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Studio 9 | Beitrag vom 06.04.2018

Künstliche IntelligenzMein Bewerbungsgespräch mit dem Roboter

Andreas Wartenberg im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

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Ein Mann mit Papieren unter dem Armt steht einen Roboter gegenüber. (imago / Gary Waters )
So offensichtlich kommt die Künstliche Intelligenz, die Sie beim Bewerbungsgespräch checkt, wohl nicht daher. (imago / Gary Waters )

Sind Sie gerade auf der Suche nach einem neuen Job? Dann könnte Ihnen beim Bewerbungsgespräch demnächst eine Künstliche Intelligenz "gegenübersitzen". Diese entscheidet dann, ob Sie aussortiert werden – oder im Auswahlverfahren weiterkommen.

Bei dem ersten Bewerbungsgespräch mit einer Software werden meist Qualifikationen abgefragt. So könnten beispielsweise Kenntnisse in bestimmten Berufsfeldern angesprochen werden, meint Andreas Wartenberg, der seit 20 Jahren als Personalberater tätig ist.

Dies sei "ein Stück weit" auch schon individualisiert möglich. Wenn jemand angebe, er sei in einem bestimmten Arbeitsbereich "seit einer Weile tätig", würde die Künstliche Intelligenz diese "unbestimmte Zeitangabe" erkennen – und noch einmal genauer nachhaken.

Künstliche Intelligenz erkennt "nervöse Zuckungen"

Das Gespräch kann sowohl als Chat, aber auch mit einer computergenerierten Stimme stattfinden. Auch videogestützte Interviews seien möglich, in denen eine Künstliche Intelligenz genau beobachtet, wie sich ein Bewerber verhält. "Da wird beispielsweise das Gesicht analysiert, ob es bei bestimmten Fragen nervöse Zuckungen hat", sagt Andreas Wartenberg. "Das sind Dinge, die sind möglich." Auf "breiter Front" werde dies allerdings noch nicht eingesetzt.

Vorsortiert durch den Chatbot

Saß Ihnen beim Bewerbungsgespräch dann doch ein echter Mensch gegenüber? Der Künstlichen Intelligenz entkommt man während des Bewerbungsprozesses vermutlich trotzdem nicht: Denn schon beim ersten Kontakt mit dem Unternehmen, "setzen viele Unternehmen Chatbots ein, um die ersten großen Bewerberwellen vorzusortieren", so Andreas Wartenberg. Gerade bei großen Unternehmen, die zahlreiche Bewerbungen durchsehen müssen, ist der Künstlichen Intelligenz kaum mehr zu entgehen.

(lk)

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