Seit 11:05 Uhr Tonart

Donnerstag, 15.11.2018
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Sonntag, 19. November 2017

Künstler Horst Hussel gestorben

Der Greifswalder Grafiker und Illustrator wurde 83 Jahre alt

Der Zeichner und Illustrator Horst Hussel ist tot. Das sagte seine Tochter der Deutschen Presse-Agentur. Hussel studierte in den 1950er Jahren Malerei in Ost-Berlin, wurde während seiner Diplomarbeit jedoch aus politischen Gründen exmatrikuliert. Ein weiteres Studium in West-Berlin konnte er wegen des Mauerbaus nicht abschließen. In den Jahren der Teilung machte sich Hussel in der DDR mit seinen Buchillustrationen und Grafiken einen Namen. Zuletzt lebte er als freischaffender Künstler in Berlin. Der Berliner "Tagesspiegel" bezeichnete Hussel als wohl ersten und letzten Dadaisten der DDR. Die "Neue Züricher Zeitung" würdigte ihn als einen der bedeutendsten Buchkünstler der DDR und stillen Oppositionellen. Hussel starb am Samstag nach kurzer, schwerer Krankheit in einem Berliner Hospiz.

Schauspieler Earle Hyman gestorben

Hyman war vor allem durch die "Bill Cosby Show" bekannt

Der vor allem aus der "Bill Cosby Show" bekannte US-Darsteller Earle Hyman ist tot. Ein Sprecher der Organisation Actors Fund sagte, der Schauspieler sei am Freitag im Alter von 91 Jahren gestorben. Hyman porträtierte in den 1980er und 90er Jahren Russell Huxtable, den Vater von Cliff Huxtable (Bill Cosby). 1986 gewann er für seine Darstellung einen Emmy. Der aus North Carolina stammende Schauspieler begann seine Karriere 1943 als Teenager am Broadway. Für eine Darstellung in "The Lady From Dubuque" wurde Hyman 1980 für einen Tony Award nominiert.

ProSieben-Chef geht vorzeitig

Nachfolger von Thomas Ebeling kommt wohl von außen

Der amtsmüde ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling verlässt den Fernsehkonzern bereits in drei Monaten. Sein letzter Auftritt nach neun Jahren werde die Vorstellung der Bilanz am 22. Februar 2018 sein, teilte das Unternehmen in Unterföhring bei München mit. Der noch 58-Jährige geht damit gut ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages, den er ohnehin nicht mehr verlängern wollte. Sein Nachfolger wird offenbar außerhalb von ProSiebenSat.1 gesucht. Für den Fall, dass dieser nicht rechtzeitig bereitsteht, soll der langjährige Vorstand und Chefjurist Conrad Albert für eine Übergangszeit die Amtsgeschäfte übernehmen.

Ankara verbietet Kulturveranstaltungen von LGBTI

Türkische Behörden sehen Bedrohung für "öffentliche Ordnung"

In der türkischen Provinz Ankara haben die Behörden bis auf Weiteres sämtliche öffentlichen Auftritte sexueller Minderheiten untersagt. Die Provinzregierung begründete den Schritt mit der "Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung". Mit dem Verbot sind unter anderem Film- und Theateraufführungen, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen mit Bezug zu Schwulen, Lesben, Trans und anderen sexuellen Minderheiten behördlich untersagt. Bereits am Donnerstag hatten die türkischen Behörden ein deutschsprachiges LGBTI-Filmfestival in Ankara kurzfristig verboten und als Grund Anschlagsgefahr genannt. Das Festival wurde von der deutschen Botschaft mitorganisiert. Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan seit langem vor, gesellschaftliche Freiräume für Schwule und andere soziale Minderheiten zu beschneiden. Die Regierung bestreitet dies und versichert, nur für die Sicherheit der Bürger sorgen zu wollen.

Grazer Uni gibt Keramiken an Athen zurück

26 antike Gegenstände werden in einer feierlichen Zeremonie zurückgegeben

Die Universität Graz wird 26 antike Objekte in Wien in der griechischen Botschaft zurückgeben. Es handelt sich um Keramiken aus der minoischen Zeit sowie um einige kleinere Idole und Keramiken aus der klassischen und hellenistischen Zeit. Die Gegenstände sind während der Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht entwendet worden. Der aus Kärnten stammende Generalmajor Julius Ringel hatte die antiken Objekte 1941 auf Kreta entwendet und vor 1945 der Universität Graz geschenkt, teilte das Athener Kulturministerium mit. Die Stücke sollen demnach bald im archäologischen Museum von Heraklion auf Kreta ausgestellt werden.

Karikaturist Haderer eröffnet "Schule des Ungehorsams"

Gerhard Haderer möchte Bürger für Mitgestaltung der Gesellschaft begeistern

Seine "Schule des Ungehorsams" in Linz soll ein Ort politisch relevanter Denk- und Sprachkultur werden. Der Karikaturist Gerhard Haderer möchte mit diesem Forum dem Rechtsruck in Europa entgegenwirken. "Viele ziehen sich in einer Art Neo-Biedermeier ins eigene Heim zurück und denken, mit einem Like zu bestimmten Themen ist das Engagement erledigt", sagte der Künstler zur Eröffnung. Die "Schule des Ungehorsams" ist in einer alten Linzer Tabakfabrik und soll ein Begegnungsort zwischen Kunst und Politik werden. Zu den Unterstützern zählten unter anderem der Liedermacher Konstantin Wecker und die Schauspielerin Birgit Minichmayr. Der 66-jährige Haderer ist in Deutschland wegen seiner Karikaturen in den Zeitschrifen "Titanic" und "Stern" bekannt.

Ralf Rothmann mit Kleist-Preis ausgezeichnet

Die Laudatio hielt der Schauspieler und Essayist Hanns Zischler

Der Schriftsteller Ralf Rothmann ist mit dem Kleist-Preis 2017 ausgezeichnet worden. Rothmanns Literatur sei meisterhaft in ihren lakonischen Alltagsschilderungen, begründete die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft die Vergabe des mit 20.000 Euro dotierten Preises an den 64-Jährigen. Sie sei geprägt von persönlichen Erfahrungen im Ruhrpott und in Berlin, wo der gebürtige Schleswiger inzwischen lebt. Rothmann arbeitete nach Angaben der Kleist-Gesellschaft als Fahrer, Koch, Drucker und Krankenpfleger, bevor er in den 1980er Jahren zu schreiben begann. Zu seinem Werk zählen Gedichte, Erzählungen und Romane.

"Tim und Struppi"-Cover für 500.000 Euro versteigert

Zeichnung blieb unter dem Schätzwert

Eine Originalzeichnung aus der Comicserie "Tim und Struppi" ist für mehr als eine halbe Million Euro versteigert worden. Das Werk des belgischen Comiczeichners Hergé wechselte in Paris für 505 000 Euro den Besitzer, wie das Auktionshaus Artcurial bekannt gab. Es handelt sich um eine Abbildung zum achten "Tim und Struppi"-Band "König Ottokars Zepter". Hergé hatte sie für eine Titelseite der Zeitungsbeilage "Le Petit Vingtième" im Jahr 1939 gezeichnet, wo die Geschichte erstmals erschien. Die kolorierte Zeichnung zeigt, wie die beiden Titelhelden der Serie von einem livrierten Diener durch den Königspalast eskortiert werden.
Das Auktionshaus hatte als Schätzwert für die Auktion sogar 600.000 bis 800.000 Euro angegeben.

Trauer um AC/DC-Mitgründer Malcolm Young

Die internationale Hard Rock-Szene würdigt den verstorbenen Musiker

Rockmusiker aus aller Welt trauern um den gestorbenen AC/DC-Gitarristen Malcolm Young. Der Mitbegründer der legendären australischen Band starb im Alter von 64 Jahren, wie die Band auf ihrer Website mitteilte. "Es ist ein trauriger Tag für den Rock and Roll. Malcolm Young war mein Freund und die Seele von AC/DC", schrieb US-Gitarrist Eddie Van Halen per Twitter. "So traurig vom Tod eines weiteren Freunds zu erfahren", teilte Black-Sabbath-Sänger Ozzy Osbourne mit. Kiss-Frontmann Paul Stanley würdigte Young als "einen der wirklich Großen". Metallica-Gitarrist Kirk Hammett bezeichnete ihn als "legendär". Die US-amerikanische Punk-Band Dropkick Murphys twitterte: "Rocke in Frieden Malcolm. Wir hoffen, dich dort oben wiederzusehen." Der gebürtige Schotte war neben seinem Bruder Angus einer der Gründer der legendären australischen Rockgruppe. Erst vor wenigen Wochen war der ältere Bruder der beiden AC/DC-Gründer, George Young, der als Mentor der Band galt, gestorben.

Kulturnachrichten hören

November 2017
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

OrnithologieAkrobaten des Gesangs
Zwei hellrote Aras fliegen in Los Lianos in Venezuela über Baumkronen. (picture alliance / Anka Agency International / Gerard Lacz)

Seit mehr als 50 Jahren dokumentiert der französische Ornithologe Jean Claude Roché das Singen der Vögel. Eine seiner Aufnahmen aus dem Jahr 1973 belegt die besondere Musikalität der Vogelwelt in Venezuela. Jetzt wurde die Platte neu veröffentlicht.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur