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Sonntag, 26.09.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Kulturausgaben auf über elf Milliarden Euro gestiegen

Bund, Länder und Gemeinden haben im Jahr 2017 zusammen 11,4 Milliarden Euro für Kultur ausgegeben. Wie das Statistische Bundesam in Wiesbaden mitteilte, waren das 6,3 Prozent oder 0,7 Milliarden Euro mehr als 2016. Von 2010 bis 2017 sind die öffentlichen Kulturausgaben damit um 22,3 Prozent gestiegen. Je Einwohnerin und Einwohner wendeten Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2017 insgesamt 138 Euro für Kultur auf. Mit gut einem Drittel (34 Prozent) entfiel der größte Anteil der öffentlichen Kulturausgaben im Jahr 2017 auf den Kulturbereich Theater und Musik, gefolgt von Museen, Sammlungen, Ausstellungen (19 Prozent) und Bibliotheken (14 Prozent). Das restliche Drittel (32 Prozent) der Ausgaben verteilte sich unter anderem auf kulturelle Angelegenheiten im Ausland, öffentliche Kunsthochschulen sowie Denkmalschutz und -pflege.

Gericht: Hey, Pippi Langstrumpf verletzt Urheberrecht

Der deutsche Text des Liedes «Hey, Pippi Langstrumpf» verletzt nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg das Urheberrecht. Die Erben der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren müssten an der Verwertung des Liedtextes beteiligt werden, erklärte die Zivilkammer. Die 2002 verstorbene Lindgren habe es 1969 ausdrücklich abgelehnt, dass sich der Verfasser der deutschen Textversion, Wolfgang Franke, als alleiniger Autor nenne. Die Münchner Musikverlagsgesellschaft und Frankes Witwe dürfen den Text nicht weiter verbreiten, wenn das Urteil vollstreckt wird. Ferner müssen sie Auskunft über die Einnahmen seit 2007 erteilen und den Lindgren-Erben Schadenersatz für die entgangene Beteiligung zahlen.

"Goldene Kartoffel" für Spiegel TV

Die "Goldene Kartoffel" der "Neuen Deutschen Medienmacher*innen" geht in diesem Jahr an Spiegel TV für eine verzerrte Berichterstattung über "Clan-Kriminalität". Die Berichterstattung über organisierte Kriminalität in deutschen Medien und insbesondere bei Spiegel TV sei "verzerrt, stigmatisierend und rassistisch", kritisierte die Journalistenvereinigung am Mittwoch. Der fast ausschließliche Fokus auf Clans erwecke den Anschein, mafiöse Vereinigungen in Deutschland seien vornehmlich arabische und Roma-Familien, hieß es. Spiegel TV gebühre stellvertretend für viele andere Medien der Preis, weil die Beiträge stilprägend seien für das Genre der reißerischen "Clan-Reportage", so die Begründung. Die "Neuen deutschen Medienmacher" setzen sich nach eigenen Angaben für mehr Vielfalt in den Medien ein. Den Negativpreis "Goldene Kartoffel" verleihen sie seit 2018 für "besonders unterirdische Berichterstattung".

Tätlicher Angriff auf Frankfurter Museumsdirektor

In Frankfurt am Main sind nach Angaben der Stadt binnen weniger Tage zwei Museen "zur Zielscheibe gewalttätiger Aktionen geworden" - darunter war ein tätlicher Angriff auf einen Museumsdirektor. Am Dienstagabend kam es demnach im Deutschen Architekturmuseum im Rahmen einer Podiumsdiskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen zu einem "tätlichen Angriff" auf den Museumsdirektor Peter Cachola Schmal. Der Angriff sei laut Deutschem Architekturmuseum von einem Mitglied der "Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt", die für die Rekonstruktion des Schauspielhauses von 1902 kämpfen, ausgegangen. Ein weiterer Mitarbeiter des Hauses sei verletzt worden. Wenige Tage zuvor war ein Farbbeutelanschlag auf das Weltkulturen Museum verübt worden. Dies sei "erschreckend und absolut alarmierend", erklärte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Mittwoch. Die Vorfälle seien "Angriffe auf unsere demokratische Gesellschaft".

Kaum Coronahilfen für Autorinnen und Autoren

Buchautoren profitieren nach Angaben des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller nur selten von Coronahilfen. Von den allgemeinen Hilfen für Soloselbständige würden Literaten gerade mal im einstelligen Prozentbereich erfasst, teilte der Verband mit. Schriftsteller und Schriftstellerinnen seien direkt durch Lesungen und indirekt durch die Existenzsorgen der Verlage von der Coronakrise betroffen, erklärte die Verbandsvorsitzende Lena Falkenhagen. Mehr als die Hälfte aller Verlage habe in der ersten Coronaphase Titel verschoben, 36 Prozent ganz gestrichen. Die Absage von Messen und Lesungen sowie sinkende Verkaufszahlen und entfallende Honorare seien weitere Belastungen für die Buchbranche und die Autoren.

Sachsens Museen bleiben bis Ende Februar zu

Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) hat mit Vertretern der Museen und Theater in Trägerschaft des Freistaates Sachsen vereinbart, dass die staatliche Museen und Theater bis Ende Februar 2021 geschlossen bleiben. Mitte Januar 2021 wird sich die Ministerin anhand der aktuellen Corona-Pandemie-Entwicklung wieder mit den Einrichtungen verständigen und entscheiden, inwieweit dieser Zeitplan haltbar ist oder weiter angepasst werden muss. Die aktuelle Corona-Situation in Sachsen sei sehr ernst. Die staatlichen Einrichtungen bräuchten Planungssicherheit. Deshalb habe sie gemeinsam mit den Spitzen der staatlichen Einrichtung die Schließung bis Ende Februar 2021 entschieden, so die Ministerin.

Beethoven online: Feiern zum 250. Geburtstag

Wegen der Coronavirus-Pandemie feiert Beethovens Geburtsstadt Bonn das 250. Jubiläum des Komponisten in rund einer Woche vor allem online und medial. Das Programm mit Konzerten ohne Publikum sei in Rundfunk, Fernsehen und Internet erlebbar, teilten die Veranstalter des Beethoven-Jahres am Mittwoch mit. Am 17. Dezember jährt sich der in einem Bonner Kirchenbuch eingetragene Tauftag von Ludwig van Beethoven zum 250. Mal. An diesem Tag gibt Dirigent Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra ein Konzert in der Oper. Die Aufführung wird auf 3Sat, im WDR-Fernsehen und im Radio übertragen sowie gestreamt. Wegen der Corona-Einschränkungen wurde das Festprogramm zum 250. Geburtstag des meistgespielten klassischen Komponisten in das nächste Jahr verlängert.

Urteil im Rechtsstreit um Mucha-Gemäldezyklus

Im jahrelangen Streit um einen großformatigen Gemäldezyklus des Jugendstil-Malers Alfons Mucha hat es eine überraschende Wende gegeben. Prag sei nicht der rechtmäßige Eigentümer des "Slawischen Epos", entschied ein Gericht in der tschechischen Hauptstadt. Ein Erbe Muchas hatte auf Rückgabe geklagt. Die Stadt will in Berufung gehen. Der Maler hatte seinen Zyklus der Moldau-Metropole unter der Bedingung vermacht, dass eigens ein Ausstellungssaal für das Werk errichtet wird. Dies sei nie erfüllt worden, urteilte das Gericht. Der Zyklus umfasst 20 Gemälde, die Motive aus der slawischen Mythologie und der tschechischen Geschichte behandeln.

Alte Wandmalereien im Augsburger Dom entdeckt

Im Augsburger Dom ist ein lange unerkannter kunsthistorischer Schatz entdeckt worden: Bei Untersuchungen im südlichen Querhaus wurden rund 1.000 Jahre alte Wandmalereien zum Leben und Sterben Johannes des Täufers entdeckt, wie das Bistum Augsburg mitteilte. Die Werke stammen demnach aus der Erbauungszeit des ottonischen Doms im 11. Jahrhundert. Die Wandbilder blieben lange Zeit unentdeckt, weil sie übertüncht waren, wie es weiter hieß. Bei der ersten Freilegung in den 1930er Jahren seien ihr Alter und ihre Bedeutung nicht erkannt worden. Nun seien sie unter Leitung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erstmals untersucht, dokumentiert, gereinigt und gesichert worden. Im Dachraum des Doms sollen weitere Untersuchungen erfolgen.

Fünf Millionen Euro Hilfe für Musik- und Bühnenverlage

Musik- und Bühnenverlage können für dieses Jahr Coronahilfen von jeweils bis zu 300.000 Euro für entgangene Einnahmen bekommen. Insgesamt stehen fünf Millionen Euro aus dem Programm "Neustart Kultur" zur Verfügung, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin mitteilte. "Die klassischen Musik- und Bühnenverlage sind das Rückgrat unseres Musiklebens und unserer Theaterkultur", sagte Grütters. Sogenannte E-Musik- und Sprechtheaterverlage würden vor allem von Erlösen aus Live-Aufführungen leben, hieß es. Fördermittel sollen nach der Reihenfolge des Antragseingangs vergeben werden.

Wüstenrot Stiftung fördert Kultur mit eine Million Euro

Die Wüstenrot Stiftung will mit einem Förderprogramm im Umfang von eine Million Euro dazu beitragen, dass kulturelles Leben auch nach der Corona-Pandemie in größtmöglicher Vielfalt erhalten bleibt, teilte die Stiftung mit. Besonders selbstständig, unter anderem künstlerisch, wissenschaftlich und erzieherisch tätigen Freiberufler sollen unterstützt werden, heißt es. Gemeinnützige Einrichtungen mit kulturellem Schwerpunkt können bei der Stiftung Mittel beantragen, mit denen sie Vorhaben und Projekte finanzieren wollen, die bis Ende 2021 mit Hilfe von Freiberuflern durchgeführt werden. Pro Vorhaben und Projekt können bis zu 20.000 Euro beantragt werden.

Internationales Folklorefestival Lausitz verschoben

Das für Juli 2021 geplante Internationale Folklorefestival Lausitz fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Es sei nicht absehbar, dass die Organisatoren bis zum Ende des Winters wieder "normal" arbeiten können, hieß es zur Begründung. Zudem wisse man nicht, welche Hygienemaßnahmen zum Zeitpunkt des Festivals noch gelten. Es solle aber so stattfinden, wie Besucher aus aller Welt es schätzen.
Das Festival bietet alle zwei Jahre in Bautzen, Drachhausen und Crostwitz Folkloregruppen aus dem In- und Ausland eine Bühne. Nun wird für 2023 eine Neuauflage geplant.

Grütters für öffentliche Weihnachtsgottesdienste

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) plädiert für öffentliche Weihnachtsgottesdienste trotz Corona. "Ich bedaure, dass die Kirchentüren im ersten Lockdown so lange geschlossen blieben", sagte sie der Wochenzeitung "Die Zeit". Es sollten nicht nur digitale Messen angeboten werden. Mit Blick auf den drohenden Lockdown für den Handel erklärte die Ministerin: "Geschlossene Kirchen sind etwas anderes als geschlossene Geschäfte." Unterdessen kritisierte der Regensburger Verfassungsrechtler Thorsten Kingreen, dass Gottesdienste anders behandelt würden als Kultureinrichtungen. Er könne keinen Unterschied zum Theater sehen. Ebenso wie die freie Religionsausübung sei auch das Theater ein Grundrecht.

Neue PEN-Mitglieder: Kehlmann und Moreno

41 Autorinnen und Autoren wurden neu in das PEN-Zentrum Deutschland aufgenommen. Darunter sind die mit dem Kurt Sigel-Lyrikpreis des deutschen
PEN 2020 ausgezeichnete Dichterin Claudia Gabler, der Schriftsteller und
Literaturkritiker Daniel Kehlmann, die Schriftstellerin und Schauspielerin Karen Köhler, der Journalist Juan Moreno und der Autor Frank Schätzing. Das teilte das PEN-Zentrum Deutschland mit. Mit den diesjährigen Neuaufnahmen hat das PEN-Zentrum Deutschland künftig 785 Mitglieder, vorbehaltlich der Unterzeichnung der PEN-Charta durch die neuen Mitglieder. Um in den Schriftstellerverband aufgenommen zu werden, muss ein Autor oder eine Autorin von zwei PEN-Mitgliedern auf der Mitgliederversammlung vorgeschlagen werden. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik.

Hochwasser in Venedigs Markusdom

Probleme mit dem neuen Dammsystem in Venedig haben zu Überschwemmungen geführt. Das Hochwasser drang auch in den Markusdom ein. Nach Angaben des Prokurators der Basilika ist die Vorhalle bereits überflutet. Wenn das Wasser steige, seien enorme Schäden am Gebäude zu befürchten. Die Hochwasserschutzanlage sei nicht aktiviert worden, weil ein geringerer Anstieg des Wasserpegels vorhergesagt worden sei, sagte der Bürgermeister der italienischen Lagunenstadt. Erst im Herbst war die Anlage in Betrieb genommen worden. Sie besteht aus 78 beweglichen Schutzwänden an den Eingängen zur Lagune.

Besondere Oscar-Gala im April geplant

Die nächste Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt, soll von drei erfolgreichen Produzenten ausgerichtet werden: Steven Soderbergh, Stacey Sher und Jesse Collins. Das teilte die Oscar-Akademie in Los Angeles mit. Es seien neue Ansätze und Konzepte gefragt. Die 93. Oscar-Gala soll nicht wie gewohnt im Februar, sondern am 25. April stattfinden und live über die Bühne des Dolby Theatre gehen.

Rundfunk zieht Konsequenzen aus Sachsen-Anhalt

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Das kündigten Deutschlandradio, ARD und ZDF unabhängig voneinander an. Auslöser ist die fehlende Zustimmung Sachsen-Anhalts zur Gebührenanhebung.
Weil die bedarfsgerechte Finanzierung ab 2021 nicht mehr gesichert sei, habe man beschlossen, Verfassungsbeschwerde einzureichen. Ohne ausreichende, unabhängig ermittelte Finanzierung sei dies unausweichlich.

Leipziger Buchpreis für Johny Pitts

Der britische Essayist, Schriftsteller und Fotograf Johny Pitts erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2021. Er wird für sein Buch "Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa" ausgezeichnet, wie die Leipziger Messe mitteilte. Das im September erschienene Buch verknüpft Reportagen und literarische Essays zur Suche nach postkolonialer Identität. In ihrer Begründung schreibt die Jury: "Pitts Versuch, aus dem Disparaten ein kohärentes Bild zusammenzusetzen, ist eine von Hoffnung und Melancholie getragene Bricolage. "Afropäisch" ist ein großes, auf fruchtbare Weise unfertiges Werk, das sein Autor, so ist es zu hoffen, fortsetzen wird. Es wäre uns allen, und Europa, zu wünschen." Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Sie soll am 26. Mai zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse verliehen werden.

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