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Interview / Archiv | Beitrag vom 20.03.2012

"Kürzungen im Lehrerbereich kann ich nicht verantworten"

Sachsen Ex-Kultusminister Wöller nennt Sachfragen als Grund für seinen Rücktritt

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Roland Wöller (Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport)
Roland Wöller (Sächsisches Staatsministerium für Kultus und Sport)

Trotz steigender Schülerzahlen sollten 2000 Lehrerstellen gekürzt werden, kritisiert Sachsens zurückgetretener Kultusminister Roland Wöller (CDU): "Das hält selbst ein erstklassiges Bildungssystem wie das sächsische nicht aus, und deswegen ist der Rücktritt unvermeidlich."

Schon kurz nach seinem Amtsantritt habe er deutlich gemacht, dass man vor einer demografischen Herausforderung stehe, sagte Wöller. Man habe auch bereits reagiert und Übernahmegarantien ausgesprochen, außerdem die Zahl der Referendarstellen verdreifacht und Kapazitäten bei der Lehrerausbildung ausgebaut. "Das sind alles notwendige Schritte, aber diese Schritte reichen nicht. Und ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich nicht mehr weiterkomme."

Wöller räumte ein, das Ende letzten Jahres beschlossene "Bildungspaket Sachsen 2020" sei ein "Fortschritt in der Sache". Gleichzeitig habe man jedoch eigene Kürzungsbeiträge leisten müssen. "Das wollten wir in Bereichen machen, die eben nicht die Lehrerstellen betreffen. Das ist uns untersagt worden. Deswegen ist das Bildungspaket jetzt aufgekündigt worden, und Kürzungen im Lehrerbereich kann ich nicht verantworten."

Wöller, dem gestern von Ministerpräsident Tillich das Sportministerium entzogen worden war, widersprach der Vermutung, persönliche Unstimmigkeiten mit dem Regierungschef hätten für den Rücktritt eine Rolle gespielt: "Mir geht es um die Lösung der Sachfrage. Das heißt: Lehrer einstellen jetzt, demografische Vorsorge. Da das nicht geschieht oder nur bedingt geschieht, muss die Konsequenz gezogen werden."

Das vollständige Interview mit Roland Wöller können Sie bis zum 21. August 2012 in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.

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