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Interview / Archiv | Beitrag vom 19.06.2018

Künstliche IntelligenzKann KI Kunst?

Andreas Dengel im Gespräch mit Dieter Kassel

Roboter Pepper im Dlf-Studio (Deutschlandradio/Charlotte Voß)
Sind Computer auch kreativ? (Deutschlandradio/Charlotte Voß)

Computer malen, komponieren - und jetzt machen sie auch noch Filme: Gerade einmal 48 Stunden brauchte die KI "Benjamin", um einen Science-Fiction-Kurzfilm zu entwickeln. Doch war dabei auch Kreativität im Spiel?, haben wir Andreas Dengel gefragt.

Geradezu "albtraumhaft ermutigend" sei das Ergebnis eines Experiments, das der Filmemacher Oliver Shaw kürzlich vorgestellt hat, so das "Tecnomagzne":  Er ließ eine für ihn programmierte Künstliche Intelligenz als Filmregisseur einen komplett eigenen Film schaffen, den etwa sechs Minuten langen Science-Fiction-Kurzfilm "Zone Out".  

Müssen sich menschliche Filmregisseure also Sorgen machen, bald überflüssig zu werden, weil Künstliche Intelligenz jetzt auch noch eine der letzten Bastionen erobert, wo der Mensch dem Computer überlegen ist: die Kreativität? 

Andreas Dengel, Standortleiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern, teilt die euphorischen Einschätzungen, was das Kreativpotenzial von KIs angeht, nicht.

"Ich denke, Kreativität ist etwas, das dem Menschen noch vorbehalten ist", sagte er im Deutschlandfunk Kultur. "KI-Systeme heute, die leben davon – und da sind sie einfach auch besser als wir –, dass sie große Datenmengen in Zusammenhang setzen und in diesen vielen verschiedenen Aspekten und Dimensionen der Daten etwas finden, was wir noch nicht gesehen haben. Dadurch gaukelten sie aber lediglich Kreativität vor: "Das sind im Prinzip mathematische Verfahren, die dort wirken und die in der Menge der Daten ihre Krönung und, ja, kreative Simulation finden."

Was der derzeit im Bereich KI und Kunst möglich ist: Hören Sie dazu den Beitrag von Lydia Heller aus unserer Sendung "Studio 9"

Inwieweit Künstliche Intelligenz grundsätzlich in der Lage ist, kreativ und künstlerisch zu agieren, lässt sich dem Informatiker zufolge noch nicht sagen: "Wenn man so weit wäre, tatsächlich eben Weltwissen in diesem System zu verankern, das so umfassend ist, wie wir das haben, dann wissen wir nicht, was daraus entsteht. Und ob es dann eine Art Kunst ist oder etwas, was wir noch nicht kennen, das kann man nicht sagen, weil diese Systeme tatsächlich auch relativ eigenständig arbeiten."

(uko)

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