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Fazit | Beitrag vom 14.12.2020

"Kultur ins Grundgesetz"Petition startet mit viel prominenter Unterstützung

Amelie Deuflhard im Gespräch mit Marietta Schwarz

"Wir sind systemrelevant!" und "Rettet die Veranstaltungsbranche!" steht auf Plakaten, die von Teilnehmern auf einer Demonstration der Veranstaltungsbranche gezeigt werden, bei der sie erneut an ihre prekäre Lage und den Mangel an Perspektiven wegen der Einschränkungen ihrer Aktivitäten zur Eindämmung der Corona-Pandemie erinnern. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Viele freie Künstlerinnen und Künstler bangen in der Coronakrise um ihre Zukunft. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Eine Initiative möchte Kultur als "kollektives gesellschaftliches Interesse" im Grundgesetz verankern. Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard hat die Petition unterzeichnet. Sie hofft auf mehr Sicherheit für Künstler, auch finanziell.

Es sei ein "Bekenntnis zur Wichtigkeit, nicht nur zu unserem kulturellen Erbe, sondern auch zu unserer gesamten Landschaft", von der freien Szene bis zu den staatlichen Häusern, sagt Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel in Hamburg. "Das ist uns wichtig."

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Amelie Deuflhard war eine der ersten Unterzeichnerinnen der Petition "Kultur ins Grundgesetz", die auch von Prominenten wie Wim Wenders, Konstantin Wecker und Till Brönner unterstützt wird.

Den Initiatoren gehe es darum, die Kultur durch die Grundrechtsverankerung zu schützen, allen Bürgerinnen und Bürger unbeschränkte Teilhabe an kulturellem Leben und kultureller Bildung rechtlich zu sichern und "langfristige stabile Sicherungsinstrumente für Kunst- und Kulturschaffende zu etablieren, sowie ein auf sie zugeschnittenes gesetzliches Regelwerk zu schaffen, das sie vor unverschuldeten Verdienstausfällen schützt".

Angst vor Einsparungen

Denn viele der Kuturschaffenden, so Deuflhard, befürchteten, dass das Geld, welches jetzt in Corona-Hilfen fließt, irgendwann wieder eingespart wird. Auch Kunst und Kultur könnten dann von den Sparmaßnahmen betroffen sein. "Es braucht einfach Sicherheitsinstrumente, die Regelwerke schaffen, sodass auch freischaffende Künstlerinnen und Künstler in Krisenzeiten vor diesen Verdienstausfällen, wie wir sie heute ja sehen, geschützt sind."

Amelie Deuflhard, Intendantin der Kampnagel-Kulturfabrik ist vor einem Poster des Internationalen Sommerfestivals 2019 mit einem Mikrophon in der Hand zu sehen. (picture alliance/dpa / Markus Scholz)Kulturschaffende seien durch die Coronamaßnahmen besonders stark betroffen, betont Amelie Deuflhard, Intendantin der Kampnagel-Kulturfabrik. (picture alliance/dpa / Markus Scholz)

Sie hoffe aber, dass Städte und Kommunen sowie Bund und Länder "klug genug sind zu sehen, dass es sich nicht lohnt, bei Kunst und Kultur einzusparen". Die coronabedingten Schließungen der Kultureinrichtungen – von Museen bis Opernhäusern – hätten schon gezeigt, was dann passiere: "Da werden Städte total unattraktiv." Kulturschaffende und Kulturinstitutionen hätten bewiesen, wie wichtig sie sowohl für die Gesellschaft, aber auch für die Wirtschaft sind.

Förderung gesetzlich sichern

Die Freiheit der Kunst ist zwar schon mit Artikel 5 im Grundgesetz etabliert. Nun müsse aber auch die Förderung von Kunst und Kultur gesichert werden. Denn diese sei bisher "nur eine freiwillige Aufgabe von Bund und Ländern". Obwohl 2009 bereits ein Versuch gescheitert ist, die Kultur im Grundgesetz zu verankern, hält es Amelie Deuflhard doch für "lohnenswert", es "in diesen Zeiten der Krise" erneut zu versuchen.

(kpa)

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