare Regelungen fehlen. Das wirke sich auch auf den Kulturaustausch aus, sagt die Leiterin des Londoner Goethe-Instituts.

"Es ist alles sehr unsicher, und wir gehen davon aus, dass wir viele trials und errors, also viele Versuche machen werden", sagt Katharina von Ruckteschell-Katte. Sie leitet das Goethe-Institut London und berichtet von den Auswirkungen des Brexit auf den Kulturaustausch. 

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Das Wichtigste sei im Moment, den Mut nicht zu verlieren, die Zukunft vorzubereiten und "den Bruch, der jetzt politisch passiert ist, kulturell und menschlich mit unseren Freunden und Partnern hier gar nicht erst geschehen zu lassen."

Auswirkungen auf "Erasmus+" und "Creative Europe"

Über den Deal zwischen der Europäischen Union und Großbritannien sei man erfreut, doch "jetzt kommt sozusagen das Nachspiel", sagt von Ruckteschell-Katte. "Alles, was nicht besprochen, nicht vereinbart wurde, muss jetzt vereinbart werden." Gemeint sind Unklarheiten, die das Aufenthalts- oder Arbeitsrecht im Vereinigten Königreich betreffen.

Aber nicht nur das. Der Brexit hat auch Auswirkungen auf die erfolgreichen EU-Austausch- und Förderprogramme "Erasmus+" und "Creative Europe" im Bildungs- und Kulturbereich. Großbritannien nimmt daran nicht mehr teil – obwohl es gegenteilige Versprechen gegeben habe, so die Institutsleiterin. "Das heißt, die erste Phase wird jetzt wahrscheinlich eher ein bisschen chaotisch werden."

Das Goethe-Institut London sei "natürlich ein deutsches Kulturinstitut, aber wir sind ganz bewusst ein europäisches Kulturinstitut, wenn es darum geht, auch gerade die Folgen des Brexit aufzufangen. Wir haben unsere Zusammenarbeit mit den Kollegen der anderen europäischen Kulturinstitute sehr verstärkt."

(ckr)

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